Thema: Kadenzen

  1. #1
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    Kadenzen

    Hallo ihr Lieben!
    Brauche dringend eure Hilfe!Ich soll als Hausaufgabe in zwei Gedichten die Kadenzen bestimmen, bekomme es aber nicht hin. Kann mir da jemand bitte helfen?
    Hier die Texte:

    Augen in der Großstadt, Kurt Tucholsky

    Wenn du zur Arbeit gehst
    am frühen Morgen,
    wenn du am Bahnhof stehst
    mit deinen Sorgen:
    da zeigt die Stadt
    dir asphaltglatt
    im Menschentrichter
    Millionen Gesichter:
    Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
    die Braue, Pupillen, die Lider -
    Was war das? vielleicht dein Lebensglück...
    vorbei, verweht, nie wieder.

    Du gehst dein Leben lang
    auf tausend Straßen;
    du siehst auf deinem Gang, die
    dich vergaßen.
    Ein Auge winkt,
    die Seele klingt;
    du hast's gefunden,
    nur für Sekunden...
    Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
    die Braue, Pupillen, die Lider -
    Was war das? Kein Mensch dreht die Zeit zurück...
    Vorbei, verweht, nie wieder.

    Du mußt auf deinem Gang
    durch Städte wandern;
    siehst einen Pulsschlag lang
    den fremden Andern.
    Es kann ein Feind sein,
    es kann ein Freund sein,
    es kann im Kampfe dein
    Genosse sein.
    Er sieht hinüber
    und zieht vorüber ...
    Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick,
    die Braue, Pupillen, die Lider -
    Was war das?
    Von der großen Menschheit ein Stück!
    Vorbei, verweht, nie wieder.


    Städter, Alfred Wolfenstein

    1. Dicht wie die Löcher eines Siebes stehn
    2. Fenster beieinander, drängend fassen
    3. Häuser sich so dicht an, dass die Straßen
    4. Grau geschwollen wie Gewürgte stehn.

    5. Ineinander dicht hineingehakt
    6. Sitzen in den Trams die zwei Fassaden
    7. Leute, ihre nahen Blicke baden
    8. Ineinander, ohne Scheu befragt.

    9. Unsre Wände sind so dünn wie Haut,
    10. Dass ein jeder teilnimmt, wenn ich weine.
    11. Unser Flüstern, Denken ... wird Gegröle ...

    12. Und wie still in dick verschlossner Höhle
    13. Ganz unangerührt und ungeschaut
    14. Steht ein jeder fern und fühlt: alleine.

  2. #2
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    Hallo Aengby!

    1. Wir sind kein Hausaufgabenforum.
    2. Um Kadenzen zu bestimmen, musst Du Dir nur das Metrum anschauen. Endet eine Zeile betont, handelt es sich um eine männliche Kadenz. Eine weibliche Kadenz ist dementsprechend ein unbetontes Ende.

    So musst Du Dir für die Gedichte nur Kreuzchen malen und der Rest sollte kein Problem sein.

    LG
    gott

  3. #3
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    Mar 2007
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    Bodensee
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    1.300
    Wenn du zur Arbeit gehst M
    am frühen Morgen, W
    wenn du am Bahnhof stehst M
    mit deinen Sorgen: W
    da zeigt die Stadt M
    dir asphaltglatt M
    im Menschentrichter W
    Millionen Gesichter: W
    Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick, M
    die Braue, Pupillen, die Lider - W
    Was war das? vielleicht dein Lebensglück... M
    vorbei, verweht, nie wieder. W

    Du gehst dein Leben lang M
    auf tausend Straßen; W
    du siehst auf deinem Gang, M
    die dich vergaßen. W
    Ein Auge winkt, M
    die Seele klingt; M
    du hast's gefunden, W
    nur für Sekunden... W
    Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick, M
    die Braue, Pupillen, die Lider - W
    Was war das? Kein Mensch dreht die Zeit zurück... M
    Vorbei, verweht, nie wieder. W

    Du mußt auf deinem Gang M
    durch Städte wandern; W
    siehst einen Pulsschlag lang M
    den fremden Andern. W
    Es kann ein Feind sein, W
    es kann ein Freund sein, W
    es kann im Kampfe dein M
    Genosse sein. M
    Er sieht hinüber W
    und zieht vorüber ... W
    Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick, M
    die Braue, Pupillen, die Lider - W
    Was war das? W
    Von der großen Menschheit ein Stück! M
    Vorbei, verweht, nie wieder. W


    Städter, Alfred Wolfenstein

    1. Dicht wie die Löcher eines Siebes stehn M
    2. Fenster beieinander, drängend fassen W
    3. Häuser sich so dicht an, dass die Straßen W
    4. Grau geschwollen wie Gewürgte stehn. M

    5. Ineinander dicht hineingehakt M
    6. Sitzen in den Trams die zwei Fassaden W
    7. Leute, ihre nahen Blicke baden W
    8. Ineinander, ohne Scheu befragt. M

    9. Unsre Wände sind so dünn wie Haut, M
    10. Dass ein jeder teilnimmt, wenn ich weine. W
    11. Unser Flüstern, Denken ... wird Gegröle ... W

    12. Und wie still in dick verschlossner Höhle W
    13. Ganz unangerührt und ungeschaut M
    14. Steht ein jeder fern und fühlt: alleine.W

    Doof, faul oder beides?


    J.
    Oh lodernd Feuer! (Nero in Quo vadis)

  4. #4
    Registriert seit
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    Im wilden Süden
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    4.208
    Wir nehmen immer alles, JoteS, etwas von einem Bißchen is wenixtens mir zu wenig.

    Ansonsten möchte ich den Zweitragenden vollinhaltlich zustimmen.

    Gruß W
    Keine Signatur ist auch eine. Die andere wurde gelöscht.

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