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  1. #16
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    Hi, Sabiene -

    ..Es wird heutzutage ja nahezu ausschliesslich über Geld und Sex gesprochen, aber die Fähigkeit zur Liebe oder zum puren Sex schwindet


    schreibst Du.
    Ich frage mich:
    WO ist der Unterschied? Deshalb frage ich jetzt Dich.

    B.

  2. #17
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    Hi B. ,

    also ich habe hier prosaisch geschrieben, weil ich mir in jenem Moment eine prosaische Reaktion wünsche; die meisten verstecken ihren Sex hinter einer aufgesetzten Poesie, die leicht durchschaubar ist und verlogen wirkt. Damit will ich nicht sagen, dass eine poetische Schreibweise keine "Begierde" ausdrücken könnte, doch gibt es da sehr viel Raum für Nebenassoziationen, der mich dann schon wieder abturnt.

    Andererseits ist da auch dieser Leistungsdruck, den sich viele auferlegen; ich bin jetzt mit jemandem zusammen, jetzt muss es zur Sache gehen, sonst war das Date umsonst - das ist ebenfalls Quatsch, da sage ich dann, wenn ich meinen oder den fremden Widerstand spüre: Lass uns eine gute Zeit haben, platonisch, vielleicht werden wir ja Freunde.

    Nächtliche Grüße

  3. #18
    stimulanzia Guest
    Hallo Sabiene,

    habe mir jetzt nicht alle Antworten in diesem Faden durchgelesen, aber in meinen Augen ist es durchaus ein poetisches Stück. In anderen Foren verwendet man dafür den Ausdruck "Prosagedicht". Ich würde es vielleicht ein bißchen anders gliedern und von der Wortwahl straffen, aber ansonsten besticht dein Stück gerade durch seine Schlichtheit. Es hat nichts aufgesetztes und das LI wirkt auf mich authentisch. Sehr gern gelesen.

    LG stimu

  4. #19
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    Hallo stimu,

    ich weiss ehrlich gesagt nicht einmal, was ein Gedicht ist; was soll dann bitteschön ein Prosagedicht sein?

    Liebe Grüße

  5. #20
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    Liebe Sabiene,
    ich habe mir die Kommentare noch einmal durchgelesen. Dass Du auf den dümmlichsten gar nicht antwortest, spricht für Dich.
    "Dein Werk gibt Zeugnis von einer Frau mit unerfülltem sexuellem Bedürfnis, mit dem sie offen für sich wirbt." So etwas aus Deinem Gedicht heraus zu lesen, zeugt sicherlich von überragendem Einfühlungsvermögen. Davon bin ich weit entfernt. Für mich sagt das LI: Ich bin eine attraktive Frau, bin selbstbewusst und brauche die blöden Anmachsprüche der Machos nicht. Wenn du - das imaginäre LD - was von mir willst, dann sag es frei heraus (wirst schon sehen, was du davon hast).
    Könntest Du mich dem LI mal vorstellen?
    Liebe Grüße,
    Heinz

  6. #21
    stimulanzia Guest
    Zitat Zitat von Sabiene Beitrag anzeigen
    Hallo stimu,

    ich weiss ehrlich gesagt nicht einmal, was ein Gedicht ist; was soll dann bitteschön ein Prosagedicht sein?
    Das ist Klasse. Ich wußte auch lange Zeit nicht, dass ich Gedichte schreibe. Aber wenn du den Begriff "Prosagedicht" mal googelst, bekommst du eine ungefähre Vorstellung davon, was sich dahinter verbirgt. Auch wenn hier vieles im einzelnen noch umstritten ist, kann man sich mit diesem Hinweis viele (ermüdende) formale Diskussionen - Gedicht oder nicht - ersparen. Denn an der Errungenschaften der Moderne führt nun einmal kein Weg mehr vorbei.

    LG, stimu

  7. #22
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    Hallo stimu und Heinz,

    ein Leser, der seinen Namen aus Bescheidenheit ungenannt wissen möchte, hat alles nochmals in lyrische Form gebracht:

    Schlaf mit mir
    An den Brüsten
    unsrer Alma Mater
    habe ich mich
    sattgetrunken,
    bin belesen
    und gestylt;
    Stolz bin ich und selbstbewusst,
    niemals arrogant,
    pfeife auf die Machos,
    deren Geld und Witz
    kaum der Rede wert sind:
    ihre Spiele können mich nicht reizen.
    Sag doch einfach:
    Ich will dich,
    weil du Weib bist, weil ich geil bin,
    einsam auch vielleicht, egal,
    ich will dich,
    weil du da bist.
    Schlaf mit mir.

    Habe mich sehr gefreut und lasse es mal als Ergänzung stehen. Danke!

    Nur: was ist ein Gedicht? Was ist ein Prosagedicht?

  8. #23
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    Liebe Sabiene,
    Du kannst ja vielleicht Fragen stellen! Was ist ein Gedicht?
    Antworte ich mit Heine (Des Weibes Leib ist ein Gedicht), klingt es erst einmal machohaft; antworte ich mit Goethe (Gedichte sind gemalte Fensterscheiben), klingt es nach Bildungsbürgertum. Mich muss ein Gedicht in eine andere Welt entführen, in die Welt (oder wenigstens in den Ausschnitt einer Welt), des Autors/der Autorin. Aber bitte nicht in der Art einer Reportage (das können Journalisten besser), nicht, indem man mir Nägel in den Kopf schlägt, damit ich verstehe, was gemeint ist. Phantasie ist gefragt, aber bitte mit einer in sich schlüssigen Logik. Wortgewandtheit (verbunden mit einem immer größer werdenden Wortschatz), hinreichende Kenntnis der deutschen Sprache und deren Regeln im Schriftlichen (mit anderen Worten: a bisserl Mühe sollte man sich geben, bevor man etwas veröffentlicht). Kenntnisse metrischer Regeln - auch, um sie künstlerisch zu brechen - und eine hinreichende Belesenheit. Das Wichtigste zuletzt: Ein Werk, das bei mir die Bezeichnung Gedicht verdient, darf mich nicht langweilen. Das alles ist nicht hinreichend, um zu sagen, was ein Gedicht ist (bestimmt kommen noch Hinweise aufs "Verdichten", aber die halte ich für Klempner/Installateure angemessener), bei dem GDAZ ist eh nur dann von einem Gedicht die Rede, wenn sich etwas hinten reimt. Mir wäre noch wichtig, dass ein Gedicht sich sprachlich von der Alltagssprache abhebt, nicht nur "gebundene", sondern schlicht auch "schöne" Sprache ist.
    Liebe Grüße,
    Heinz
    PS.
    Prosagedicht?
    Der Begriff ist mir suspekt. Zwitter scheinen schick zu sein. Mir gefällt der Begriff "rhythmische Prosa" besser.
    Der uneigennützige Bescheidene hat aus Deinem Ursprungsgedicht so was ähnliches gemacht: Unregelmäßigkeit in den Verslängen, zaghafte und nur vereinzelt auftretende Alliterationen, durchgängig trochäisch, Verzicht auf Reime, auffälliger Gebrauch der Vokale.
    Mal sehen, was die anderen sagen.
    Geändert von Festival (24.05.2011 um 21:06 Uhr)

  9. #24
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    Nun kenne ich immer noch nicht den Unterschied zwischen Sex und purem Sex.

  10. #25
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    Mensch, Barbarossa
    wer von uns ist denn der Lateiner? "purus" = rein. Purer Sex = reiner Sex. Nur Sex = schmutzuger Sex.
    Wie man das nun wieder unterscheidet? Ganz einfach: Schniedel gewaschen, Muschi auch, Zähne geputzt, vielleicht auch vorher geduscht = reiner Sex.
    Nur Sex: Das Genannte alles weglassen = schmutziger Sex.
    Liebe Grüße, ich geh jetzt duschen,
    Heinz

  11. #26
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    aber so hat das die dichterin nicht gemeint, guck mal in den entsprechenden kommentar...
    ist der nur gold oder pures gold?
    aber wie immer: keiner wäscht rainer!

  12. #27
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    Tschuldigung --- ich versteh da was nicht --- Boa - ist das alles kathartonisch, stoisch und streng, was ihr hier schreibt. Ich habe mir ja schon angeguckt, wer hier alles rausgeflogen ist und mich gefragt: "Was zur Hölle haben die alle Schlimmes gemacht?"

    Schlimmer als die, die behalten wurden, konnten die doch nicht sein, oder?
    --- da werden Gefühle als "lapidar" geoutet, die Intention des LI wird auf "Kein Reim = Kein Werk" reduziert und man muss sich hier als Autor eines gut-gemeinten-Beitrags an den Pranger stellen lassen!

    Werft virtuelle Tomaten!!!

    Meiner Meinung nach sollte es in einem Gedichteforum um die Freude an Worten und an Wortkonstruktionen gehen - die meisten Antworten hier finde ich eher destruktiv!

    Seid ihr denn wirklich soooo elitär? Oder nur zynisch?

    Wie auch immer, ich finde, Sabienes Text macht Folgendes deutlich:

    - intellektuelle Frau will schnellen Sex
    - Keine Fragen, keine Reue
    - Keine intellektuellen Hintergedanken

    P.S.: ist wahrscheinlich guter Sex, weil nicht soviel Gelaber und Kopf!!!

    Ich versteh den Text so und find ihn außerdem lyrisch ansprechend, teilweise sogar sexy... Fänd es gut, wenn ich der Mann wäre, auf den die BWL-Braut trifft - und sicher einige der zugeknöpften Kumpels hier auch... Meine Meinung - aber wer bin schon ich?

    Nur meine Meinung, nix für ungut - lasst euch euer Schreiben nicht miesmachen!!!


    Gute N8,
    Seebald

  13. #28
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    Lieber Seebald,
    "Meiner Meinung nach sollte es in einem Gedichteforum um die Freude an Worten und an Wortkonstruktionen gehen" - genau!
    Und an manchen Wortzusammenstellungen, die der Autor dann als Gedciht bezeichnet, habe ich z.B. keine Freude. Das sag ich dann auch und fall nicht um, wenn meine Erzeugnisse von anderen kritisiert werden. Wenn jeder Blödsinn kritiklos hingenommen wird, obsiegen am Ende die Quarktaschen, dei zu allem und jedem ihren Pups abgeben und wegen der irren Menge der Pupse glauben, sie seien die Größten. Deswegen fällt manche Kritik (zumindest von mir) sehr harsch aus, und wenn man die Vorgeschichte nicht kennt, hört sich das manchmal auch zynisch an. Aber wenn ich beim Autor ein ehrliches Bemühen erkenne, kann ich sanfter schnurren als eine Katze. Mein Tipp für Dich: Lies Dich mal so richtig und mit Geduld durch ein paar Dutzend Beiträge, dann merkst Du selbst bald, welche Körnchen ins Töpfchen und welche ins Kröpfchen gehören.
    Liebe Grüße,
    Heinz

  14. #29
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    Hallo Barabarossa,

    das habe ich doch mehrmals erklärt, willst Du mich necken?

    Hallo Seebald,

    ich schreibe noch nicht lange und habe von Sprachrhythmus kaum Ahnung, bzw. habe einiges erst hier gelernt. Klar, alle sollen schreiben, was ihnen auf dem Herzen liegt, aber mal eben so kurz hingepfuschte Zeilen, nee, da stimme ich Heinz zu, dem ich hier nochmals danken möchte für das Engagement, das in seinen Kommentaren liegt, die allesamt sehr lesenswert sind.

    Grüße aus Nordwest

  15. #30
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    Das Werk ist ein wichtiges zeitliches Dokument um festzuhalten, wie armselig die moderne hedonistische Frau in unseren Tagen geworden ist.
    Überheblich, eingebildet und sich selbst masslos überschätzend. Schon das Herausstellen des Bücherlesens und BWL Studiums. Nicht erwähnenswerte Nebensächlichkeiten werden wie eine Monstranz vor die Brust gehoben. Kurz darauf noch der offen vorgetragene Selbstbetrug, das Auftreten sei nicht arrogant/eingebildet, sondern selbstbewusst. Dann das transportierte klischeebeladene Männerbild: "Hey, ihr Männer. Ihr wollt doch eh alle f****". Ergänzt um den völlig überhebliche Subtext der letzen Textzeilen: "Mir ist bekannt, dass ich für Euch niederes Männervolk unwiderstehlich bin. Spart Euch aber Euer Umwerben und die Versuche mich zu beeindrucken. Damit könnt ihr aus Euren niederen Gefilden doch eh nicht zu mir heranreichen. Sofern ihr mir aber nur an die Wäsche wäsche wollt und mir gerade der Sinn nach Sex steht, lasse ich Euch vielleicht gnädigerweise ran, damit ihr mir Lust bereitet".

    Das "Werk" ist von der Form her kein Gedicht. Inhaltlich ist es männerverachtend, oberflächlich und bedauerlicherweise ein Spiegel der aktuellen Denkweise von vielen Akademikerinnen. Es spiegelt den Geist von Frauen wieder, deren einziger Wert darin besteht, dass sie durch ihre Konsumausgaben das Bruttoinlandsprodukt steigern.

    Fazit: Sofern durch durch die bewusste Wahl einer fehlerhaften Form auf die mangelhafte Geisteshaltung von modernen Frauen angespielt werden soll und dadurch der transportierte Inhalt gerügt wird, halte ich das Werk für gelungen. Leider befürchte ich jedoch, dass dies nicht die Intention der Verfasserin war.
    Geändert von Heimaterde (06.07.2011 um 16:53 Uhr) Grund: Ergänzung Fazit

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