In ferner Zeit

Nicht Goldes Glanz war mein Begehr,
keine Schätze sollten meine Augen kennen,
saugten sie nicht unsere Herzen leer
und ließen unsere Empfindsamkeit verbrennen?

Und ich weiß der Tage sehr genau,
als die Pest in uns` ren Reihen tanzte,
ich sah das Hässliche im tiefen Erdenbau,
wie es Krankheit und Verderben pflanzte.

Es verführte uns- meinen Geist wie Deinen,
es brach unsere Bindung vor langer Zeit,
es raubte Deinen Willen wie den meinen
und reichte uns seine Hässlichkeit.

Wir starben schon einmal vereint,
wie zwei Feuer ineinander gewunden,
wir litten die Folter fremder Triebe
als wären wir an ihre Vernunft gebunden.

Und als wir fielen, gemeinsam schwanden,
erhob sich die Pest als Menschenbild,
Würmer waren es, die sich nun wanden-
Weltenfresser, bös` und wild!

Parasitenphilosophen
dichteten uns den Hass am Leben,
sie sangen uns in finstren Strophen
dem einstigen Stolz nur zu vergeben.

Durch die Wälder blicken wir zurück,
als Geisterwesen, Schatten, stille Schemen,
doch unser Erbe blieb der Welt erhalten,
Der Sehnende vermag den Ruf vernehmen.