Thema: Da war einer,

  1. #1
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    Da war einer,

    Da war einer der ging die Treppen hinunter um durch den Fußgängertunnel von der einen
    Straße auf die gegenüberliegende zu gelangen. In der Mitte angekommen, sah er einen Stein.
    Er setzte sich darauf und blieb da sitzen. Es gab Leute, die kamen von der einen Seite her-
    unter und gingen auf die andere hinauf und es gab Leute, die machten es umgekehrt. Und es
    gab Leute, die machten es am Morgen so, und am Abend so. Viele gingen jeden Tag dadurch
    und verweilten einen Moment bei dem Kerl am Stein, gaben ihm Essen und Trinken um mit ihm
    zu plaudern.

    Die Jahre vergingen und so manche waren alt geworden, das Treppensteigen wurde zu an-
    strengend für sie und sie kamen nicht mehr. Manche verabschiedeten sich vorher von dem
    Kerl auf dem Stein und einer fragte :

    "Was hast du getan, wie ist es dir ergangen, in all den Jahren?"

    "Ich saß auf meinem Stein, aß von eurem Brot, trank von eurem Becher und hörte euch zu.
    Manchmal fror ich"... "Aber sag, wie ist es mit dir?"

    "Ich stieg die Treppen hinunter und hinauf, ging von einer Seite auf die andere, ich gab dir
    manchmal Essen und plauderte auch mit dir."

    Da erhob sich der Mann von seinem Stein, vorsichtig, denn er war sehr alt geworden. Langsam
    stieg er die Treppen hinauf um auf die gegenüberliegende Straße zu gelangen.

    _________________________________________________________________________________
    Geändert von Farbkreis (04.05.2011 um 07:52 Uhr) Grund: Da war einer (ohne Komma) / Zeilen

  2. #2
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    Da war einere

    Liebe Farbkreis,

    es wird immer welche geben die in der Mitte sitzen und sich ernähren lassen. Alles zieht an ihnen vorbei, aber sie werden kaum beachtet. Wenn dann einer kommt und sie mit einbezieht werden sie sicher aufwachen und an dem Zug der anderen teilnehmen. Schade wenn dies erst zum Ende des Lebens geschieht oder manchmal nie.
    Die Aussage finde ich traurig aber Lebensnah.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  3. #3
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    Zitat Zitat von Hans Plonka Beitrag anzeigen
    Liebe Farbkreis,

    es wird immer welche geben die in der Mitte sitzen und sich ernähren lassen. Alles zieht an ihnen vorbei, aber sie werden kaum beachtet. Wenn dann einer kommt und sie mit einbezieht werden sie sicher aufwachen und an dem Zug der anderen teilnehmen. Schade wenn dies erst zum Ende des Lebens geschieht oder manchmal nie.
    Die Aussage finde ich traurig aber Lebensnah.

    LG Hans
    Vielen Dank für diesen Kommentar.

    Da ich die "Metrik" in der Dichtung nicht verstehe, möchte ich gerne Prosa schreiben. Brauche dringend Kritik zur Satzbildung, Kommasetzung etc.

    "Da war einer," hab ich mit 14 geschrieben, das andere ist alles verloren gegangen, bin zu oft umgezogen...

    LG Farbkreis

  4. #4
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    Liebe Farbkreis,

    ehrlich gesagt, ich verstehe Dein "Da war einer" (ohne Komma!) nicht so ganz. Hat Dein Text einen tieferen Sinn, der mir verborgen geblieben ist? Ein Mann bleibt im Fußgängertunnel stehen, setzt sich auf einen Stein (?) und bleibt dort, bis er "sehr alt" geworden ist. Nach einem kurzen Gespräch mit einem Passanten über "sein Leben" steht er auf und setzt seinen Weg fort.

    Zuerst dachte ich an eine Art Diogenes, der erste mir bekannte "Aussteiger", der, wie Dein "Protagonist" auch, von den milden Gaben der Leute lebte, doch tat er immerhin etwas dafür: er unterhielt sie mit witzigen Einfällen und sonderbarem Verhalten. Dein "Penner" (?) tut gar nichts und geht irgendwann einmal irgendwo anders hin.

    Mit liebem Gruß

    Friedrich

    Diogenes

  5. #5
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    Lieber Friedrich

    Vielen Dank für deinen Kommentar

    Zitat Zitat von Friedrich Beitrag anzeigen
    Liebe Farbkreis,

    ehrlich gesagt, ich verstehe Dein "Da war einer" (ohne Komma!) nicht so ganz.
    "Da war einer", mit oder ohne Komma, heißt einfach Wort für Wort "Da war einer" = er ist nicht mehr da.

    Zitat Zitat von Friedrich Beitrag anzeigen
    Hat Dein Text einen tieferen Sinn, der mir verborgen geblieben ist? Ein Mann bleibt im Fußgängertunnel stehen, setzt sich auf einen Stein (?) und bleibt dort, bis er "sehr alt" geworden ist. Nach einem kurzen Gespräch mit einem Passanten über "sein Leben" steht er auf und setzt seinen Weg fort.
    Nein, es blieb dir nichts verborgen, und es freut mich hiermit, daß mein Text klar und deutlich war.

    Zitat Zitat von Friedrich Beitrag anzeigen

    Zuerst dachte ich an eine Art Diogenes, der erste mir bekannte "Aussteiger", der, wie Dein "Protagonist" auch, von den milden Gaben der Leute lebte, doch tat er immerhin etwas dafür: er unterhielt sie mit witzigen Einfällen und sonderbarem Verhalten.
    Deinen Diogenes werde ich später lesen, er ist schön illustriert. Ich kenne auch eine Geschichte von ihm, da hat ihn ein Tier instruiert und > Kyniker< kommt von "Hund"...

    Zitat Zitat von Friedrich Beitrag anzeigen
    Dein "Penner" (?) tut gar nichts und geht irgendwann einmal irgendwo anders hin.
    Da sind wir bestenfalls alle auf einem Nenner

    Danke für den URL, krieg ich schon irgendwann hin

    Herzliche Grüße Farbkreis

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