Thema: Friede

  1. #1
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    Friede

    ******
    Als mich tausend Nadeln stachen
    davon eine in mein Herz
    und zwei mir meine Augen brachen
    und eine tötete den Schmerz
    mein Blut sich auf die Erd ergoß
    Das Nichts mich in die Arme schloß
    So nimm mein Leben
    du süße Leere
    Freundin der Einsamkeit
    ich versinke im Meere
    schillernder Dunkelheit
    22. März
    Als mich tausend Nadeln stachen
    davon eine in mein Herz
    und zwei mir meine Augen brachen
    und eine tötete den Schmerz
    Da starb mein Leid mit meinem Blut
    und hin zur Erde fiel das Sein
    bis tief hinein zur Feuerglut
    erglühte und verbrannt die Pein
    erglimmte und als Feuerstrahl
    erhob sich Leben aus der Qual
    Dezember
    Als mich tausend Nadeln stachen
    davon eine in mein Herz
    und zwei mir meine Augen brachen
    und eine tötete den Schmerz
    da war’s mir wie ein Liebesstich
    und ein ganzes Lichterheer
    bewegte sich vom Himmel fort
    durchflutete die Sonne mich
    Durchbohrt von einem Liebesspeer
    von tausend Lichtern durchgebohrt
    So trifft mich keine Nadel mehr
    16.Juni
    So werfen wir die Waffen fort

    *

    _______________________________________________________________________________
    Als mich tausend Nadeln stachen
    Und davon eine in mein Herz
    Durch zwei meine Augen brachen
    Und eine tötete den Schmerz
    Mein Blut sich auf die Erd ergoß
    Das Nichts mich in die Arme schloß
    "So nimm mein Leben, du Leere
    Große Freundin der Einsamkeit
    Versinken tu ich im Meere
    Dem Schiller deiner Dunkelheit"

    Als mich tausend Nadeln stachen
    Und davon eine in mein Herz
    Durch zwei meine Augen brachen
    Und eine tötete den Schmerz
    Da starb mein Geist mit meinem Blut
    Und hin zur Erde fiel das Sein
    Bis tief hinein zur Feuerglut
    Erglühte und verbrannt die Pein
    Entglimmte und als Feuerstrahl
    Erhob sich Leben aus der Qual

    Als mich tausend Nadeln stachen
    Und davon eine in mein Herz
    Durch zwei meine Augen brachen
    Und eine tötete den Schmerz
    Da wars mir wie ein Liebesstich
    Ein Lichterheer bewegte sich
    Durchflutete vom Himmel mich
    Durchbohrt von einem Liebesspeer
    Von tausend Lichtern durchgebohrt
    So trifft mich keine Nadel mehr

    "So werfen wir die Waffen fort"

    (05.12)


    ________________________________________________________________________________
    Geändert von Farbkreis (21.10.2011 um 09:34 Uhr) Grund: Original s.o. / Size / s.u.

  2. #2
    Sydney ist offline Nachteulen- & Koalaparadies
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    Hast meine Zustimmung.
    Einmal davon abgesehen, dass es mir schwerfällt zu glauben, dass man mit Nadeln Augen brechen kann, finde ich dein Werk echt gut.
    Es zieht sich ein schöner Roter Faden durch dein Pein-, Phönix- und Liebesgedicht und die Lyrik ist ansprechend umgesetzt worden.
    Ich muss gestehen, dass ich am Anfang an einen Fakire gedacht hatte, der auf eine Nagelbrett sitz und nun endlich den Sinn des Lebens fand.
    Zum Ende wurde mir dann die Bedeutung der Nadeln als Metapher zwar immer klarer, aber wirklich aufgeklärt bin ich noch nicht.^^

    Was ich verändern würde, wäre diese Passage, weil sie aus dem Reimschema fällt.

    So nahm mein Leben die Leere
    Freundin der Einsamkeit
    Versank ich im tiefen Meere
    Schillernder Dunkelheit
    Ein gut umgesetzter Gedanke des Friedens. Auch die Pointe mit den Waffen gefällt mir.

    Liebe Grüße, Syd.

    Quare suo iure noster ille Ennius sanctos appellat poetas, quod quasi deorum aliquo dono videantur.
    Cicero

    .___.
    {o,o}
    /)__) <3 Be good, I'm watching you.
    -"-"-

  3. #3
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    Friede

    Liebe Farbkreis,

    erst als ich es nach mehrfach gelesen habe und sich mir auch ein Verständnis einprägte konnte ich mich in das Gedicht vertiefen und dafür ein starkes Gefühl empfinden. Es ist eigentlich mehr die Darstellung einer Vermutung, denn kaum ein Mensch hat es je erlebt und doch wandern die Gedanken oft zu dem Abgleiten in den Frieden der jenseits von allem irdischen Sein liegt. Du hast es Eindrucksvoll dargestellt. Habe es gerne nachempfunden.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  4. #4
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    Zitat Zitat von Sydney Beitrag anzeigen
    Hast meine Zustimmung.
    Einmal davon abgesehen, dass es mir schwerfällt zu glauben, dass man mit Nadeln Augen brechen kann, finde ich dein Werk echt gut.
    Es zieht sich ein schöner Roter Faden durch dein Pein-, Phönix- und Liebesgedicht und die Lyrik ist ansprechend umgesetzt worden.
    Ich muss gestehen, dass ich am Anfang an einen Fakire gedacht hatte, der auf eine Nagelbrett sitz und nun endlich den Sinn des Lebens fand.
    Zum Ende wurde mir dann die Bedeutung der Nadeln als Metapher zwar immer klarer, aber wirklich aufgeklärt bin ich noch nicht.^^

    Was ich verändern würde, wäre diese Passage, weil sie aus dem Reimschema fällt.



    Ein gut umgesetzter Gedanke des Friedens. Auch die Pointe mit den Waffen gefällt mir.

    Liebe Grüße, Syd.

    Hallo Sydney

    Es ist nur symbolisch gemeint. Wenn die Augen brechen, kann der Mensch nicht mehr sprechen, doch das tue ich… bedanke mich recht herzlich bei dir für den Hinweis. Es machte mir ganz schön Kopfzerbrechen, denn ich verstand es nicht gleich… hoffentlich ist es jetzt richtig. Wenn ich von "Phönix" nichts weiß, dann ist mir die Figur unbekannt und ich kann sie nicht zum Vergleich nennen, aber warum gehört "Herz brechen" zur Kultur?
    Wenn das Herz aufhört zu schlagen, das Auge nicht mehr weint, und du hast weder Schmerz noch irgendeine Last zu tragen, wovon wurde man dann befreit?
    Friede ist keine erdachte Theorie, man hört einfach auf, mit der Waffenindustrie... Gibt es in der Welt noch einen anderen Wert als Geld oder das Versprechen, daß man nach dem Tod ins Paradies einkehrt… und ist es verkehrt, dies nicht anzuerkennen?

    Liebe Grüße Farbkreis


    Zitat Zitat von Hans Plonka Beitrag anzeigen
    Liebe Farbkreis,

    erst als ich es nach mehrfach gelesen habe und sich mir auch ein Verständnis einprägte konnte ich mich in das Gedicht vertiefen und dafür ein starkes Gefühl empfinden. Es ist eigentlich mehr die Darstellung einer Vermutung, denn kaum ein Mensch hat es je erlebt und doch wandern die Gedanken oft zu dem Abgleiten in den Frieden der jenseits von allem irdischen Sein liegt. Du hast es Eindrucksvoll dargestellt. Habe es gerne nachempfunden.

    LG Hans

    Lieber Hans Plonka

    Alles, was ich schreibe, erlebte ich am eigenen Leibe. Wie schreibt man es, damit man nicht verrät, was man selbst nicht versteht und trotzdem mit der Schrift bei der Wahrheit bleibt?
    "So werfen wir die Waffen fort" meine ich "ehrlich". Es klingt zwar sehr unrealistisch, aber eine Schneeschaufel ist nicht in jeder Hand gefährlich, trifft man ein wildes Tier, hat man besser ein Gewehr und im Dschungel ist ein Messer nützlich. Sind wir außerirdisch? Türen abschließen... auf seinesgleichen schießen... ich habe keine Antwort gefunden

    Vielen Dank für dein Kommentar und Herzliche Grüße

  5. #5
    gha Guest
    Liebe Kalinka

    Mir ist es möglich in Deine Bilder meinen Text hineinzulegen, so, dass es mich berührt. Danke
    lggha

  6. #6
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    Es ist sehr schön.
    E.Chatterfield

  7. #7
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    Friede

    Hallo gha,

    der Text ist "uralt", als ich ihn einstellte, war ich mir nicht sicher, ob er "gut genug" fürs Forum
    ist, "damals" wurde noch fleißig "ge-X-t" und ich verstand nicht, was damit gemeint war, über
    meine Antworten muß ich schmunzeln. Die Bilder, was inzwischen so in der Welt geschieht,
    können wir vom Sofa aus Chips knabbernd im Fernsehen bewundern.

    Zitat Zitat von gha Beitrag anzeigen
    Mir ist es möglich in Deine Bilder meinen Text hineinzulegen, so, dass es mich berührt.
    Das LI ist übrigens weiblich und mir kommen jedes Mal Zweifel, wenn ein männliches LD
    behauptet, es könne sich einfühlen, ob das "Lichterheer" damit einverstanden ist, weiß ich
    nicht.

    Lächelnde Grüße
    Kalinka
    ***

    Auch dir, liebe LadyChatterfield, vielen Dank für deine Stellungnahme,

    mit herzlichen Grüßen
    Kalinka
    ******


    ________________________________________________________________________
    Geändert von Farbkreis (21.10.2011 um 09:39 Uhr) Grund: Komma

  8. #8
    Anjuleanga Guest
    Liebe Kalinka,

    ,,So werfen wir die Waffen fort" - Wunsch, Konsequenz, Logik?

    Auf jeden Fall eine Konsequenz, der die masochitische Menschheit folgen sollte, bei sovielen Nadeln, die schon gestochen haben. Das Wegwerfen der Waffen bliebe in der Überwindung die einzig sinngebende Schlussfolgerung, weil mit Krieg keine Heilung erfolgen kann. Der Friede wird wahrscheinlich solange besungen werden, wie es Menschen auf Erden gibt. Vielleicht sind wir schon blind für die einfachen Antworten.
    Oder wir müssen die Existenz der Nadeln als notwendigen Gegenpool zum Frieden akzeptieren. Frieden ließe sich somit nur als das nicht- Vorhandensein von Krieg definieren. Er wäre aber ohne Krieg nicht definierbar. Habe leider auch keine passende Antwort parat. Die Einstellung in der Rubrik ,, Hoffnung " zeigt vermutlich deine persönliche Einstellung.
    Dein Li zeigt in ausdrucksstarker Betroffenheit, wo es steht.
    Gerne gelesen, L.G.A.

  9. #9
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    Hallo Kalinka,

    "Durchbohrt von einem Liebesspeer

    So trifft mich keine Nadel mehr"


    Das ist für mich das Wesentliche, das gilt sowohl für weibliche als auch männliche LI's.

    Liebe Grüße
    Ragnar

  10. #10
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    Friede

    Lieber Anjuleanga,

    in drei Etappen geschrieben, bewegt sich "Friede" zwischen "Eisblume" (in "So wird das All...")
    und "Ich warte nicht mehr" (Soma). In der zweiten Strophe steht noch ein verändertes Wort,
    "entglimmte" statt:

    erglimmte und als Feuerstrahl
    erhob sich Leben aus der Qual


    Das werde ich gleich verbessern.

    Vielen Dank für deine Überlegungen.

    Liebe Grüße
    Kalinka
    ***

    Hallo Ragnar,

    Zitat Zitat von Ragnar Beitrag anzeigen
    Das ist für mich das Wesentliche, das gilt sowohl für weibliche als auch männliche LI's.
    im Gedicht gilt dies nur für das LI, es drückt keine Allgemeingültigkeiten aus, schön wär's,
    denn dann gäbe es heute keine Kriege, und das LI ist hier weiblich. Natürlich freut es mich,
    wenn jeder seine eigenen Gedanken dazu hat, vielen Dank für deinen Beitrag.

    Liebe Grüße
    Kalinka

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