Thema: Verlagsuche

  1. #1
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    Verlagsuche

    Da ich nun schon einige Zeit schreibe, und sich bei mir ein paar Werke angesammelt haben, würde ich gerne mein Glück bei einem Verlag versuchen.

    Welche Tipps könnt ihr mir geben?
    Und an welche Verlage "lohnt" es sich, meine Gedichte zu schicken? (Lohnen, nicht im Sinne von finanziel sondern veröffentlichungsorientiert.)

    Vielleicht tut es was zu Sache; Ich bin 21 Jahre alt und meine Gedichte sind bis jetzt nur in 2 Anthologien erschienen.

    Gruß,
    nimmilonely

  2. #2
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    Gedicht Veröffendlichung

    Ich habe das gleiche festgestelt den ich habe nicht nur einige Gedichte in der Schublade sonder auch schon 2 lang und einige kurz Romane geschrieben.
    Eines Meiner Gedichte habe ich im lesten Jahr ein Brentano Frankfurter Bibliotheken Verlag veröffendlicht. Das Buch heist Jahrbuch für das Neue Gedicht. Da das Buch jedes Jahr ein neue Auflage rausbringt, suchen die auch jedes Jahr neue Gedichte. Vieleicht hilft dir das ja weiter.

    Hans F

  3. #3
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    Als angehender Autor sollte man unbedingt mit dem Konzept der sogenannten Zuschussverlage vertraut sein:

    de.wikipedia.org/wiki/Zuschussverlag

    Sofern man nicht bereit ist, Geld dafür zu zahlen, dass man veröffentlicht wird, sollte man diese Verlage meiden. Listen findet man ihm Internet. Der von Hans F angesprochene "Verlag" zählt übrigens auch dazu und ist Teil eines großangelegten Firmennetzwerks, das teils mit zweifelhaften Methoden arbeitet, siehe z. B. auch hier

    druckkostenzuschussverlage.de

    und eine sehr gute Darstellung ist hier

    autorenforum.montsegur.de/cgi-bin/yabb/YaBB.pl?num=1251388002#[/url].

    Der von Hans F genannte Verlag gehört dabei zur in der Liste genannten Frankfurter Verlagsgruppe.

    Grüße

    Wegesanfang

  4. #4
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    Zitat Zitat von nimmilonely Beitrag anzeigen
    Da ich nun schon einige Zeit schreibe, und sich bei mir ein paar Werke angesammelt haben, würde ich gerne mein Glück bei einem Verlag versuchen.

    Welche Tipps könnt ihr mir geben?
    Und an welche Verlage "lohnt" es sich, meine Gedichte zu schicken? (Lohnen, nicht im Sinne von finanziel sondern veröffentlichungsorientiert.)

    Vielleicht tut es was zu Sache; Ich bin 21 Jahre alt und meine Gedichte sind bis jetzt nur in 2 Anthologien erschienen.

    Gruß,
    nimmilonely
    So wie Du das darstellst, scheint es Dir nicht besonders wichtig zu sein, richtig veröffentlicht zu werden. Da ist zuviel "Hach, ich hab das was rumliegen, ich probiers mal ..." in Deinem Posting, um Dein Vorhaben, veröffentlicht zu werden, auch nur ansatzweise ernst zu nehmen.

    Du erwartest, von einem ernstzunehmenden Verlag veröffentlicht zu werden, und zwar auf eine Art und Weise, die zukünftige Publikationen ermöglicht. Dabei geht es nicht nur darum, eine halbwegs taugliche Publikation vorzulegen, sondern auch um die öffentliche Wahrnehmung. Mit der Einstellung: "Da hat sich was angesammelt" wirst Du einen ernsthaften Verleger eher beleidigen und abschrecken; und da reden wir noch gar nicht von einer Sichtung Deiner Texte durch ein Lektorat.

    Trotzdem eine handvoll Tipps:

    Frag Dich zuerst einmal, welches Konzept, welche Prinzipien Du für die Publikation anwenden willst. Um was geht es überhaupt? Sind das Gedichtsammlungen ohne inneren Zusammenhalt, oder steckt eine gemeinsame Basis dahinter?

    Wer soll das kaufen? Würdest Du das Buch kaufen, wenn Du nicht der Urheber wärst? Oder anders gefragt: Welchen Grund soll ein Verlag haben, Deine Texte zu veröffentlichen?

    Setz Dich vielleicht in eine Buchhandlung Deines Vertrauens, so sechs oder sieben Stunden und arbeite Dich durch all die Bücher, die Deinem Projekt ähnlich sind und schreib Dir die Verlagsnamen auf.

    Verfasse ein Publikationskonzept, eine Art Expose, in dem Du erklärst, was Du eigentlich vorhast, warum Du diesen oder jenen Verlag als Partner wählst, welches Publikum angesprochen werden soll, und was so besonderes, so lesenswertes an Deinem Text ist.

    Dann könnte man unter Umständen weiter reden

    lg/Peter

  5. #5
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    Das Wichtigste wurde bereits gesagt, aber um das vielleicht noch einmal auf den Punkt zu bringen: Prinzipiell gibt es für Verlage zwei Möglichkeiten sich das Geld zu holen.

    1. vom Autor selbst
    2. von den Rezipienten.

    Zuschussverlage decken ihre Kosten mit einer 'Druckkostenpauschale' oder einer Mindestabnahmemenge. Da somit die Veröffentlichung für sie kein finanzielles Risiko (und sie teilweise ihren Gewinn sogar darüber generieren!) darstellt, tendieren sie dazu alles zu publizieren. Geht es also darum veröffentlicht zu werden, ist das die realistische Option. Wichtig ist sich nicht von der Auflage blenden zu lassen, denn die Verlage basieren eben darauf Anthologien verschiedener Autoren herauszugeben und denen die Exemplare wiederum zu verklingeln. Das führt dazu, dass die Auflage inflationär ist und die Autoren sich im Wesentlichen aber nur selbst in dem Buch lesen wollen. Ich würde allerdings andere Wege zur Selbstbeweihräucherung empfehlen.

    Ernstzunehmende Verlage hingegen werden kein Geld von dem Autor verlangen. Vielmehr geht es bei ihnen darum wie viel der Autor garantiert und wie viel er als Gewinnbeteiligung pro Exemplar erhält. Diese Verlage sind allerdings extrem selektiv und drucken keinen Ramsch, welcher sich über die Jahre angesammelt hat. Will man bei ihnen erfolgreich sein, muss man nathschlaegerse Ratschläge fast zwingend berücksichtigen, denn: Der Markt für Lyrik und Kurzprosa ist extrem überschaubar und kompetitiv. Man muss sich bewusst sein, dass es eine Nische ist und die meisten Lyriker ihren Lebensunterhalt durch andere Literaturformen bestreiten (müssen) - sofern sie es können.

    Eine Alternative dazu stellen Selbstverlage dar. Man kann books on demand drucken lassen, bekommt sogar eine ISBN-Nummer zugewiesen und ist über amazon aufzufinden. Der offensichtliche Nachteil selbst den Vertrieb übernehmen zu müssen, gilt nur gegenüber den ernstzunehmenden Verlagen, denn die Zuschussverlage machen auch keine echte Promotion, um tatsächliche Leser abzuholen. Sie greifen nur Freunde/Bekannte/Verwandte der Autoren ab.

    Am Ende bleibt natürlich die Frage: Warum Druck? Ein Blog oder ein Forum kann genauso ein geeignetes Medium darstellen. Wie gesagt: Der Printmarkt ist marginalisiert und ich sehe keine Tendenz, dass sich das ändern könnte. Die Kurzformen werden weiter in Medienformen wandern, die besser für Kurzformen geeignet sind als Printanthologien.

    Gruß, Jamzee

  6. #6
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    Vielen Dank für euere ausführlichen Antwortschreiben.

    Nach dem Lesen stellt sich mir eine große Frage:

    Ist Lyrik noch als Kunst zu bewerten oder muss man sie als Produkt ansehen, das verkaufsfähig sein muss , damit es von Verlagen angenommen wird?
    Ist es wirklich nicht möglich mit den Gedichten allein zu überzeugen?

    Was die Frage von Jamzee angeht, wieso es den Druck sein muss:

    Ich bin in ein Paar Foren unterwegs und manche meiner Gedichte wurden von Mitdichtern als positiv und lesenswert bewertet, nur ist für mich immer noch die altmodische Vorstellung da, ein Buch sei etwas Besonderes, etwas Wertvolles, das man in der Hand halten kann, worin man blättern kann und das einfach "echter" als sein virtueller E-Book Zwilling ist.

    Ich habe schon genug in Foren veröffentlicht und ein gedrucktes Buch wäre für mich ein Schritt weiter.

  7. #7
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    Hallo nimmilonely,

    ein Verlag verkauft. Das Geld erhält ihn am Leben. Insofern wird es ihm schwerfallen, nur Kunst zu atmen. Aufgabe eines Lektorats ist es dabei unter anderem (auch wenn das vielleicht nicht immer zugegeben wird), den Text verkaufbarer zu machen.

    Jedoch decken sich bei Lyrik in einigen Bereichen wahrscheinlich Qualität und Verkäuflichkeit, wobei der Lyrikmarkt sicher nicht solchen wilden Schwankungen unterworfen ist wie der Kunstmarkt, der eher eine große Spekulationsblase geworden ist. Inwiefern Trends gesetzt werden, der die Leserschaft folgt und denen sich die Verlag anpassen müssen, ist nicht ganz klar. Bei derart geringen Auflagen (Lyrik wird wohl im besten Fall mit 1.000 Exemplaren aufgelegt werden) sind wohl keine größeren Schwankungen zu erwarten. Ich persönlich gehe aber eher davon aus, dass man mit einem gereimten, metrisch gehaltenen Gedicht in den Augen einiger moderner Leser unter Umständen Schwierigkeiten haben wird, weil bei Einigen vielleicht die falsche Ansicht vorherrscht, in der modernen Zeit müsse man auch "modern" dichten, sprich reimlos, abgeschickt, tendenziell kryptisch und so, dass viele Interpretationsmöglichkeiten sich umeinanderlegen und verwerfen, dass in der Mitte nichts ist, wie eine umspiegelte Kugel. Wo sich in der Musik die Zwölftonmusik nicht durchgesetzt hat, weil sie dem Bedürfnis nach Ästhetik, das ein wichtiger Teil der Kunst ist, nicht gerecht wurde, so hat es in der Lyrik eine starke Strom im 20. Jahrhundert wohl geschafft, im lyrisch-kritischen Mainstream zumindest für eine gewisse Zeit einen Vorbehalt gegenüber Klang, Schönheit und Harmonie zu säen. Dabei wird es aber wohl immer auf die konkrete Leserschaft ankommen, die ja immer ein (eher statisches) Kaleidoskop verschieden austarierter Geschmäcker sein wird.

    Eine Anmerkung am Ende: Bei sogenannten Slam-Poetry-Wettbewerben, bei denen Dichter nur eine begrenzte (aber durchaus ausreichende) Zeit haben, zu einem Thema ein Werk zu erstellen und dieses dann dem Publikum (das am Ende abstimmt) vorzutragen, gewinnt in ca. 9 von 10 Fällen ein humoristisches Werk, das aber mit echter Kunst eher wenig zu tun hat. So etwas berührt eben am schnellsten die größte Bandbreite an Personen (siehe Heinz Erhardt). Mit solchen Sachen kann man es wohl am ehesten versuchen, aber dann kann man auch gleich im Internet bleiben.

    Grüße

    Wegesanfang

  8. #8
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    Wenn ich Deine Worte zusammenfasse, nimmilonely, habe ich den Eindruck, dass der Druck als besonderes Medium Deine Kunstfertigkeit unterstreichen soll. Genau das machen sich eben die Zuschussverlage zunutze: Sie sammeln das Geld ein, damit sich Autoren wie echte Autoren fühlen können. Aber eine Printpublikation macht heute keinen Künstler mehr. Jeder kann wie er lustig ist veröffentlichen - ob in Buchform oder im Internet.

    Kunst oder Broterwerb ist eine alte Frage. Wegesanfang hat Dir einige gute Gedanken dazu dagelassen, ich bemühe da gern Immortal Technique, der die weisen Worte sprach in Bezug auf Musik/Rap sprach:

    Zitat Zitat von Immortal Technique - The Message and the Money
    Come on, there's a market for everything man
    There's a market for pet psychologists,
    There's a market for twisted shit fetish videos
    For nipple rings
    For River-dancing
    For chocolate covered roaches
    But you can't find one for cultured hardcore reality in HIP HOP?
    Ich bin der Meinung, dass sich Qualität am Ende auch in der Regel durchsetzt. D.h. nicht, dass man da mit hoher Qualität am meisten absetzt, aber man wird seine Zielgruppe finden. Aber dafür muss man auch wirklich überdurchschnittlich gut sein.

    Gruß, Jamzee

  9. #9
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    Hallo alle miteinander,

    wenn ich zu diesem Thema ganz allgemein etwas hinzufügen darf (als Neuling im Forum sollte man nicht gleich die Klappe aufreißen):
    Von Zuschussverlagen sollte man sich grundsätzlich fern halten. Es gibt aber seriöse Möglichkeiten mit relativ geringem finanziellem Eigenanteil ein Buch auf den Markt zu bringen. Ich habe das gemacht (Roman) und zumindest die Erfahrung war es mir wert, auch wenn ich nur 400 Bücher verkauft habe.
    An die klassischen Verlage kommt man mit Gedichten nicht ran, auch nicht, wenn man gut ist (was man andere beurteilen lassen soll), weil es sich rein finanziell für die Verlage nicht rechnet.
    Es gibt einige kleine Verlage (auch für Gedichte), bei denen die Chancen einer Buchveröffentlichung größer sind, die gebotenen Konditionen sind allerdings schlecht.
    Ich möchte hier keine Links reinstellen, weiß auch nicht, ob das erlaubt ist, aber Information ist erstmal alles.
    Eine Möglichkeit ist, Gedichte als Geschenkbücher zu verpacken, wobei man ein originelles Thema haben sollte, denn hier arbeitet schon eine ganze Autoren-Industrie dran. Auch hier gibt es Verlage.
    Ansonsten bleibt einem noch die Möglichkeit, sich mit anderen zusammen zu tun, um selbst ein Buch heraus zu geben. Für Werbe – und Vermarktungsmöglichkeiten braucht man allerdings eine gute Strategie.
    Und bevor man sich an einen Verlag wendet, sollte man die hier bereits gemachten Tipps absolut beherzigen, wenn man nicht am Lektor vorbei in der Ablage P enden will:
    Anschreiben und Expose professionell gehalten sind unerlässlich.

    Segan

  10. #10
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    Du kannst dein Thema gut und günstig bei Books on demand verlegen und es dann zum Lesen an Bekannte und auch entferntere Personen weiterreichen, sollte dies ankommen, dann wende dich in gewählten Auszügen an einen renommierten Verlag oder auch mehrere.

    LG
    Geändert von Chessy Games j. (23.10.2011 um 19:02 Uhr)

  11. #11
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    Mir ist etwas wichtiges eingefallen, was für einen Selbstverlag spricht. Du hast als Künstler die volle Kontrolle über dein Buch. Ich habe meistens das Cover selbst entworfen, die Kalligrafie bestimmt und es redete mir kein Lektor rein.
    Dies mag für manche wichtig sein, aber für mich als Künstler, der seine eigene Idee zum Werk hat, ist es besser.
    Vielleicht verkauft es sich nicht so massenhaft, weil ein Lektor doch Ahnung hat, was der ideale Leser haben will, aber dies ist dann keine persönliche Kunst mehr, sondern ein Produkt einer Künstlergemeinschaft. Lernen kann ich auch von Werk zu Werk und mit der Zeit, aber wer schnelle Erfolge will, der sollte sich an einen Verlag wenden.

    Gruß Chessy Games j.

    PS: Wenn bei Lesern etwas im unklaren ist oder man selbst etwas verändern will, bleibt einem dann noch die Möglichkeit einer erneuten Auflage.
    Geändert von Chessy Games j. (04.05.2012 um 05:14 Uhr)

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