1. #1
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    von Wind und Rotwein

    von Wind und Rotwein


    In stiller Zweisamkeit
    starre ich in mein Buch
    und merke wie du lachst,
    über meinen Tagtraum

    Den Herbst wünsche ich mir,
    einen Hauch milden Wind.
    Hoffend er flüstert mir,
    dass ich noch träumen darf

    Ein Schluck vom trocknen Wein
    entnebelt meinen Blick
    und ich merke plötzlich:
    ich sollte mehr lachen.

    .

  2. #2
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    Hi Micha,

    witzig, ich dachte mit meinem Flieglesen zunächst, dass in der letzten Zeile: Ich sollte mehr lallen" stehen müsste, vielleicht weil ich mich auch ein bisschen am Alk da gerieben habe, denn wird so daraus doch eher ein Trinkerrührstück als ein Prozess des Zusichdringens in einer Selbstreflektion, es wird verdrängt, vernebelt. Das LyrDu scheint hier ein Buch zu sein, oder eine Figur innerhalb eines Geschichte. Ja, mir vermittelt dieses Text ein Gefühl einer großen, traurigen Einsamkeit, demzufolge erscheint mir in meiner Lesart gar nichts fröhlich oder hoffnungsvolle. Es ist die stille Zweisamkeit im Starren in ein Buch, die Wehmut in mir entfacht und die Flucht in der letzten Strophe macht mich mürrisch. Allein in Strophe 2 kann ich so etwas wie Hoffnung erahnen, doch lediglich als einen Wunsch, so wie den Wunsch des Lyrichs nach mildem Wind.

    Grüße
    Woitek

  3. #3
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    Hi Woitek,

    ich glaube da hast Du meine wenigen Zeilen etwas überinterpretiert. Die hier von mir dargestellte Situation beschreibt etwas Alltägliches, etwas an das man sich erinnert, weil es einem doch zeigt, dass man nicht verbiestert oder zum Stubenhocker wird. Hoffnung als solche ist ja nicht zwangsläufig mit dem Hoffnungsvollen in Verbindng zu bringen. Hoffnung ist in diesem Fall etwas Wünschenswertes, etwas was man tun sollte!

    Auch der Wein soll hier nicht das Mittel sein, welches das lyrische Ich dazu bewegt zu lachen, es ist der Hebel der den Motor ankurbelt.

    Nachträglich hab ich dann doch ent- statt vernebelt.

    Ich dank Dir für Deine Zeilen.
    Metapher

  4. #4
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    Es ist angenehm zu lesen, aber überbildert. Weniger ist mehr, es sei denn du verknüpfst mehr.

    MFG

  5. #5
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    Hallo Schreibär, danke für Dein Kommentar. Allerdings kann hier von mener Seite von Überbilderung keine Rede sein. Mein Gedicht beschreibt eine Situation die real stattfinden kann, die kleinen Wegweiser (Tagtraum, Nebel) sollen den Leser animieren die Geschichte auf sich selber zu übertragen. In wie weit der Leser sich nun mit Bildern überflutet bleibt seine Sache.

    Gruß
    Metapher

  6. #6
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    In stiller Zweisamkeit
    starre ich in mein Buch
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    über meinen Tagtraum

    Den Herbst wünsche ich mir,
    einen Hauch milden Wind.
    Hoffend er flüstert mir,
    dass ich noch träumen darf

    Ein Schluck vom trocknen Wein
    entnebelt meinen Blick
    und ich merke plötzlich:
    ich sollte mehr lachen.
    wie hübsch...ich sitze in Gedanken mit im warmen Stübchen...Regale voller guter Bücher....das Kaminfeuer prasselt und der Wind rüttelt sacht an den Fensterläden....Vielleicht noch "the year of the cat" aus dem Lautsprecher und ja, der vin, wie wäre es mit einem Chateauneuf du pape...

    amelie

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