1. #1
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    So wird das All... Kommentarfaden


    Dämon der Verzweiflung, aus dem tiefsten Wasser des Herzens gerissen, verwandelte sich mit quälendem Schrei in einen Vogel.

    Ich öffnete das Fenster, als er kräftige Flügel hatte und er flog hoch gegen den Himmel, kreiste wie ein Adler, segelte zurück wie ein Bumerang durch das geschlossene Fenster, das keine Scheiben mehr hatte. Vogel wollte er bleiben und verschwand am Horizont, tauchte in eine Wolke…

    Wasser, befreit von seinen Ufern, befreit von seinem Grund und seiner Oberfläche, bäumte eine Welle in den Himmel, stürzte einen Wasserfall in die Unendlichkeit, füllte das All, und die Welt schwamm wie ein Fisch in seinem Innern…

    Wird die Kälte die Wolke zum Eisblock frieren, so wird der Vogel in ihr erstarren, so wird die Welle als Eisberg in den Himmel stechen, so wird der Wasserfall als eisiges Schwert die Unendlichkeit durchbohren, so wird das Wasser gefrieren und die Erde darin erstarren, so wird das All zu Eis...


    ...
    ...

    Kommentarfaden zu: So wird das All...
    Geändert von Farbkreis (02.11.2011 um 08:19 Uhr) Grund: image

  2. #2
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    Findest du das ist Dramatik?

    Nächtlicher Gruß, gutes nächtle und carpe noctem
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    Hier stehe ich! Ich kann nicht anders! Gott helfe mir! Amen!
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  3. #3
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    Hallo Nachteule

    Zitat Zitat von Nachteule Beitrag anzeigen
    Metrik? Kann man das Essen?
    Dann beiß mal rein und gesegnet seiest du...

    Zitat Zitat von Nachteule Beitrag anzeigen
    Findest du das ist Dramatik?
    findest du das ist ein Essen? Bist du noch wach?

    Zitat Zitat von Nachteule Beitrag anzeigen
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    Stehst du? Setz dich doch...
    < Für das Können gibt es nur einen Beweis, das Tun > (Ebner von Eschenbach)

    Zitat Zitat von Nachteule Beitrag anzeigen
    Findest du das ist Dramatik?
    Nun, ich habe das Kleingedruckte nicht gelesen, es ist ein Drama. Keine heitere Biographie so wie man es singt: „Warum habe ich überlebt?“ Es handelt sich am Anfang um das aus dem Badewannenwasser gerettete nackte Leben, das blaugraue Bild ohne Sonnenlicht gelang mir offensichtlich nicht... Eis ist nicht unbedingt weiß, der Mensch nicht mehr da, aber du kannst ruhig fröhlich sein, wie man sagt: „Vornehm geht die Welt zugrunde“

    Zitat Zitat von Nachteule Beitrag anzeigen
    Nächtlicher Gruß, gutes nächtle und carpe noctem
    Eine schöne Abendstunde und einen guten Morgen ohne Sorgen...

    LG Farbkreis

  4. #4
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    Hallo Farbkreis

    Ich bin mal so höflich und antworte dir, obwohl du auf mich sehr pampig und unhöflich wirkst, da ich der Meinung bin, du hast nicht verstanden was ich sagen will. Und um meine Höflichkeit zu unterstreichen, werde ich auf alles antworten.

    Dann beiß mal rein und gesegnet seiest du...
    Man muss ja nicht alles kennen, aber im modernen Sprachgebrauch nutzt man diese Redewendung, wie bei den älteren die Frage: Wie schreibt man das. Es soll scherzhaft darstellen, dass ich in diesem Thema (noch) nicht so bewandert bin.

    findest du das ist ein Essen? Bist du noch wach?
    Überraschung! Ja, ich bin noch wach! Hellwach! Nein, ist es nicht, aber zu einhundert Prozent auch kein Drama. Begründung folgt unten.

    Stehst du? Setz dich doch...
    < Für das Können gibt es nur einen Beweis, das Tun > (Ebner von Eschenbach)
    Ich hoffe du kennst den größten deutschen Theologen Martin Luther, der vor dem Reichstag zu Worms, die Worte "Hier stehe ich! Ich kann nicht anders! Gott helfe mir! Amen!" gesagt haben soll.
    Zu deinem Zitat: Es ist völlig sinnentleert. Zumindest an dieser Stelle. Ich schreibe nicht "Ich weiß nicht, ob ich stehen kann, sondern, ich kann nicht. Also gibt es auch nicht die Möglichkeit durch etwas durch tun zu beweisen. Desweiteren ist es bei mir als Zitat des Buchstabens deklariert und soll darauf hinweisen, dass es nicht der Buchstabe ist, der entscheidet, wo er steht, sondern der Autor und Urheber dieser Zeilen. Er hat sich auch noch noch nie gesetzt. Er WURDE höchstens gesetzt. Zudem ist es eine Anspielung auf das gute deutsche Sprichwort "Papier ist Geduldig". Wie das Internet. Es beschwert sich auch nicht bei dem das du schreibst. Also: Aufmerksam lesen ist angesagt.

    Nun, ich habe das Kleingedruckte nicht gelesen, es ist ein Drama. Keine heitere Biographie so wie man es singt: „Warum habe ich überlebt?“ Es handelt sich am Anfang um das aus dem Badewannenwasser gerettete nackte Leben, das blaugraue Bild ohne Sonnenlicht gelang mir offensichtlich nicht... Eis ist nicht unbedingt weiß, der Mensch nicht mehr da, aber du kannst ruhig fröhlich sein, wie man sagt: „Vornehm geht die Welt zugrunde“
    Der Inhalt ist nicht die Grundlage für ein Drama. Die Darstellung macht es. Das Drama ist die Darstellende Kunst, als Gegenstück zur Erzählenden (Epik) und der Dichtung (Lyrik). Dies ist Epik! Du erzählst nur. Ein Drama hat als Grundsatz die verteilten Rollen. Hier hat es weder Rollen, noch sind sie verteilt. Es ist auch kein Dialog, wie es als Teil dieser Rubrik erlaubt ist. Noch nicht einmal ein Monolog. Es ist eine Kurzgeschichte. Und somit in der Prosa unterzubringen. Falls du ein Problem mit meiner Einteilung deiner Schrift bist, so schaue einfach mal in ein Lexikon. Egal welches. Selbst das "epische Drama", das Berthold Brecht prägte, mit dem du ja auch nicht bewandert bist, ist in Rollen aufgeteilt und das Epische bezieht sich nur auf einen Text, meist Gedicht, das zu Beginn eines Bildes (die Bezeichnung Brechts für seine Szenen) vorgelesen werden soll. Also noch einmal die Frage, die ich diesmal gerne beantwortet hätte, wenn ich noch einmal hier auf dich reagieren soll (denn dies ist für mich nur ein Hochputschen deines Textes): Findest du das ist ein Drama?

    So, das dürfte es gewesen sein.

    nächtlicher Gruß, gutes nächtle und carpe noctem
    Nachteule
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    Hier stehe ich! Ich kann nicht anders! Gott helfe mir! Amen!
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  5. #5
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    Hallo Nachteule

    Zitat Zitat von Nachteule Beitrag anzeigen
    Der Inhalt ist nicht die Grundlage für ein Drama. Die Darstellung macht es. Das Drama ist die Darstellende Kunst, als Gegenstück zur Erzählenden (Epik) und der Dichtung (Lyrik). Dies ist Epik! Du erzählst nur. Ein Drama hat als Grundsatz die verteilten Rollen.
    Auch nach einer Naturkatastrophe? Hier gibt es keine Menschen mehr, sie spielen keine Rolle mehr...

    Zitat Zitat von Nachteule Beitrag anzeigen
    Falls du ein Problem mit meiner Einteilung deiner Schrift bist, so schaue einfach mal in ein Lexikon. Egal welches.
    Drama = Aktion, schrecklicher Vorgang, lyrisches Drama = Oper... musizieren und singen kann ich leider nicht...
    Dramatik: dramatische Dichtkunst, mit Spannung geladener bewegter Ablauf...
    Dramaturgie: Wissenschaft vom Drama und seiner Bearbeitung für die Bühne... Nun, dann hab ich schon mal die Kulisse, muss sie nur noch dramatisieren... es fehlen noch die Sonden, Schwingungen, und was der Mensch so alles in den Weltraum gesendet hat und nun da rumkurvt, in der Eiserdkugel kann ich mir gut die grinsenden Götterstatuen und Skulpturen der „Großen“ der Menschheitsgeschichte als Dramatis personae denken, warte auf Nachricht aus dem All und mache mich dann an die Arbeit...

    Lieben Gruß Farbkreis

  6. #6
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    Auch nach einer Naturkatastrophe? Hier gibt es keine Menschen mehr, sie spielen keine Rolle mehr...
    Drama ≠ Tragödie, Ist nur im modernen Sprachgebrauch fast verschwommen.

    Drama = Aktion, schrecklicher Vorgang Hat nichts mit dem geschriebenen Drama zu tun
    lyrisches Drama = Oper... musizieren und singen kann ich leider nicht...Lass mich kurz überlegen wie man Oper beschreiben kann... ach ja, gesungenes Theater
    Dramatik: dramatische Dichtkunst, mit Spannung geladener bewegter Ablauf...
    Dramaturgie: Wissenschaft vom Drama und seiner Bearbeitung für die Bühne... Nun, dann hab ich schon mal die Kulisse, muss sie nur noch dramatisieren... es fehlen noch die Sonden, Schwingungen, und was der Mensch so alles in den Weltraum gesendet hat und nun da rumkurvt, in der Eiserdkugel kann ich mir gut die grinsenden Götterstatuen und Skulpturen der „Großen“ der Menschheitsgeschichte als Dramatis personae denken, warte auf Nachricht aus dem All und mache mich dann an die Arbeit...
    Viel Spaß damit, du merkst, ich arbeite immer weniger für dien ding...
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  7. #7
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    @ Nachteule

    Zitat Zitat von Nachteule Beitrag anzeigen
    Drama ≠ Tragödie, Ist nur im modernen Sprachgebrauch fast verschwommen.



    Viel Spaß damit, du merkst, ich arbeite immer weniger für dien ding...
    ***

    Der Wind drückte das Fenster ein
    mein Bild zersprang
    So weit ich jetzt auch schauen kann
    dem Vogel dort kann ich nicht folgen
    Wie weit ich fliegen würde?
    Er braust davon, der starke Wind
    zu schwach um mich zu tragen
    vielleicht nimmt er den Atem mit
    den ich aus meinen Lungen stieß
    Oder war es ein Schrei?
    Wenn wilde Luft die Wolken schiebt
    dort, wo du grad zum Himmel schaust
    und Sonne dein Gesicht erhellt
    dann atme meinen Atem tief und lausche
    Was sagte ich?
    Ich steh am Fenster ohne Scheiben
    tausend Glassplitter seh ich liegen,
    der Wind streift über das Meer,
    gleich wird er an die Felsen stoßen...
    Nahm er mich doch mit?


    LG Farbkreis


    ...
    ...
    Geändert von Farbkreis (04.03.2011 um 20:58 Uhr) Grund: Farbe

  8. #8
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    Zitat Zitat von Nachteule Beitrag anzeigen
    Und um meine Höflichkeit zu unterstreichen, werde ich auf alles antworten.

    Ein Drama hat als Grundsatz die verteilten Rollen. Hier hat es weder Rollen, noch sind sie verteilt. Es ist auch kein Dialog,
    Hallo Nachteule

    Haben wir keine Rollen übernommen? Wer spielt die Hauptrolle, in welchem Stück? Wenn ich es richtig verstanden habe, darf man "Folgen", oder "Serien" (Akte, Szenen) schreiben, die Kommentare dazu kommen auf einen dazu eröffneten Faden? Jetzt weiss ich leider nicht, ob es den Regeln entspricht, wenn ich diesen Faden hier für die Kommentare zu der "Rollenverteilung" von "So wird das All..."

    Kommentarfaden zu: So wird das All...

    belasse. Die Idee ist schon in Gedanken da, habe leider keine Erfahrung um "Theater" zu schreiben, möchte auch nicht die "klassischen Vorbilder" kopieren, sondern etwas neues einbringen. Freue mich über Kritik

    LG Farbkreis
    Geändert von Farbkreis (03.02.2011 um 12:03 Uhr) Grund: Link

  9. #9
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    Euer Dialog ist besser als das "Drama", um das es geht. Denn das Drama ist ein Drama. Ein ganz normales Drama folgt, wenn schriftlich niedergelegt, auch einer bestimmten Form. Mittelbündige violette Texte verstoßen gegen diese Regeln, die von humorlosen Erbsenzählern wie mir ersonnen wurden, um die Kunst im Keime zu ersticken. Oder um sie durch den Zwang der festen Form erst zu ihrer eigentlichen Blüte zu treiben, wie eine Kletterrose am Rosengatter oder auch eine Bohne an der gleichnamigen Stange erst durch die stützende Struktur zu ihrer Entfaltung gelangen kann, falls man bei Bohnen von Entfaltung spricht. Genug der Hülsenfrüchte.
    Man muss nicht jedes Mal das Rad neu erfinden, wenn man ein Auto bauen will. Es gibt schon sehr viele Autos und sehr viele Menschen, die sich zum Beispiel darauf spezialisiert haben, nur Tachometer zu bauen, nur über Farbgebung nachzudenken, nur Anlasser zu konstruieren. Die Erfahrungen dieser Menschen kann man nutzen, denn im Gegensatz zu Autos gibt es Theaterstücke schon so lange, wie man Bohnen oder Erbsen anbaut und natürlich auch zählt.

    Daraus folgt, dass es kein Verbrechen ist, wenn ein Stück einfach in 3 Akte und mehrere Aufzüge gegliedert wird. Bevor man das tut, überlegt man sich ein Thema (zum Beispiel Diskriminierung) und eine Hauptfigur (eine Bohne). Man nimmt einen Arbeitstitel: "Die Geschichte von der einsamen kleinen Bohne im Erbsentopf".
    Diese Geschichte ist so noch nie erzählt worden, aber es ist trotzdem das Prinzip "fish out of water". Jemand ist in der falschen Umgebung und das ist mindestens teilweise komisch. Wir haben also ein Genre, das sich anbietet. Komödie. Aber das Genre nehmen wir nicht, denn wir wollen es ganz traurig erzählen. Das ist ein Regelbruch, der legitim ist.

    Nächster Arbeitsschritt: Wir brauchen eine Geschichte. Wir haben drei Akte. Im ersten Akt erzählen wir, wer ist die Bohne, wieso ist sie in dem Glas, warum ist das so schlimm? Ach, die Erbsen lachen über die Bohne, denn sie ist nicht grün und auch nicht rund.
    Kleine Bohne ist ganz traurig. Beschließt wegzulaufen.
    Und das gehört in den ersten Akt:
    - Wer ist der Held? (Bohne)
    - Was ist das Ziel? (Glücklich sein und Freunde finden)
    - Was sind die Hindernisse? (Erbsen sind gemein und doof)
    Der erste Akt endet mit einem Wendepunkt: Bohne läuft weg.

    Jetzt haben wir den 2. Akt. In dem 2. Akt wird die kleine Bohne ein paar Abenteuer bestehen, die bestanden werden müssen, damit der weite Weg in das gelobte Bohnenland, von dem ihr ein kleiner Zaunkönig erzählt hat, zurückgelegt werden kann. Natürlich zweifelt die Bohne daran, dass dieses Land wirklich existiert und um da hin zu kommen, muss sie auch durch den Wald der Bohnenfresser. Das gelingt ihr nur mit der Hilfe einer magischen Chilischote, die ihr Freund wird.
    Fast hat sie es geschafft, doch da wird die Chilischote gefangen von den Bohnenfressern und in ein Chili geworfen. Das sieht schlecht aus. Und die Bohne wird auch gefangen genommen.... es wird immer schlechter... und so weiter.
    Der zweite Akt endet mit einem Wendepunkt: Ein Riese kommt und frisst die Bohnenfresser auf, gerettet!

    Nun kommt der dritte Akt, da wird das alles etwas aufgelöst. Kleine Bohne kommt ins Bohnenland, findet viele Bohnenfreunde, Chilischote wird unverdaut vom Riesen wieder ausgeschieden und ist jetzt auch wieder dabei, die Erbsen, die früher gelacht haben, sind jetzt alle neidisch, weil die Bohne König vom Bohnenland geworden ist oder weiß der Henker.

    So funktioniert das. Seit ein paar tausend Jahren. Im vergangenen Jahrhundert aber kamen ein paar zugedröhnte Absinthabhängige Anarchisten auf die Idee, dass man das alles auch mal ganz anders machen könnte. Absurd zum Beispiel. Die Anfänge reichen zurück bis 1890 sogar. Es wurde dann, besonders in der Nachkriegszeit, experimentiert mit der Struktur, mit der Erzählweise, mit der Narration, mit der Spielweise der Schauspieler, mit allem nur denkbaren.
    Dabei kamen einige brilliante Sachen heraus.
    Die Leute, die diese brillanten Sachen aber fabriziert haben, waren Menschen, die genau wussten, wie man das eigentlich nach den Erbsenzählerregeln macht. Es ist ein Unterschied, ob ein Konzertgeiger mit Disharmonien experimentiert oder ob jemand, der noch nie eine Geige in der Hand hatte, drauf rum fidelt.
    Und darum meine ich, das Rad muss nicht neu erfunden werden und das Auto auch nicht. Man muss aber wissen, wie Autos so im groben funktionieren, wenn man selber eins bauen will und man hält sich dann am besten an altbewährte Strukturen, zum Beispiel mindestens 3 Räder und eine Karosserie und mindestens eine Tür und eine Lenkung und ein Antrieb. Und ein Sitz vielleicht noch.

    Also bitte, ein paar Grundregeln müssen einfach eingehalten werden. Ein Theaterstück sieht in etwa so aus:


    ----------------------------------------------------------------------------------
    1.Akt. 3.Szene
    Im Büro des Gurkenhändlers. Nacht.
    Figur1 kommt und setzt sich auf den Stuhl.

    FIGUR1: Jetzt sitze ich hier auf dem Lieblingsstuhl von Figur2, um Figur2 zu ärgern.

    Figur2 kommt und sieht dass der Stuhl besetzt ist.

    FIGUR2: Oh nein! Weh mir! Mein Lieblingsstuhl ist besetzt!

    Figur2 versucht, Figur1 ein bisschen wegzuschieben. Das misslingt, der Stuhl ist zu klein.
    Es kommt zum Kampf. Beide packen den Stuhl und ziehen daran. Figur2 schlägt Figur1 mit dem Stuhl.
    Stuhl geht kaputt.
    Figur2 weint und zieht einen Dolch hervor.
    AUFTRITT Figur3


    FIGUR3: Haltet ein, ihr Schurken! Sonst gibt es morgen keine Gurken!

    ----------------------------------------------------------------------------------

    Mittelbündige violette Gedichte wurden 1956 erfunden, um auf Postkarten gedruckt zu werden und Rentnerinnen zu erfreuen. Nicht um das Theater zu revolutionieren. Man kann es so nicht lesen, es tut in den Augen weh.
    So, genug Erbsen gezählt für heute.
    Liebe Grüße und gute Nacht.

  10. #10
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    Zitat Zitat von 101010 Beitrag anzeigen
    Euer Dialog ist besser als das "Drama", um das es geht. Denn das Drama ist ein Drama. Ein ganz normales Drama folgt, wenn schriftlich niedergelegt, auch einer bestimmten Form. Mittelbündige violette Texte verstoßen gegen diese Regeln, die von humorlosen Erbsenzählern wie mir ersonnen wurden, um die Kunst im Keime zu ersticken. Oder um sie durch den Zwang der festen Form erst zu ihrer eigentlichen Blüte zu treiben, wie eine Kletterrose am Rosengatter oder auch eine Bohne an der gleichnamigen Stange erst durch die stützende Struktur zu ihrer Entfaltung gelangen kann, falls man bei Bohnen von Entfaltung spricht. Genug der Hülsenfrüchte.
    Bohnen wachsen mancher schneller, als man sie pflücken kann, es kommt auf das Jahr drauf an. Man entzieht ihnen dann die Flüssigkeit und ißt sie zu irgendeiner Zeit, oder man vergißt sie in Kellerecken... das eigentliche Problem sind die Weinbergschnecken. Die Fäden sind auch nicht angenehm, da sollte man schon die richtige Sorte wählen, anstatt sich zu quälen. Man denkt eben nicht mehr daran, man kauft sie in Läden und will von erzählen.

    Man muss nicht jedes Mal das Rad neu erfinden, wenn man ein Auto bauen will. Es gibt schon sehr viele Autos und sehr viele Menschen, die sich zum Beispiel darauf spezialisiert haben, nur Tachometer zu bauen, nur über Farbgebung nachzudenken, nur Anlasser zu konstruieren. Die Erfahrungen dieser Menschen kann man nutzen, denn im Gegensatz zu Autos gibt es Theaterstücke schon so lange, wie man Bohnen oder Erbsen anbaut und natürlich auch zählt.
    Fachidioten. Es gibt Menschen, die produzieren und es gibt Menschen, die kassieren. Im Auto kann jeder sein Leben verlieren, aber warum soll man es beim Fahren riskieren? Zuerst gab es die Schoten, dann die Wanzen und der Mensch kam zuletzt und sah, was da so alles war, zog Nutzen aus dem Ganzen und jetzt liebt er das Autoputzen. Verdient er viel, so wird die Arbeit zum Spiel. Sänger, Narr und Rattenfänger haben Karriere gemacht und grinsen, die gelangweilte Macht erheiternd, Tausend und eine Nacht erweiternd, weil Frauen keine Linsen mehr zählen und auch keinen Froschkönig mehr wählen, sondern den Teint ihrer Augenlinsen. Da nehm ich doch lieber einen weißen Jaguar, oder einen Rolls Roys mit Bar.

    Daraus folgt, dass es kein Verbrechen ist, wenn ein Stück einfach in 3 Akte und mehrere Aufzüge gegliedert wird. Bevor man das tut, überlegt man sich ein Thema (zum Beispiel Diskriminierung) und eine Hauptfigur (eine Bohne). Man nimmt einen Arbeitstitel: "Die Geschichte von der einsamen kleinen Bohne im Erbsentopf".
    Diese Geschichte ist so noch nie erzählt worden, aber es ist trotzdem das Prinzip "fish out of water". Jemand ist in der falschen Umgebung und das ist mindestens teilweise komisch. Wir haben also ein Genre, das sich anbietet. Komödie. Aber das Genre nehmen wir nicht, denn wir wollen es ganz traurig erzählen. Das ist ein Regelbruch, der legitim ist.
    Wenn man die Erbse mit roten Hosenträgern im Fahrstuhl erwischt, hat man noch lange keinen toten Fisch gefischt.

    Nächster Arbeitsschritt: Wir brauchen eine Geschichte. Wir haben drei Akte. Im ersten Akt erzählen wir, wer ist die Bohne, wieso ist sie in dem Glas, warum ist das so schlimm? Ach, die Erbsen lachen über die Bohne, denn sie ist nicht grün und auch nicht rund.
    Kleine Bohne ist ganz traurig. Beschließt wegzulaufen.
    Und das gehört in den ersten Akt:
    - Wer ist der Held? (Bohne)
    - Was ist das Ziel? (Glücklich sein und Freunde finden)
    - Was sind die Hindernisse? (Erbsen sind gemein und doof)
    Der erste Akt endet mit einem Wendepunkt: Bohne läuft weg.
    Lieber Kichererbsen im Mixer und Kaffeebohnen in der Mühle, ist auch lecker ohne Gefühle

    Jetzt haben wir den 2. Akt. In dem 2. Akt wird die kleine Bohne ein paar Abenteuer bestehen, die bestanden werden müssen, damit der weite Weg in das gelobte Bohnenland, von dem ihr ein kleiner Zaunkönig erzählt hat, zurückgelegt werden kann. Natürlich zweifelt die Bohne daran, dass dieses Land wirklich existiert und um da hin zu kommen, muss sie auch durch den Wald der Bohnenfresser. Das gelingt ihr nur mit der Hilfe einer magischen Chilischote, die ihr Freund wird.
    Fast hat sie es geschafft, doch da wird die Chilischote gefangen von den Bohnenfressern und in ein Chili geworfen. Das sieht schlecht aus. Und die Bohne wird auch gefangen genommen.... es wird immer schlechter... und so weiter.
    Der zweite Akt endet mit einem Wendepunkt: Ein Riese kommt und frisst die Bohnenfresser auf, gerettet!
    Kennst du die Geschichte vom kleinen grünen Steinfresser?

    Nun kommt der dritte Akt, da wird das alles etwas aufgelöst. Kleine Bohne kommt ins Bohnenland, findet viele Bohnenfreunde, Chilischote wird unverdaut vom Riesen wieder ausgeschieden und ist jetzt auch wieder dabei, die Erbsen, die früher gelacht haben, sind jetzt alle neidisch, weil die Bohne König vom Bohnenland geworden ist oder weiß der Henker.
    Das tapfere Schneiderlein? Oder sieben auf einen Streich? Inzwischen sind die im Dampftopf schon alle weich...

    So funktioniert das. Seit ein paar tausend Jahren. Im vergangenen Jahrhundert aber kamen ein paar zugedröhnte Absinthabhängige Anarchisten auf die Idee, dass man das alles auch mal ganz anders machen könnte. Absurd zum Beispiel. Die Anfänge reichen zurück bis 1890 sogar. Es wurde dann, besonders in der Nachkriegszeit, experimentiert mit der Struktur, mit der Erzählweise, mit der Narration, mit der Spielweise der Schauspieler, mit allem nur denkbaren.
    Dabei kamen einige brilliante Sachen heraus.
    Die Leute, die diese brillanten Sachen aber fabriziert haben, waren Menschen, die genau wussten, wie man das eigentlich nach den Erbsenzählerregeln macht. Es ist ein Unterschied, ob ein Konzertgeiger mit Disharmonien experimentiert oder ob jemand, der noch nie eine Geige in der Hand hatte, drauf rum fidelt.
    Und darum meine ich, das Rad muss nicht neu erfunden werden und das Auto auch nicht. Man muss aber wissen, wie Autos so im groben funktionieren, wenn man selber eins bauen will und man hält sich dann am besten an altbewährte Strukturen, zum Beispiel mindestens 3 Räder und eine Karosserie und mindestens eine Tür und eine Lenkung und ein Antrieb. Und ein Sitz vielleicht noch.
    Wie wär's mit einem Tretboot?

    Also bitte, ein paar Grundregeln müssen einfach eingehalten werden. Ein Theaterstück sieht in etwa so aus:

    ----------------------------------------------------------------------------------
    1.Akt. 3.Szene
    Im Büro des Gurkenhändlers. Nacht.
    Figur1 kommt und setzt sich auf den Stuhl.

    FIGUR1: Jetzt sitze ich hier auf dem Lieblingsstuhl von Figur2, um Figur2 zu ärgern.

    Figur2 kommt und sieht dass der Stuhl besetzt ist.

    FIGUR2: Oh nein! Weh mir! Mein Lieblingsstuhl ist besetzt!

    Figur2 versucht, Figur1 ein bisschen wegzuschieben. Das misslingt, der Stuhl ist zu klein.
    Es kommt zum Kampf. Beide packen den Stuhl und ziehen daran. Figur2 schlägt Figur1 mit dem Stuhl.
    Stuhl geht kaputt.
    Figur2 weint und zieht einen Dolch hervor.
    AUFTRITT Figur3

    FIGUR3: Haltet ein, ihr Schurken! Sonst gibt es morgen keine Gurken!

    ----------------------------------------------------------------------------------
    Das erinnert mich an was... in der Markthalle gibt es keine Gurken vom Faß und vor dem Haus keinen Misthaufen mehr, Erbsen können nicht laufen; alle, alle... Feuerbohnen Schießgewehr... Knallerbsen sind weiß...

    Mittelbündige violette Gedichte wurden 1956 erfunden, um auf Postkarten gedruckt zu werden und Rentnerinnen zu erfreuen. Nicht um das Theater zu revolutionieren. Man kann es so nicht lesen, es tut in den Augen weh.
    So, genug Erbsen gezählt für heute.
    1957 wurde das Haus erbaut, in dem ich 18 lang wohnte. Die „Rentnerinnen“ behaupteten, es habe vor dem Krieg keine 100 gegeben, deshalb nannte man die Hausnummern ab 99 a, b, c, etc. Einige Jahre später wurde das Quartier erweitert, und niemand erinnerte sich mehr... und man wohnte 100, 101 bis.., warum es die vorher nicht gab. Es kann ihren Augen nicht mehr weh tun, sie sehen es ja nicht mehr, nun, aus dem Grab.

    Man kann alles ändern, na klar, aber vorher muss man vergessen, wie es vorher war, ich weiß nicht, ob Engel Erbsen essen.

    Danke für deinen Kommentar

    Liebe Grüße
    Farbkreis

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