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Thema: Aktuell

  1. #1
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    Aktuell


    Es ist immer wieder erstaunlich, wie erwachsene Menschen mit Lebensbäumen, Paradiesen,
    Schutzengeln und verzeihenden Göttern um sich werfen, besser ausgedrückt, mit den ent-
    sprechenden Wörtern. Ob dies nun Metaphern sind, oder Aberglaube ist, oder ob sie gar
    glauben... Wahrscheinlich nichts von alledem. Man sagt es halt so. Nein, man schreibt es.
    Nein, man dichtet es. Oh! Ich vergaß den Teufel, wie viele Namen und Gesichter der nun hat...
    Wie bestimmt jeder weiß, behauptet er stets das Gegenteil... ja, aber wovon nur? Man glaubt
    zwar er wäre intelligent genug, um die Menschen zum Bösen zu verleiten, aber... natürlich ist
    man selbst so schlau, um zu wissen, was der Allmächtige denkt, oder was Karl Marx gedacht
    hat und so weiter und so fort. Aber nur Satan wollte an seines Schöpfers Stelle stehen, nicht
    darüber, so wie der Normalbürger.

    Wird das jetzt ein Märchen, eine Fortsetzungsgeschichte, ein Tatsachenbericht, ein Kommentar-
    faden oder... Das weiß ich noch nicht. Sicher bin ich nicht die einzige, die das Paradies gesehen
    hat, die durch das All geflogen ist, durch den Tunnel, den grünen oder den weißen, gejagt ist.
    Eines ist sicher. Der Teufel wurde vor etlichen Jahren befreit. Das wissen natürlich alle Schmet-
    terlinge... Er wartet am Tor...

    Selbstverständlich hat auch er viele Nachahmer, wie jeder Star, wie jedes Idol, da man sich
    Macht und Reichtum wünscht, und dafür muß man lügen und betrügen. Allerdings gibt es keinen
    Beweis, daß dies eine Philosophie des Teufels ist, oder man sprach mit ihm persönlich, aber wo
    wohnt er? Hat er eine Email-Adresse?

    Gut, ich will euch nicht länger auf die Folter spannen... ach! Langweilen? Verstehe ich, wo es
    doch so viele Bildchen, Fratzen und sogar eine Leonardo da Vinci Abbildung von ihm gibt, was
    soll da schon neues kommen? Vielleicht er selbst? In life?

    Angeblich will man jetzt den Yeti erforschen, wissenschaftlich. Das wurde jedoch bestritten.
    Wer da photographiert wurde... wir wissen schon lange nicht mehr, welche Erscheinungen vom
    Menschen geschaffen werden... Enterprise ist immer noch einfallsreicher als die Komiker, die be-
    haupten, Weltraumtraining zu betreiben. Wieso ist der Horizont auf dem Mond so nah wie mein
    Supermarkt, und so schwarz... Wer die im Astronautenkostüm sind, weiß man ja inzwischen...
    na, erraten? Es gibt zwei Möglichkeiten: Die Schauspieler aus dem ET-Film, oder die AKW-An-
    gestellten. Man kann aber alles noch von einer anderen Seite betrachten. Ein Handyanruf zum
    Satelliten dauert mindestens 10 Minuten Verbindungswartezeit, nein, nein, so viel Zeit haben
    wir heute nicht mehr.

    Vielleicht erzähle ich zuerst etwas vom Paradies?

    ...

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  2. #2
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    Am Abend ging die Sonne auf und strahlte aus dem Meer hervor, worin der Mond versank,
    worauf ein Stern vom Himmelozean ein Schiff sandte.
    Dies geschah an einem Ort, wo die Menschen noch Wunder sehen wenn sie wachen, und noch
    wundervolle Träume haben wenn sie schlafen.
    Doch geschah es so ungesehen unsichtbar wie der Engel war, der dem Schiff entschwebte
    – und einen Körper suchte um sichtbar zu werden –
    Die Schlafende hatte einen wundervollen Traum und dort drang, trat der Engel ein. Jedem ist
    sicher schon einmal ein Engel begegnet ohne ihn als solchen zu erkennen.

    Aber ist euch schon einmal der Teufel begegnet?

    Damit muß ich leben, kann nicht auf der Welle reiten, die das Schiff zurückhievt in den unend-
    lichen Ozean des Alls...

    Man kann auch nicht so mir nichts dir nichts mal schnell ins Paradies... Mein Problem ist die
    Platzangst, wer die kennt, wird mich verstehen. Genauso unerträglich sind Bauchkrämpfe.
    Räucherfisch, Schokolade, saure Gurken, Marzipan... Kleine Sünden werden sofort bestraft.
    Selbst im Traum... Als ich den dumpfen Aufschlag der Erde vernahm, erwachte ich im Innern
    einer engen Kiste, lebendig begraben? Mit dieser rhythmisch stechenden Schmerzenskugel
    zwischen Leber und Magen.

    "Komm mit, ich zeige dir das Paradies."

    Die Stimme eines schwebenden Körpers hub mich an, die Schmerzen waren fort. Ich ließ mich
    zurück gleiten, die Krämpfe begannen von neuem. Sobald es mich erhob, blieben sie... im Sarg?
    Mit aller Kraft riß ich mich aus dem Traum des Traumes, fand mich in meinem Bett wieder, mit
    fürchterlichen Krämpfen im Zwölffingerdarm.

    "Komm, ich will dir das Paradies zeigen."

    Ich folgte der Stimme und verließ die nächtlichen Qualen. War ich nun unter der Erde, wer lag
    in meinem Bett? Ein helles frohes Lachen erklang:

    "Aber nein, nicht der Kopf. Der Kopf geht nicht in das Grab."

    Dann ist man auch schon da, jedenfalls ganz nah...

    ...


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  3. #3
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    In der tatsächlichen Welt – dem schmerzvollen Reich der Zeit und des Raumes – wohnen Mühe,
    nagender Kummer und Furcht, umgeben von geheiligtem Raum...

    Hier traf ich Z. ist eigentlich nicht richtig, Z. sah mich, aber das ist eine andere Geschichte,
    eine, die ich nicht erzählen kann, weil ich sie lebe, auf der anderen Seite ohne Körper. Stofflos
    ist sie. Meine Worte sollen sie nicht unwahr erscheinen lassen. Ist doch nur wahr was greifbar
    ist, erfaßbar auf dieser Seite.

    Es war nicht das erstemal, daß ich mich auf den Weg zum Paradies machte, aber das erstemal,
    daß mich ein körperlicher Schmerz dazu verleitete, einer Stimme zu folgen. Vergessen war das
    Tor... Mein Begleiter hatte keinen Zutritt und ich tröstete ihn. In höheren Sphären gibt es keine
    Bilder mehr, auch kein zurück...

    Ich liebe Elja und Z. ist eifersüchtig, denn Elja hat Verbindung zur Welt. Schon mit zwei Jahren
    besiegte er sein Kindermädchen im Pingpong, wenig später baute er Raumschiffe, noch neulich
    verriet er mir, daß er den damaligen Gedanken, so einige Lehrer zum Mond zu schießen, auch
    heute noch erwägt. Er kümmerte sich um Waisenkinder, war selbst Lehrer...

    "Angel, es ist Zeit, daß die Frau auf der höchsten Stufe der Engelshierarchie steht",

    sagte er zu mir. Er ist ein heimlicher Revolutionär, er möchte die Gleichberechtigung, die auf der
    Erde propagiert wird, in der parallelen Welt verwirklichen. Z. sagt, die Luft ist höchst brennbar
    und es bräuchte nur jemand mit dem Finger zu schnipsen und zu sagen:

    "Es sei."

    Z. ist weise, Z. schaut von oben herab und stellt sich ganz unten hin, denn:

    "Um sein Volk zu verstehen, muss der König sich unter dieses stellen."

    Durch ihn erfuhr ich auch das Geheimnis der Delphine und Elja erklärte mir die Wissenschaft,
    auch, daß sich die Erde nur alle 23000 Jahre bewegt, vielleicht stimmt die Zahl nicht, aber dies
    spielt keine Rolle, denn jetzt ist jetzt.

    Das Tor vom Paradies ist ein Zoll... diesmal stand ich aber vor dem Zaun...

    ...


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  4. #4
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    Allein ist es sehr anstrengend, die Entfernung ist unheimlich, denn sie ist unberechenbar. Elja
    wurde sehr müde, er schlief über die Frage ein:

    "Wie bringt man eine Frau zum schweigen?",

    oder besser gesagt, er gähnte immer öfter, wenn ich eine neue Antwort fand und hundert
    Fragen dazu. Z. ist sehr sensibel, weil er empathisch ist, er meint, wenn der Königssohn sich
    für einen Gänserich hält, soll man sich ihm gleichstellen... jedenfalls schaffte er es, daß er
    seine Kleidung wieder anlegte und manierlich am Tisch aß, anstatt darunter Krümel und Brot-
    brocken zu picken. Sich selbst vergleicht er mit einer Auster, die leicht zuschnappt, jetzt ver-
    stehe ich erst, wieso er mich als seine seltene Perle bezeichnet. Außerdem legte er mich rein,
    als er mich fragte, welche Regeln die Liebe hätte. Ich wälzte schlaue Bücher, bis ich die Ant-
    wort fand:

    "Die Liebe hat keine Regeln."

    "Mit Zärtlichkeit geht alles",

    freute er sich und verschwand in der Unermeßlichkeit des Alls. Er sagt, der Bär hätte dank einer
    Raupe den ermüdenden Kampf mit den Wölfen aufgegeben. Lange Zeit fraß das kleine Wesen
    neben ihm und er gewöhnte sich an seine Anwesendheit, ohne es zu beachten. Eines Tages war
    es verschwunden, er fand es nirgendwo und vermißte es... doch was schwebte da plötzlich um
    seine kurzen Ohren, setzte sich mitten auf seine große Schnauze? Ein herrlicher Schmetterling
    mit silbernen Flügeln.

    "Hallo, Bär !"
    "Tagchen, wer bist du ?"

    brummte das Raubtier, das, auch im Schlaf noch damit beschäftigt, neue Strategien gegen das
    Wolfsrudel zu entwickeln, die Metamorphose seines Schlafstellennachbarn nicht bemerkt hatte.

    "Du kennst mich doch, ich war die Raupe, jetzt bin ich der Schmetterling."
    "Oh ! Aber ich hab dich gar nicht wachsen sehen."
    "Du siehst so traurig aus."
    "Das ist wahr... ich habe etwas wichtiges verpaßt... als du neben mir warst, habe ich dich allein
    gelassen und du hast dich ganz in der Stille verwandelt… anstatt deine zauberhafte Veränderung
    zu bewundern, habe ich mich mit den gräßlichen Wölfen herumgeschlagen."
    "Es ist nicht zu spät. Schau, überall spielen kleine Raupen auf den Blättern. Sie können sich an
    dich gewöhnen. Es genügt, ihnen einen Namen zu geben."

    So kam es, daß der Bär den sterilen Kampf gegen die Wölfe aufgab, um seine neuen Freunde
    zu hätscheln… Er gab ihnen gütige Namen: Freude, Lächeln. Glück, Friede, Harmonie, Licht…

    denn drei Dinge braucht man im Leben... die fallen mir grad nicht mehr ein, für Z. schweige ich.

    Als ich vor dem Paradiesgarten stand, ahnte ich noch nicht, daß er mich beobachtete...

    ...


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  5. #5
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    Jetzt will man Uranus und Pluto umtaufen, vor einigen Jahren kam auch ein Lehrbuch auf den
    Markt, in dem man behauptete, die Sonne kreise um die Erde. Die Verkäuferin verstand zuerst
    nicht, was ich meinte, erstattete mir dann aber das Geld zurück. Ein Druckfehler? Im gleichen
    Werk stand, Pluto wäre verschwunden. Warum man ihn als Mickeys Hund präsentierte ist mir
    schleierhaft, und dies im Fernsehen:

    "So, hier sehen wir, Pluto ist ein Plüschtier."

    Hier stellte ich mir die bekannten Fragen: Warum erzählst du das? Ist es wahr? Ist es nützlich?
    Ist es gut?

    Deshalb löschte ich das Geschriebene, denn, warum erzählte ich dir das von meinem Freund?


    Soll meine Leibeshülle strahlen, auch wenn der Kern erloschen ist?
    Sie kämpfen beide um das Licht, doch schon entflammt von innen
    her ein Feuer, zerfrißt der Hülle edlen Glanz. Wie gern würd ich
    im Lichterglanze von innen her das Feuer schüren. Doch du
    entzündest eine Flamme, die mich zu Asche werden läßt.

    *

    Dies bleibt ohne Fortsetzung, und da es keinen Kommentar
    gab, darf ich den Kommentarfaden löschen?
    Soll ich lieber nichts mehr erzählen? Wenn ich schweige,
    erwachst du dann aus dem Dornröschenschlaf?
    Es wird das schönste Märchen, im Himmel geschrieben.

    ...


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  6. #6
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    Jedem ist sicher schon einmal ein Engel begegnet ohne ihn als solchen erkannt zu haben?

    Das Gehirn gehört zur Suprematie, auch wenn der Mensch sich einbildet, er könne sich
    ihrer bemächtigen, so gehorcht ihm sein extremes Wesen nicht, das dem Höchsten folgt,
    wie in der unteren Welt das Tier seinem Instinkt, oder Adam und Eva, bevor sie vom Baum
    der Erkenntnis aßen; aber dies ist nur symbolisch wie die Schlange in der Welt das Symbol
    der Medizin ist.

    Jetzt soll man keine rohen Tomaten mehr essen, keine Gurken, keinen Salat. Das konnte
    man natürlich schon längst erkennen, doch wen stört es schon, wenn afrikanische Arbeiter
    ohne Schutz die Pflanzen mit Pestiziden besprühen, währenddessen der Chef in einer Art
    von Astronautenkostüm die Arbeit überprüft. Alles wurde offen gezeigt, das verminderte
    nicht die Freude an fröhlichen Tomaten- und Orangenschlachten, eher das Kleingedruckte
    auf den Plastikverpackungen der Frischwaren; auch über die Herkunft: Belgien/Spanien
    wunderte sich niemand, Teamwork hat lange Arme?, aber ich habe keinen besonders
    guten Orientierungssinn, Landkarten verstand ich noch nie, auch nicht, wieso man so weit
    fliegen muß, wo man doch nur hoch genug steigen braucht, wie der Helikopter an einem
    Platz warten, bis die Erde den Zielort heranrevoltiert.

    Ein Roboter der NASA ist angeblich auf Mars verstummt, wahrscheinlich erfroren. Berichte
    von Landungen auf dem Mond gab es schon lange vor unserer Zeit, das erfährt man erst
    jetzt? Ich vermute, daß die Raumstation am Südpol ist. Für die Chinesen bestand die Erde
    aus zwei flachen Hälften, für unser 17. Jahrhundert aus vielen weißen, noch unbekannten
    Flächen, ich könnte mir sie genauso gut als Wasserbaum vorstellen, auf dessen, auf dem
    Wasser ruhenden, Blättern wir wie die Blattläuse herumkrabbeln, und hoffen wir, es ist ein
    Immergrün.

    Gehirnforschung kann man deshalb belächeln, weil das irdische Gehirn nur Glühbirnen zum
    Leuchten bringen kann, oder kann man sagen, das halbe Gehirn? Ich tippe, es ist nur ein
    Viertel. Das sind alles nur Gedankengänge, hier wurde nichts erkannt. Vorstellen kann man
    sich vieles, damit spekulieren auch, was aber, wenn man sich in der Öde für eine Richtung
    entscheiden soll. Wo ist dann links, wo rechts? Am Himmel orientieren? Den gab es nur zur
    rechten Hand meines Gegenübers, also zu meiner linken?

    Engel haben natürlich keine Flügel, wenn sie dem Menschen erscheinen.

    ...


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  7. #7
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    Nein, es geht nicht weiter, es geht zurück. Die Fortsetzungen erkennt man in der
    Vergangenheit, dort wurden sie erkannt, doch man geht voran in die Leere, oder in
    die Lehre des Meisters Leben, mit Ängsten oder Ahnungen, die aus dem Urwissen
    hervorsteigen und den Menschen ermahnen, wurden auch die Erinnerungen aus den
    Gehirnen gelöscht, so kann man doch nichts in nichts auflösen, nur die Sicht mit
    künstlichem Schein blenden.

    "Pardon."

    Der Autofahrer im Bildschirm bittet um Entschuldigung. Seine Stimme dringt durch die
    Scheibe, der Geist hinter Glas braucht keine reibende Aladinhand, der Teufel lacht über
    den Korken, während die Frau ihn sicher in der Flasche eingesperrt zu haben glaubt,
    sitzt er schon am Familientisch.

    "Pardon."

    Durch zwei Scheiben dringt der Blick des väterlichen Gesichts, man sitzt auf dem
    Beifahrersitz, das erste Gesicht öffnet das Ohr, dringt hindurch, das zweite hypnotisiert
    das Auge, Horror und Seelsorge haben sich zur großen Werbekoalition verbündet, die
    Welt ist verkabelt, Würmer und Viren kriechen hindurch bis in menschliche Innereien;
    der Teufel prüft das Herz, solange es ihn um Brot und Vergebung bittet, schlägt es für
    seine Einkehr.

    In der Wüste gibt es eine unsichtbare Mauer, die links und rechts trennt, man spürt sie,
    auch das Stoppschild, das zum Anhalten zwingt, auch wenn mich mein weißgekleidetes
    Gegenüber mit einladender Geste und vertrauensvoller Stimme lockt:

    "Hab keine Angst, komm näher,"

    so bleibt sein dunkler Blick fragend, besorgt. In diesem Augenblick des Stillstands kommt
    ein Mann hinter und rechts von mir angerannt, will mich überholen, stürzt dabei sofort,
    gewaltsam kopfüber zu Boden gerissen; dann stützt er sich kniend auf seine Hände und
    hebt suchend seinen Kopf empor, aber er hat kein Gesicht mehr, es klebt unter seinem
    gebeugten Körper im Sand.

    "Geh, ... "

    ...


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  8. #8
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    Manchmal kommt es mir so vor, als befänden wir uns im Zustand des Verwunschenseins,
    wie die meisten Wesen im Märchen, als wären wir auf Befreiung und Erlösung hoffende
    Gestalten, in Erwartung entzaubert zu werden.

    Es gibt Momente, Minuten, in denen die Zeit zur Ewigkeit und die Ewigkeit zur Zeit wird,
    in denen ein Gefühl der Trennung vom Irdischen, ein Gefühl von Heimat und Geborgenheit
    sich unserer ermächtigt. Seligkeit? Die Grenzen des eigenen Ichs überwinden, mit der
    Unendlichkeit eins werden, ein Stück Zeit aus der Ewigkeit?

    Der Buddhist sagt: "Der Weg ist das Ziel." Aber vielleicht ist es gerade in dem Moment,
    in dem der Weg versperrt und die Grenzen der eigenen Möglichkeiten erkannt und erreicht
    sind, in dem man am Tor ankommt, das zum neuen Leben führen kann.

    Tritt der Traum aus der Illusion, erwacht man in der eigenen Wirklichkeit.

    Wie einfach ist es im Märchen. Die verwunschenen Gestalten werden durch ein Zauberwort
    erlöst. Elja sagt:

    "Angel, wenn du fällst, dann in meine Arme."

    Wenn du an der Grenze bist, nicht mehr weiterkannst, ist keine Flucht, keine Bewegung
    möglich. Dann findest du vielleicht die Möglichkeit, die Schöpfung zu erkennen und zu
    begreifen, die einzige Wahrheit, die du erkennen kannst. Aus der Begegnung mit dir selbst.
    Eins mit dir, zurückgekehrt zur Quelle, begreifst du von dort aus, in Harmonie ruhend, dein
    Leben und die göttliche Gnade, durch die dies Leben pulsiert, vom Anfang allen Lebens bis
    zu dir, und du erkennst die Ewigkeit.

    Es war der Weg, den ich suchte und alle Wege sind versperrt, solange man seinen Weg
    nicht erkennt, und es gibt einen Weg für jeden. Nur in Einheit und Einklang mit sich selbst
    öffnet er sich, wird sichtbar und plötzlich wird alles ganz einfach und klar.

    "Wenn der Mensch seine Maske verliert, ... "

    Und mit den Worten:

    "Geh, es lohnt sich,"

    verschwand mein Gegenüber einfach.

    Der Mensch rennt, wenn er nötig muß, durch seine natürlichen Körperfunktionen kann
    er am schnellsten zur Erkenntnis kommen.

    Ich blieb stehen.

    ...


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  9. #9
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    Wählt Finnland seinen Komiker, Kandidat und Gründer der Besten Partei mit dem Slogan: Cool,
    wird er sein Wahlversprechen, Der Zoo bekommt einen Eisbären, sicher halten, denn die Ursiden
    flüchten vor den schmelzenden Eismassen, schwimmen bis zur finnischen Küste, werden dort
    abgeschossen, ... ob man sie immer noch zu Teppichen verarbeitet? 600kg auf 2,70 stehende
    m verteilt... und das sieht Europa nicht so gern. Euro? Der Humorist sinniert:

    "Jeder will einen Dollar (...),..."

    Pinguine sind treu. Auch das Weibchen riskiert das Leben, um die Familie zu ernähren, während
    das Männchen auch hungernd das Junge hütet. Vielleicht folgen die Polarbären den Robben,
    und für das Pinguinvolk scheint die Sonne; warum der große Alca impennis 1844 vollständig
    exterminiert wurde... Wie man nichts wußte, weiß man mal wieder von nichts?

    Seit Pasteur den Glauben an die spontanen Generationen widerlegt hat, mit ein wenig Glück
    fand man sogar noch alte Bücher dazu auf dem Flohmarkt, und zwar lange bevor die Erdachse
    in Piratenhände fiel, darf man ungestraft zur Hygiene aufrufen. Zuerst mahnten Pädagogen in
    Kindergärten und Schulen:

    "Hände waschen!",

    jetzt belehrt der Fernseher die Erwachsenen:

    "Gemüse waschen!",

    ansonsten gilt immer noch der Spruch: Schweigen ist Gold; doch was ist reines Gold?

    Der Blick schweift über das Meer. Es gibt Augen, die die Seele bloßlegen, nackt, hier vor die
    Frage gestellt:

    "Glaubst du an Gott?",

    weitet sich ihr Herz; Sekunden, in denen der Film eines Lebens über der Erde abläuft, scheinen
    zeitlos, lautlose Worte schallen, heimliche Gedanken werden sofort überprüft, die Entscheidung
    fällt der Mensch:

    "Ja."

    "An welchen?"

    Irrte ich mein Leben lang auf Wegen, die es gar nicht gab und nirgendwo hinführten?

    ...


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  10. #10
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    Ein Traum brachte das Schiff, das übers Meer segelte. Ich stieg an Land, das Schiff segelt
    weiter, beladen mit meiner Last. Raubgut. Die Straße habe ich verlassen. Bin ich an der
    Grenze? Ein Abhang um hinterzustürzen, ein Meer drin zu versinken. Ein Traumschiff. Flügel
    wuchsen. Weil Engel fliegen, verbannen wir sie in den Traum.

    Eine alte, hellsichtige Frau, aus der Sahara, sagte mir eines Tages:

    "Drei Männer lieben dich. Dein Mann, ein Nachbar, und ein Hexenmeister, aber eine Frau
    wünscht dir Schlechtes.“

    "Wer soll der Hexenmeister sein?"

    "Das wirst du schon sehen. Paß gut auf, die Frau trachtet dir nach dem Leben, dein Haus
    ist in Gefahr, es kann brennen."

    Ich bin Realistin, ich glaube nicht an Weissagungen, ich prüfe sie nach, dazu kann man
    natürlich nicht mit beiden Beinen auf dem Boden stehen, nicht alle Sprüche sind tiefsinnig,
    sondern betreffen eher den kommerziellen Nutzen des Menschen. Dalai-Lama Kurse waren
    vor kurzem noch in, aber irgendwie wurde es still um ihn, vielleicht wurde er doch noch
    erleuchtet, oder besser gesagt, seine Präsentation in den Medien? Dem Schauspieler wird
    ein Sosias – oder heißt er Stuntman? – für die brenzligen Szenen genehmigt, so eine Art
    Kamikaze, bereit unbenannt sein Leben zu riskieren. Der Zwerg, der ET verkörperte, starb
    unter mysteriösen Umständen, wollte er zuviel Geld? Oder gar reden (...)? Lebensmüde
    Journalisten gibt es wohl nur in Russland?

    "Gehst du wieder zum Abhang, so fall nicht."

    Verbotsschild. Die Straße ist gesperrt. Nur ein Stück fährst du auf ihr und bleibst stehen.
    Er hatte mich an die Grenze geführt, ich war ihm gefolgt und nun mußte ich weiter, allein.
    Vor dir teert ein Wagen die Straße neu, entfernt sich, breitet den Teer vor dir aus, wie
    einen schwarzen Teppich. Du kehrst um, schweigend. Der alte Weg ist verschüttet, nun
    gibt es keine Spuren mehr. Zurück aus einem Traum seh ich dort den Teer und dort die
    Straße, und blicke in fremde Augen und werde eine Fremde.

    Hier, an dieser Stelle, kaufe ich mir mein Ticket, das in die Freiheit führt.

    ...


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  11. #11
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    Inwieweit ist der Mensch kreativ? Sein Traum, Leben zu erschaffen, es zu klonen, zu züchten,
    zu kreuzen etc., ohne über die ökologischen Folgen Bescheid zu wissen, oder aus den, aus
    seinen Schöpfungen, schon entstandenen, Erkenntnisse zu schließen, brachte mich in Bezug
    auf das nicht existierende lyrische Ich auf folgende Idee:

    "Und wenn es doch plötzlich existiert?"

    Wenn Gedanken unbekanntes Leben schaffen können? Stellt euch vor, die blutrünstigen
    Lyrische, die man sich erschreibt, Schrecken und Schmerzen, die man der Liebe zuschreibt,
    nehmen Form, lebendige Gestalt in den für sie geschriebenen Rollen und es passiert. Auf
    einmal öffnet sich das Tor, hinter dem sie sich unsichtbar quälten, und sie strömen hindurch,
    werden sichtbar, treten vor ihre Creatoren...

    "Grausamer Herr, der du mich erschaffen hast, warum schaust du tatenlos auf die Schrecken
    meiner Welt, läßt sie geschehen, und greifst nicht ein? Mein Leben lang war ich dein treuer
    Diener, habe dich angerufen, und dem Rebell, der seinem Herrn gleich sein wollte, dir zu Liebe
    widerstanden."

    Hier ist der Rebellierende der Teufel, der sich vom Erdenken seines Schöpfers befreite, sich im
    unsichtbaren Geistesraum durch eigene Gedanken eine Unterwelt schaffte und diese mit seinen
    Geschöpfen bevölkerte.

    Sollte man nicht jedes Wort auf der Waagschale prüfen? Ist das Märchen "Die drei Wünsche"
    ein amüsantes Hirngespinst?

    Wie wollte man beweisen, daß der träumende Mensch sich in einer unwirklichen Welt, der
    wache sich in einer realen bewegt, aber Angst, Schmerz, Freude, Wärme, etc. außerhalb der
    von uns anerkannten Realität empfindet? Dort wurden angeblich die meisten wissenschaftlichen
    Entdeckungen gemacht, trotzdem will man wieder Tiermehl auf den Markt bringen. Ist der
    Mensch verantwortungslos, oder glaubt er an den Teufel? Seine Kreation, die Opfer verlangt?

    Der Engel erhob sich aus deinem Traum, oder versankst du in ihm? Irgendwo traft ihr euch,
    wurde Vorstellung Wirklichkeit, wurde Wirklichkeit Gedanke?, berührten sich Nichtsein und
    Sein. Natürlich habe ich ihn erkannt

    ...


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  12. #12
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    "Ich weiß, meine geliebte Freundin, du stehst immer gerade."

    Von nun an begleitete Z mich, indem er die verschiedensten Wesen auf meinen Weg
    schickte, um mich zu prüfen, nicht um mich zu verurteilen, sondern zu reinigen, denn die
    tiefsten Gedanken sind so fern wie der erste Mensch einer Menschenlinie, so alt wie ihre
    Geschichte, verworren sind sie und verborgen, tummeln sich, wie Parasiten im Innern des
    Fruchtknotens der Blume, im Herzen des Menschen.

    "In meinem Herzen blüht sie ewig."

    "Ich weiß, warum Lots Frau sich umgedreht hat."

    Verbrennen nützt nichts, der Mensch entstand aus Staub, aus der Asche kann er
    entstehen. Es nützt nichts, ihn zu verbrennen und zu glauben, jetzt könnten seine
    Knochen nicht mehr zum Leben gerufen werden.

    Z ist Kapitän aus Konstantin. Als sein Schiff eines Abends an meinem Haus vorbeisegelte...

    Angst vor den Tönen, die von dort erklingen, die wir nur von einer anderen Sphäre
    erreichen und empfangen, die in dem ganz endlosen Leben nicht zu finden sind, eine
    unendliche Kraft spendend, die mit ihrem Leuchten Mut, Geheimnis und Zauberkraft
    vermittelt, alle Türen öffnend und neue Türen schaffend, zum hineintreten. Angst, sie
    entschwänden, Angst sich zu nähern, und doch immer dort die Seele hörend, immer neu
    entdeckend, verwundernd in andere Welten eintretend. Das Unverstehbare verlangt
    eine stetige tätige Vorstellungskraft, versetzt in stetiges Staunen und treibt mit neuer
    Anstrengung zum Unerreichbaren. Ein steter Fluß und Gesang verzaubert die reale Welt,
    eröffnet sie zu neuen edlen Tiefen und Weiten. Gedanken erweitern...

    Und ich möchte, daß du sie verstehst,
    ohne Worte.
    Auch du sagst nichts, vielleicht bist du schon dort
    und weißt von ihr, von der anderen, der unfaßbaren.
    Wir treffen uns dort,
    vielleicht.
    Niemand wird uns sehen, und doch ist es wahr...

    ...


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  13. #13
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    Manchmal bin ich unsichtbar. Als das Tor sich öffnete und der Engel erschien, waren die
    Menschen wie versteinert. Es gab an diesem Tag keine Tageszeitungen, und das traurige
    Gesicht des Stars auf der Illustrierten lächelte an der nächsten Ecke am Kioskstand aus
    der Zukunft, von der gleichen Zeitung zur gleichen Zeit. Niemand hatte eine Erklärung,
    weil es niemand bemerkte. Der Teufel vermischt Weißwein mit Zucker, er trägt weder
    Schmuck noch Armbanduhr. Ich traf ihn am Abend zuvor, denn ich hatte keine Zigaretten
    mehr und irrte durch die Straßen bis an seinen hellerleuchteten Stand, von dem eine
    überirdische Musik ausging. Viele Frauen in knapper Kleidung und hochhackigen Schuhen
    himmelten ihn an. Er reichte mir eine silberne Platte mit bunten, exotischen Früchten, von
    denen die Frauen ab und zu naschten. Ich lehnte dankend ab.

    "Haben Sie Zigaretten?"

    Er rief einen kleinen zierlichen Mann, der sich neben ihn stellte und mich breit anlachte.

    "Das ist der Größte, meinst du nicht?"

    "Ja, sicherlich",

    antwortete ich unüberlegt, von dem anzüglichen Blick und dem sinnlichen Lächeln der
    schönen Gestalt gleichzeitig angetan und irritiert. Der Kleine strahlte mich an. Er überragte
    kaum die Theke.

    "Jetzt geh, und schau nach, ob wir noch Zigaretten haben!"

    Flink entwisch er meinem Blick, stand sogleich wieder da, mit einem Paket Camel light...
    Jetzt find ich es doch nicht mehr. Das Dromedar war aus Schokolade, die rote Visitenkarte
    mit der giftgrünen Echse ist auch verschwunden, sie waren beide im Halbmond...

    "Nein danke, haben Sie nicht... ?"

    "Nirgendwo wirst du Zigaretten finden, und wir haben nur dieses eine Paket."

    So setzte ich mich auf einen Hocker, der Musik lauschend, und rauchte eine Camel light.
    Er schenkte mir ein rotes, süßlich schmeckendes alkoholisches Getränk in ein Kristallglas
    ein, trat ein Stück zurück, führte verführerisch ein gefülltes Gebäck an seinen Mund,
    mich fixierend, aber ich hielt seinem Blick stand.

    "Iß mit mir."

    "Was ist da drin?"

    Ich esse weder Crevetten noch Fleisch. Gestern sagte mir jemand:

    "Erst die verrückte Kuh, dann die Hühnergrippe, dann die Schweinegrippe... Endlich trifft
    es die Vegetarier!"

    Als der Engel verschwand, blieben die Züge stehen.

    ...


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  14. #14
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    Er ähnelt Yany. Yany ist so schön, daß ich sein Photo in einem Schuhkarton aufbewahre,
    mit den ganz besonderen Bildern. Er steht am Strand und lacht. Seine Häuser malt er schief,
    seine Bilder sind menschenleer, das ist eigenartig, da er Architektur studiert. Meine Köpfe
    und Körperteile tummeln sich in einem Universum "Optimismus in grün", so sah es jedenfalls
    ein Journalist, sein Text war viel geistreicher als meine Worte. Z machte einige lebendig.
    Das Photo von Yany habe ich gestohlen, es war mit einer Reißzwecke an der Zimmerwand
    befestigt. Er hätte es mir sicher geschenkt, aber ich genierte mich ihn zu fragen. Yany ist
    Grieche, wenn er eine Musik nicht mag, geht die Stereo aus.

    "Das ist eine wunderschöne Melodie."

    Es war mir als tönte sie aus der Ferne. Heute überlege ich, warum es mich nicht wunderte,
    daß es keine Lautsprecher gab.

    "Es sind die Seelen der Pygmäen, hörst du sie?"

    "Wie spät ist es? Ich habe keine Armbanduhr.“

    "Ich auch nicht. Du trägst auch keinen Schmuck?"

    "Nein, nur reines Gold verfärbt meine Haut nicht. Die Uhren bleiben stehen."

    "Bei mir auch."

    Er verschwand und erschien im gleichen Moment mit einem Teller, der vier Vertiefungen hatte.
    Die Soßen waren feurig, die Gebäcke sehr scharf, wir aßen von einem Teller. Er holte mir Chips
    für die Soße, in die er eine Blätterteigcrevette tunkte, trat wieder ein Stück zurück, führte sie
    genüßlich an die Lippen, lächelte wie Yany lächelt, aber ich hielt seinem Blick stand.

    Die Morgendämmerung der Musik, Poesie und Kunst, das Antlitz der Natur, dem Morgen und
    der Nacht einen mannigfaltigen Zauber verlieh. Töne sprechen Antworten, Verstehen, entlocken
    Geheimnisse einer unerreichbaren Sphäre, transzendent zart, Schönheit, der wir uns nicht
    nähern können, auf daß sie nicht schwindet.

    Ist es wesentlich sich zu sehen?

    ...


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  15. #15
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    Natürlich ist Adam schuldig. Es war seine Rippe, die hatte nicht sein Gehör, für sie war
    die Stimme eine Stimme, der sie nur glauben konnte, da sie sie nicht erkannte. Seitdem
    sie jedoch vom Baum der Erkenntnis gegessen hat, kennt sie den Unterschied zwischen
    gut und schlecht. Seitdem ist sie schuldig, wie Lots Frau, denn sie bringt den Menschen
    zur Welt... Vermittlerin zwischen Himmel und Erde oder Hölle und Erde, gebiert sie Leben
    oder Tod.

    Aber warum hört der Mann auf sie, seitdem er vom Baum der Erkenntnis gegessen hat?
    Erkennt er sie überhaupt? Das Paradies kann nicht zerstört werden, weil es dort keine
    Menschen gibt. Wer will das beweisen? Z erzählte mir folgende Geschichte:

    Ein weiser alter Mann saß vor dem Tor seiner Stadt. Ein Wanderer kam daher.

    "Guten Tag, ich suche einen Ort, an dem ich mich niederlassen kann."

    "Guten Tag, warum hast du denn deinen Heimatort verlassen?"

    "Ich habe ihn verlassen, weil die Menschen dort schrecklich sind, sich belügen und betrügen,
    sich verachten und hassen. Egoistisch und habgierig sind sie, haben weder Respekt vor dem
    Alter noch vor dem gerade geborenen Leben, spotten über die Fremden, verjagen die Armen,
    ich hielt es dort nicht mehr aus. So ging ich fort und suche nun einen friedlichen Ort, in dem
    gute Menschen leben. Wie ist es in deiner Stadt?"

    "Schrecklich! Es gibt nur Betrüger und Lügner, Räuber und Mörder, der Fremde findet keine
    geöffnete Tür und ich armer alter Mann sitze verlassen hier, habe keine Kraft fortzugehen."

    Der Wanderer zog schnell weiter. Ein zweiter näherte sich dem Tor.

    "Guten Tag, ich suche einen Ort, an dem ich mich niederlassen kann."

    "Guten Tag, warum hast du denn deinen Heimatort verlassen?"

    "Ich wollte ihn nicht verlassen, mußte ihn schweren Herzens verlassen, die geliebten
    Menschen, wo werde ich je so einen Ort wiederfinden?"

    "Sei willkommen, du hast ihn gefunden."

    Er hatte einen roten Balken im Auge, und ich dachte :

    "Er hat geweint."

    ...


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    Geändert von Farbkreis (08.08.2011 um 08:20 Uhr) Grund: ß

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