1. #1
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    Leierkastenmann

    Leierkastenmann



    Es dreht der Leierkastenmann
    mal langsam und mal schneller,
    jetzt die Musik man hören kann -
    er ist ein Selbstdarsteller.

    Auf seiner Orgel liegt ein Hut
    gefüllt mit Münzen, Scheinen,
    das macht dem Manne frischen Mut -
    auf seinen alten Beinen.

    Doch – jetzt hört er auf zu drehen
    die Musik setzt plötzlich aus,
    jeder kann es deutlich sehen -
    er holt eine Walze raus.

    Ganz flink hat er sie eingebaut,
    ergreifet die Kurbel schnell,
    ganz glücklich er jetzt um sich schaut
    sein nettes lächeln ist so hell.

    Mit Musik marschiert er weiter
    immer freundlich, immer nett,
    dieser Anblick macht uns heiter
    denn es ist sein Etikett.

    Spät abends, wenn er geht nach Haus,
    abgespannt und kraftlos, matt,
    quält er sich aus den Schuhen raus
    hat den Job schon lange satt.

    Er zählt das Geld, aus seinem Hut
    langsam schüttelt er den Kopf,
    in ihm steigt auf die kalte Wut -
    ich bin doch ein armer Tropf.

    Tag für Tag dreh ich die Leier
    mach‘ ich sie ein wenig froh,
    arm so wie ein Pleitegeier
    das geht schon seit Jahren so.

    Alle wollen sich vergnügen
    gierig greifen sie danach,
    sie sich letztlich selbst belügen
    ach – es ist so eine Schmach.



    Richard von Lenzano
    © 01-2009
    Jeder ist ein Mond und hat eine dunkle Seite, die er niemandem zeigt. (Mark Twain)

  2. #2
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    Leierkastenmann

    Lieber Richard von Len,

    die entscheidende Frage ist, kann so ein Leierkastenmann in seinem bescheidenen Dasein ein zufriedenes Leben führen. Ich sage ja, das kommt auf die Einstellung an und ganz bedeutend auch auf die Akzeptanz und Achtung, die er von seiner Umwelt erhält. Ein Mönch ist in seiner Armut auch zufrieden. Erst in der unfreiwilligen Tätigkeit und Armut (existenzbedrohende Armut) liegt die Unzufriedenheit und das Unglück, dass dann meist auch noch durch unberechtigte Verachtung verschlimmert wird.
    Ein wichtiges Problem, das Du hier aufzeigst. Gefällt mir.

    Herzliche Grüsse Hans

  3. #3
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    Lieber Hans,


    er konnte mal davon leben und einige können es wohl auch immer noch, aber: Wir geben für diese Art Dinge, welche ich durchaus zur Kultur zähle, kaum Geld aus und haben nicht mehr viel dafür über...

    Auch nehmen wir uns die Zeit nicht dafür, das ist ein Problem, worüber wir alle viel zuwenig nachdenken.

    Es ist nicht nur der Leierkastenspieler.... es gibt viele andere....



    Dir viele liebe Grüße


    ric
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  4. #4
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    Lieber Richard von Len,

    Du hast recht, der Grund liegt darin, dass heute nicht mehr so viele Menschen mit Muße und mit ausreichend Geld in der Tasche herumlaufen. Eins von beiden fehlt immer häufiger. Die Menschen denken heute auch noch viel nach, doch es sind meist ihre eigenen Probleme (viel Arbeit oder ihre soziale Lage).

    Liebe Grüsse von Hans

  5. #5
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    Lieber Hans,



    es spielt aber auch eine große Rolle, welche Erziehung die Kids heutzutage genießen!!!

    Bei uns früher wurde auch auf Musik und musisches geachtet und wir bekamen diesbezüglich
    viel von unseren Eltern mit. Deshalb hat man ein wenig nachgeeifert und festgestellt,
    dass es Spass machte- ich profitiere heute noch davon

    (Mundharmonika, Klavier, K-Board, Chorsänger pp.)


    Dir liebe
    Grüße

    ric
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  6. #6
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    Leierkastenmann

    Lieber Richard,

    da hast Du wieder Recht, aber Anklagen nützen da nichts, es muss auch was gegen diese, Mißstände getan werden. Getan werden muss etwas von der Politik, d.h., die soziale Lage der Familien, die viel nach sich zieht, muss verbessert werden. Die Bildung muss verbessert und mehr gefördert werden. Anreize, zu vorderst für die Jugend, müssen geboten werden, gute Vorbilder müssen besser herausgestellt werden (Fernsehen), Leistung muss sich lohnen u.s.w.. Ich denke dass all dies nicht ausreichend geschieht. Auf jeden Fall nicht dort wo es am nötigsten ist. Es werden immer nur die Mißstände verurteilt und abgestraft, damit kommen wir nicht weiter, man muss da schon mal nach den Ursachen fragen und diese verbessern. Die Vermutung liegt nahe, dass es an der bestehenden Sozialstruktur und der Politik liegt. Das es bisher nicht an den Staatfinanzen lag sehen wir daran dass Geld für die sich verspekulierenden Banken da ist (Finanzmärkte), was nur eine Verzögerung bedeutet, denn sie werden so weitermachen wie bisher.

    L.G.
    herzlich von Hans

  7. #7
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    Lieber Hans,



    ich kann dem nur zustimmen. Aber - wir haben doch unsere Volksvertreter selbst gewählt?!

    Warum lassen wir sie so lange gewähren? Da sollten wir ansetzen und die Konsequenzen ziehen...


    Ein kluger Mann sagte mal:

    Politiker sind wie Tauben, erst fressen sie dem Wähler aus der Hand - und danach scheißen sie ihnen aufs Haupt...


    In diesem Sinne


    liebe Grüße

    ric
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  8. #8
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    Leierkastenmann

    Lieber Richard,

    Macht steuert die Meinungen durch Einflußnahme. Die Mittel sind Indoktrination, Erziehung, Bildung und unterschwellige Propaganda und Werbung in den Medien. Wir, die wir die Zusammenhänge verstehen müssen offene Erkenntnisse und Bekenntnisse abgeben, auch hier im Forum.
    Ist man mit einer Regierung nicht einverstanden muß man ein Gegengewicht fördern, auch dann, wenn man mit diesem Gegengewicht nicht einverstanden ist. Die Nichtwähler sind fast alles Gegner der Regierung, die sich aber für eine echte Gegnerschaft nicht entschließen können, weil ihnen diese auch nicht gefällt, meist deshalb weil sie von der Macht verteufelt wird.

    Liebe Grüsse von Hans

  9. #9
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    Lieber Hans,


    auch hier kann ich Dir wieder beipflichten. Es ist alles so wie Du schriebst.

    Ich glaube aber, dass wir den Thread hier etwas mißbrauchen, wenn wir weiter derartige Probleme hier so austauschen.. Sorry

    Ich will Dich um Gottes Willen nicht abwürgen..


    liebe Grüße

    ric
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