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  1. #1
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    So wird das All...

    Ort : Anderswo


    Dramatis personae :

    Archangel: Erzähler(in)

    Bezengel: Engelspitzbube

    Belangel: schöner Engel

    Lebangel: lieblicher Engel

    Malengel: vernünftiger Engel

    Mortengel: bedenklicher Engel

    Vogel: Daemon

    Eisblume: irdische Stimme

    ...

    Musik: PC-Vibration, Xylophon, Gläserrandreibungen, Topfdeckelschnattern, Ventilation, Flöte, Klarinette (Solist), Harfe, Violine, piano, pianissimo, cor, außerdem con animo con fuoco con spirito (sonst nirgendwo)


    So wird das All...


    Archangel: Dämon der Verzweiflung, aus dem tiefsten Wasser des Herzens gerissen, verwandelte sich mit quälendem Schrei in einen Vogel.

    Ich öffnete das Fenster, als er kräftige Flügel hatte und er flog hoch gegen den Himmel, kreiste wie ein Adler, segelte zurück wie ein Bumerang durch das geschlossene Fenster, das keine Scheiben mehr hatte. Vogel wollte er bleiben und verschwand am Horizont, tauchte in eine Wolke…

    Wasser, befreit von seinen Ufern, befreit von seinem Grund und seiner Oberfläche, bäumte eine Welle in den Himmel, stürzte einen Wasserfall in die Unendlichkeit, füllte das All, und die Welt schwamm wie ein Fisch in seinem Innern…

    Wird die Kälte die Wolke zum Eisblock frieren, so wird der Vogel in ihr erstarren, so wird die Welle als Eisberg in den Himmel stechen, so wird der Wasserfall als eisiges Schwert die Unendlichkeit durchbohren, so wird das Wasser gefrieren und die Erde darin erstarren, so wird das All zu Eis...


    ...

    Malengel:

    „Die Erde bebte
    und es fiel kein Schnee
    sichtbar auf der nackten Erde
    liegt der Tod
    und niemand
    will ihn begraben“


    ...
    Bezengel:

    „Zu einer bestimmten Zeit verirrt man sich um
    seinem Schicksal zu begegnen“.


    ...

    ...
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    ...


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  2. #2
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    I.1

    Archangel: Leben kann entstehen bevor die Natur erwacht, bevor Knospen sich öffnen, noch im Winter, heimlich, entgegen der Natur. Jetzt ist Frühling. Eine Knospe, die im Winter schon blühte, ist erstarrt, ist erstickt. Sie wuchs am falschen Ort. Die Erde war hart, das Licht Schein, das Wasser Eis. Sie glaubte an den Frühling, im Winter. Sie öffnete sich um zu sterben.

    ...

    Mortengel:

    „Freiheit und Trauer sind meine Liebe, Weite,
    Nebel und ein leichter Wind. Nicht ein Baum
    erhebt sich aus der flachen Erde. Keine Wurzel
    hält ein Leben. Nichts sieht das Auge als
    blaue Weite. Freiheit und Trauer ist alles, was
    ich liebe.“

    Lebangel:

    „Tod, wohin trägst du die Leiche
    meiner Liebe
    Erwartung, Hoffnung, denn dein
    Samen fiel auf meine Erde
    und mein Leib schwoll
    In deine Arme sollte es fallen,
    das Neugeborene
    Unsere Lippen sollten es küssen“

    Mortengel:
    „Wie soll ich trauern
    ohne Tränen
    ohne Verlust
    Zerschneide die Fesseln
    befreie mich zum Leben“


    Belangel:
    „Engel sterben nicht,...“

    ...
    Archangel:
    Sieh, die erste Blume. Leben erwacht, der Schnee
    schmilzt, die Sonne wärmt. Wer erinnert sich
    an die Knospe, die blühte, als es Winter
    war, die starb, bevor der Frühling kam,
    die glaubte. An die Unmöglichkeit. An
    das, was nicht sein darf, weil es nicht
    sein kann und die doch lebte, wahrhaftiger
    als all das fruchtbare Leben, was
    jetzt blüht, weil sie aus eigener Kraft lebte.


    ...

    Bezengel:
    „sie haben kein Herz“


    Alle Engel im Chor:
    „Die Blume ist schön um ihrer selbst willen.
    Sie will dich nicht erfreuen, kann nicht
    lieben. Wasser und Sonne, dafür will sie
    blühen. Sie kennt keine Trauer, keinen
    Schmerz, keine Freude. Sie blüht und welkt.“


    Daemon:
    „Eine ist verflogen, keine andere fliegt
    vorbei.
    Ist die Hoffnung doch verlogen, wird
    das Leben einerlei.
    Richtest du?
    Ich bin verdammt,
    doch mein Glaube bleibt am Leben,
    an dem Leben einerlei,
    an dem hoffnungslosen.
    Gott oh Gott
    meinen Schmerz willst du
    läßt mich am Leben
    nimmst und gibst
    zuviel.“



    Bezengel:
    „Ich bin keine Blume.“

    ...


    ...
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  3. #3
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    I.2

    Archangel: Solange, wie sie glaubte. Sie schloß sich und erfror, weil sie, bevor der Frühling kam, sah, daß der Winter kommt, daß für sie immer Winter war. Vielleicht kann sie noch blühen, aus eigener Kraft. Nicht die Erde, nicht das Wasser, nicht die Sonne, sondern ihr Wille zum Leben wird sie leben lassen, da sie im Winter entstand, aus dem Nichts. Und erfror, da es Frühling war.

    ...

    Eisblume:
    „Bin ich ein Bettler
    winselnd im Staub
    danach flehend
    nach Leben, nach Leben
    den Rücken krümmend
    den Kopf tief senkend
    auf Knien rutschend
    danach flehend
    nach Leben nach Leben?“


    Daemon:
    „Hab ich höher fliegen wollen, als die
    Wolke, als das Licht. Bis in die Dunkel-
    heit hinein, in die Ewigkeit... tiefer
    sinken wollen, als die Wurzel, als das
    Feuer, bis in die Leere hinein. In die
    Ewigkeit. War ich Dunkelheit und Feuer,
    zerrissen, heißes Feuer ohne Licht.
    Es wandelte ein unsichtbare Gestalt.
    Hinuntergleiten und aufsteigen zur
    gleichen Zeit, Vereinigung von Dunkelheit
    und Feuer. In der Leere und aus dem
    Nichts entsteht das Licht der Ewigkeit“


    Bezengel:
    „Ein Wesen ohne Glaube
    ist ein Tier“


    Lebangel:
    „weise Unkenntnis“


    ...


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    ...
    ...

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  4. #4
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    I.3

    Archangel: Kleine Eisblume, ob du erstarrst oder blühst. Du lebst. Lebenswille, durch den Schnee hast du deine zarte Knospe geöffnet. Wasser und Erde waren gefroren und doch hast du deine feinen Wurzelhaare in die Erde gestoßen, hast vom eisigen Wasser getrunken. Nun, da es Frühling ist, weißt du nicht, ob die Fruchtbarkeit der Erde deiner würdig ist und dich nähren soll, ob das frische Wasser rein genug ist, dich zu tränken,
    ob du deinen Kopf der Sonne entgegen –
    strecken sollst.


    ...

    Bezengel:
    „Sich selbst untreu werden
    heißt töten“


    Mortengel:
    „Was zerstören?
    Wovor hätte ich Angst?
    Ich liebe auch die, die mich hassen.
    Haß gehört der Zeit
    Liebe der Ewigkeit“.


    Belangel:
    „Zeit
    Ich bin befreit von dir“


    Malengel:
    „Es ist Zeit der Umkehrung
    Rückkehrung zu den Wurzeln
    Besinnung...“

    Daemon:
    „Einkehr in die Tiefe
    Erkenntnis zum Höhenflug
    Mitten hin zur Wahrheit...“

    Lebangel:
    „Geburtswehen
    noch einmal wachsen
    im Mutterleib der Erde
    Geboren wird die Seele neu
    aus dem Körper ausgetrieben...“

    Bezengel:
    „Wer gab den Samen, wer das Ei?“

    Belangel:
    „Oh Liebe, dein Sitz ist hier
    im Ursprung
    Dein Name sei Seele...“

    Mortengel:
    „Deine Geburt der Tod...“

    Lebangel:
    „Dein Wachsen sei Leben...“


    Bezengel:[/COLOR]
    „Die Ewigkeit dein Haus“


    ...
    ...


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  5. #5
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    Archangel: Kleine Eisblume, gefrorene zarte Knospe, du bist wahres Leben, Entstehung, Liebe.
    Wenn du wachsen willst, wirst du die herrlichste Blume, ernährt ohne Erde, erfrischend ohne Wasser, strahlend ohne Sonne. Wenn du erfrierst, im Frühling, so um ein Geheimnis zu wahren,
    das Geheimnis deiner Entstehung,
    deines Lebens.

    ...

    Belangel:
    „Zerbrechliches Leben, deine Zeit ist kurz.
    Vergänglich ist deine zarte
    Schönheit.“


    Daemon:
    „Wunderbare Lust der Einsamkeit.
    Wunderbarer Schmerz der Erlösung. Betäubung.
    Stillstand der Zeit."


    Eisblume:
    „Ich liebe das Leben, trotzdem, jedes Leben.
    Niemand bin ich mehr, muss nichts sein als
    ein Leben. Was ist Zeit? Es war nicht,
    es wird nicht sein, es ist“.


    Lebangel:
    „Was ist in dir? Ein Geheimnis, das niemand
    kennt und doch, ein Geheimnis gehört zu
    einem Leben, dessen Wahrheit es ist. Siehe, ich
    schreie nicht, ich leide nicht, ich lebe mit
    einem Geheimnis, zu dem ein Leben gehört.“


    Malengel:
    „Alle Sinne dringen hinein, in Geheimnis-
    volles. Keine Worte können die Einheit beschreiben,
    die Reinheit.“


    Mortengel:
    „Die phantastische Welt. Sie ist Geheimnis,
    denn in ihr gibt es keine Geheimnisse.
    Sie ist Freiheit. Hier bin ich zu Hause.“



    Bezengel:
    „Sehnsucht nach Wirklichkeit“


    ...


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  6. #6
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    Archangel: Im verborgenen wächst ein Leben, ergreift die Welt mit seinem Geist. Empfängt Liebe, wird erfüllt, ist einfach da, unsichtbar und nicht zu beweisen, wird verleugnet und erstirbt. Kann nur im Verborgenen bleiben, nie sichtbar und verletzbar werden, immer sich in Liebe baden.
    ...

    Malengel:
    „Das Unsichtbare ist ewig
    Nur die sichtbare Materie ist vergänglich
    Leben ist dem Tod geweiht
    Leben um zu sterben
    Sterben um zu leben
    Der Kreis“


    Mortengel:
    „Die Natur leuchtet dem Tod, lockt ihn herbei
    mit goldgelben Farben, schmeichelt ihm
    mit leisem Säuseln; ein Todeslied im
    Hochzeitskleid.“

    Alle Engel:
    (Chor)

    „Es fällt in den Tod, still, ganz ohne Schrei, in seine Arme“



    Eisblume:
    „Werd ich nun sterben durch ihren Gesang,
    farblos mit leuchtenden Blättern tanzen,
    wo ich mein Lied noch nicht gelernt,
    mein Kleid noch nicht genäht habe?
    Wo ich noch zu häßlich bin um in
    Todesarme zu sinken zum ewigen Kuß
    der Finsternis?“

    Daemon:
    „Nicht bevor ich die Sonne sah, die das
    Licht aus meinen Augen sticht!
    Nicht bevor ich die Sonne küßte, die meine
    Lippen zuschweißt!
    Nicht bevor ich die Sonne umarmte, die mein
    Herz verbrennt!
    Nicht bevor ich durch Finsternis lief, die
    mein Auge erhellt!
    Nicht bevor ich die Dunkelheit trank, die
    meine Lippen öffnet!
    Nicht bevor ich einen Schatten berührte, der
    meine Seele wärmt.
    Und so oft ich in der Sonne sterbe, so oft
    will ich in der Finsternis auferstehen“

    Eisblume:
    „solange bis im Sonnenlicht und in größter
    Schönheit mich eine Melodie zum Tanz
    im endlosen Raum der Schwerelosigkeit
    lädt, und ich will darin versinken.“


    Bezengel:
    „Im Unbekannten das Unbekannte erleben.“


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  7. #7
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    I.6

    Archangel: Ich warte auf eine Botschaft. Oder habe ich sie schon erhalten und verstehe sie nicht? Oder verstehe ich sie ohne sie erhalten zu haben?
    ...

    Belangel:
    „Engel sterben nicht,... "


    Mortengel:
    „Flieg nur mit deinem gebrochenen Flügel.
    So hoch, so weit, verzweifelter Vogel
    mit schönem Gefieder. Ich will glauben,
    daß du fliegen kannst.“


    Lebangel:
    „Lichterheer, Lichterschar, herrliches Strahlenmeer,
    goldenes Bad, Glück der Erkenntnis, Freude
    des Glückes. Ruhe, stiller Überschwang,
    lichtes Erkennen, daß ist, was war.
    Lichterquelle, Entstehung, unerschöpfliche
    Kraft, Leben.“


    Malengel:
    (Eine Klarinette)
    „Die Botschaft
    Es ist wie Engelsgesang
    Eine Botschaft
    Losgelöst vom Irdischen
    erweckt sie
    und öffnet
    das Seelenauge
    und dringt
    hindurch“



    So wird das All...

    Schnee im Frühling. Leise deckt er die Erde
    zu, schmückt kahle Äste. Eine einzige
    Knospe hatte geblüht. Bedeckt vom Schnee,
    neigt sie sich langsam, schmiegt sich
    an den Boden, übergibt ihr Leben der
    nassen Erde. Heute starb sie. Eisblume.
    Weil noch einmal Schnee fiel.


    ...

    Bezengel:
    „Ich bin keine Blume.“


    ...


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  8. #8
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    Es fällt wieder Schnee. Es ist noch Winter. Irgendwo fallen Lawinen. Irgendwo fallen Bomben, erstickt jemand im Schnee, zerreißt ein Leib...
    Vorhang!
    Tumult im Saal...

    ...

    Nachwort:

    Urplötzlich kam es aus dem dunklen Nichts
    unerwartet krachend schlug es in den stärksten
    Baum, der aufloderte und in zwei Hälften
    gespalten, schwarz und erbärmlich nicht antwortete
    Er schien nur Frage
    Wie kann sie doch nutzlos sein in der
    Darstellung des Vergehens
    ...


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  9. #9
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    Archangel: Unsichtbares wird sichtbar, sichtbares wird unsichtbar. Eine Verbindung in der Ewigkeit. Unsichtbares Leben, Unsterblichkeit. Sichtbares wird sterben, ist unwichtig, vergänglich, unwahr.

    ...

    Bezengel:
    „Malengel! Malengel! Ich bin verloren!
    Lebangel! Lebangel! Bin ich geboren?
    Belangel! Belangel! So häßlich gräßlich
    Mortengel! Mortengel! Bist du verläßlich?
    Archangel! Archangel! Ich bin furchtbar schwer!
    Daemon, mein Vogel, komm, erheb mich doch!
    Gefallen bin ich in dies finstere Loch
    Und seh euch nicht mehr
    Im Wasser schwimm ich
    wie ein kleiner Fisch
    an der dicken Schnur“


    Lebangel:
    „Von dort empfangen. Wahrheit der Worte
    Die Frau
    Die Frucht
    Die Pforte“


    Bezangel:
    „Wo seid ihr denn nur?“


    Daemon:
    „Sei still, sei nur still. Die ganze Welt schreit.
    Hör doch nur, sei still. Wenn morgen der
    Himmel blau ist, dann entschwebe ich,
    vergesse, wer ich bin um zu sein, was
    ich bin wenn ich nicht schreie, nicht
    höre. Morgen... Sei still, sei doch still,...
    die Welt schreit... zerfließe ich im Blau,
    entschwinde um zu werden, um zu sein.“


    Malengel:
    „Die Wahrheit findet sich nicht in diesem
    Leben. Das Wahre und Wirkliche ist
    in einer anderen Dimension.“


    Belangel:
    „Unsichtbares in den Kreis hineinholen.
    Werden, wissen, glauben, empfangen.
    Wahrheit
    Glaube
    an eine ewige unvergängliche Unsichtbarkeit“


    Lebangel:
    „Von dort empfangen
    nach dort schicken
    Vermittler---------- des großen Kreises“


    Alle Engel:
    „Eins____________ mit der Natur, mit dem
    vergänglichen Leben.
    Eins---- mit der Ewigkeit in einer anderen
    Dimension
    Harmonie-- die Einheit von unsichtbar
    und sichtbar.“


    Mortengel:
    „Trennung.... von unsichtbar zu sichtbar
    in Verbindung mit den zwei
    Welten.
    Zwei Wesen in einer Frau.“


    Bezengel:
    „Dann gebe, tu an. Kälte hat angefangen
    hier, bis es braucht dessen Ursache, sehe ein“


    ...
    ...
    ...
    ...


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  10. #10
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    II.2
    ...

    Archangel: Mit Kraft, an die er nicht mehr geglaubt, erhebt er sich vom Boden. Zögernd erst, dann selbstbewußt, schlägt er mit den Flügeln. Gleitet, schwebt davon, dem Himmelblau entgegen. Trägt mit sich die Liebe für den, der ihn aufgehoben; für den, der seine gebrochenen Flügel geschient: für den, der ihn gepflegt; für den, der ihm die Freiheit gelassen. Versunken ist er im Blau, versteckt von Wolken schwebt er irgendwo, trägt er die Liebe mit sich, die ihm die Kraft, die Freiheit gegeben...

    ...

    Belangel:
    „Glücklicher Vogel fliege, fliege! Kehre nicht zurück.“


    Daemon:
    „Schreie der Freiheit ertönen am
    Himmel. Mal näher und deutlich, mal
    von Ferne. Die Krähen sind frei. Könnt
    ich doch schreien, so kräftig wie diese
    und schwingen mich in Freiheit, da oben.“


    Bezengel:
    „Ich bin ein kleiner Hund und habe keinen Herren,
    und dazu noch einen Knochen gestohlen!“


    Lebangel:
    „Kind, nie geboren, und doch, du
    lebst als Sehnsucht in mir, ohne Schmerz.
    Die Vernunft verhindert deine Geburt und
    den Schmerz. Du wirst nie anders leben als
    meine Sehnsucht.“


    Mortengel:
    „Ich möchte sie sehen, die Gestalten am Abgrund,
    ganz nahe sein wenn sie hinuntergleiten, sie ein
    Stück begleiten, ihren letzten Kampf verstehen.
    Gerade jetzt, weil ich so weit vom Abgrund stehe will ich
    gehen zu denen, die nicht mehr fort können, keine
    Wahl mehr haben.“


    Eisblume:
    „Regen, stille meinen Durst, erfrische
    mich! Nacht, verdunkle mein Gesicht,
    wo schon Finsternis. Mond, erhelle mein Gesicht
    wo schon Leuchten war. Wind, zerwühle mir
    mein Haar.“


    Engelchor:
    „So zart es war geschaffen
    so zart ist es geblieben
    doch hat manch rauer Wind
    das Blatt etwas zerrieben
    und ruhig ist es geworden
    wie einst, als es geboren
    der Schmerz, den es empfing
    hat sich im Wind verloren“


    Malengel:
    „Das Wort des Menschen ist nichts
    vor dem Wort Gottes“


    ...
    ...
    ...


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  11. #11
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    II.3
    ...

    Archangel: Wie soll ich erklären, was die Wirklichkeit mich nicht gelehrt? Warum unterbricht der Tod den Fragenden, Suchenden? Hatte er die Antwort? Habt ihr, ihr Toten, den Tod gerufen? Weil ihr die Antwort, so nahe, nicht
    ertragen konntet?


    ...

    Malengel:
    „Welke, welke, Menschenkind,
    welke an deinen Fragen
    ermüde daran
    und sterbe an deiner Weisheit,
    der ausgeschöpften, klaren Weisheit.
    Wisse, wohin du gehst.
    Wisse, was geschah.
    Wisse, wozu.“


    Mortengel:
    „Sterbe an vollem Verstehen
    an dieser Sicht dahinter“


    Belangel:
    „Sei ein Rad der Ewigkeit
    Göttlicher Vermittler, Vermittler
    Lächle wie ein Engel
    Lebe deine Heiligkeit
    Gib der Hoffnung Sinn“


    Lebangel:
    „Gib den Lebenssinn
    Sei ein Kind meines Gottes
    Sag, daß der Mensch ist
    Sag, daß das All ist“


    Bezengel:
    „und nicht nur Tier“


    Eisblume:
    „und nicht nur Erde
    Zeig mir das Licht
    damit unter der dunklen Erde
    meine Seele die Reise wagt
    und jetzt, im dunklen Sonnelicht
    meine Seele das Licht erahnt
    damit ich wachse, welke, wachse,
    hin zu lichten Todesarmen,
    hoch zum Gottesthron
    und meinen Körper
    der stummen Erde überlasse“


    Daemon:
    „ohne Schrei
    ohne Frage
    wenn die einzige Antwort
    mich zur Wahrheit trägt.“


    ...

    Archangel:
    Ob nah, ob fern, in dir findest du
    die Weite und die Nähe, beides. Hol
    was ist fern in dein Innerstes. Gib was
    dir nah ist, laß es heraus. Schick es....
    dorthin, wo du die Ferne vermutest.


    ...

    Bezengel:
    „Und deshalb ist der Mensch,
    der nicht an die Schöpfung
    glaubt, gleich den Dingen,
    über denen er stehen sollte, nämlich
    ein Tier.“


    ...
    ...
    ...
    ...


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  12. #12
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    II.4
    ...

    Archangel: Ein Salzkorn und eine Luftblase, ein Wassertropfen. Es wäre genug, um durch Nebel zu schauen, den Horizont zu sehen. Es wäre genug, um die Tür zu öffnen, in die Welt der Illusion zu treten. Es wäre genug, um auf der Erde zu bleiben und die Sonne zu spüren.
    Meine eigene Tür ist verschlossen. Es ist
    Zeit zu gehen, Zeit Türen aufzubrechen.


    ...

    Bezengel:
    „Ich verhungere, ich ersticke, ich verdurste,
    meine Seele stirbt“


    Belangel:
    „Warten auf ein wenig Salz
    Warten auf ein wenig Luft
    Warten auf ein wenig Wasser
    Ungewißheit“


    Eisblume:
    „Muß ich nun sterben? Jetzt, wo ich gerade
    geboren war.
    Wer wird dann geboren werden?
    Ich will jetzt leben und so, mit einem
    Salzkorn, einer Luftblase und mit
    einem Wassertropfen.
    Mit der Sonne und mit dem Licht
    der Nacht, auf der Erde mit einer
    Illusion.“


    Daemon:
    „Spürst du nun zum erstenmal
    daß sie nicht nur scheint?
    Brannte sie, du hattest Qual,
    warst mit dem Schatten vereint“


    Malengel:
    „Weit, unendlich, ohne Punkt, Höhen,
    Tiefen, Nah und Weit, Einheit der
    Unendlichkeit; mitten drin, nichts ist bestimmt
    alles ist fühlbar“


    Mortengel:
    „Komm zu mir“


    Bezengel:
    „ich bin zu schwer“


    ...
    ...
    ...
    ...


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  13. #13
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    II.5
    ...

    Archangel: Der Tod klopft an das Leben, unaufhörlich, leise, hungrig schleicht er um das frische Fleisch, kniet er nieder, bettelnd vor dem Zitternden
    baut ihm eine Höhle aus Eis...


    ...

    Lebangel:
    „Welche Lippen küßten den Tod herbei
    bereiteten ihm seine Speise?“


    Malengel:
    „Fenster, was bist du ohne Mauern?“


    Belangel:
    „Inmitten der Wüste?“


    Daemon:
    „Aufgehängt am Himmel?“

    Belangel:
    „Von welcher Seite
    schaute man hinaus?“


    Malengel:
    „Du bist erschaffen
    für selbstgebaute Gefängnisse“


    Daemon:
    „Gefangene
    verharren in der Dunkelheit“


    Malengel:
    „und du spielst mit ihrer Erwartung“


    Lebangel:
    „mit ihrer Hoffnung
    auf Licht, auf Träume, auf Leben“


    Malengel:
    „Du bist die Flucht derer
    die gegen selbstgebaute Mauern schlagen.
    Nur den Tod läßt du hinein
    Gefängniswächter“


    Mortengel:
    „Mit eisiger Umarmung
    umgreift er das zitternde Fleisch
    gierig
    nach der schlafenden Seele“


    Eisblume:
    „So lockst du mich
    zurück
    in deine Gemäuer
    in das Gefängnis
    deiner Träume“


    Bezengel:
    „Dies ist dein Sieg“



    ...
    ...
    ...
    ...


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  14. #14
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    Archangel: Klaffende Leere. Tod hat den Tod bewiesen. Leere Landschaft, die man verlassen muß, in der man nichts verlieren kann, nur dem Tod entrinnen.
    ...

    Mortengel:
    „Hast du den Keim sterben sehen? Genauso wirst
    auch du, ausgestreckt im heißen Sand, in den
    Tod hineingleiten, zu Wüstensand verfallen.“


    Belangel:
    „Erkennen
    in der Einsamkeit,“


    Malengel:
    „in der leeren Weite der Wüste, in
    der brennenden schmerzenden Hitze, in der eisigen
    Kälte der Nacht. Nahe am Verdursten, ausgedörrt,
    nahe dem Tode sterben sehen, was war gesät.“


    Lebangel:
    „Egal wohin, nur dem Tod entrinnen, hin zum
    Leben“.


    Eisblume:
    „Ein Wasser um den Durst zu stillen wo
    ein Grashalm gedeiht, wo ein Baum Wurzeln schlägt,
    wo eine Quelle rinnt, wo es Wolken gibt.“


    Daemon:
    „Fort vom Sand ehe der Durst den Wahnsinn bringt
    und der Geist den Tod ersehnt, noch bevor der
    Körper in der Sonne verbrennt.“


    So wird das All...

    Sei still, dort drinnen. Sei still und lerne
    zu warten. Warten auf etwas, was ich dir nicht
    sagen kann. Still sein, obwohl ich dich nicht trösten
    kann. Sei es trotzdem, denn ich kann deinen Schmerz
    nicht ertragen.
    ...


    Bezengel:
    „Erlösche nicht
    ich irre
    leuchte, leuchte“



    ...
    ...
    ...


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    ...
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  15. #15
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    ...
    Was hat den Menschen so stumm gemacht? Ist die Stille seine Weisheit, erbleichte er durch den wilden Sturm, dem er seine Todesangst entgegenschrie? Verliert der Mensch mit dem Tod seine Furcht vor dem Tod, oder verstummt er schon vorher?
    Vorhang!
    Rumor im Saal...
    ...

    Nachwort:

    Werde ich so sitzen da wie diese weiße weise
    Frau in abendlicher Dämmerung am hellen
    Tag, leise, hauchend.
    Welcher Tod nahm mir meine Furcht, welche
    Weisheit meine Stimme?
    Sofort muß ich aufbrechen. Die Wildheit
    meiner Unkenntnis, die Furcht meiner Geburt
    in Worten schreien, in Stürmen zerreißen
    Sofort. Sofort.
    Laß die stille Weisheit der alten Frau.
    Bist du frei werfen die Gefangenen ihre
    Fesseln nach dir.
    Bist du glücklich greifen blutende
    Hände nach dir.
    Die Unfreien und Verbitterten
    flattern mit gebrochenen Flügeln und
    behängen sich mit künstlichem Licht.
    Oft erkennst du sie erst wenn sie dir
    die erste Kette umgelegt und die ersten
    Wunden gekratzt haben und dich
    nun verspotten, sich selbst erhebend.
    Höre nicht auf ihr Geflüster, verachte ihre
    ausgestreckte Hand, niemand kann
    ihnen helfen.



    ...
    ...


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