Krek-krek,

lange habe ich überlegt, wie ich sie überhaupt nennen möchte. Sie ist Grundlage zweier meiner erfolgreichsten Texte. Im Grunde habe ich bereits drei Texte hierin geschrieben, jedoch harrt einer noch erfolgreich seiner Veröffentlichung.*

Wie dem auch sei, ich bin geistiger Eigenthümer und möchte sie hiermit vor aller Welt taufen, bevor ein Anderer mir den Rum stiehlt. Die Rede ist von der Kajnsten Strophe, benannt nach ihrem Entwickler: Kajn Kokosknusper. Das bin ICH!!!Yeah!

Ihr Aufbau ist im Grunde simpel: Reimform abbab. Die Verse 1 u. 4 sind je im Alexandrinervers mit männlicher Kadenz, die Verse 2 u.3 im jambischen Pentameter mit weiblicher Kadenz geschrieben, der abschließende Vers 5 ist der Clou: ein adonischer Vers. Über deren Funktion und Wirkung hat mein alter, leider verschollener Freund das Umstandswort, besser bekannt als *pränumerando*, folgendes geschrieben:

Zitat Zitat von *pränumerando*
Beim Fünfzeiler ist die häufigste Reimfolge: abaab, Deine abbab Folge ist eigentlich ein Spiegelbild davon. In Deinem Aufbau der Strophen ist die vierte Zeile immer ein Alexandriner. Um einen besonderen Nachdruck beim Leser zu hinterlassen, nutzt Du den markanten Rhythmuswechsel in der fünften Zeile.

Ich finde sowie die Reimfolge, als auch das metrische Muster äußerst interessant, und sich gegenseitig ergänzend.

Hach, dahinschmelz

Unsicher bin ich noch, ob ich hier eine feste Strophenzahl vorgeben möchte und wenn ja, wie eine solches Gedicht dementsprechend heißen müsste. Bisher habe ich in allen Texten dieser Bauart mit 5 Strophen gearbeitet. Das Umstandswort erkannte in der wiederkehrenden Zahl das Pentagramm wieder. Auch entsprechen die 5 Strophen dem Aufbau des klassischen Dramas, wie es seid der Renaissance rezipiert wird. Allerdings habe ich begonnen, mich vom Aufbau dieses Dramas zu distanzieren, was meine Überlegungen also erschwert und mich vorerst lediglich den Namen der Strophe taufen lässt. Über Anregungen wäre ich natürlich erfreut. Wer die Strophe nutzen mag, ich empfehle sie für nachdenkliche Lyrik, was dem Rhythmus der Strophe entgegenkommt. Ob sie sich für andere Genres eignet, will ich demnächst ausprobieren.

Zum Abschluss noch zwei Beispiele. Da mir kein anderer Autor bisher bekannt ist, der diese Form nutzte, freilich aus meiner eigenen Feder:

aus: Unter der Lichtung

Im schatt’gen Moosgeflecht / erspür ich mein Gehirn.
xXxXxX/xXxXxX
Die Sigmund Freud Songs habe ich besungen,
xXxXxXxXxXx
Ums Feuer bin ich durch den Kreis gesprungen,
xXxXxXxXxXx
Den Gott gezeichnet hat - mir mitten um die Stirn,
xXxXxX/xXxXxX
Einig der Zungen.
XxxXx


sowie aus: ...wie man den Darwinisten Türme baut

Gedankenfetzen bloß, die ich verblasst gesucht,
xXxXxX/xXxXxX
Als ich mich zerrte nach des Müllbergs Spitze -
xXxXxXxXxXx
Die Schuld wand sich an ihrer Wüstenzitze;
xXxXxXxXxXx
Mit Bruder Azazel zur Wanderschaft verflucht,
xXxXxX/xXxXxX
Trotzend der Hitze...
XxxXx



liebe Grüße
Kajn


*nunja, ich glaub, das bleibt auch so, so gut ist der nämlich nicht