1. #1
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    Letztes Gedicht



    Letztes Gedicht

    Wo Worte regnen,
    Lawinen werden, fallen.
    Und Geister tun es gleich!
    Wo Krüppel Götter,
    Tiere Menschen werden.
    Und Arme plötzlich reich.
    Wo Künstlermassen
    Stadien füllen, schallen!
    Und scharfes Wort nur weich...

    Hier, an diesem "neuen" Ort
    wird nichts gefunden, nichts geboren!
    Mit einem letzten, dunklen Wort:
    Hier ging das Dichten längst verloren.
    La Nature est un temple où de vivants piliers... (Charles Baudelaire)

  2. #2
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    Hallo Horni,
    Dein Titel hat mich angelockt. Ich finde, du hat ein interessantes Reimschema.

    Wo Worte regnen,
    Lawinen werden, fallen.

    (Diese Zeile ist ein wenig verdreht. Eigentlich müsste es heißen: "Wo Worte regnen, werden Lawinen fallen.")
    Und Geister tun es gleich!
    (Ich weiß nicht, warum du aus dieser Zeile einen Ausruf gemacht hast. Du könntest es auch mit dem Vorhergehenden verbinden: "Wo Worte regnen, werden Lawinen fallen und Geister tun ("tun" ist nicht so schön, besser: handeln) es (ihnen) gleich.")
    Wo Krüppel (zu) Götter(n),
    Tiere (zu) Menschen werden,
    Und Arme plötzlich reich.

    (Wo...passiert was? Hier hat man zwar den Ort, aber was dort geschieht fehlt. Da dies am Ende kommt, empfiehlt es sich am Zeilenende ein Komma zu setzen.)
    Wo Künstlermassen
    Stadien füllen, schallen!

    („füllen, schallen“...vielleicht: in (voll)gefüllten Stadien schallen)
    Und scharfes Wort nur weich...
    (Ich weiß nicht worauf genau du "nur weich" beziehst, möglicherweise: scharfes Wort klingt nur weich...)

    Hier, an diesem "neuen" Ort
    wird nichts gefunden, nichts geboren!
    Mit einem letzten, dunklen Wort:
    Hier ging das Dichten längst verloren.



    Vor allem dein Schluss gefällt mir. Inhaltlich ist es dir sehr gelungen, es gibt nur ein paar stilistische Ungereimtheiten.
    Liebe Grüße
    Ff
    "Oh Bär", sagte der Tiger, "ist das Leben nicht unheimlich schön, sag!"
    "Ja", sagte der kleine Bär, "ganz unheimlich und schön."
    Und da hatten sie verdammt ziemlich recht.

    -Post für den Tiger, Janosch-

  3. #3
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    hallo frustfresserin,

    du hast dir ja fast schon arbeit gemacht mit meinem text.

    allerdings muss ich ein paar dinge klären:

    die ersten zwei zeilen sind nicht verdreht, die sollen so sein, das es sich um eine aufzählung dessen handelt, was mit den worten geschieht, sie regnen herab, sie werden lawinen sie fallen. (hier ist keine logische abfolge vorgesehen)

    zur "geister-zeile": man kann nur jemandem etwas gleichtun, nicht aber gleichhandeln, das wäre sprachlich nicht korrekt. der vers ist als ausruf gestaltet, da er die zentrale kritik des textes beinhaltet und besonders stark betont werden soll.

    in den versen 4 bis 6 fehlt nicht das, was passiert, sondern der ort. da hast du dich leider "verdreht".

    bei deinem letzten punkt hast du es dafür ziemlich genau getroffen.

    bis dahin,

    horni

    p.s.: interessant finde ich noch, dass du keinen zusammenhang von inhalt und titel erwähnst, wobei diese verbindung doch zur eigentlichen intention führt.
    La Nature est un temple où de vivants piliers... (Charles Baudelaire)

  4. #4
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    Hallo Horni,
    Ich bin’s wieder. Da du mit meinem letzten Kommentar anscheinend nicht ganz zufrieden warst, folgt hier noch eine Interpretation deiner Zeilen.

    Die einzelnen Worte werden immer mehr und entwickeln sich zu einem großen Strom, der Veränderung mit sich bringt. Er verdreht die Tatsachen, macht Tiere zu Menschen, Arme zu Reichen. Die harten Inhalte werden schön ("weich") verpackt und so bekommen die Worte ein großes Publikum ("Stadien füllen"). Das klingt schwer nach Manipulation.
    Ist es erstmal so weit, gibt es keine weitere Entwicklung mehr. Die Kunst kann sich nicht mehr frei entfalten.
    Ich habe gerade keine Lust das auf den Nationalsozialismus zu beziehen. Wer will, kann sich das ja denken. Man möge mir meine Faulheit verzeihen.

    Ich finde es schade, wenn ein Autor sein Gedicht meint erklären zu müssen. Meiner Meinung nach sollte das Gedicht alleine, ohne Erklärung, stehen können. Es liegt nicht an mir zu entscheiden, ob deines dies kann.

    Allerliebste Grüße
    Ff
    "Oh Bär", sagte der Tiger, "ist das Leben nicht unheimlich schön, sag!"
    "Ja", sagte der kleine Bär, "ganz unheimlich und schön."
    Und da hatten sie verdammt ziemlich recht.

    -Post für den Tiger, Janosch-

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