Thema: Manchmal

  1. #1
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    Manchmal

    Manchmal


    Manchmal, da spanne ich Schirme auf
    zum Schutz der Seele,
    wenn ich die Welt betrachte.

    Da tanzen Worte so unbeschwert,
    im Gewande der Fantasie
    und trinken sich satt,
    am schillerndem Glücke.
    Nackt und freigiebig bis in den Morgen.

    Bis aus mürben Boden
    Quellen schießen, der Rührung.
    Und rein springen könnt ich, baden,
    Halt! Da schreit doch eine Stimme:
    Ist das alles nicht Betrug, Fassade“?
    Denn, spürst du wirklich nimmer mehr
    den kalten Steinberg in deinem Herzen?
    Dummköpfen nimmt das Leben die Flügel,
    und sperrt sie ein für lange Zeiten.
    Ist Liebe ein Chamäleon?

    Oder ist sie wie das Wetter?
    Der Blitz aus heiterem Himmel?
    Das Wetterleuchten nach dem Sturm
    So flimmernd heißer Durst, nach Nähe?
    Und morgen Luft entziehende Eiszeit?
    Balanciert sie auf Strohhalmen?
    Um morgen vielleicht zu brechen,
    hinabzustürzen in den Tümpel.
    Und wie wirst du den Vollmond sehen,
    mit vier so leuchtend Augen der zwei Herzen?

    Oder vielleicht zersprungen,
    in tausendfach gebrochenen Wellen
    des dreckigen Pfützenwassers
    Wenn du hineinfällst, gelähmt,
    in den kalten Pfuhl.

    So frage ich still und beantworte selbst
    Liebe ist wie das Wetter und beständig
    im Unbeständigem.
    ...
    ..
    .
    Geändert von horstgrosse2 (02.10.2009 um 09:06 Uhr)

  2. #2
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    Hallo horstgrosse2,

    Der Liebe Wetter, ich glaube nichts kann so beständig und zu gleich unbeständig sein wie die Liebe mit ihren Hochs und Tiefs, mit ihren Verrücktheiten sowie Eigenheiten, mit ihrer Wärme und der Kälte;

    Ein Schirm für die Eindrücke die man im Laufe seiner Lebensjahre erlangt
    aufzuspannen ist gar nicht mal so schlecht. Eine Art Schutzschild, damit einem nicht alles auf den Kopf fällt... Manchmal möchte man wegsehen, aber das geht nicht.. Wenn die Liebe in einem herumrumort sollte man sie ganz einfach rumoren lassen, ein schöners Gefühl gibts nicht. Auch wenn man meint verrückt zu sein, oder sich die Frage stellt darf ich das überhaupt...
    Nicht zu viel Fragen, einfach genießen und in die Pfütze springen wenn einem danach ist..

    Hab deine Zeilen sehr gerne gelesen,
    behutsame Grüße, Line
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  3. #3
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    es ist der Hammer
    das ist liebe,romantig,emozonen
    es hat alles was so ein gedicht haben muss

  4. #4
    n.eurofighter Guest
    Hallo horstgrosse2,
    deine Gedichte, deine Fragen, sind die besten Inspirationsvorlagen..
    hier mein Bubble gum Antwort:
    Das überalles geliebte große mächtige Rot
    von vor dem Kamin bis pur pur oder Zinnober
    zuviel davon haut dich aus den Socken, Pantoffeln oder Klotschen
    verlierst "manchmal", die Besinnung wegen unregelmäßiger Atemnot
    zu oft durchgekaut oder wie eine Taube beringt
    ist wie ein Hubba Bubba aus Cassiazimt


    Natürlich romatisch- ich finde du solltest wirklich immer in einer solchen Länge deine Gedanken verfassen
    gut gelungen,



    lieben Gruß
    n.eurofighter

  5. #5
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    @behutsalem
    Hallo Behutsames,
    irgendwie bist du etwas abgetaucht, es fällt auf. Der Schirm ist wohl auch ein Anker zugleich, oder die Bremse? Ich denk mal von allem etwas. Pfützenspringer? Hmm. Klingt nach Kind, nach Unbeschwertheit. Bin ich ein Kind? Du verstrickst mich in ein Selbstgespräch, mit deinem Echo. Bis später.

    @ILove
    Hmm, ein Prima ironischer Spam, der da angeweht kam. Anders kann ich es momentan nicht deuten. Bis später.

    @Challenger
    Inspirationsvorlagen gibt’s auch zu kaufen, die liebe Tante Beate verkauft sowas, grins.
    Schön wenn der Text dich inspirieren kann. Warum sollte es dir anders gehen wie mir? Ich werde auch manchmal von Gedichten inspiriert. (Manchmal ist das echt schlimm, aber positiv gesehen) cassiazimt? Kenn ich nicht ein Aphro… äh, Aufputschmittel? So, ich gehe jetzt rauchen, muß gleich in de Spur. Bis später.

  6. #6
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    Hallo horstgrosse2,

    ich mag diesen Text. Er klingt so auf und ab wie die Liebe es auch tut. Am Ende jedoch hätte ich mir fast gewünscht Du würdest das Wort Liebe noch verzaubern und tarnen - das würde es für mich verspielter machen.


    So frage ich still und beantworte selbst
    mein "Du und ich" oder "unser Lichterfest" (passt auch zu Wetterleuchten) ist wie das Wetter und beständig im Unbeständigem.

    Viele Grüße

    Stefan

  7. #7
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    @Kerlchen

    Moin Kerlchen, danke für dein: „ich mag diesen Text“ möglich das ich hier noch bissel Zauber mehr reinbringen könnte. Vielleicht in einem Anderen, das hier würde ich so lassen. Danke dir bis später.

  8. #8
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    Hi horstgrosse2,

    ich liebe die ersten beiden Strophen. Da hast du super inspirierende Bilder gefunden, den Inhalt schön in Metaphern gekleidet.
    Allerdings gefällt mir Strophe 3 bis Ende nicht mehr. Es erfolgt ein krasser Bruch, die Ausdrucksart verändert sich (ganz bewusst?): Viele Fragen (mit denen man sich in Gedichten eigentlich eher zurückhalten sollte, weil sie den text für den Leser uninteressanter machen, ihm inhaltlich weniger geben) und zu viele verschiedene Bilder hintereinander (obwohl du in der einen Strophe beim Thema Wetter bleibst, was ich gut finde). Der Leser kann während des Lesens gar nicht so schnell die Bilder wirklich aufleben lassen, weil er schon die nächsten gelesen hat. Hier gilt: Weniger ist mehr. Ich würde das Gedicht kürzen und viel weniger Fragen aufbringen.
    Und während der Leser in S1 und 2 noch selbst denken und Bilder entschlüsseln muss, wird ihm in den restlichen Strophen der Inhalt mehr oder weniger klar vorgegeben und er wird direkter angesprochen.

    Da könnte man noch was machen. Aber wie gesagt, S1 & 2 finde ich großartig!

    Grüße,
    Suyari

    This is the day the Lord has made; let us rejoice and be glad in it.
    ~ Psalm 118:24


  9. #9
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    @ Suyari
    Nein, ein Krasser Bruch erfolgt hier nicht. Eher ein analysieren, ein in sich hineingehen. Die Frage nach dem Warum wächst mehr und mehr.
    Zitat: „Weniger ist mehr“
    Richtig, meistens jedenfalls.
    Das klare ansprechen, finde ich hier nicht, es sind und bleiben Mutmaßungen. Ob sie treffen oder nicht bleibt dem Leser überlassen.
    Bilder entschlüsseln? Jeder versucht mit seinen Mitteln, seiner Inspiration, Feingefühl hier den Sinn zu treffen. Ich bin davon überzeugt, dass es nicht jeder schaffen wird, wenn er das Gen dafür nicht besitzt. Ich schreibe, je nach Laune, oder Inspiration, offene, verdeckte oder verschlossene Gedichte. Bei einer bestimmten Form zu bleiben, wäre monotones Schreiben, Denken, Fühlen. Und natürlich schreibe ich auch die, Zitat: Weniger ist mehr“, Gedichte. Je nach Laune, Zufall, Lust.
    Wenn man metrikfreie Gedichte schreibt, und sich von Form, Silben Reimzwängen befreit, kommen bei einem guten Inspirationsfluss recht ansprechende Bilder heraus. Mir geht es jedenfalls so. Und die Richtungen, wie hier, bestimmt das Gefühl.
    Ich könnte jetzt den Inhalt, den Sinn der einzelnen Verse bestimmen, darlegen. Warum aber? Um mich zu rechtfertigen? Nö, eher höre ich auf, mit dem Schreiben. Wenn die Mehrheit protestiert, ist der Tag gekommen, dass ich gehe. Ich kann mich von diesem Kind trennen, denk ich mal. So, Suyari, ich wünsch dir einen Guten Rutsch und bis später.

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