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Thema: Glauben

  1. #1
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    Glauben

    Viel wird im Leben nicht verschenkt,
    auch dann nicht, wenn man's hofft und glaubt.
    Gut wenn man abwägend bedenkt,
    wird man viel öfter noch beraubt.

    Gläubige sind leicht zu lenken,
    weil sie auch gerne Opfer bringen,
    ohne dabei zu bedenken,
    Glaube soll dies nicht erzwingen.

    Schnell kann man auch Schaden nehmen,
    wenn glaubend man Versprechern traut,
    denen, die nur blöde hämen,
    wenn man erschreckt auf Schaden schaut.

    Glauben ist deshalb gefährlich,
    weil er dient so manchen Zwecken,
    die Eigensinnig, nicht ehrlich,
    im Ergebnis oft erschrecken.

    Manchem oft sein Glaube schadet,
    weil er sich dumm darin verrennt
    und sich in der Hoffnung badet,
    bis er das wahre Gut verpennt.

    Glauben ist nicht des Menschen Pflicht,
    der sich so zum Guten wendet.
    Gut ist das Glauben meistens nicht.
    Oft wird man dadurch verblendet.

  2. #2
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    @Hans Plonka


    Der Sinn ist wohl klar, den du ansprichst. Mitunter wird es wohl stimmen. Aber einen festen Bestandteil wie so vor hundert Jahren wird er nicht mehr haben. Die Technik bringt viel Licht ins Dunkel. Glauben, egal in welche Richtung er tendiert, muss schon gute Argumente bringen um zu überleben. Ehrlichkeit, Naivität, Unwissenheit. Bei allen drei Eigenschaften findest du wenige Menschen die jenes in sich bergen. Obwohl, ich sag dir was, diese Eigenschaften hat von Geburt an Jeder. Die einen verlieren es schneller die anderen weniger. Wer gibt schon zu das er unwissend ist. In Wirklichkeit ist man das mehr als man denkt, unwissend. Es kommt nur darauf an, wie man die Richtung des erworbenen Wissens beleuchtet. Die Amerikaner waren ja auf dem Mond, z.b. Es gibt mittlerweile große Bedenken, ob nicht die lieben Ammis uns eine großes Kino vorgeführt haben. Mittlerweile sind wir doch alle schon soweit, daß wir fast niemanden mehr trauen. Ob es die Politik ist, die Banker, der Autoverkäufer der uns einreden will, das Auto ist der Hit. Wir sind alle mehr oder weniger enttäuscht worden, auch in der Liebe, Zwischenmenschliche Beziehungen, auf Lüge, Intoleranz aufgebaut. Menschen werden rein geboren, die Gesellschaft, das Leben sagt Lüge und du kommst besser voran. Der Glauben verlangt Ehrlichkeit, schön. Schöne Märchen, eine christlich demokratische Partei, müsste für den Menschen kämpfen bis zum umfallen, tut sie das? Möglich, für hunderttausend ja. Der Rest geht zahnlos in den Tod. Wir hatten mal eine demokratische Republik, die wollte den Russen den Mastdarm küssen. Sie flogen auf die fresse, als der Bär, Wodka Gorbatschow versprochen bekam. Die Statsie war auch kein Kind der Deutschen, eher der Russen, nur waren sie „gründlicher“. Verblendeter Glauben. Menschen sind eben leicht lenkbar, mit einem guten Rhetoriker, oder wenn sie nichts anderes sehen oder zu fressen bekommen. Ja im Osten war nicht alles Scheiße, aber die Bündnis Brüder waren arm, unterentwickelt und umständlich. Und eine Partei verfolgte hart, die anders denkenden. Blinde jagten Weiterdenkende. Aber das kennen wir ja aus der Geschichte sehr gut, als die Erde noch ein Eierkuchen war und wehe dem, da kam einer und meinte nee die ist ein Pfannenkuchen. So Hans, wir wenden uns jetzt wieder der „rauen“ Wirklichkeit zu, die jeder versucht, mit selbst ausgeschnittenen Erlebnissen zu bereichern. Deshalb sind wir ja hier, stimmts? Bis später.

  3. #3
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    Glauben

    Hallo horstgrosse2

    danke für Deinen ausführlichen Beitrag (gern gelesen), mit dem ich mich in meinen Aussagen bestätigt sehe. Es wird zu diesem Thema immer verschiedene Meinungen geben. Das wird mich nicht davon abhalten darüber zu schreiben.

    Hallo Joasch,

    danke, dass Du Dich zu meinem Beitrag kontrovers gemeldet hast. Die ist ja auch die Absicht eines solchen Themas.
    Sicher hast Du anhand meiner Gedichte schon bemerkt, dass ich ein Gegner von Glauben bin. Wo es möglich ist möchte ich das Wort "Glauben" durch "Denken" ersetzen. Aber ich muss Dir trotzdem in manchem Recht geben. Es gibt guten Glauben und schlechten Glauben. In jedem Falle ist der fundamentalistische Glauben schlecht, dies beweist uns die Geschichte bis in die heutige Zeit. Schlecht ist auch wenn mit dem Glauben gehandelt wird (Reliquien, Heiligenkult, Wallfahrtsorte, geweihte Gegenstände, Sündennachlass, Bezahlung für Sakramente und Messen, Bedrängen wegen Erbschaften und Überschreibungen u.s.w.). Vielleicht habe ich Dir jetzt etwas näher gebracht, was ich aussagen und vertreten will. Ein Sozialverhalten gibt es genauso gut bei Nichtgläubigen.

    Herzliche Grüsse Hans

  4. #4
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    Post

    @Hans
    Das Gedicht ist meiner Ansicht nach nicht schön.....-aber ABSOLUT wahr
    Wäre es in irgendeiner Art verschnörkelt oder besonders ästhetisch geschrieben, würde diese wichtige Aussage wahrscheinlich verloren gehen. Schließlich ist diese ja auch nicht schön. [Schön im Sinne von Positiv]


    @Joasch

    Ich hoffe, meine Meinung kann Dich aufbauen und Dich aus gewisser Depression erwecken. Hier scheint dem Dichter jedes Urvertrauen zu allem verloren gegangen zu sein und er sieht nur noch schwarz. Ich wünsche Dir mehr Vertrauen zu allem. Die Kraft hierzu findest Du sicherlich auch im Glauben, letztlich ja auch im Glauben an Dich selbst.
    Sicherlich stimme ich dir zu, dass der Glaube an sich selbst äußerst wichtig im Leben ist (diesen verurteilt Hans an dieser Stelle, so wie ich das verstanden habe auch nicht), jedoch vermute ich, dass du hier eher den religiösen Glauben meinst. Sollte ich auf Grund irgendeines Missverständnisses falsch liegen, entschuldige mich bitte.

    Dein Zitat ordne ich einer typisch-christlichen Arroganz zu.
    An mir selbst kann ich sehen, dass ein Mensch auch ohne jeglichen Glauben an Transzendenz oder sonstiges Metaphysisches ABSOLUT zufrieden und glücklich sein kann. (Selbstverständlich ist man mal schlecht drauf, aber so geht es jedem Wesen....auch Gläubigen.)

    Für mich war Glaube schon seit ich gelernt habe zu denken, eine Größe, die den Zweck hat eine Leere zu verstecken, die viele Menschen empfinden würden, ohne ihren Glauben. Und das nur, weil sie nie richtig gelernt haben an sich selbst und an das wirkliche Leben zu glauben und wirklich zu "erkennen".

    Der religiöse Gläubige ist für mich wie ein Mensch, der in einer virtuellen Welt (z.B aus einem PC-Spiel) feststeckt. Er nimmt zwar wahr, doch ist es, als nehme er ein Rauschmittel, das statt die Sinne zu erweitern (Alkohol ausgenommen), die Sinne beschränkt und vor der Welt, wie sie jeder individuell und frei von "Gott" wahrnehmen könnte, verschließt;
    Er ist für mich wie ein Tuch, dass man tröstend und beruhigend über einen Vogelkäfig wirft, um das arme, labile Geschöpf, welches sich darin befindet, daran zu hindern, sich selbst verrückt zu machen.
    Geändert von Moritz S. (20.02.2009 um 20:59 Uhr)
    [...]Bei genauerem hinsehen ist „Gott“ also nur ein anderer Name für unsere Identität, die uns Botschaften direkt aus dem Außerphysikalischen in unser physisches Sein wispert.[...]

  5. #5
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    Wieder eine dieser netten Unterstellungen. :

    Und ich glaube, daß Du an Gott glaubst, sonst würdest du nicht so sehr an ihm verzweifeln.
    Zumal ich sicherlich sehr verzweifelt wirken muss. Danke, dass Ihnen das aufgefallen ist. (Ich schreibe besser dazu, dass ich hier Ironie als Stilmittel verwendet habe )


    Ein Grund mehr für mich, darum zu bitten, diese schmählichen Äußerungen der Christenheit gegenüber zu unterlassen.
    Meine subjektive Meinung den Religionen Gegenüber ist in keinster Weise "schmählich" zu nennen. Des weiteren werde ich auch zukünftig meine Meinung zu den verschiedensten Dingen frei äußern.

    Die Provokationen der Niederschrift Moritz S.` hier sind in meinen Augen mehr als nur dümmlich. Sie verursachen eine gewollte Brandstiftung und ich halte sie deshalb für unverschämt und bösartig.
    Hierbei habe ich das Recht, mir unsachliche Bemerkungen wie "dümmlich" zu verbitten. Sie deuten ausschließlich auf eine Hilflosigkeit gegenüber einer frei geäußerten Meinung ihrerseits hin, wie auch im darauffolgenden Satz zu erkennen ist. Mir kommt es vor, als hätten sie Angst, dass mein Kommentar etwas "zu" überzeugend sein könnte. Anders kann ich mir diese hetzerisch, negativierende Formulierung Ihrer Antwort auf mein Kommentar nicht erklären. Auch sachliche Provokationen, und seien sie auch gewollt, sind nur rechtens und oft sogar gewünscht. Entweder stärken sie, oder sie geben dem Wackligen den Todesstoß in den "Flammenherd der Brandstifter". (Ich kann mir vorstellen, genau das war es, was Sie so verängstigt hat.)

    Ihre Antwort macht es mir leider unmöglich, Sie ernst zu nehmen.


    Ich kann von meiner Person übrigens sagen, dass ich in meinem Leben einmal ehrlich religiös gewesen bin. Ich weiß also wovon ich spreche, da ich die Wanderung bereits hinter mir habe. Sie hingegen haben vermutlich niemals etwas anderes ausprobiert.

    Ich verzichte auf "schmähliche", unsachliche Äußerungen ihrem Standpunkt gegenüber und verabschiede mich hiermit höflich.

    Ich hoffe, meine Meinung konnte Sie etwas aufbauen und Sie aus gewisser Depression erwecken. Mir scheint, Sie sollten sich einen Feuerlöscher zulegen um sich vor "gewollter", verbaler "Brandstiftung" zu schützen. Die Kraft hierzu finden Sie sicherlich im Fitnessstudio.

    Mit freundlichen Grüßen
    der kleine verbale Feuermann
    Geändert von Moritz S. (21.02.2009 um 10:57 Uhr)
    [...]Bei genauerem hinsehen ist „Gott“ also nur ein anderer Name für unsere Identität, die uns Botschaften direkt aus dem Außerphysikalischen in unser physisches Sein wispert.[...]

  6. #6
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    Glauben

    Hallo Moritz S.,

    vielen Dank für Deine konstruktive Teilnahme an der Diskusion.

    Hallo Joasch,

    leider muss ich Dich berichtigen. Durch das Christentum wurde jeglicher Wisssensfortschritt im besonderen Masse in Europa über Jahrhunderte aufgehalten. Nichtchristliche Regionen waren weit überlegen. Das christliche Recht war immer strenger und grausamer als das weltliche. Die Menschenrechte mussten gegen die Kirchen durchgesetzt werden. Erst vor kurzem wurde die im Vergleich geringe Bezahlung in einem ev. Krankenhaus bei Bielefeld im Fernsehn angeprangert. Auch gibt es zur Zeit wieder Entschädigungsklagen wegen grausamer Erziehungen (Zwangsarbeit) in christlichen Kinderheimen. Kultur ist Nutzbarmachung für eine höhere Macht, dies haben die christlichen Führer zum Schaden der Menschen immer gut beherrscht. Auch Kunst wurde vom Christentum über Jahrhunderte reglementiert und so eingeschränkt. Heute kann man viele Wahrheiten über Entstehung und Entwicklung des Christentums in vielen Büchern und auch im Internet nachlesen, doch die Gläubigen werden immer noch bewusst oder aus Dummheit oder auch wegen Interessen belogen.
    Unter Prosa poste ich heute " W o r a n g l a u b e i c h ".

    Herzliche Grüsse Hans

  7. #7
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    Hallo Hans,
    ich habe die anderen Kommentierungen erst garnicht gelesen. Aber der Glaube ist mit allen zugegebenen Fehlern und Verfehlungen immer noch der Fixpunkt in unserm Leben. Schindluder kann man mit Ihm treiben,aber überall treffen wir die Abzocker. Nur ohne Glaube ist alles leer und öde er gibt Mut, Hoffnung und Ziel und wenn ich einmal ganz unten bin suche ich die Ruhe vor dem Altar und das Gespräch mit Gott, auch wenn ich keine Antworten bekomme ist es erleichternd und gibt Kraft für kommendes.

    Liebe Grüße -Hubert-
    Perfektion - beendet die Suche nach neuem

    Vergeben heißt sich überwinden-
    und neues Glück auf altem finden

    Wer nur nach Reichtümern strebt - hat nie aus sich selbst gelebt.

  8. #8
    ReinART Guest
    Hallo Hans
    schlecht in Szene gesetzt. Nenne nur das verpennt u.v.m.
    Es ist ein Affront gegen all Jene, die kraft Ihres Glaubens, woran auch immer, die ausweglosesten Situationen zu überstehen, in der Lage waren. Schreibe ein Gedicht darüber, das ich weiß, dass ich nichts weiß und denke darüber nach, was dies bedeuten mag. Ich will und kann Dir den Glauben an Deine These nicht nehmen, glaube aber hier eine Lanze brechen zu müssen, für all Jene, die an das Gute glauben- auch wenn es schwer fällt.
    Wenn Du mit Glauben den blinden Gehorsam meinst, was ich fast vermute, dann magst Du richtig liegen. Ändert aber nichts daran, dass mir das Gedicht, in seiner dichterischen Umsetzung, nicht gefällt.
    Alles Gute
    reinhard

  9. #9
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    Glauben

    An alle Anwesenden,

    Geist ist die Vorstufe von geschehender Materie und so kann es auch gut sein guten Geist, der Glauben sein kann in sich zu stärken, um posives Geschehen leichter erreichen zu können. Hierzu müssen wir uns aber einige Fragen stellen:

    1. Ist es gut, wenn ein Glaube Unmöglichkeiten und Unwahrheiten enthält?
    2. Ist es gut, wenn ein Glaube dogmatisch ist?
    3. Ist es gut, wenn ein Gläubiger in seinem Glauben so gefangen ist, dass es ihn quält, Gegenargumente zu erfahren?
    4. Ist es gut, wenn man vom Glauben von den Freuden und Pflichten in der Gesellschaft entfernt wird?
    5. Ist es gut, wenn man dogmatischen Glauben verbreitet. Auch mit Unwahrheiten und Zwang?
    6. Ist es gut, wenn sich Menschen aus gesellschaftlichen Gründen gezwungen sehen, sich zu einem Glauben zu bekennen?
    7. Ist es gut wenn Menschen durch fast endlose, oft gemeinschaftliche Wiederholungen zum Festhalten an einen Glauben geprägt werden?
    8. Ist es gut, wenn Kinder auch mit Lügen zu einem dogmatischen, intoleranten Glauben erzogen und geprägt werden?
    9. Ist es gut, wenn die Gesellschaft für Glauben ihrer Gläubigen, oft unwissend und unfreiwillig, bezahlen und Opfer bringen muss?
    10. Ist es gut, wenn Glaube undemokratisch und unsozial von der Seite eines grossen Reichtums verwaltet wird?
    11. Ist es gut einem Glauben anzuhängen, der sich vorwiegend nicht durch seine Inhalte sondern durch Macht und Gewalt über Jahrhunderte erhalten und verbreitet hat?
    12. Ist es gut einem Glauben anzuhängen, der die Unwissenheit der Menschen in seinem Interesse über Jahrhunderte erhalten hat?

    Diese Fragen dürfen doch nicht einfach verdrängt werden. Da dürfen auch nicht die vielen einzelnen Gläubigen als Argumente herangezogen werden, die mit ihrem Glauben meist auch nur scheinbar gute Ergebnisse erzielt haben.
    Nikotin und Alkohol kann auch Medizin sein, dass darf aber nicht das unmässige Rauchen und Trinken entschuldigen.

    Alles Liebe und Verständnis zu Gutem wünscht Hans
    Geändert von Hans Plonka (22.02.2009 um 13:23 Uhr)

  10. #10
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    Lieber Hans Plonka,

    ich bin gerade auf den Thread Glauben und die Beiträge zu Deinem Gedicht gestoßen und neu hier, und erstaunlicherweise fiel mir zu Deinem Gedicht und zu den kontroversen Beiträgen dazu eine Sure aus dem Koran ein, deren lyrisch dialektische Übertragung ich den Interessenten am Thema Glauben nicht vorenthalten möchte. Die Sure 112 wird direkt übersetzt wohl mit "Aufrichtigkeit" übersetzt.

    In meiner lyrischen Übertragung übersetze ich den Begriff Aufrichtigkeit in die lyrische Bedeutung des "Glaubens an den Glauben in die Wahrheit", denn die "Aufrichtigkeit" ist ja nichts Absolutes sondern etwas Relatives, während der Glaube immer etwas Absolutes sein muß und meine Transformation des "Glaubens am Glauben" eine Art mystifizierende Tautologie in etwas Absolutes darstellen soll, das mit dem Relativbegriff der "Wahrheit" mit dem Absoluten verknüpft ist, aber tatsächlich nicht selbst absolut ist.

    In Bezug zu meiner Sichtweise zum Begriff "Glauben", und wie ich die Bedeutung des Glaubens in Deinem Gedicht dargestellt finde, bindest Du Deine Kritik an dem Begriff des Glaubens an und bekommst dadurch von allen aufrichtig Glaubenden ordentlich Gegenwind, da sie sich ja nicht als "Schlechtgläubige" bezeichnet wissen wollen.

    Dies könnte man aus deinem Gedicht schon heraus interpretieren, da du ja dahin tendierst den Glauben pauschal als gefährliche Sache zu apostrophieren.

    Es sind, denke ich, jedoch immer Menschen, die glauben und niemals der Glaube der Menschen lenkt oder menscht. Dieser nicht nur scheinbare Irrtum letzterer Haltung führt zwangsläufig zu Dogmen, die trennen und nicht vereinen.

    Der dialektische Weg diese beiden Antipoden "Aufrecht Glaubende" und "Nicht an aufrichtig Glaubende glaubend" zu vereinen, zu synthetisieren ist der Glaube an den Glauben an Irgendetwas und sei es das Nichts als Bedeutungs- und Begriffsgrundlage zu definieren. Dann wird alles ganz leicht, jedenfalls für mich aus meiner Sichtweise.

    Ach ja die lyrisch-dialektische Übertragung der Koransure:

    Sure 112 Der Glaube am Glauben in die Wahrheit

    1- Einzig ist Glaube an den Glauben in die Wahrheit
    2. Einzig ist Wahrheit im Glauben an die Wahrheit
    3. Nicht im Glauben ist die Wahrheit noch in der Wahrheit ist der Glaube
    4. Und durch Nichts gleicht Wahrheit sich im Glauben und Glaube in der Wahrheit.
    Nur im Irrtum ist sich Alles gleich.

    Liebe lyrische Grüße

    ciumanHanuman

  11. #11
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    Lb. ciumanHanuman,

    Glauben ist nur dann nicht gefährlich, wenn die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist. Dies kann nur durch die Erfahrung ermittelt werden.
    Glauben schließt das Denken im Bezug auf den Glauben aus. Die Gefahr besteht überwiegend in der Abhängigkeit und der Steuerbarkeit von Gläubigen. Glauben wurde oft als Rechtfertigung für Entscheidungen und Handlungen herangezogen, die logisch und ethisch nicht zu rechtfertigen waren.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  12. #12
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    "Glauben ist nur dann nicht gefährlich, wenn die Wahrscheinlichkeit sehr hoch ist."

    Lb. Hans,
    das verstehe ich nicht, denn ich meine, dass die Voraussetzung, um als Mensch zu leben, nur der Glaube eines Menschen ist und sein kann. Man kann es auch Zuversicht oder Hoffnung nennen, für mich Synonyme.
    Wahrscheinlich verstehe ich Deine Einschränkung des Begriffes Glauben auf Gottes- oder Religionsglaube nicht oder vielleicht noch allgemeiner Glaube an irgend etwas nicht.

    Ich denke, dass der Glaube selbst auch nicht ausgenutzt werden kann, sondern nur die irrige Vorstellung, dass die Zwangsüberhöhung einer Vorstellung zur Ausnutzung desjenigen kommen kann, der sich die irrige Vorstellung zueigen macht.
    Dies hat aber m.E. nichts aber auch gar nichts mit Glauben sondern ausschließlich mit Setzungen des Geistes, des Verstandes oder des Gefühls zu tun die Menschen machen, um zu ....herrschen, demütigen, auszubeuten, sich zu bereichern, zu quälen, recht behalten, betrügen, Abhängigkeiten herstellen etc. zu wollen.
    Das Alles hat allerdings m.E. gar nichts mit Glauben, nicht einmal mit Religions- oder Gottesglauben zu tun.

    Liebe lyrische Grüße

    ciumanHanuman

  13. #13
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    Lieber Hans,

    es sieht ganz so aus, als wolltest Du das Thema gerne inhaltlich weiterdiskutieren? Wenn ja, schlage ich vor, ich verschiebe den Faden ins Diskussionsforum. Der einzige Beitrag zur Textgestaltung ist ja mittlerweile gelöscht, so dass ich nach der langen Zeit kaum noch Chancen auf Textarbeit zu Deinem Gedicht sehe. Ansonsten werde ich alle Beiträge, die jetzt noch ohne Textarbeit folgen, löschen. Was meinst Du?

    LG Claudi

  14. #14
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    21
    Lb. Hans,

    Wenn du den Glauben an die freie Marktwirtschaft oder den Kapitalismus oder den Kommunismus auch zu Deinem Begriffsrepertoire des Glaubens zählst, hast Du sicher Recht die Fragen so zu stellen. Doch wird wer die Fragen so stellt keine vernünftigen Antworten erhalten, weil im Irrtum alles gleich ist.
    Es wird in deinem Fragenkatalog der Begriff "Glaube" im Alltagsjargon verwendet, wo er von "jemandem nicht glauben" bis zum Begriff "Glaubensdogma" reicht, ein Oxymoron, welches einen Widerspruch in sich selbst darstellt, weil beides zugleich nicht möglich ist, da der Glaube eines Menschen keine feste Sache sondern ausschließlich ein Prozess ist, der uns erlaubt sich von unseren Vorstellungen und Vorurteilen und Setzungen zu trennen.

    Liebe lyrische Grüße

    ciumanHanuman

  15. #15
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    Lb. ciumanHanuman,

    wenn ich von Glauben spreche, schließe ich keinen Glauben, gleich an was oder wen aus. Meiner Meinung nach ist der religiöse Glaube jedoch der gefährlichste, was sich in der Geschichte immer wieder gezeigt hat. Er ist besonders dogmatisch und gewalttätig immer dann und dort wo er an Macht gewinnt.

    LG Hans
    Geändert von Hans Plonka (14.03.2020 um 19:48 Uhr)
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

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