1. #1
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    Die blaue Blume (Novalis)

    Die blaue Blume (Novalis)




    Die blaue Blume ist ein zentrales Symbol der Romantik. Sie steht für Sehnsucht und Liebe und für das metaphysische Streben nach dem Unendlichen. Die Bedeutung der blauen Blume entwickelte sich später auch zum Zeichen für den Wunsch nach dem fernen Fremden und einem Symbol der Wanderschaft.

    Als reale Entsprechungen der blauen Blume werden oft in Mitteleuropa heimische blaublühende Pflanzen angesehen, wie etwa die Kornblume oder die Wegwarte. Novalis spricht allerdings vom blauen Heliotrop.

    Wikipedia
    Scardanellis Gedicht Blütenlese hat mich dazu angeregt, mich wieder mit Novalis' berühmtem Romanfragment Heinrich von Ofterdingen zu beschäftigen, vor allem mit der Bedeutung der blauen Blume. Und beim Lesen der entsprechenden Stellen kam mir die Idee, der blauen Blume eine Gedichtversion zu widmen. Dies geschah zum einen als Hommage an Novalis, zum anderen als ein Beitrag für die interessierten Leser dieses Forums. Ist das "Nachdichten" nicht auch eine Art der Aneignung von Literatur, eine quasi "interaktive"? Auf jeden Fall spielt die Liebe zu manchen Dichtern und ihren Werken sowie die Leidenschaft für unsere Sprache eine große Rolle.


    Die Eltern lagen schon und schliefen, die Wanduhr schlug ihren ringförmigen Takt, vor dem klappernden Fenstern sauste der Wind; abwechselnd wurde die Stube hell von dem Schimmer des Mondes.
    Seit Stunden schon schliefen die Eltern im Hause,
    das Pendel der Wanduhr schlug einsam den Takt,
    der Wind brauste mächtig ums klappernde Fenster,
    und wechselnd beleuchtete für eine Weile
    die schimmernde Scheibe des Mondes die Stube.

    Der Jüngling lag unruhig auf seinem Lager und gedachte des Fremden und seiner Erzählungen.
    "Nicht die Schätze sind es, die ein so unaussprechliches Verlangen in mir geweckt haben", sagte er zu sich selbst; "fernab liegt mir alle Habsucht: aber die blaue Blume sehn' ich mich zu erblicken.
    Der Jüngling lag ruhelos auf seinem Lager,
    gedachte des Fremden und seiner Erzählung.
    Er sprach zu sich leise: „Nicht weltliche Schätze
    erweckten in mir je dies tiefe Verlangen,
    als einmal die lichtblaue Blume zu schaun.

    Sie liegt mir unaufhörlich im Sinn, und ich kann nichts anders dichten und denken. So ist mir noch nie zumutegewesen: es ist, als hätt' ich vorhin geträumt oder ich wäre in eine andere Welt hinübergeschlummert; denn in der Welt, in der ich sonst lebte, wer hätte da sich um Blumen bekümmert, und gar von einer so seltsamen Leidenschaft für eine Blume hab' ich damals nie gehört..."
    Sie liegt mir im Sinn, nichts anderes kann ich
    mehr dichten noch denken, so ward mir noch nie;
    mir ist auch, als wäre im Traum ich soeben
    in einer mir seltsamen Landschaft gewesen,
    so fremd ist die Leidenschaft für eine Blume“
    .

    Endlich gegen Morgen, wie draußen die Dämmerung anbrach, wurde es stiller in seiner Seele, klarer und bleibender wurden die Bilder. Es kam ihm vor, als ginge er in einem dunkeln Walde allein...
    Es dünkte ihn, als umflösse ihn eine Wolke des Abendrots;
    Und endlich, am Morgen, es dämmerte draußen,
    da wurde es stiller dann in seiner Seele,
    und klarer und bleibender wurden die Bilder,
    es war ihm, als ging er im Walde allein,
    umflossen im Abendrot von einer Wolke.

    eine himmlische Empfindung überströmte sein Inneres; mit inniger Wollust strebten unzählbare Gedanken in ihm sich zu vermischen; neue, niegesehene Bilder entstanden, die auch ineinanderflossen und gut sichtbaren Wesen um ihn wurden...
    Ein himmlisches Fühlen durchströmte sein Innres,
    mit inniger Wollust bestrebten Gedanken
    in ihm sich zu mischen und niemals gesehene
    Bilder entstanden und flossen zusammen
    und wurden allmählich zu sichtbaren Wesen.


    Was ihn aber mit voller Macht anzog, war eine hohe lichtblaue Blume, die zunächst an der Quelle stand und ihn mit ihren breiten, glänzenden Blättern berührte. Rund um sie her standen unzählige Blumen von allen Farben, und der köstlichste Geruch erfüllte die Luft.
    Dann nahe der Quelle, da zog voller Macht
    eine höhere lichtblaue Blume ihn an,
    sie ragte im Kreise von prächtigen Kelchen,
    und köstliche Düfte erfüllten die Luft,
    und mit glänzenden Blättern berührte sie ihn.

    Er sah nichts als die blaue Blume und betrachtete sie lange mit unnennbarer Zärtlichkeit. Endlich wollte er sich ihr nähern, als sie auf einmal sich zu bewegen und zu verändern anfing; die Blätter wurden glänzender und schmiegten sich an den wachsenden Stengel, die Blume neigte sich nach ihm zu, und die Blütenblätter zeigten einen blauen ausgebreiteten Kragen, in welchem ein zartes Gesicht schwebte...
    Er sah voller Zärtlichkeit auf diese Blume,
    trat näher, als jäh sie begann sich zu regen;
    noch glänzender wurden die Blätter, sie schmiegten
    sich längs an den Stengel und in ihrer Blüte
    erschien ihm ganz plötzlich ein zartes Gesicht.


    Mit lieben Grüßen

    Friedrich
    Geändert von Friedrich (18.05.2011 um 17:35 Uhr)

  2. #2
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    Hallo Friedrich,

    mit dem Textausschnitt von Novalis kann ich gerade nicht viel angefangen; das wird sicherlich daran liegen, dass ich versäumte, es in der Gänze zu lesen, Hintergrund bzw. Drumherum also fehlen.
    Deine Umsetzung aber sehe ich als ein gelungenes Beispiel für Textarbeit an; Du bist äußerst nah an der Vorlage geblieben, hast darum wohl auch darauf verzichtet, Reime zu erzwingen und gleichzeitig bewiesen, dass es der Reime nicht immer braucht, um dennoch dem Anspruch Gedicht gerecht zu werden - selbst eben in einem so altmodisch anmutenden Werk. Rein die Ordnung in ein metrisches Muster des Originaltextes schafft ein ganz anderes Leseverständnis.

    Allerdings meine ich, auch im Originaltext zu erkennen, dass auf die metrischen Möglichkeiten großen Wert gelegt wurden; viele meinen ja, ein prosaischer Text käme gänzlich ohne Achtsamkeit auf eben einen rhythmischen Fluss aus, wogegen ich mich stets wehre. Denn auch die Prosa will im Leser etwas bewirken und kann dies mittels Strömen und Stocken eines Leseflusses unterstützen. Und eben die mystische Anziehung, von der hier berichtet wird, vermittelt mir auch der Klang der Worte des Originalwerkes.

    Einzig eine Stelle missfällt mir in Deiner Umsetzung: "Die schimmernde Scheibe des Mondes" find ich furchtbar; die Alliteration betont noch so dies Scheibenbild, dass ich irgendwo zwischen Auflachen und Schauder verbleibe *g*. Naja, im Rahmen der altmodischen Sprache ist es wohl dennoch gerechtfertigt, also stör Dich nicht an meinem Dissonanzempfinden *schmunzel*.

    Ob ich Novalis lesen werde, find ich fraglich - aber für die Anregung bin ich schon mal dankbar.

    Lieben Gruß
    Nina
    .
    .

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    Genie ist weniger eine Gabe denn aus blanker Not geborener Erfindungsreichtum.
    Jean Paul Sartre

  3. #3
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    Hallo Linespur,

    vielen Dank für Deinen Kommentar.

    Rein die Ordnung in ein metrisches Muster des Originaltextes schafft ein ganz anderes Leseverständnis.

    Allerdings meine ich, auch im Originaltext zu erkennen, dass auf die metrischen Möglichkeiten großen Wert gelegt wurden; viele meinen ja, ein prosaischer Text käme gänzlich ohne Achtsamkeit auf eben einen rhythmischen Fluss aus, wogegen ich mich stets wehre.
    Durch das "metrische Muster" läßt sich der Text "singen"; sieben Strophen zu je fünf Zeilen im Dreivierteltakt (Daktylus). Darüber hinaus wurden durch die Gedichtform fast 70 Wörter eingespart (321 -> 252), ohne die Aussage im Wesentlichen zu verkürzen.

    In dem, was Du über den rhythmischen Fluß von Novalis' Originaltext sagst sowie über die ästhetische Bedeutung desselben im Allgemeinen, gebe ich Dir recht.

    mit dem Textausschnitt von Novalis kann ich gerade nicht viel angefangen; das wird sicherlich daran liegen, dass ich versäumte, es in der Gänze zu lesen, Hintergrund bzw. Drumherum also fehlen.
    Diese Rubrik hat den Titel "Theorie und Praxis", und ich werde gleich zeigen, daß der von mir ausgewählte Textauszug etwas mit der Theorie und Praxis des Dichtens zu tun hat.

    In Hölderlins "Abendphantasie" heißt es

    Wohin denn ich? Es leben die Sterblichen
    Von Lohn und Arbeit; wechselnd in Müh und Ruh
    Ist alles freudig; warum schläft denn
    Nimmer nur mir in der Brust der Stachel?
    Bei Novalis schlafen die Eltern des Dichters, während dieser sich unruhig auf seinem Lager hin und her wälzt. Schuld daran ist eine innere Unruhe, die in der äußeren, dem Sturm vor dem Hause, seine Entsprechung findet.

    Dem Jüngling gehen die Erzählungen eines "Fremden" nicht aus dem Sinn. Dies könnten auch die Worte eines Dichters gewesen sein, die ihn nun bewegen, ihn innerlich aufwühlen.

    Dem Dichter ist das Ideale oder Schöne, das er erfährt und das er möglicherweise ins Werk setzt, wichtiger als "weltliche Schätze"; das macht den Unterschied zwischen ihm und den nicht dichtenden, weltlich orientierten, Durchschnittsmenschen aus. Und damit lebt er auch - zumindest zeitweise - in einer "anderen Welt".

    denn in der Welt, in der ich sonst lebte, wer hätte da sich um Blumen bekümmert,
    In der Dämmerung werden seine Gefühle dann zu anschaulichen Bildern und Worten. Auf der Suche nach dem Schönen in einer Traumwelt fühlt er sich in einer nie gekannten Weise wohl und er erfährt eine intensive kreative Phase.

    eine himmlische Empfindung überströmte sein Inneres; mit inniger Wollust strebten unzählbare Gedanken in ihm sich zu vermischen; neue, niegesehene Bilder entstanden, die auch ineinanderflossen und gut sichtbaren Wesen um ihn wurden...
    Und dann begegnet er endlich dem Idealen bzw. dem Schönen in dem Symbol der blauen Blume so wie ein Mann seiner "Traumfrau".

    Ich denke, der eine oder andere Dichter hier in diesem Forum, der einen Sinn fürs Schöne oder Ideal hat, könnte sich in Novalis' Beschreibung wiedererkennen, zumindest was den kreativen Prozeß des Dichtens anbelangt.

    Vielleicht hat mich diese Stelle in Novalis' Romanfragment deswegen so beeindruckt, weil ich zu dem Thema - vom Sinn des Schönen und des Dichtens - hier selbst schon einmal eine Prosaarbeit eingestellt habe: Hölderlin am Krankenbett. Dort vertieft der wegen Verdachts auf einen Schlaganfall in ein Krankenhaus eingelieferte Ich-Erzähler sein Verhältnis zu Hölderlin und fürchtet darum, daß mit seiner möglichen Invalidität bzw. seinem Tode - das Schöne nicht mehr ist; daß er nicht mehr daran teilhaben, bzw. daß er es nicht mehr hervorbringen und es so bewahren könnte.

    Ich sage das nun nicht deshalb, um Reklame für meine Sachen machen, sondern um darauf hinzuweisen, daß die "Alten" und ihre "altmodisch anmutenden Werke" uns Heutigen - möglicherweise - durchaus noch etwas sagen können.

    Mit lieben Grüßen

    Friedrich

  4. #4
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    Liebe Interessierte,

    es gibt, die Einschaltquote zeigt es, doch Interesse an der Blauen Blume, und so möchte ich das Thema noch ein wenig vertiefen.

    Ich werde im Folgenden anhand einiger weniger Zitate aus Wikipedia die Dichtung der Romantik kurz darstellen und im Verweis auf ein paar eigene Werke - hoffentlich - aufzeigen können, welche Geltung "romantische" Dichtung auch in unserer heutigen Zeit noch haben könnte.

    „Die blaue Blume ist aber das, was jeder sucht, ohne es selbst zu wissen, nenne man es nun Gott, Ewigkeit oder Liebe.“

    – Ricarda Huch

    wikipedia
    Zusammen mit Hölderlin verwende ich einen Begriff, der die drei anderen mitumfaßt: das Schöne.

    Das Schöne hat erzieherischen Wert, es bringt den Menschen, da er nach dem Schönen sucht, zu sich selbst und macht ihn dadurch zu einem höheren Wesen. Durch die Vermittlung des Schönen kann der Dichter "sein Volk" an dieser Entwicklung teilhaben lassen. In Hölderlins Hyperion heißt es:

    ... wo ein Volk das Schöne liebt, wo es den Genius in seinen Künstlern ehrt, da weht, wie Lebensluft, ein allgemeiner Geist, da öffnet sich der scheue Sinn, der Eigendünkel schmilzt, und fromm und groß sind alle Herzen, und Helden gebiert die Begeisterung.

    Der Romantiker verortet einen Bruch, der die Welt gespalten habe in die Welt der Vernunft, der „Zahlen und Figuren“ (Novalis), und die Welt des Gefühls und des Wunderbaren.

    wikipedia, ebd.
    Ob der "Romantiker" diesen "Bruch verortet", weiß ich nicht, er kann ihn jedenfalls feststellen, denn nicht immer waren für die Menschen "Vernunft, Zahlen und Figuren" allein ausschlaggebend. Wenn die Literaturwissenschaftler nun sagen, "die Welt" sei in die zwei Teile "Vernunft versus Gefühl plus Wunderbares" auseinandergebrochen, so müßte doch ein Narr derjenige sein, der sich gegen die Vernunft entscheidet; womit die romantischen Dichter zu weltfernen Spinnern werden. Tatsächlich ist es jedoch so, daß die Welt auf die Vernunft und das praktische Handeln reduziert wurde und sie damit verarmt ist. Tatsächlich sucht der romantische Dichter nach der ganzen, der "heilen" Welt.

    Zentrales Symbol für diese Sehnsucht und deren Ziel ist die Blaue Blume, die wie kein anderes Motiv die romantische Suche nach innerer Einheit, Heilung und Unendlichkeit verkörpert.

    wikipedia, ebd.
    Aus dem Blickwinkel der nicht-romantischen Dichter sehen die Romantiker aus wie lebensfremde Menschen, die nach dem - nicht existenten - Schönen schmachten und dabei wie Schwindsüchtige sterben. Als Beispiel sei hierzu Heinrich Heine genannt:

    Die Muse des Novalis war ein schlankes, weißes Mädchen mit ernsthaft blauen Augen, goldnen Hyazinthenlocken, lächelnden Lippen und einem kleinen roten Muttermal an der linken Seite des Kinns. Ich denke mir nämlich als Muse der Novalisschen Poesie eben dasselbe Mädchen, das mich zuerst mit Novalis bekannt machte, als ich den roten Maroquinband mit Goldschnitt, welcher den »Ofterdingen« enthielt, in ihren schönen Händen erblickte. Sie trug immer ein blaues Kleid und hieß Sophia. ...

    Mademoiselle Sophia stand oben am Fenster und las, und als ich zu ihr hinaufkam, fand ich wieder in ihren Händen ein Buch, dessen Einband von rotem Maroquin mit Goldschnitt, und es war wieder der »Ofterdingen« von Novalis. Sie hatte also immer und immer noch in diesem Buche gelesen, und sie hatte sich die Schwindsucht herausgelesen und sah aus wie ein leuchtender Schatten...

    Aus Heinrich Heine: Die romantische Schule
    Was "romantische" Dichter tatsächlich zu bieten haben, läßt sich aufzeigen, wenn man aus ihren Werken das Schöne herauszieht. Ich mache dies hier einmal anhand einiger eigener Werke deutlich und hoffe dabei, daß mir das nicht als selbstgefällige Zurschaustellung oder als Reklame für die eigenen Sachen ausgelegt wird. (Es wird überdies ja auch niemand gezwungen, die Sachen anzuklicken und zu lesen).

    Ohne dem Schönen bliebe in dem Gedicht Nachts, in Amsterdam, im Regen nichts weiter als Nässe, Kälte, Öde und die Furcht vor der Zukunft. Die Liebe entdeckt das Schöne und schafft damit eine weitere Dimension.

    Ohne dem Sinn für das Schöne wäre das Gedicht Morgendämmerung gar nicht erst entstanden. Die beiden Liebenden hätten sich entweder vorher verabschiedet oder hätten sich zu einem zünftigen "One-Night-Stand" in ihrem Zimmer eingefunden, um danach, mehr oder weniger alkoholisiert, einzuschlafen.

    Reduzierte man das Gedicht Die zweite Chance auf das rein profane Denken, so bliebe nur noch so viel übrig: Ein Vater bringt seinen achtjährigen Sohn wegen eines Tumors in ein Krankenhaus. Dort wird er operiert und der Junge ist damit außer Gefahr. Der Vater ist mit dem Ergebnis zufrieden. Gleichermaßen erging es ihm schon, als er sein Auto eine Woche zuvor einer Autowerkstatt zur Reparatur gegeben hatte.

    In Berlin kam um 1968 im Rahmen der Studentenbewegung die Losung „Schlagt die Germanistik tot, färbt die blaue Blume rot!“ auf ...

    wikipedia
    Wenn die Germanistik, die Verwalterin deutscher Literatur, "totgeschlagen" werden soll, dann bedeutet dies einen Bruch mit dem deutschen literarischen Erbe. Und das "Rotfärben" der blauen Blume ist nichts anderes als das Instrumentalisieren der Lyrik durch die linke Ideologie. Tatsächlich haben die kulturrevolutionären Professoren mit ihren Studenten in dieser Zeit alle Literatur darauf hin untersucht, ob sie "politisch korrekt" sei ("progressiv oder reaktionär"?). In diesem Unterfangen waren sie der Stasi und ihren "informellen Mitarbeitern" nicht unähnlich.

    Kann man die Blaue Blume überhaupt "rot färben"? Das ist unmöglich, denn sie entstammt einem ganz anderen Boden als jegliche ideologisch zielgerichtete Dichtung.

    Mit lieben Grüßen an alle Interessierte

    Friedrich
    Geändert von Friedrich (29.04.2011 um 22:23 Uhr)

  5. #5
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    Zitat Zitat von Friedrich Beitrag anzeigen
    Die blaue Blume (Novalis)




    Die blaue Blume ist ein zentrales Symbol der Romantik. Sie steht für Sehnsucht und Liebe und für das metaphysische Streben nach dem Unendlichen. Die Bedeutung der blauen Blume entwickelte sich später auch zum Zeichen für den Wunsch nach dem fernen Fremden und einem Symbol der Wanderschaft.

    Als reale Entsprechungen der blauen Blume werden oft in Mitteleuropa heimische blaublühende Pflanzen angesehen, wie etwa die Kornblume oder die Wegwarte. Novalis spricht allerdings vom blauen Heliotrop.

    Wikipedia
    Die blaue Blume

    Novalis

    Der Name fehlt im französischen Omnis zwischen « Nourritures terrestres » (A. Gide; 1897) und
    « Nouveau » (Germain; 1851 – 1920). Man könnte aber das Werk von Gide, in dem sich ein
    junger Mensch von allen Zwängen befreit und das Glück im Gehorsam aller Gelüste sucht, und
    den Dichter Nouveau, dessen irrendes Leben von mystischen Krisen unterbrochen wurde, der
    mit Rimbaud und Verlaine verkehrte und der durch sein Werk « Poésie d’Humilis (1910) », das
    gegen seinen Willen veröffentlicht wurde, einen gewissen Einfluss auf die moderne Lyrik ausübte,
    für eine Analyse Novalis und der "blauen Blume" benutzen.

    Heliotrop

    Héliotrope (lat. heliotropium tournesol (hélianthe) gr. Hêliotropion 1120, « le souci » ; 1611)

    « Un champ d’héliotropes d’une haleine de vanille » (Zola)

    Ein Mineral, dunkelgrün, rot gefleckt und (von gr. trepein, tourner ; 1842) Spiegel, aus großer
    Entfernung Sonnenstrahlen reflektierende Fläche, Signalen dienend.

    Héli(o)-, Hélie. Elemente von gr. Helios, Sonne, ...

    Hélium (lat. scientif. moderne) von gr. Hêlios Sonne, 1868; Symbol: He

    « Hé! vous, là-bas. Hé bien! que dites-vous là? Hé quoi! Ne suis-je pas triste vraiment ? »
    (Mauriac)

    Novalis eigtl. Frh. v. Hardenberg (1772 – 1801) dt. Dichter, » Magier « …, wollte… und seinen
    Traum zur Wirklichkeit machen. ….

    Da ich nicht an Zufall glaube, habe ich hier die im Lexikon abgetrennten Silben hervorgehoben.

    Jetzt habe ich alle Elemente, die mir bestätigen, was ich beim Lesen von Novalis empfunden
    habe. Es wird eigentlich immer das gleiche geschrieben, nur wollen wir es selbst noch einmal
    anders sagen? Oder lieber imitieren? Im Wort entschlüsselt sich alles, doch um es verständlich
    zu machen, zu beweisen, brauchte man eine Zeitmaschine. Es geht einfacher.

    Heute Sonntag, der 8. Mai... Symbol blaue Blume (Google)... Helios, die Personifizierung der
    Sonne... Heliotrop, in Indien gefundener Edelstein... Zierpflanze mit dunkelblauen Blüten und
    vanilleartigem Geruch... Helio!

    Trop c’est trop!

    Lieben Gruß
    Farbkreis

  6. #6
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    Hallo Friedrich,
    ich habe aufmerksam Deinen Beitrag zur blauen Blume gelesen, da ich gern erfahren wollte, welche reale Blume Novalis
    als Inspirationsquelle gedient haben könnte. In den meisten Internetbeiträgen wird behauptet "... Novalis spricht vom
    Heliotrop..." Leider habe ich weder in der historisch - kritischen Gesamtausgabe von Novalis Schriften noch von der
    Novalis - Gesellschaft einen Beleg für diese Aussage erhalten. Ich würde mich sehr über einen Hinweis für eine weitere Suche freuen. Herzlichen Dank

  7. #7
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    Hallo jubilado65,

    es tut mir leid, daß ich mich erst heute melde, doch ich war verreist.

    Was Deine Frage betrifft, so kann ich Dir nicht viel weiter helfen, da ich meine Information dem Eintrag in wikipedia verdanke, und da heißt es: Novalis spricht allerdings vom blauen Heliotrop. Woher der Autor diese Information hat, verschweigt er uns. Aber ich denke, man kann ihm glauben, denn Kornblume oder Wegwarte eignen sich wegen ihres häufigen Vorkommens für Novalis' Symbol recht wenig. Dazu kommt, daß Heliotrop ein schöner Name für eine Blume ist, denn da steckt Sonne (gr. helios) darin. Allerdings, wie man auf dem wikipedia-Foto sieht, ist der Heliotrop keine Blume, die einzeln an einer Quelle sprießt, so wie in dem Romanfragment beschrieben.

    Ich denke, es für das Verständnis von Novalis' Werk auch gar nicht wichtig, ob der Dichter nun eine konkrete Blume im Sinn hatte oder nicht. Wichtig ist vielmehr, daß es etwas gibt, wonach man sich auf die Suche begibt, weil es wichtiger ist als materielle Dinge. Vielleicht gibt es - realiter - diese Blume gar nicht, der Protagonist findet sie ja auch bloß im Traum. Im übrigen habe ich auf der Suche nach einer Antwort auf Deine Frage ein Gedicht von Eichendorff gefunden, der die blaue Blume (auch) nicht gefunden hat.

    Die blaue Blume

    Ich suche die blaue Blume,
    Ich suche und finde sie nie,
    Mir träumt, daß in der Blume
    Mein gutes Glück mir blüh.

    Ich wandre mit meiner Harfe
    Durch Länder, Städt und Au'n,
    Ob nirgends in der Runde
    Die blaue Blume zu schaun.

    Ich wandre schon seit lange,
    Hab lang gehofft, vertraut,
    Doch ach, noch nirgends hab ich
    Die blaue Blum geschaut.

    Joseph von Eichendorff (1818)


    Hier hat sich der Dichter der blauen Blume wegen auf den Weg gemacht und so manches "erfahren" und mit seiner "Harfe" besungen, und das ist wohl allemal besser, als zuhause geblieben zu sein.

    Mit lieben Grüßen

    Friedrich

  8. #8
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    Lieber Butenlänner,

    vielen Dank für Dein Interesse und für Deinen Kommentar.
    Ich möchte für die besagte Blume der Sehnsucht und Freiheit werben und würde mich freuen die Symbolkraft der >> BLAUEN BLUME<< weiter in Bezug auf unsere Zeit zu analysieren.
    Über 5000 Leute haben sich in das Thema bislang eingeklickt; das zeugt doch von hohem Interesse für Novalis und seine Blaue Blume.

    Zunächst eine Antwort auf Deine Anmerkung am Schluß.
    eine Anmerkung:

    Die Blume war nicht höher, sondern die Blume war eine hohe lichtblaue Blume. Ein Unterschied.
    Ein Unterschied ja, aber kein wesentlicher. Das "höhere" ist dem Metrum geschuldet.

    eine höhere lichtblaue Blume ihn an,
    Bei "hohe" hätte mir eine unbetonte Silbe gefehlt. Im übrigen ist höhere ja nicht höher als hoch, sondern eher weniger, so wie ein "älterer" Mann weniger alt als ein "alter" Mann ist. Dennoch ist eine "höhere" Blume höher als die anderen um sie herum, ragt also über sie hinaus, und darauf kommt es ja an.

    Ein Ausgangspunkt, um für die Blaue Blume zu werben, wäre die zweite Strophe:

    Der Jüngling lag ruhelos auf seinem Lager,
    gedachte des Fremden und seiner Erzählung.
    Er sprach zu sich leise: „Nicht weltliche Schätze
    erweckten in mir je dies tiefe Verlangen,
    als einmal die lichtblaue Blume zu schaun.

    1. Der Jüngling ist von der Erzählung des Fremden bewegt. Das zeigt die Macht der Worte, die jemanden, der empfänglich dafür ist, zutiefst "bewegen" können. Die Eltern hingegen bleiben "unbewegt" und schlafen. Wir, die wir Sinn für Literatur haben, erwarten wohl insgeheim immer, daß wir von ihr auf solche Weise bewegt werden können.

    2. "Weltliche Schätze" werden durch das Thema "Suche nach der blauen Blume" relativiert. Schon im Neuen Testament relativieren die "Perle des Kaufmanns" und der "Schatz im Acker" alles übrige. Wohl dem, der sich auf diese Weise von der Abhängigkeit vom Materiellen sowie den Erwartungen und dem Urteil der Gesellschaft emanzipieren kann. Das mißfällt vielen, provoziert sie.

    Allgemein wird der Mensch in unserer Gesellschaft als Mittel zum Zweck betrachtet. Er soll den Gewinn für seinen Arbeitgeber bzw. für die Aktionäre mehren, soll für die Sache der Ideologen kämpfen, soll entsprechend der Werbefirmen konsumieren. Jemand, der sich in seine eigene Welt begibt, gilt für die Mitstreiter und Konkurrenten als Verlierer, für die Werbeleute als untauglich. Aus diesem Sichtfeld heraus ist die Kritik an den "Romantikern" zu verstehen.

    Sie liegt mir im Sinn, nichts anderes kann ich
    mehr dichten noch denken, so ward mir noch nie;


    Was den Nicht-Dichtern wie Spinnerei anmutet, ist für den Dichter ein "Glücksfall", und zwar in beiderlei Sinne des Wortes "Glück". Was diese Inspiration, diese Kreativität für den Dichter bedeutet, erfährt er schmerzlich, wenn sie ausbleibt. So zum Beispiel in Friedrich Hölderlins "Der blinde Sänger".

    Wo bist du, Jugendliches! das immer mich
    Zur Stunde weckt des Morgens, wo bist du, Licht!
    Das Herz ist wach, doch bannt und hält in
    Heiligem Zauber die Nacht mich immer.



    "Traumhafte" Kreativität des "romantischen" Dichters! Für viele Leute bedeutet Traum nichts anderes als Tagtraum oder Wunschvorstellung; man möchte gerne Erfolg, viel Geld, schöne Frauen oder Männer haben, oder an einem idyllischen Ort ein "fürstliches Leben" führen. Der Traum, den der Jüngling träumt, ist jedoch von ganz anderer Natur. Er gibt Auskunft über diesen selbst und schafft zudem Kultur.

    Zuletzt noch ein paar Worte zu der "Story" in diesem Traum. Jemand macht sich leidenschaftlich auf die Suche nach etwas, wovon nur das Herz ihm sagt, daß es existiert. Wie von Zauberhand ("Schicksal"?) geleitet, findet er es auch an einem Ort, der der Schönheit des Gesuchten entspricht. Das Gesuchte, die blaue Blume scheint den Jüngling erwartet zu haben, denn sie gibt ihm ihre Sympathie kund.

    Heile Welt! Märchen! Ideale Traumwelt! Ja, und das ist auch gut so! Leute, die sagen, es gäbe keine "heile Welt", haben sie selber wohl noch nie erfahren. Ist das nicht ein Verlust? Was soll aus einem Kind werden, dem nur korrupte, egoistische, geile oder gar perverse Leute begegnen, im eigentlichen Leben oder mehr noch in Literatur und Filmen? Mit heiler Welt ist bei letzteren kein Blumentopf zu gewinnen.

    Ich hoffe, hiermit einen (weiteren) Beitrag im Sinne einer Werbung für die blaue Blume geleistet zu haben.

    Mit liebem Gruß

    Friedrich

  9. #9
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    Lieber Butenlänner,

    vielen Dank für Deinen langen Kommentar und vor allem für Dein großes Interesse an dem Thema, das auch mich anregt, mich weiter damit zu beschäftigen.

    Vielen Dank auch für den Hinweis auf Friedrich Schwedenstein und sein Gemälde. Dies hat Dich zu einer Interpretation der Blauen Blume angeregt, die sich von meiner ziemlich unterscheidet. Der Dichter selbst ist die - vertrocknete - blaue Blume, die sehnsüchtig auf etwas wartet, das sie wieder zum Leben erweckt, sie wieder erblühen läßt. Das "Wasser des Lebens" sozusagen in Gestalt der rechten Worte. Diese Deutung ist beeindruckend, auch wenn sie sich nicht aus der von mir bearbeiteten Textstelle zwangsläufig ergibt.

    Mir kommen dabei zwei Textstellen meiner eigenen Sachen in den Sinn, die ich Dir nicht vorenthalten will. Zum einen mein Gedicht Beginn eines Arbeitstages, zum anderen meine Hommage an Jim Morrison - The End.

    Dann – ermüdend –, die acht Stunden
    Arbeitszeit, ein Marathon:
    bald nur Qual und unabwendbar
    der Gedanke, – wegzulaufen!

    Lächerlich, die vielen Jahre
    des Studierens, die’s bedurfte,
    um letztendlich hier zu welken
    einer Blume gleich im Loch
    .



    … and all the children are insane …
    (...)
    ... waiting for the summer rain

    Sanity, das ist das Heile,
    nach ihm sind Kinder voller Sehnsucht.
    Wann fällt der Regen nach der Dürre?
    Wann endlich sprießt das erste Grün?


    Die Blaue Blume: Sehnsucht nach geistigem Leben, nach jenem, was uns als Mensch belebt: nach Liebe, nach Wahrheit, nach Schönem. Damit wäre auch eine Antwort auf Hölderlins Frage: Und wozu Dichter in dürftiger Zeit? gefunden. Der Dichter sucht nach dem "Lebenselixier" und vermittelt es uns kraft seiner Dichtung. Für Hölderlin war dieses ein Geschenk der Götter, der Dichter: ein Gefäß, dieses zu empfangen und zu verwahren. (siehe dazu auch Hölderlin am Krankenbett)

    Auch zu Holden Caulfield in Salingers Fänger im Roggen läßt sich in diesem Sinne ein Bezug herstellen. Holden ist ständig auf der Suche nach jemanden, mit dem er ein intelligentes Gespräch führen könnte, findet aber außer seiner Schwester Phoebe und seinem ehemaligen Englischlehrer, Mr. Antolini, niemanden, mit dem er es tun könnte. Alle anderen haben nur oberflächliches Zeug im Kopf, Dinge, die man dahinsagt, ohne nachzudenken, Dinge, die niemanden zum Nachdenken anregen. Auch hier darbt also eine welke Pflanze nach Leben und verzweifelt am Ende daran. Mr. Antoloni sagt ihm dann auch noch ausdrücklich, sein Heil läge darin, in der Literatur ähnlich geartete Menschen zu finden, die seinen Weg schon vorausgeschritten sind und entsprechende "records" hinterlassen haben.

    Interessant ist auch der „deutsche Optimismus“ und die „verspätete Nation“ und deren Zusammenhang mit der blauen Blume, sofern es diesen überhaupt gibt.
    Wenn Du den von Voltaire in seinem Candide verspotteten deutschen Optimismus meinst, dann kann ich einen Bezug mit der Blauen Blume herstellen, allerdings mehr im Sinn von Wohnen in einer "heilen Welt". Was Du mit der "verspäteten Nation" genau im Sinn hast, weiß ich nicht. Doch gleichviel, wir sollten es zunächst für heute bei dem einen Thema - Blaue Blume als darbende Pflanze - belassen.

    Liebe Grüße

    Friedrich

  10. #10
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    Lieber Butenlänner,

    ich habe etwas mit der Antwort auf Deinen Beitrag gezögert, weil ich mich in diesem Forum nur ungern auf politische Diskusionen einlasse; die Gründe findest Du in meinem Gedicht Streitgespräche. Andererseits dachte ich, ist es vielleicht hilfreich, wenn ich einen Kommentar zu den Einwänden gebe, die oft gegen die Blaue Blume und die deutsche Romantik ganz allgemein vorgebracht werden.

    Vernunft-Abwertung und Weltfremdheit der Romantik als Vorarbeiter für den Nationalsozialismus?
    Du hast hier vorsichtig ein Fragezeichen ans Ende des Satzes gesetzt, ich kenne Leute, die setzen ein Ausrufezeichen. Solcherart ist der Satz ein Totschlagargument gemäß der Parole: Schlagt die Germanistik tot, färbt die blaue Blume rot! (siehe Nr 4 dieses Fadens)

    "Vorarbeiter für den Nationalsozialismus": Das klingt so, als wäre die Romantik eine Vorstufe zu diesem, eine Phase seiner "Entwicklung";
    das klingt so, als hätte die Romantik bei den Deutschen einen fruchtbaren Nährboden für das Gedeihen eines Samens mit Namen Nationalsozialismus bereitet;
    das klingt so, als wäre die Romantik überhaupt eine deutsche Eigenart, ein geistiger "Sonderweg", der unheilvolle Konsequenzen mit sich brächte.
    Ich kann dazu nur sagen: Alles Quatsch! Die Romantik ist weder "typisch deutsch" noch hat sie mit dem Nationalsozialismus irgendetwas zu tun.

    Die Deutschen haben seinerzeit die NSDAP nicht gewählt, weil sie weltfremd und unvernünftig waren, sondern weil sich diese als nahezu einzig erfolgversprechender Ausweg aus dem damaligen wirtschaftlichen Elend anbot.
    Vergleichen wir die damalige Zeit mit der Griechenlands von heute, dann wird das jedem klar. Sollte die EU von Griechenland weitere Einsparmaßnahmen erzwingen - z.B. das Doppelte oder Dreifache des Bisherigen -, dann bräuchte sie sich nicht zu wundern, wenn die Griechen sich von diesem Würgegriff der Schuldenfalle befreien wollten. Eine radikale Partei hätte dann gute Chancen. In der Zeit um 1933 herrschte ein für uns heute kaum noch vorstellbares Elend: Kinder verhungerten, die Selbstmordrate kletterte auf Rekordhöhe und Reichskanzler Brüning fiel nichts Besseres ein als weitere Einsparungen. Nur, und das unterscheidet uns von den Griechen: Kein Grieche käme wohl je auf die Idee, die Schuld an einem Austritt aus Euro und EU durch eine radikale Partei ihren Dichtern oder Philosophen in die Schuhe zu schieben und sich selbst als latent "faschistoid" zu begreifen!

    Auch die Nazis schätzten die Romantiker, ich erinnere an den Ausruf Stauffenbergs >> es lebe das geheime Deutschland << bevor man ihn an der Mauer des Bendler Blocks hinrichtete.
    War Stauffenberg ein Romantiker, den die Nazis schätzten, oder war er ein Nazi, der die Romantiker schätzte?
    Meines Wissens soll er "Es lebe das heilige Deutschland!" gerufen haben. Die Umstände seines Todes werden heute meist "romantisiert", indem man nämlich verschweigt, daß er und drei Mitverschwörer von "den eigenen Leuten" umgebracht wurden. (Auf Befehl des Generaloberst Fromm, der damit seine Haut retten wollte). Ob Stauffenberg "romantisch" war oder nicht ist in diesem Zusammenhang gänzlich ohne Belang.

    Weitere Ironie: Gehe ich durch Deutschlands Straßen, dann sehe ich lauter >>vertrocknete Blumen<<, eine ganze Nation >>vertrockneter Blumen<< die nach Wasser giert und es nicht finden kann. Nein, die Deutschen sind keine Nation der Träumer und Romantiker, sie wären es gerne, das ist ein Unterschied.
    Wenn Du mit "vertrockneter Blume" kulturell arme oder bedürftige Menschen meinst, dann gehe einmal nach England oder Frankreich und sage mir dann, ob Du dort etwas anderes siehst. Schon in dem Amerika der fünfziger Jahre litt Holden Caulfield (The Catcher in the Rye) unter dem kulturell dürftigen Angebot Amerikas - sei es nun Musik, Theater oder Kino (the movies) - sowie unter den kulturell bedürfnislosen Amerikanern. Seitdem ist die junk- oder trash culture nicht besser geworden, sie hat sich nur weltweit ausgebreitet.

    Und wozu Dichter in dürftiger Zeit !
    (Hölderlin)

    Und warum entstand die >> blaue Blume << ausgerechnet in unserer Heimat?
    Und warum entstanden Macbeth ausgerechnet in England, die Divina Comedia ausgerechnet in Italien, Don Quijote ausgerechnet in Spanien, Les misérables ausgerechnet in Frankreich? Antworten auf diese Fragen sind rein spekulativ.

    Wenn Du allerdings meinst, die Romantik sei ein deutscher Sonderweg, dann laß Dir gesagt sein, daß es diese auch woanders gibt.

    Romantiker gibt es nämlich sowohl in England, so z.B. Keats, Shelley, Lord Byron oder Walter Scott,
    als auch in Frankreich, so z.B. Chateaubriand, Lamartine, Mme de Staĕl und Victor Hugo.

    Laut wikipedia sei sogar kein Geringerer als Jean-Jacques Rousseau der "Vater der Romantik" (le vrai père du romantisme). Rousseau gilt als Philosoph der Aufklärung.

    Wie oben schon vermerkt: Ich will hier in keine politische Diskussion eintreten! Ich schrieb diesen Beitrag, um den Freunden deutscher Literatur der Vorkriegszeit - speziell der Romantik - zu helfen, sich von derlei kritischen Einwänden nicht verunsichern zu lassen.

    Mit lieben Grüßen

    Friedrich

  11. #11
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    Lieber Butenlänner,

    Also werter Friedrich, auch ich will werben für die blauen Blumen, ich will deren Kritiker entschärfen, dafür braucht es aber Futter bei die Fische.
    Was mich angeht, so geht es mir gar nicht so sehr darum, für die blaue Blume zu "werben"; weder will ich sie als literarisches Objekt bekannt machen oder "an den Mann bringen", noch auch ein Gefolge Gleichgesinnter hinter ihr versammeln. Mir geht es ja vornehmlich um die Frage Hölderlins: Und wozu Dichter in dürftiger Zeit? Allerdings paßt Novalis' Blaue Blume auch in den Rahmen dieser Fragestellung. so will ich mich auch weiter mit Deinem Thema auseinandersetzen, ob ich Dir dabei "Butter (nicht Futter!) bei die Fische" geben kann, weiß ich nicht.

    Wenn ich Dich recht verstehe, so hast Du Novalis' Blaue Blume als eine Art zu dichten bzw. zu leben entdeckt; sie hat Dich "angesprochen", Du hast Dich in ihr "wiedergefunden". Nun bist Du wie der Jüngling in Novalis' Roman "auf dem Weg", möchtest gerne weiter vorankommen und deshalb Dich mit anderen darüber geistig austauschen. Allerdings, so scheint mir, hast Du Probleme damit, was andere - berufene Kreise aus Literaturgeschichte, Psychologie oder Soziologie - darüber sagen. Diese stellen das Thema "Deutsche Romantik" zumeist so dar, als könne man sich daran mit "Nazismus" oder "Antisemitismus" infizieren. Darüber hinaus gelten Romantiker als psychisch labil ("leichtgläubig und weltfremd") und damit anfällig für Totalitarismus. Ist die Romantik deutscher Ausprägung nicht etwas "typisch Deutsches" und damit etwas, womit man möglichst nicht in Verbindung gebracht werden will?

    Wenn Du als Dichter von der Blauen Blume, der Romantik oder von deutscher Dichtung ganz allgemein etwas lernen willst, dann vergiß doch einfach, was Nicht-Dichter über sie sagen. Von ihnen bekommt man meist nur ein Urteil und dazu eine ideologische Schublade zur Ablage, jedoch keinen lebendigen Zugang.

    In dem ersten Teil Deines Kommentars fällt im Zusammenhang mit der Romantik dreimal der Begriff "Antisemitismus". Doch was heißt genau "antisemitisch"? Wenn ein Autor solcherart klassifiziert wird, so hat man unwilkürlich den Eindruck, er habe in giftiger Weise zum Rassenhaß aufgerufen; dabei gilt jedoch schon die leiseste Kritik an Israel oder an Bürgern jüdischer Abstammung, als "antisemitsch". Walser und Fassbinder galten z.B. als antisemitisch, allein weil maßgebliche Leute Figuren aus ihren Werken mit prominenten Juden (Ignatz Bubis und Reich-Ranitzki) in Verbindung gebracht haben, reine Interpretationssache zwar, denn namentlich wurde weder der eine noch andere genannt, doch der Verdacht allein genügt schon. Darüber hinaus gilt auch Günter Grass als antisemitisch, weil er in einem Gedicht eine kritische Bemerkung zu Israels Nahostpolitik machte. Grass' Gedicht - Was gesagt werden muß - wurde hier im Forum auch intensiv diskutiert; mein Beitrag in Nummer 12 des Fadens). Ich will damit keine "Antisemiten" in Schutz nehmen, ich rate vielmehr dazu, sich anzusehen, was jemand - insbesondere ein Romantiker - tatsächlich gesagt hat.


    Novalis:

    Wenn nicht mehr Zahlen und Figuren
    Sind Schlüssel aller Kreaturen
    Wenn die, so singen oder küssen,
    Mehr als die Tiefgelehrten wissen,
    Wenn sich die Welt ins freye Leben
    Und in die Welt wird zurück begeben,
    Wenn dann sich wieder Licht und Schatten
    Zu ächter Klarheit werden gatten,
    Und man in Mährchen und Gedichten
    Erkennt die wahren Weltgeschichten,
    Dann fliegt vor Einem geheimen Wort
    Das ganze verkehrte Wesen fort.
    Schön, daß Du das hier zitiert hast.

    Die Wissenschaft reduziert die Welt auf "Zahlen und Figuren", sie allein erschließen "objektive" Erkenntnisse. Die wissenschaftliche Welt ist eine, bei der Wahrheit, Liebe und das Schöne ausgeschlossen sind, da "subjektiv". Allein in Sprache erschließt sich diese Welt, allein durch Sprache lebt man darin. Sokrates schaffte die Wahrheit ab, indem er behauptete, niemand könne etwas wissen, was eigentlich nur heißt, daß er kein Wissen als solches gelten ließ und die Leute mit seinen sophistischen Sprachspielen dazu brachte, ihm einzugestehen, daß sie nichts wüßten (aporeia). Wissenschaftstheoretiker wie Karl Popper eifern ihm nach, schaffen die Wahrheit ab, indem alles Wissen dieser Welt nur - vorläufige - Hypothesen seien. Die wissenschaftliche Welt, die uns aufgedrängt wird, braucht keine Dichter, sie tragen nichts Brauchbares bei. Romantische Dichter wie Novalis emanzipieren sich vom Diktat einer derart dürftigen Welt.

    Zitat Butenlänner:
    Sollte jetzt einer den Verdacht haben, ich wolle Poesie, Poesie für jedermann zur Religion verklären wollen, dann gebe ich ihm Recht, zumindest sollte es ein bedeutender Teil der Religion sein, der neuen Religion, meinetwegen der neuen christlichen Religion!
    Deine Romantik (Blaue Blume) als "neue christliche Religion" hat mit der "alten" zumindest dies gemein: sie sind beide intuitiv, kreativ und haben einen Sinne fürs Schöne.

    Schaut die Lilien auf dem Felde, wie sie wachsen: sie arbeiten nicht, auch spinnen sie nicht.
    Mth 5 / 25
    Wenn sie euch [die Jünger] nun [ab]führen und dem [Gericht] überantworten werden, so sorget nicht, was ihr reden sollt, und bedenket auch nicht zuvor; sondern was euch zu der Stunde gegeben wird, das redet. Denn ihr seid's nicht, die da reden, sondern der Heilige Geist.
    Mk, Kapitel 13/ 11
    Der Heilige Geist spricht aus den Jüngern, diese sind das Gefäß, in dem jener sich kundtut. Wenn Jesus so zu seinen Jüngern spricht, dann sicherlich aus eigener Erfahrung. Hölderlin sah sich als Gefäß "der Götter". Was "spricht" im Traum des Jünglings auf der Suche nach der blauen Blume? Das Schöne? Die Liebe? Die Wahrheit?

    Den Hinweis auf Dein neues Buch von Stefan Zweig hat mich auf die Idee gebracht, ihm im Rahmen der Frage: Und wozu Dichter in dürftiger Zeit? einen Beitrag zukommen zu lassen. Ich wollte es ursprünglich an dieser Stelle tun, doch würde dieser Beitrag dann zu lang.

    Mit lieben Grüßen

    Friedrich
    Geändert von Friedrich (10.11.2013 um 21:21 Uhr)

  12. #12
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    Lieber Friedrich,
    ich habe mich irritieren lassen, ja! Irgendwie habe ich damit auch „meine eigene blaue Blume in mir“ besudelt, und ihr leuchten drang nicht in mein Bewusstsein.
    Die Blume ist schön, sie muss schön sein! Man muss sie schön lassen, man muss sie schön denken, diese Vermittlerin zwischen Traum und Wirklichkeit, sie ist ein Potenzial!

    Wozu dichten in dürftiger Zeit?

    Ich erinnere mich an einen wissenschaftlichen Vortrag über Glück, bzw über die Frage: was ist Glück? Um gut vorbereitet zu sein, wälzte ich Bücher, ich sackte in die Philosophie, aber die Antwort konnte mir nur eine geben; Jessica 5 Jahre: Glück ist wenn alle lachen!

    So einfach will ich auch auf dein Thema > Sinn und Zweck des Dichtens < Stellung nehmen:
    Es macht einfach glücklich; ich lache beim schreiben und lesen ganz oft, ich habe so erfüllte Gedanken dabei, manchmal kommen mir vor Rührung die Tränen.

    Ich möchte dir und deiner Hommage an die blaue Blume ein Gedicht widmen. Ich habe sehr lange daran gearbeitet, jede Silbe habe ich überdacht, jedes Komma, jeden Absatz, jede Freizeile; mag sein das es etwas zu bemängeln gibt, dann nehmen wir es "hier" bitte Stillschweigend hin.

    ---Blume der Nacht

    --Alles / erhebt sich zum Himmel, hinauf zu den Sternen und wandelt
    ---endlos Formen und Kleider, das Streben findet kein Ende!
    ----Grau oft, und hektisch die Tage, es fehlt der Musenkuss: Wonne.
    -----Schlaf, sei tröstender Balsam, wo Fron des Schicksals mich loslässt!

    ------Spiele, Blume der Nacht, mit mir, erleichter die Seele!
    -------Regeln und Pflichten des Lebens, wir dürfen sie fröhlich vergessen.
    --------Blau wie das Meer und der Himmel, an dem sich das Auge erfreute,
    ---------Lieb mein, sollst du mir blühen, im Dunkel unendlicher Leere.

    ----------Müde sink ich zu dir, so viele offene Fragen,
    -----------träume mit dir, und male ein Lied voll prächtiger Farben.
    ------------Schenk mir die schöne Venus, das heilige Feuer, ein Wunder!
    -------------Suche, vergebe und finde Trost, so leuchte uns Luna!

    --------------Nacht geweiht wache ich- trunken, beseelt von schlafender Quelle,
    ---------------Sehnsuchtsvoll verlangend, das Schlummerland zu bereisen.
    ----------------Komme nur wieder, du Blume! Geheimnisvoller, mein Traum,

    ----------------du seliger Sänger der -S t i l l e , sei Anfang -und schlafendes Ende.
    -
    -
    -
    -
    -
    -
    -

    Thema: Die blaue Blume (Novalis), Symbol der Romantik und Sehnsucht. Traumbild, Hexameter

    (Herzlichen Dank für lehrreiche Unterstützung und Inspiration an Ferdi, hoyoko san und Valenice)

    Lg
    Butenlänner
    Geändert von Butenlänner (13.12.2013 um 18:27 Uhr)

  13. #13
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    Hallo, lieber Butelänner! Sieh Dir noch mal bitte den vorletzten Vers an! Der endet mit X x x X
    Auch der letzte Vers könnte normaler Weise so betont werden am Anfang: x X x x X x x X x , Sonst alles ok , was die Zäsuren betrifft. Mehr will ich im Augenblick nicht sagen. (keine Zeit!) Schönen 1. Advent! hoyoko

  14. #14
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    Lieber Butenlänner,

    vielen Dank für die Widmung Deines schönen Gedichts. Es macht mich richtig stolz. Wann hat mir mal schon jemand ein Gedicht gewidmet? Wenn ich mich recht entsinne, dann - noch nie!

    Es ist schön, jemandem zu begegnen, den wie mich die Frage nach dem Sinn von Dichtung so leidenschaftlich bewegt. Diese Frage stellt sich Dir dabei eher persönlich als philosophisch.

    Wozu Dichter in dürftiger Zeit?

    Unsere Zeit ist dadurch geprägt, daß maßgebliche Leute versuchen, den "Markt der Köpfe" zu beherrschen. Die Köpfe der Menschen werden dabei als eine Art biologische Festplatte betrachtet, auf der man mittels der Medien Dateien und Programme herunterladen kann. Sowohl die Industrie mit ihrer Werbung als auch die Politik betreiben einen großen Aufwand, Zugang zu den Köpfen zu finden, um diese zu programmieren oder "upzudaten". Dieser Gedanke ist nicht neu, schon Schriftsteller wie Aldous Huxley und George Orwell haben dies in ihren Dystopien (Brave New World und 1984) vorausgesehen. Die Menschen dort denken alle dasselbe und funktioneren wie Roboter ohne - mit Ausnahme der Protagonisten - zu merken, was ihnen eigentlich abhanden gekommen ist: - das eigenständige freie Denken nämlich sowie der Zugang zu einer menschlicheren, "schönen" Welt. Literatur und Philosophie ist in beiden Dystopien verboten, es gibt keine Bücher mehr.

    Die Menschen heute arbeiten, konsumieren und amüsieren sich, genau so wie es ihnen zugedacht ist. Und dann gibt es ein paar Ausnahmen, die merken, daß es eine Alternative zu dieser öden Welt geben könnte, ja müßte. Und diese Alternative erfahren sie in Büchern; in Dichtung, Philosphie und Religion.

    Bei intelligenten Menschen, bei solchen also, die Geist haben, ist diese Erfahrung aber nicht gleichzusetzen mit einem gelassenen Zur-Kenntnis-Nehmen, sondern sie ist aufwühlend, sowohl beängstigend als auch beglückend; auf jeden Fall etwas sehr Wichtiges für ihr Leben.

    Sprache ist dasjenige, was den Menschen ausmacht, was ihn vom Tier unterscheidet - zoon logon echon - das mit Sprache begabte "Tier". Sprache wird von der Wissenschaft meist als ein Instrument begriffen, dessen sich der Mensch bedient, um seine Gedanken zu anderen zu transportieren, zu "kommunizieren". Doch das dichterische Denken funktioniert ganz anders: Sprache wird einem zuteil und verdichtet sich allmählich zu einem Gedicht. Wer diesen Prozeß erlebt hat und mit Freude das Ergebnis sieht, der möchte ihn nicht mehr missen. Ein Gedicht ist eine lebendige Sache, Dichter wußten das aus eigener Erfahrung schon immer. Zuerst ist da die Empfängnis (Konzeption), das Einatmen (Inspiration) von etwas, das in einem heranreifen will; auch der Begriff Intuition (Hineinlegen) deutet darauf hin, daß der Mensch seine "Idee" zunächst - in passiver Weise - empfängt.

    Nun so ist es auch bei dem Jüngling in Novalis' Roman. Sein Geistesleben ist ihm durch die Erzählung des Fremden lebendig geworden und er erfährt die Vision der blauen Blume als Ergebnis eines langstündigen fieberhaften "Traumes". Menschen, die für derartige geistige Erfahrungen prädestiniert sind, wollen davon nicht mehr lassen, es erschließt sich ihnen darin sogar ein - wenn nicht der - Lebenssinn.

    Das Schöne wird seit der französischen "Auflärung" entwertet und mit der "großen" Revolution aus dem Leben der Menschen gedrängt. Schiller hat zu seiner Zeit schon dagegen angekämpft und mit all seiner Kraft daran gearbeitet, den Menschen die schöne und heile Welt wiederzubringen. Ich habe bereits einige Beiträge zu diesem Thema in dieses Forum gestellt.

    Nun, so hoffe ich, lieber Butenlänner, daß Dich die Kreativität nicht verläßt - so wie einst von Hölderlin in "Mitte des Lebens" befürchtet - und daß Du durch Literatur und Dichtung fruchtbare Anregungen erhältst, die Deine Kreativität in weitere schöne Gedichte umsetzen möge.

    Mit lieben Grüßen

    Friedrich
    Geändert von Friedrich (01.12.2013 um 22:50 Uhr)

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