1. #1
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    Gibt es einen Fachausdruck dafür?

    Hallo!
    Ich habe das Reimschema der Gedichte "Städter" von Wolfenstein und "Augen in der Großstadt" von Tucholsky analysiert. KOmme dabe auf folgendes Ergebnis:

    Augen in der Großstadt
    Wenn du zur Arbeit gehst a
    am frühen Morgen, b
    wenn du am Bahnhof stehst a
    mit deinen Sorgen: b
    da zeigt die Stadt c
    dir asphaltglatt c
    im Menschentrichter d
    Millionen Gesichter: d
    Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick, e
    die Braue, Pupillen, die Lider - f
    Was war das? vielleicht dein Lebensglück... e
    vorbei, verweht, nie wieder. f

    Du gehst dein Leben lang h
    auf tausend Straßen; i
    du siehst auf deinem Gang, h
    die dich vergaßen. i
    Ein Auge winkt, j
    die Seele klingt; j
    du hast's gefunden, k
    nur für Sekunden... k
    Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick, e
    die Braue, Pupillen, die Lider - f
    Was war das? Kein Mensch dreht die Zeit zurück... e
    Vorbei, verweht, nie wieder. f

    Du musst auf deinem Gang l
    durch Städte wandern; m
    siehst einen Pulsschlag lang l
    den fremden Andern. m
    Es kann ein Feind sein, o
    es kann ein Freund sein, o
    es kann im Kampfe dein o
    Genosse sein. o
    Er sieht hinüber p
    und zieht vorüber ... p
    Zwei fremde Augen, ein kurzer Blick, e
    die Braue, Pupillen, die Lider - f
    Was war das? g
    Von der großen Menschheit ein Stück! e
    Vorbei, verweht, nie wieder. f







    1. Dicht wie die Löcher eines Siebes stehn a
    2. Fenster beieinander, drängend fassen b
    3. Häuser sich so dicht an, dass die Straßen b
    4. Grau geschwollen wie Gewürgte stehn. a

    5. Ineinander dicht hineingehakt c
    6. Sitzen in den Trams die zwei Fassaden d
    7. Leute, ihre nahen Blicke baden d
    8. Ineinander, ohne Scheu befragt. c

    9. Unsre Wände sind so dünn wie Haut, e
    10. Dass ein jeder teilnimmt, wenn ich weine. f
    11. Unser Flüstern, Denken ... wird Gegröle ... g

    12. Und wie still in dick verschlossner Höhle g
    13. Ganz unangerührt und ungeschaut e
    14. Steht ein jeder fern und fühlt: alleine. f

    Habe dazu aber noch Fragen, vielleicht kann mir ja jemand helfen:
    Wie heißt denn das Schema"efgef" (am Ende der 3.Stropphe von "Augen in der Großstadt)
    Wie heipt das Schema "efg gef"(Die beiden Terzette). Gibt es da einen Fachausdruck wie beim Paarreim oder Klammerreim?

    Es wäre nett, wenn mir jemand helfen könnte!

  2. #2
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    Zwei Beiträge hier im Forum, beide Bitten um Hausaufgabenhilfen.
    Dir ist aber schon bewusst, dass dies kein Supportforum für Leute ist, die zu faul sind Sachen selber nachzuschlagen, oder?
    Das hier ist meine Signatur und ich bin stolz darauf.

  3. #3
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    Lieber satchmo,

    natürlich bin ich mir dessen bewusst. Wie aber auch du wissen solltest, dient das "Sprechzimmer" dazu, Fragen zu stellen.
    Wenn ich die Antwort wüsste, würde ich nicht hier einen BEitrag erstellen.
    Unqualifizierte Beiträge deinerseits kannst du dir sparen.

    Ich habe mich wirklich bemüht, die Lösungdafür zu finden. Da ich aber alleine nicht weiter kam, bat ich um Hilfe. Ist das so schlimm?

    OIch hoffe nur, dass du nicht Lehrer oder etwas in der Art bist-deine Shcüler können einem Leid tun!

  4. #4
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    lieber Aengby,

    Du behauptest, solche Kommentare wie mein erster in diesem Thread könne ich mir sparen - ich wage hier gleich zu widersprechen. Gerade solche Kommentare braucht es. Solche User wie dich hingegen braucht dieses Forum nun wirklich nicht. Es gibt genügend Plattformen im Internet, die darauf spezialisiert sind Hausaufgabenhilfen zu stellen und - achtung, jetzt kommt's - eventuell hast Du schon einmal von einem völlig veralteten und kaum mehr gebräuchlichen Medium namens "Bücher" gehört. Es gibt mehr als genug einschlägige Werke, die deine Fragen beantworten und hättest Du mehr als nur Wikipedia konsultiert, wärest Du schon lange darauf gestossen.

    Im übrigen hoffe ich, dass Du nicht Schüler bist. Dein Lehrer täte mir ebenso Leid wie dir meine Schüler
    Geändert von satchmo (30.04.2009 um 16:12 Uhr)
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  5. #5
    zuckerschnäuzchen ist offline DroElfteEdeLyrikProstiStuTante
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    hallo...
    schön das ihr euch im beileidsbekunden so einig seid...

    zu dem reimschema in "augen in der großstadt"

    meiner meinung nach kann man die strophe in einer reimschema untersuchung schlecht als gesamtstrophe betrachten, da es kombinierte einzelne schemenintervalle sind...
    aus der beobachtung heraus würde ich sagen
    z1-z4 kreutzreim
    z5-z8 paarreim
    z9-z12 kehrreim
    in einer durchgängigen strophenbildung

    in der letzten strophe (efgef), ist die sich nicht reimende zeile (g) wahrscheinlich als spannungsmoment gedacht, um ein wenig aus der monotonen äußeren form auszubrechen, sie war auch vorher schon als solches vorhanden, wurde aber immer mit "efef" als kreuzreim definiert, durch die umstellung von (efef auf efgef) bekommt das reimschema einen eher umkehrenden charakter...die definition des reimschemas ist hier eher plausibel am textinhalt zu finden und kann somit auch als erweiterter kreutzreim oder umkehrreim gesehen werden...

    das metrum ist im gesamtbild weitestgehend flexibel, aber hauptsächlich handelt es sich um ein jambisches metrum...
    für einzelne aspekte wurde wahrscheinlich ein trochäus gewählt, um ein größeres spannungsmoment aufzubauen, was inhaltlich begründet sein könnte

    ------------

    in den beiden quartetten des sonettes stehen umarmende reime...
    in den beiden terzetten findet man das reimschema "efg gef", was ich jetzt schlicht als ein variables reimschema bezeichnen würde...
    äußerlich folgt es keinem ersichtlichem schema, allerdings kann es inhaltliche gründe haben, um eine umkehrreaktion im leser zu verdeutlichen, oder abermals ein hervorheben einer aussage bzw das darauf hinweisen zu veranschaulichen...
    fakt ist, grundsätzlich sind terzette in der reimgebung variabel und es können andere kombinationen der reimgebung, innerhalb der beiden terzette genutzt werden

    glg pringles

    edit sagt: ich bin selbst nur laie und kann nur aus meiner beobachtung heraus sprechen...
    Geändert von zuckerschnäuzchen (15.06.2009 um 01:29 Uhr)
    Oh,was das Verzeichnerisches?

    Für angehende Dichter und Kritiker Erste Schritte von Levampyre

  6. #6
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    Zitat Zitat von AndereDimension
    ich gehe jede wette ein..dass sich die autoren beim verfassen ihrer gedichte noch nicht mal ansatzweise so viele gedanken gemacht haben..wie ihre leser beim analysieren ihrer werke.
    das "beste" ensteht oft intuitiv und passt hinterher nur rein zufällig in ein schema.
    das "einfache" liegt manchmal so nah und wird doch so gerne übersehen.

    gruß und nix für ungut
    a.d.
    Wenn du dich nur minimal mit Literaturwissenschaft auskennen würdest, den ein oder anderen Briefwechselt o.ä. gelesen hättest, wüsstest du, dass du gerade ziemlichen Mist geschrieben hast. Vieles davon geschieht intuitiv, weil vorher aber genau dieses Verständnis entdeckt, entwickelt und geschult wurde.
    Neustes Werk aus meiner Feder:
    Liebe und Romantik - Schlaflied (für L.), Ein Leiserwerden, ohne Titel
    Verzweiflung schreit nicht, Verzweiflung schweigt.

    Die Melancholie des Seins - Fortsetzungsgeschichte
    Die Melancholie des Seins - Gesammelte Werke

  7. #7
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    Nun, und ich behaupte, dass es geübt wurde, ob man die Fachausdrücke kennt oder nicht, das ist egal, aber die Schriftsteller merkten, ob es passte oder nicht. Das einzige, was wir machen, ist dieses dann zu benennen. Egal, ob es gelernte Schriftsteller waren oder nicht, sie haben eigentlich immer einige Sachen vorher geschrieben, die keinen Erfolg hatten, bzw. von ihnen selbst als reine (schlechte) Übung angesehen wurden. Was wiederum dafür spricht, dass sie durchaus wussten, bzw. halt dieses Wissen erlangten, was gut wirkt und warum.
    Klar kann es zu Beginn durch Zufall ein gutes Werk gegeben haben, der Autor wird mit Sicherheit aber diesen Erfolg nicht wiederholen können, solange er sich nicht mit der Technik beschäftigt (und wiederum, damit ist nichtmal die Bezeichnung mit Fachtermini gemeint).
    Von daher sehe ich deine Anmerkung immer noch als unsinnig an, weil ich hier absolut keinen Widerspruch entdecke, bzw. auch keine unausgewogene Interpretierlust oder ähnliches.

    Übrigens, das Huhn-Ei-Problem ist ein ungünstiges Beispiel, da dieses schon aufgelöst wurde.

    Gruß
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  8. #8
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    Ich dachte immer, zuerst sei jenes Ur-Ei dagewesen, indem sich das allererste Huhn auf Erden kringelte. So kann man sich irren...

    Wie dem auch sei. Eure Diskussion bringt nichts, weil es hier doch um Schulaufgaben geht. Den meisten Deutschlehrern wird nämlich egal sein, ob "Anapäst" und "Schweifreim" zum Wortschatz des Dichter gehörten. Denn das wird den Themenstarter nicht davor bewahren, die Schemata in seiner Klausur oder Hausaufgabe zu beschreiben.
    Zum Glück aber erlauben viele Lehrer auch, dass man es umschreibt, was jedoch die Gefahr birgt, dass man zu viel schwafelt.

    liebe Grüße
    Kajn

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