1. #1
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    fichtenmonokultur

    Fichtenmonokultur

    als riesige baumtürme
    aufgetürmt aus kohlenstoffzellen
    stehen sie mahnend da
    mit schnell gewachsnen alten gesichtern
    verstümmelten astärmeln
    ----kein platz zum ausbreiten---
    Und keinen platz lassend
    für andre wesen
    schnell gewachsnes brennholz
    sind sie zum fällen gepflanzt,
    für eine gesellschaft
    die selbst einer fichtenmonokultur
    nicht so unähnlich ist.

    wir fällen uns selbst
    Nur wer seinen eigenen Weg geht, kann von niemandem überholt werden.
    (Marlon Brando)

  2. #2
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    Mir gefällt die Materialisierung der Natur die du so schön rüberbringst (aufgetürmt aus kohlenstoffzellen) und am Ende auf die ganze Gesellschaft überträgst. Auf unserem Egotrip erniedrigen und eleminieren wir alles was von Wert sein sollte, nicht zuletzt unsere eigene Menschlichkeit. - "wir fällen uns selbst" <-Schön gesagt! und rundet das Gedicht super ab.
    Auch von der Form her gefällt es mir, Reime hätten ihm was von seiner Ernsthaftigkeit genommen.

    Gern gelesen

    Gruß

    Christoph

  3. #3
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    Danke für deinen Kommentar Es freut mich zu hören, dass das so rübergekommen ist wie ichs wollte...zähle mich immer noch zu den Anfängern ...Mit den Reimen hast du Recht, nur fallen mir die bei einem Gedicht meist noch am schwersten...

    Liebe Grüße
    Nur wer seinen eigenen Weg geht, kann von niemandem überholt werden.
    (Marlon Brando)

  4. #4
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    Hallo Alpha,
    die Menscheit als Monokultur, mag in gewissen Ansätzen vergleichbar sein. Als Allgemeinaussage ist sie mir aber zu wenig treffend.
    Die Fichtenwälder werden als Brennholzlieferanten gezielt angepflanzt. Die Menscheit entwickelt sich von selbst, verbreitet sich eher unkontrolliert und wird sich eines Tages vermutlich selbst zerstören, wenn sie es nicht schafft sich und ihre Bedürfnisse der Welt in der sie lebt anzupassen.
    Formal gefällt mir die Wiederholung von "schnellgewachs(e)nes/m" nicht so besonders. Gelungen empfinde ich das kurze Innehalten mit dem "kein platz zum ausbreiten."
    LG
    Perry

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