1. #1
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    für Kinder: Der Riese und der Feuerdrache

    Komm' mit mir auf die Reise, ins Märchenwunderland und lausche mir nun leise, ob du es schon gekannt!

    Der Riese und der Feuerdrache

    Im Lande der Germanen, vor langer, langer Zeit,
    da lebte einst ein Riese, der war so groß und breit,
    weil stets er musste essen, den ganzen langen Tag,
    verschlang er Wald und Flure, ja alles was es gab.

    Er frass die bunten Käfer, die Fisch' all das Getier,
    trank Flüsse aus von Met und Seen ganz aus Bier.
    Die Herzen der Bewohner erfüllte großer Kummer,
    weil immer sie nur hörten: "Ich habe solchen Hunger!"

    Da wuchs der Riese weiter, er wurde nimmersatt,
    verwüstete die Länder und machte alles platt.
    Von Furcht geplagt ersannen die Menschen eine List,
    mit welchen hilfreich' Kräften er zu besiegen ist.

    So zeigten sie dem Riesen den Berg, der alt und weise:
    "Schau dort, auf Berges Spitze, da wartet köstlich' Speise!“
    Dann flüchteten die Leute in weite, sichere Ferne,
    der Vielfrass rieb die Hände, denn speisen wollt' er gerne.

    Gar köstlich Mahlzeit wäre sein, das Wasser lief zusammen,
    im Munde ihm, er sich nun eilt, zum Gipfel zu gelangen.
    Mit einem großen Bissen, gar maßlos' Appetit,
    riss auf er Berges Kuppe, doch schau' was jetzt geschieht!

    Mit schaurigem Getöse und dröhnendem Gesang,
    das Lied des Feuerdrachens zum Berg hinaus erklang.
    Der Riese wich zurück, war fürchterlich erschrocken,
    als aus des Berges Leibe ihn trafen Feuerbrocken.

    In Rauch gehüllt verschwand er. Ist es so geschehen?
    Was aus ihm geworden ist? Ich hab es nicht gesehen.
    Der alte, weise Berg aber, schlief friedlich wieder ein,
    die Menschen in dem Dorfe, sie konnten glücklich sein.


    Auch du kannst viel ausrichten - erzähle uns Geschichten!
    Doch siehst du Riesen Unfug machen, schick' lieber sie zum ... Berg!



    IR 2009
    Geändert von IngoRaup (26.10.2009 um 13:16 Uhr)

  2. #2
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    Hallo Ingo

    und Willkommen in der Märchenwunderschmiede. Die Geschichte mit dem allesfressenden Riesen und der Bevölkerung, die ihn gerne loswerden würde ist natürlich auch schon bekannt. Bei dir wird dieser Riese nun zu einem Berg geschickt auf dem ein Drachen haust. Dieser knallt ihn mit "Feuerbrocken"weg.
    Die Moral ist wohl, dass egal wie groß und mächtig du bist es immer irgendwo noch jemanden gibt, der dir überlegen ist. Sprachlich merkt man dem Text hier und dort schon seine Bemühtheit an, doch ich weiß, das das Luderding Lingua, die olle Hexe ist übrigens noch gruseliger als alle Riesen und Feuerdrachen der Welt zusammen, mitunter recht störrisch sein kann, vor allem dann, wenn man ein episches Handlungskonzept im Kopfe hat und eben viel dem Inhalt hinbiegen muss. Da hat man es mit gereimter Emolyrik oft einfacher, weil man da oft den Inhalt der Sprache unterordnen kann und noch öfter fällt das gar keinem auf, weil es sich einfach glücklich fügt.

    Auf jedenfall ist gereimte Versepik eine gute Lektion in der Dichterlehre.

    Gruß
    Woitek

    Ps: Ich mag keine zentrierten Texte.

  3. #3
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    Vielen Dank für Deine Zeilen, lieber Woitek!
    Herzlichen Glückwunsch zu Deiner 4444!

    Ich möchte gern für die anderen Leser/ Leserinnen auf Deine vielen Märchen-Dichtungen verweisen:
    ---> Bitte bei Woitek vorbei schauen!

    Sicherlich sollten wir alle wieder etwas mehr für Kinder schreiben oder praktischer dichten. Ich suche natürlich auch immer nach Worten die sich fügen könnten. Wenn mir mehrere Möglichkeiten einfallen, ändere ich dann noch über einige Zeit den Text, um zu begutachten wie es in Variationen wirkt. Das Problem der Breitwerdung im Textverlauf kennen sicher auch die meisten.

    Einen herzlichen Gruß sendet Dir Ingo

  4. #4
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    Hallo,

    ich kannte die Geschichte noch nicht. Ich finde dein Gedicht sympathisch und Gedichte für Kinder in aller Regel auch, weil sie meistens nicht so furchtbar bemüht und verquast sind, sondern geradeaus eine klare Geschichte erzählen. Das zwingt die Dichter zu sauberem Handwerk und die Spreu trennt sich schnell vom Weizen.

    Ich finde nun bei deinem Gedicht weniger schlimm, dass du eine Menge Strophen benötigst, um zum Punkt zu kommen, im Gegenteil. Bisweilen haarsträubend finde ich jedoch die syntaktischen (s.u.) und grammatikalischen (Beispiel: "mit welchen Kräften Hilfe") Verirrungen. Die werden spätestens dann unerträglich, wenn sie gar nicht nötig wären (Beispiele: "dass stets er musste essen", "trank Flüsse aus voll Met" usw.)

    Bitte dringend redigieren, es lohnt sich.

    Gruß
    o.

  5. #5
    n.eurofighter Guest
    Hallo IngoRaup,
    ich denke es ist ein süßes Kindergedicht,
    viel mehr kann ich hier nicht hinterlassen.
    Gefällt mir,


    lieben Gruß
    n.eurofighter

  6. #6
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    1. Version

    Im Lande der Germanen, vor langer, langer Zeit,
    da lebte einst ein Riese, der war so groß und breit,
    dass stets er musste essen, den ganzen langen Tag,
    verschlang er Wald und Flure, ja alles was es gab.

    Er frass die bunten Käfer, die Fisch' und das Getier,
    trank Flüsse aus voll Met und Seen voll von Bier.
    Die Herzen der Bewohner erfüllte großer Kummer,
    weil immer sie nur hörten: "Ich habe solchen Hunger!"

    Da wuchs der Riese weiter, er wurde nimmersatt,
    verwüstete die Länder und machte alles platt.
    die Menschen Angst bekamen, ersannen eine List,
    mit welchen Kräften Hilfe, er zu besiegen ist.

    So zeigten sie dem Riesen den Berg, so alt und weise:
    "Schau dort, auf Berges Spitze, da wartet köstlich' Speise!“
    Dann flüchteten die Leute, in weite, sichere Ferne,
    der Vielfrass rieb die Hände, denn speisen wollt' er gerne.

    Gar köstlich Mahlzeit wäre sein, das Wasser lief zusammen,
    im Munde ihm, er sich nun eilt, zum Gipfel zu gelangen.
    Mit einem großen Bissen, gar maßlos' Appetit,
    riss auf er Berges Kuppe, doch schau' was jetzt geschieht!

    Mit schaurigem Getöse und dröhnendem Gesang,
    das Lied des Feuerdrachens zum Berg hinaus erklang.
    Der Riese wich zurück, war fürchterlich erschrocken,
    als aus des Berges Leibe, ihn trafen Feuerbrocken.

    In Rauch gehüllt verschwand er. Ist es so geschehen?
    Was aus ihm geworden ist? - Ich hab es nicht gesehen.
    Der alte, weise Berg aber - schlief wieder friedlich ein,
    die Menschen in dem Dorfe, sie konnten glücklich sein.


    Lieber Oliver64,

    dankeschön, dass gerade Du Dich mit dem Kindergedicht, man könnte es auch der Vielfraß nennen, beschäftigst. Diese Verdreher verdrehen mich schon seit der Jugend, ohne das ich das anfangs merke. Es ist eine Art Offenlegung der Abweichung vom Normalzustand. Ich habe nun versucht, einige Textstellen zu verändern.

    Danke für Deine anregende Kritik!
    Einen lieben Gruß von Ingo

    Liebe Nicole,

    es ist eben noch holprig, das fiel mir bei wenigstens zwei Stellen auch so auf. Natürlich nur verschleiert, fiel mir das auf. Ein bisschen süss? Das ist süss von Dir.
    Fein und dankeschön! (Koppele mal Dein "Replikationsproblem" bei Sperm. als eigenständiges Thema aus! Ich finde es gut gelungen.)

    Lieber R. Haselberger,

    auch Deine zahlreichen Kindergedichte möchte ich für die anderen Leser empfehlen:
    ---> "Bitte bei R. Haselberger reinschauen!"

    Danke für den Rat. Ich nehme mir mehr Zeit. Es ist ja nie etwas richtig fertig.
    Die Schrift sollte in Schreibschrift sein. Da gibt es ja auch noch andere Möglichkeiten. Für Gedichte im Druck bin ich noch nicht so geeignet. Eher mag ich die Idee, oder ich habe die Idee. Dann benötige ich aber meistens eine messerscharfe Korrektur. Das geht sicher vielen so.

    Einen lieben Gruß sendet Dir Ingo
    Geändert von IngoRaup (26.10.2009 um 12:56 Uhr)

  7. #7
    n.eurofighter Guest
    Hallo IngoRaup,
    mache ich, auf deinen Wunsch...als In-Vitro-FertigLI satzion, weil künstlich befruchtet worden...
    Mich hätte hier bei deinem Gedicht für Kinder, die Verdreher nicht gestört...da viele Menschen Probleme haben, speziell mit Kindern "normal" zu reden,
    die sind sowas gewöhnt( gehen wir jetzt happi happi machen,usw...) weißt schon wie ich das meine( hoffe ich)
    ach...


    und du hast noch Kommis offen...


    lieben Gruß
    n.eurofighter

  8. #8
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    Liebe Nicole,

    was meinst Du, wie sich die Hüter des deutschen Wortes dem wiedersetzten, was die Kinder so zu hören, später dann zum Sprechen, bekommen.
    Eine ganze Zeit lang wurde z.B nach dem Wort weil gleich mit einem Hauptsatz begonnen. Das übernahm dann eine ganze Generation. Ich bin eher für den Mittelweg im Sprachausdruck, mit wenigen Fremdwörtern aber solidem Satzbau der offen bleibt für vereinfachende Veränderungen.

    Nun habe ich mich genug heraus geredet, einige Änderungen im Originaltext vollzogen und hoffe, dass es alle soweit lesen können.

    von Ingo

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