1. #1
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    so sehr so sehr

    -
    so sehr so sehr
    wie nie mehr
    seiten
    vor Zeiten
    in grauen Uruhren
    Zeiger durch Blattziffzahlen fuhren

    will ich will ich
    beknien dich
    weiten
    und breiten
    der Arme Langlängen
    bissen sie schlaff zu boden hängen

    sag fühlst sag fühlst
    ob jetzt willst
    miren
    die Türen
    zu deinen Laublauben
    auftun zu spätem turteltauben?
    Geändert von kaspar praetorius (05.04.2011 um 17:38 Uhr) Grund: je nun. oder auch nicht.
    Kinder, jetzt gilt's ernst!
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  2. #2
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    Liebe wilma27!

    Dieses Gedicht hat mir sehr gut gefallen. Tatsächlich klingen die Wiederholungen an keiner Stelle des Gedichtes irgendwie albern oder überzogen (ich könnte mir vorstellen, dass du denkst ich bin ein Troll und dass ich dies schreibe, aber das genaue Gegenteil meine, aber dem ist nicht so [letztendlich könntest du mir sogar diese Erklärung als Teil einer Troll-Strategie auslegen, aber das führt ja zu nix...])I.

    so sehr so sehr
    wie nie mehr
    seiten
    vor Zeiten
    in grauen Uruhren
    Zeiger durch Blattes Ziffern fuhren
    Eine vergangene Beziehung. Man wird sich nir wieder so nahe sein. Diese Momente sind auf (ur)ewig Vergangenheit. Die Gleichklänge (Reime) weben sich bereits mantraartig in den Text. Es wird ein magischer Klanghimmel erzeugt. Im übrigen hätte ich überall die rote Schrift weggelassen. Das ist in meinen Augen überhaupt nicht notwendig.

    will ich will ich
    beknien dich
    weiten
    und breiten
    der Arme Langlängen
    bissen sie schlaff zu boden hängen
    Kann man diesen Menschen überhaupt zurückerlangen? ZurückVerlangen? Das eigene Begehren zieht einen zurück und doch würde man sich unterwerfen. Unfassbar genial finde ich "bissen", also eine Mischung aus "bis" und eben "bissen"(beißen, ich denke an Liebesbisse).

    sag fühlst sag fühlst
    ob jetzt willst
    miren
    die Türen
    zu deinen Laublauben
    auftun zu spätem turteltauben?
    Lass mich in dein Herz zurück. Es kann genauso wie früher sein. Das verspreche ich dir. Auch "miren" finde ich klasse. Allerdings weiß ich nicht, ob das vielleicht mancherorts sogar gebräuchlich ist, oder ob du hier wirklich einen weiteres Klangexperiment wagst.

    Insgesamt hat mich dein Gedicht formal begeistert. Die jeweils ersten Zeilen und die sich wiederholenden Silben fügen sich für mich zu einem Klagelied über die Liebe zusammen. Die gewählten Bilder sind einfach und schön und haben mich berührt.

    Liebe Grüße
    Carolina.

  3. #3
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    Hi, wilma -

    seiten - hab ich kapiert.
    weiten - hab ich kapiert.
    miren - hab ich nicht kapiert.

    -
    so sehr so sehr
    wie nie mehr
    seiten (verzeihe ich als sog. dichterische Freiheit)
    vor Zeiten
    in grauen Uruhren (da waren sie noch sehr h e l l ! Oder?)
    Zeiger durch Blattes Ziffern fuhren (je nun. Oder auch nicht)

    will ich will ich
    beknien dich (als Uraltmonster läse ich lieber "beknieen")
    weiten
    und breiten
    der Arme Langlängen (Längelängen erschiene mir hier passender, es sei denn, Du meintest "der Armen" )
    bissen sie schlaff zu boden hängen (nein! bissen sie zum schlaff .../ oder bis sie
    ..."bissen" klingt fast gar wie " wassen die Uhrzeit?")
    sag fühlst sag fühlst
    ob jetzt willst
    miren (?????????????)
    die Türen
    zu deinen Laublauben (Lauben im ursprünglichen Sinne sind umlaubt. Warum die Doppelung? Obwohl sie mir gefällt.)
    auftun zu spätem turteltauben? (das auftun hat mich bezaubert.

    Insgesamt bin ich nicht angetan, aber das ist sowohl subjektiv als auch marginal.

    Barbarossa
    Geändert von Cyparissos (05.04.2011 um 12:22 Uhr)

  4. #4
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    hallo wilma27;

    mir gehts ähnlich wie Barbarossa; wobei ich einzig das Wort "Laublauben" zu einer guten Metapher erkläre,..
    Alles andere kann man sich , wenn man will zusammen reimen ... ich will es nicht.
    Wenn ich ein Gedicht lese dann möcht ich vom Anfang bis zum Ende im Wort geführt werden, hier jedoch tut sich mir nichts auf. ..

    dies hier lies mich an einen Affen denken..
    der Arme Langlängen
    bissen sie schlaff zu boden hängen
    dann das Wort bissen.. Hände beißen?????

    Sicher ..künstlerische Freiheit.. meinetwegen, aber mir mags nicht gefallen.

    Behtusame Grüße, Behutsalem
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  5. #5
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    hallo CC
    danke für deinen besuch.
    ehrlich gesagt kenne ich mich nur aus mit zwergen und härdmännli (erdleutchen). mit trollen gar nicht. es muss etwas negatives sein, aber ein lob für einen meiner texte kann ich unmöglich als negativ verstehen...
    das rot ist aufgesetzt, da hast du völlig recht. ich kann dir nicht sagen, warum es mir gefällt.
    mit dem „bissen“ habe ich bedeutungsmässig etwas mühe, es ist rhythmus, klang und reim geschuldet und mir ist nicht ganz wohl mit der doppeldeutigkeit.
    lg wilma27

    hallo barbarossa
    danke für deinen besuch.
    „miren“ entsteht genau gleich wie „seiten“.
    „Blattes Ziffern“ habe ich geändert.
    ich bin selber uralt, aber "beknieen" würde hier das versmass durcheinander bringen.
    "Laublauben" ist reine Spielerei. Schön, dass es dir gefällt.
    nein, marginal ist deine meinung nicht. es freut mich sogar, dass dir immerhin zwei stellen gefallen haben.
    lg wilma27

    hallo behutsalem
    danke für deinen besuch.
    Du schreibst: "Wenn ich ein Gedicht lese dann möcht ich vom Anfang bis zum Ende im Wort geführt werden."
    diese rolle im forum haben du und andere bereits genügend besetzt. ich versuche ab und zu, was unsinniges zu machen, da tut sich dann halt nichts auf ausser türen.
    künstlerische freiheit nehme ich dabei nicht in anspruch. meine verse sind basteleien.
    lg wilma27.
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