1. #1
    Registriert seit
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    51

    Schmetterlingsnaht

    Sehe sanft einen
    Schmetterling umherfliegen
    Bewundere seine
    sorglose Anmut
    und Freiheit

    Sehe sanft einen
    Schmetterling landen
    Auf meiner ach so
    leblosen Hand
    und packe zu

    Sehe verängstigt einen
    Schmetterling daliegen
    Entreiße ihm seine
    wohlgeschmückten Flügel
    und nähe sie mir an

    Sehe regungslos einen
    Schmetterling sterben
    Führe die Nadel
    langsam durch mein
    eigenes blasses Fleisch

    Sehe einsam eine
    Schmetterling leiden
    Ziehe den Faden durch
    und fliege verbittert fort
    von all meinen Träumen

    Sehe traurig einen
    toten Schmetterling
    Begrabe ihn in
    meinem schwarzem Herzem
    für alle Ewigkeit
    „Nur wer die Sehnsucht kennt, weiß, was ich leide.“
    (Goethe, Mignons Lied)

  2. #2
    Registriert seit
    Dec 2006
    Ort
    Nähe Gießen
    Beiträge
    1.251
    Hey Lonely Lie,

    vom Prinzip her gefällt mir dein Gedicht sehr gut.
    Allerdings hast du gleich in den ersten zwei Strophen die Doppelung von "sanft", vielleicht findest du da ja noch eine andere Möglichkeit. Beispielsweise in der ersten Strophe stattdessen "zart" (auch wenn mich das nicht ganz überzeugt, was besseres fällt mir grad nicht ein).
    In der vierten Strophe finde ich die Verseinteilung nicht so gut geglückt. Der vierte Vers hat da im Prinzip null Aussage. In den anderen Strophen sind da wenigstens noch wichtige Inhalte wie z.B. "sorglos", "leblos", "wohlgeschmückt", "verbittert", "schwarzes Herz". Aber in Strophe 4 steht in dem Vers nur "langsam durch mein"...das wirkt einfach schwach gegen die anderen.
    Schade ist auch, dass du generell keine Satzzeichen verwendest. Du schreibst (von der Groß- und Kleinschreibung her) als würdest du Punkte verwenden, aber sie sind da nicht zu finden. Ich würde dir also vorschlagen entweder die Satzzeichen einzufügen oder die Groß- und Kleinschreibung davon unabhängig gestalten.
    In Strophe 5 und 6 sind außerdem jeweils ein Rechtschreibfehler: Strophe 5 einen statt eine und Strophe 6 schwarzen statt schwarzem.
    Ich bin beim ersten Lesen an 2 oder 3 Stellen gestolpert, aber inzwischen hab ich es so oft gelesen, dass ich sie nicht mehr finde.
    Auch wenn ich jetzt die eine oder andere Sache kritisiert habe, gefällt es mir nach wie vor, vor allem inhaltlich.
    Hab mich gern damit beschäftigt

    Grüße ***sabsi***
    Wenn ein Finger zum Himmel zeigt, schaut nur ein Dummkopf den Finger an. (Die fabelhafte Welt der Amélie)

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