1. #1
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    bitte um Hilfe bei der Metrik

    Hallo
    Ich muss am Donnerstag eine Gedichtinterpretation halten, habe aber meine Probleme bei der Metrik..

    Könnte mir vielleicht jemand von euch dabei helfen? Ich sitze schon seit Ewigkeiten daran, aber bekomme es einfach nicht hin

    -- Gedichtsangabe editiert: Rolf Dieter Brinkmann "Einen jener klassischen" --
    maXces
    -Moderator auf gedichte.com-


    Es wäre sehr nett wenn mir vielleicht jemand helfen könnte.

    LG,
    schokoschnute.
    Geändert von MisterNightFury (03.04.2011 um 14:16 Uhr)

  2. #2
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    Liebe Schokoschnute.
    ich habe es mal unternommen, bei den Versen die Hebungen durch ein grßes X, die Senkungen durch ein kleines x zu verdeutlichen. Wie Du siehst, purzeln da Trochäen, Jamben, Daktylen und Anapäste lustig durcheinander. (Trochäus = Xx,
    Jambus = xX, Daktylus = Xxx, Anapäst = xxX). Mit anderen Worten: das Gedicht ist nicht in einem einheitlichen Metrum geschrieben. Der Verfasser arbeitet mit zahlreichen Enjambements (Zeilensprüngen), die mir manchmal nicht ganz einleuchtend sind. Insgesamt ist das Gedicht aber doch in gebundener Sprache geschrieben und hat seinen individuellen Rhythmus. Ich bin kein überragender Fachmann, würde das Gedicht aber unter "freien Rhythmen" einordnen.
    Ich hoffe, Dir geholfen zu haben.
    Liebe Grüße,
    Heinz

    Zitat Zitat von S1, Rolf Dieter Brinkmann - "Einen jener klassischen"
    Einen jener klassischen
    schwarzen Tangos in Köln, Ende des
    Monats August, da der Sommer schon
    XxXxXxx
    XxXxxX-Xxx
    XxxXxxXxx

    Zitat Zitat von S2, Rolf Dieter Brinkmann - "Einen jener klassischen"
    ganz verstaubt ist, kurz nach Laden
    Schluß aus der offenen Tür einer
    XxXxXxXx
    XxxXxxXxx

    Zitat Zitat von S3, Rolf Dieter Brinkmann - "Einen jener klassischen"
    dunklen Wirtschaft, die einem
    Griechen gehört, hören, ist beinahe
    XxXxxXx
    XxxX-XxXxXx

    [...]

    xXx-xXxxXxx
    xxXx-xXxxX

    [...]

    Xxx-xXxxX
    xxXxxXxXx

    [...]

    xXxXxXxX
    XxxXxxX

    [...]

    XxxXxX
    xxXxXxXx

    [...]

    XxxXxXxXX
    XxxX
    Geändert von Jamzee (03.04.2011 um 14:30 Uhr) Grund: Copyright

  3. #3
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    Vielen Dank, Kulturheinzi
    du hast mir wirklich sehr geholfen

    LG,
    schokoschnute

  4. #4
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    Ich habe das Gedicht von Rolf Dieter Brinkmann editiert, da der Autor noch keine 70 Jahre tot ist. Beachte dazu bitte unsere Grundregeln sowie das Urheberrecht.
    Man findet es mit Titel und Autor aber ohnehin.

    LG,
    maXces
    -Moderator-

  5. #5
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    Hallo schokoschnute,

    Warum du dir gerade diesen Prosatext, für welche Gedichtinterpretation? ausgesucht hast, erklärst du leider nicht.

    Ich würde zuerst die Sätze leserlich Zeile für Zeile aufschreiben:

    Zitat Zitat von Rolf Dieter Brinkmann - "Einen jener klassischen"
    Einen jener klassischen schwarzen Tangos in Köln, Ende des Monats August, da der Sommer schon ganz verstaubt ist, kurz nach Laden Schluß aus der offenen Tür einer dunklen Wirtschaft, die einem Griechen gehört...
    Es gibt nur zwei Sätze. Meiner Meinung nach ist es kein vollständiger Text, weil die Einleitung fehlt. Einen "Tango hören", ihn weder sehen noch tanzen... Ich war noch nie in Köln, habe noch nie einen "schon ganz verstaubten Sommer" im August nirgendwo erlebt (auch nicht in Berlin), und weiß nicht wann Ladenschluß ist. Warum dieser zwei Hauptwörter benötigt... den Sinn erkenne ich nicht. Die Gegend muß man wohl kennen? Es ist dunkel beim Griechen, eine schummerige Bar in einer "zweifelhaften Gegend"?, oder hat er keine Fenster und seine Elektrizitätsrechnung nicht bezahlt, oder...? Was ein "klassischer schwarzer Tango" ist, hätte ich auch gerne gewußt... die Tagebuchnotiz ist wohl für "Einheimische", oder sogar "Eingeweihte"? geschrieben.

    Ich schrieb das schnell auf, bevor der Moment in der verfluchten dunstigen Abgestorbenheit Kölns wieder erlosch.
    Der Autor erklärt es hier. Es ist eine flüchtige Notiz, ein Eindruck... ein persönliches Erleben, ein Gedanke, der nicht weitergeführt wird, fallengelassen wird... "wieder erlosch".

    Prosa ist nicht an eine Metrik gebunden. Mir, als Außenstehende, vermittelt sie zuerst gar nichts. Es könnte eine Einleitung zu einer aufklärenden Kurzgeschichte werden, hierzu würde ich gern die Geschichte lesen.

    Zum Stil: Die Länge des ersten Satzes wirkt ungeschickt, ein wenig wie die klassischen lateinischen Phrasen, in denen man erst das Verb suchen muss, um das Subjekt zu erkennen. Wozu? Ich sehe hier inhaltlich keinen sinnvollen Zusammenhang. Vielleicht in der Konfrontation der drei Kulturen zu suchen? Satzbau: Römische, Dunkelheit: Griechische, und der schwarze Tango... wer hört, wem gehört... Der Beobachter, der noch im Moment "
    erlosch
    ", an einem allgemein unbeliebten Ort... etc.

    Ich würd das in den Müll werfen und selbst was schreiben. Etwas, das du selbst erlebt hast und erklären kannst.

    LG Farbkreis
    Geändert von Jamzee (03.04.2011 um 14:30 Uhr) Grund: Copyright

  6. #6
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    Hallo schokoschnute,

    kulturheinzi hat recht - es handelt sich um ein Beispiel für den vers libre - reimlos und ohne festes Metrum. Die Enjambements tragen ihr Übriges dazu bei. Einige Betonungen würde ich in dem Zusammenhang anders setzen, aber bei dem Gedicht ist es schon schwierig mit den Kategorien Hebung und Senkung alles abzudecken.

    Gruß, Jamzee

    Edit: Farbkreis - was redest Du hier bitte von Prosa? Nur weil Du die Zeilenumbrüche herausnimmst, wird es nicht automatisch zu Prosa. Es gibt durchaus ernstzunehmende Analysen zu diesem Gedicht im Internet zu finden, falls Du daran zweifelst. Und wieso Prosa nicht an das Konzept von Metrik rückgebunden ist, erschließt sich mir nicht. Aber Hauptsache in den Raum geworfen.
    Geändert von Jamzee (03.04.2011 um 14:24 Uhr)

  7. #7
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    Ach, Farbkreis,
    entweder Du kannst oder Du willst nicht richtig lesen. Schokoschnute hat sich erstens keinen Prosatext ausgesucht und zweitens auch nicht das erwähnte Gedicht. Sie schreibt: "Ich muss am Donnerstag eine Gedichtinterpretation halten,...", also ist zu vermuten, dass es sich um die Vorbereitung auf eine Gedichtinterpretation mit Schwerpunkt metrischer Probleme handelt. So etwas gibt man sich nicht selbst auf, sondern wird in der Regel von LehrerInnen verlangt. Wer gibt Dir das Recht, aus einem Brinkmann-Gedicht ein Stück Prosa zu machen? Wieso kannst Du keinen Tango hören? Ich bin mir noch nicht einmal sicher, dass Brinkmann von einem gehörten Tango spricht. Tut er es, dann hat er ihn eben gehört. Dass Du einen Tango sehen kannst, ist ein einmaliges Privileg. Da Du nicht weißt, was ein klassischer schwarzer Tango ist, solltest Du Dich informieren, bevor Du Dich an Texte wagst, für die Dir das Verständnis abgeht.
    Gruß,
    Heinz

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