Thema: Nirgendwo

  1. #1
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    Nirgendwo

    Nirgendwo siehst du die Umarmung von Himmel und Erde. Wenn du aus dem Fenster schaust,
    blickst du durch Regenschleier bis zu eisblauen Bergen, deren Kuppen von Schnee bedeckt sind.
    Tannen stechen dunkelgrün in den grauen Himmel. Es ist kalt, schon fallen die ersten Blätter.
    Jeder muß sich einhüllen, Türen und Fenster schließen, sich vor Wind und Kälte schützen.
    Ich laufe gerne durch den Regen. Ich vermisse das Meer, die Steinwüste, die Oasen. Am Meer
    geht der Mond hinter den Bergen auf, am anderen Ufer. Er ist orangenrot. Ein riesiger Farbtupfer,
    der langsam nach oben fließt, sich vom Berg ablöst, um schließlich als runder Ballon zum Himmel
    aufzusteigen. Es kann nicht der gleiche Mond sein, der hier blaßgelb und unscheinbar als zer-
    brechliche Scheibe am Himmel schüchtern flimmert. Überall scheint die Stadt die Menschen blaß
    zu machen und sie zu entkräften. Selbst die Farben der Früchte leuchten nicht durch den Staub
    hindurch. Menschen wie Häuser scheinen mit einem grauen Schleier behangen zu sein. Es ist
    nur ein flüchtiger Eindruck, der erleichtert Abschied zu nehmen.

    Wir leben in verschiedenen Welten. Selbst die Zeit hat ein anderes Gesetz. Hier ist sie sehr
    großzügig, läßt viel Muße zum träumen. Selbst der Herbst hat keine Eile. Sommerwinde pflücken
    frische Blätter
    . Ein großer alter Baum ist umgeknickt, vom Sturm gebrochen, von seinen Wurzeln
    getrennt. Die Sonne geht unter, ich mag die Schatten der Nacht. Ich bin im Herbst geboren
    und ich mag ihn. Die Natur stirbt langsam, aber noch ehe sie stirbt, bereitet sie ihre Wieder-
    geburt vor. Blätter fallen, überlassen sich der Erde und faulen. Schnee bedeckt alles Leben.
    In der Stille bereitet sich ein neues Leben vor. Ich glaube, daß jedes Ende auch ein Neubeginn
    ist. Bäume blühen jedes Jahr aufs neue, wie jedes Jahr und doch so anders. Der Mensch ist
    nicht verwurzelt
    , und daß er um das Ende weiß, macht sein Leben so kostbar. Es wäre furchtbar,
    wenn die Zukunft sicher wäre. Trage eine Maske und du vergißt, wer du bist. Schließlich spielt
    sich das Leben in einem Zimmer ohne Türen und Fenster ab, und beim täglichen Treffen des
    Maskenballs. Hast du dir schon einmal die Frage gestellt, wer du bist? Ich möchte gern ein
    Engel sein, aber ich gäbe einen bedauernswerten Engel ab, so ganz ohne Flügel.

    Alles scheint so einfach. Es ist wohl auch einfach. Der Winter muß dem Frühling Platz machen,
    der Frühling dem Sommer, dann kommt der Herbst, Winter, ein neuer Frühling, Sommer, dann...
    Heute war ich im Theater. Die Rollen waren gut besetzt, das Stück war schnell vorbei. Wäre
    das Leben ein Theater, welche Rolle würde ich wählen? Ich sehe, daß ich selbst das Stück
    schreiben muß, meine Rolle selbst wählen muß. Vielleicht ist das Leben ein Theater, nur finde
    ich meine Rolle nicht, und in dem Moment, wo ich deshalb beschloß Zuschauer zu werden...
    Das Schicksal. Es ist, als übergibt man sich einer Rolle, wird zur Marionette, tanzt an Fäden.
    Herrliches Gefühl keine Verantwortung zu haben, an Fäden zu tanzen, nicht verantwortlich zu
    sein. Seit ich denken kann, habe ich Angst vor diesen Fäden. Seit ich mich bewegen kann,
    habe ich Angst bewegt zu werden. Seit ich mich bewege weiß ich nicht, ob ich es bin, die
    mich bewegt. Ich bin weit gelaufen, nicht weit genug. Ich trete oft auf der Stelle und meine
    Träume führen mich wohl weit. Ich habe keine Angst zu sterben, aber ich habe Angst als Tote
    zu leben. Als ich das erstemal sah, daß sich die Wellen bäumten, das erstemal die Freuden des
    Lebens sah, konnte ich sie genießen, weil sie einzigartig waren wie der Tod. Liebe ist nur ein
    Wort, und was mich am Leben erhält, ist der Kampf dagegen. Alles geben, auch mein Leben?
    Ich kann nicht fragen, ich kann es nicht. Ich habe Angst zu zerbrechen. Ich habe keine Frage,
    ich will nur geben, weil ich Angst habe enttäuscht zu werden. Es ist einfach zu geben, es ist
    schwer zu nehmen, weil derjenige, der nimmt, mehr zu geben hat. Ich möchte nur geben.
    Wenn es Verstehen gibt, so ist es mehr als ich je vom Leben erwartet habe, und wenn es
    wahr ist, wie soll ich glauben, daß gerade ich es verdient habe...? Ich werde nicht fragen, ich
    kann es einfach nicht.

    Ich bin lang gelaufen, um in Augen zu sehen. Nun glaube ich, alles, was ich bisher geworden
    bin, hat sich vom Ballast befreit und ich möchte, daß du meine Stärke nimmst und weiter gehst
    als ich. Ich bin so müde. Ich sehe keinen Frieden. Vielleicht wirst du ihn finden. Ich fühle mich
    wie eine Welle, eine Welle des Meeres, vom Sturm bewegt. Du liebst das ruhige Meer. Wenn das
    Meer ruhig ist, ertrinke ich. Ich möchte, daß es keinen Sturm je geben wird, der dich von mir
    trägt. Gibt es aber einen Sturm in dir, so werde ich zur Welle, die bis zur Bergspitze schlägt,
    auch wenn sie danach ins Meer zurückschlägt. Ich will nur geben. Ich habe eine Frage, die ich
    nicht stellen kann.

    Das Jahr geht zu Ende. Wie könnte ich durch den Schnee laufen, wie zum wolkenbedeckten
    Himmel schauen. Beklommenheit überkam mich, als das Flugzeug in dieser toten Landschaft
    landete. War alles gestorben während meiner Abwesenheit? Es ist eher das Gefühl der Wärme,
    das mich so lebendig macht, daß um mich herum alles wie tot erscheint. In der Luft erschien
    alles klein für die Augen und dann, über Wolken fliegend, verschwand die Erde einfach. Allein
    mit deinen Gedanken im blauen Himmel, frei und losgelöst. Nun, der Schnee ist inzwischen
    getaut, die Sonne scheint, und ich konnte es, durch vereiste Straßen laufen, an kahlen Bäumen
    vorbei, unter Wolken und in mir starb nichts. Der Winter kann mich nicht töten, aber es ist wahr,
    es ist vieles gestorben während ich fort war. Ich fühle mich wie neugeboren, jetzt, wo hier alles
    zu sterben scheint und es ist nicht nur der Winter, nicht nur das Jahresende.

    Wie gut ist es doch, fortzugehen, ins Unbekannte, Unmögliches zu tun um Mögliches zu ent-
    decken, zuerst, daß im Winter die Natur stirbt, nicht aber der Mensch, der wirklich lebt. Oft saß
    ich am Meer und lauschte dem Rauschen der Wellen. Unermüdlich bewegt sich das Wasser. Ich
    liebe seine Wellen und fürchte mich gleichzeitig davor, und ich dachte: Seemann willst du sein
    und fürchtest die Wellen. Die Wahrheit ist, daß ich nie gesegelt bin und nie Seemann sein werde,
    weil ich Angst habe vor den Wellen. Doch ist es mir, als segle dort ein Schiff auf dem Meer mit
    meiner Ladung und ohne mich, die ich an Land ging. Am Abend waren die Sterne so nah und
    ich dachte: wie schön sie doch sind, weil so fern. Ist es nicht gerade so schön seine Wünsche
    dorthin zu senden, weil sie dort oben bleiben? Und plötzlich war es mir, als hätte ich die Antwort
    auf meine Fragen. Hier, wo du nicht mehr weiter kannst, am Meer, an der Grenze.

    Als die Sonne ins Meer versank, da war es mir, als schiene sie aus dem Meer hervor, da war
    es mir, als ginge sie nie unter. Ich denke nicht an den Winter und ich warte nicht auf den
    Frühling.

    Da glaubt man nun man liefe vorwärts, eine gerade Straße entlang, eine Straße so lang wie
    die Jahre, die man gelebt hat, und plötzlich fragt man sich, ob man sich nicht doch im Kreis
    bewegte. Gibt es für jeden einen Kreis, den man immer wieder abläuft, jedes Mal im Glauben
    man habe eine neue Strecke erwischt, und die Schnellen laufen öfter drum herum, und die
    Langsamen vielleicht nur einmal, und haben vielleicht recht, denn jede andere Umkreisung
    wäre vielleicht gleich gewesen. Und doch gibt es eine offene Stelle, und wenn man dort an-
    kommt hat man die Möglichkeit abzuspringen, runter von dieser verdammten Peripherie, nur
    nicht auf ihr weiterlaufen und hoffen, es sei doch kein Kreis.

    Wo aber soll man hinspringen, wenn man Jahre einer vorgezeichneten Linie folgte? Wonach jetzt
    die Schritte richten? Was macht man nicht alles in diesem Moment der Zaghaftigkeit? Da steht
    man nun, und um einem herum drehen die Kreisläufer ihre Runden und man schaut auf die
    abgelaufene Linie des eigenen. So einfach wäre es, wieder draufzuhüpfen und loszulaufen. Beim
    nächsten Mal kann man ja immer noch abspringen, aber vielleicht gibt es gar kein nächstes Mal,
    vielleicht bleibt man am anderen Ende auf der Strecke, oder jemand schließt den Kreis mit einem
    energischen Strich. Nur nicht draufschauen, nur nicht umdrehen. Da man im ersten Moment
    nicht weiß wohin, wackelt man unsicheren Schrittes, als wanke der Boden. Ärgerlich zu laufen
    wie am Anfang des Lebens. Man fällt, steht auf, man fällt und je größer die Wut um so besser,
    denn endlich faßt man einen verbissenen Entschluss: Laufen lernen

    Nun denkt man nicht mehr ans Umkehren.
    Man muß es einfach schaffen: Laufen.

    Wieso sitze ich hier in dieser Stille? Bin ich schon wieder hingefallen, oder ist es einer der
    ersten festen Schritte? Schade, tut es nicht sofort weh, das Hinfallen, so kann man schreien
    und auf zum nächsten Versuch. So aber muß ich jetzt aufstehen und einen anderen Schritt
    versuchen, oder steh ich noch auf den Beinen und geh den nächsten Schritt?

    Wir schämen uns zu schreien, wenn wir fallen. Vielleicht täte es ganz gut auch zu juchzen,
    vor Freude über einen ersten Schritt, statt zu denken: Hat’s auch niemand gesehen?

    Das ist also das erste: Kaum stehe ich frei, sind meine Gedanken wirr und mir fällt nichts
    besseres ein, als ein Kleinkind, das seine ersten Schritte tut und denke mir Kreise, die schuldig
    für mein im Kreise laufen sind. Bin ich vielleicht feige mir gegenüber, kann ich mir selbst gegen-
    über nicht zugeben, daß ich beim Laufen nicht falle, daß der Boden nicht wackelt, und ich nie
    auf einem Kreis gelaufen bin und deshalb auch nicht abgesprungen bin?

    Wacklige Schritte als Entschuldigung, daß ich nicht loslaufe. Kreise als Vorwand, daß ich nie
    gerade gelaufen bin? Jetzt ist es schon besser. Jetzt kommt die Wut. Ich bin wütend auf mich,
    sitze hier in der Stille und weiß plötzlich: Vor mir wollte ich weglaufen. Jetzt hab ich mich ein-
    geholt, packe mich, schüttle mich, daß die Gedanken im Kopf nur so poltern, bin endlich wütend
    auf mich, anstatt auf andere. Was nützt das ganze Gekrame in der eigenen Seele, wenn man
    immer darin ein Eckchen findet, in dem man sich verstecken kann und nur das Ansehnliche
    begutachtet.

    Raus aus dieser Ecke, ans Licht damit!
    Das war es, was dich auf einem Kreis herumjagte, dich am Abspringen hinderte, du selbst,
    versteckt in einer Ecke. Dunkelkammer.
    Jetzt stimmt aber eines: Laufen mußt du jetzt wirklich erst lernen, der Mut ist schon da, und
    nach dem ersten Fall wird’s schon besser gehen. Nichts wie los!

    _________________________________________________________________________________
    Geändert von Farbkreis (12.06.2011 um 11:25 Uhr) Grund: corrigé _ s.u.

  2. #2
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    Hallo Farbkreis

    Ich fand den beschriebenen Gedankengang ansprechend, teilweise sind ehrlich gelungene Formulierungen darunter.

    Nirgendwo
    Nirgendwo siehst du die Umarmung von Himmel und Erde. Wenn du aus dem Fenster schaust,
    blickst du durch Regenschleier bis zu eisblauen Bergen, deren Kuppen von Schnee bedeckt sind.
    Tannen stechen dunkelgrün in den grauen Himmel. Es ist kalt, schon fallen die ersten Blätter.
    Jeder muß sich einhüllen, Türen und Fenster schließen, sich vor Wind und Kälte schützen.
    Ich laufe gerne durch den Regen. Ich vermisse das Meer, die Steinwüste, die Oasen. Am Meer
    geht der Mond hinter den Bergen auf, am anderen Ufer. Er ist orangenrot. Ein riesiger Farbtupfer,
    der langsam nach oben fließt, sich vom Berg ablöst, um schließlich als runder Ballon zum Himmel
    aufzusteigen. Es kann nicht der gleiche Mond sein, der hier blaßgelb und unscheinbar als zer-
    brechliche Scheibe am Himmel schüchtern zittert. Überall scheint die Stadt die Menschen blaß
    zu machen und sie zu entkräften. Selbst die Farben der Früchte leuchten nicht durch den Staub
    hindurch. Menschen wie Häuser scheinen mit einem grauen Schleier behangen zu sein. Es ist
    nur ein flüchtiger Eindruck, der erleichtert Abschied zu nehmen.

    Wir leben in verschiedenen Welten. Selbst die Zeit hat ein anderes Gesetz. Hier ist sie sehr
    großzügig, läßt viel Zeit zum träumen.

    -> im Prinzip steht dort: "die Zeit läßt viel Zeit zum träumen" ... kann man sich dran stören , muss man natürlich auch nicht
    Besser wäre vielleicht: (...), läßt viel Raum/Platz/Möglichkeit/Freiheiten zu(m) Träumen
    .

    Selbst der Herbst hat keine Eile. Sturm reißt Blätter von
    den Bäumen.

    -> Das erscheint mir etwas widersprüchlich: Der Herbst habe keine Eile, doch der Sturm >reißt< die Blätter von den Bäumen. "Reißen" hat für mich etwas "Heftiges, Ruppiges" - Wenn der Herbst keine Eile hat, dann braucht er die Blätter nicht durch Stürme abzureißen, vielleicht dann eher "zupfen" (eine etwas zarte Weise)?

    Ein großer alter Baum ist umgeknickt, vom Sturm gebrochen, von seinen Wurzeln
    getrennt. Die Sonne geht unter, ich mag die Schatten der Nacht. Ich bin im Herbst geboren
    und ich mag ihn. Die Natur stirbt langsam, aber noch ehe sie stirbt, bereitet sie ihre Wieder-
    geburt vor. Blätter fallen, überlassen sich der Erde und faulen. Schnee bedeckt alles Leben.
    In der Stille bereitet sich ein neues Leben vor. Ich glaube, daß jedes Ende auch ein Neubeginn
    ist. Bäume blühen jedes Jahr aufs neue, wie jedes Jahr und doch so anders. Der Mensch hat
    keine Wurzeln
    , und daß er um das Ende weiß, macht sein Leben so kostbar.

    -> Wahre Aussage rein biologisch gesehen; ließe sich natürlich darum streiten, ob es "seelische Wurzeln" gibt oder nicht - vielleicht für den Einen ja und für den anderen nicht. Ich vermute ich verstehe den Zusammenhang hier bloß nicht ganz. Die Wurzeln einfach nur als Grund dafür, dass der Baum jedes Jahr aufs Neue erblüht? Worin liegt der Vergleich mit dem Menschen hier genau? Dass der Mensch keine Wurzeln hat und demnach nich "von Neuem erblüht nach einem langen Winter", sonder stattdessen nur einen "endlichen Winter" - den Tod erlebt? Hmm, oder lauf ich total in die falsche Richtung?

    Alles scheint so einfach. Es ist wohl auch einfach. Der Winter muß dem Frühling Platz machen,
    der Frühling dem Sommer, dann kommt der Herbst, Winter, ein neuer Frühling, Sommer, dann...
    Heute war ich im Theater. Die Rollen waren gut besetzt, das Stück war schnell vorbei. Wäre
    das Leben ein Theater, welche Rolle würde ich wählen? Ich sehe, daß ich selbst das Stück
    schreiben muß, meine Rolle selbst wählen muß. Vielleicht ist das Leben ein Theater, nur finde
    ich meine Rolle nicht, und in dem Moment, wo ich deshalb beschloß Zuschauer zu werden...
    Das Schicksal. Es ist, als übergibt man sich einer Rolle, wird zur Marionette, tanzt an Fäden.
    Herrliches Gefühl keine Verantwortung zu haben, an Fäden zu tanzen, nicht verantwortlich zu
    sein. Seit ich denken kann, habe ich Angst vor diesen Fäden. Seit ich mich bewegen kann,
    habe ich Angst bewegt zu werden. Seit ich mich bewege weiß ich nicht, ob ich es bin, die
    mich bewegt.


    -> gefällt mir sehr diese Stelle
    Nur einmal wiederholst du dich: "(...) keine Verantwortung zu haben, an Fäden zu tanzen, nicht verantwortlich zu sein."
    ...ist aber nicht unbedingt störend; frage mich, ob es nicht vielleicht auch gewollt ist und nicht vielleicht sogar ein Stilmittel deinerseits, da du sehr häufig bestimmte Worte wiederholst (wie auch oben schon einmal angedeutet (Zeit, Baum, Sturm usw.) - an dieser Stelle macht es aufjedenfall insofern Sinn, als dass diese vollkommene Verantwortungslosigkeit nochmal betont wird - weder in nominalisierter? Form (Verantwortung haben) noch verbalisiert (verantwortlich zu sein) - vollkommen verantwortungslos also.


    Ich bin weit gelaufen, nicht weit genug. Ich trete oft auf der Stelle und meine
    Träume führen mich wohl weit. Ich habe keine Angst zu sterben, aber ich habe Angst als Tote
    zu leben. Als ich das erstemal sah, daß sich die Wellen bäumten, das erstemal die Freuden des
    Lebens sah, konnte ich sie genießen, weil sie einzigartig waren wie der Tod. Liebe ist nur ein
    Wort, und was mich am Leben erhält, ist der Kampf dagegen. Alles geben, auch mein Leben?
    Ich kann nicht fragen, ich kann es nicht. Ich habe Angst zu zerbrechen. Ich habe keine Frage,
    ich will nur geben, weil ich Angst habe enttäuscht zu werden. Es ist einfach zu geben, es ist
    schwer zu nehmen, weil derjenige, der nimmt, mehr zu geben hat. Ich möchte nur geben.


    -> sprach mich auch sehr an

    Wenn es Verstehen gibt, so ist es mehr als ich je vom Leben erwartet habe, und wenn es
    wahr ist, wie soll ich glauben, daß gerade ich es verdient habe...? Ich werde nicht fragen, ich
    kann es einfach nicht.
    Es wäre furchtbar,
    wenn die Zukunft sicher wäre. Trage eine Maske und du vergißt, wer du bist. Schließlich spielt
    sich das Leben in einem Zimmer ohne Türen und Fenster ab, und beim täglichen Treffen des
    Maskenballs. Hast du dir schon einmal die Frage gestellt, wer du bist? Ich möchte gern ein
    Engel sein, aber ich gäbe einen bedauernswerten Engel ab, so ganz ohne Flügel.

    Ich bin lang gelaufen, um in Augen zu sehen. Nun glaube ich, alles, was ich bisher geworden
    bin, habe ich gegeben und ich möchte, daß du meine Stärke nimmst und weiter gehst als ich.

    ->" alles was ich bisher geworden bin, habe ich gegeben"; sprich "hergegeben?"; und wenn jetzt im folgenden dazu aufgerufen wird, dem LI auch noch seine Stärke zu nehmen, dann hat es ja >noch< nicht alles hergegeben - müsste verdeutlicht werden evt. durch eben dieses kleine Wörtchen "auch"...) und ich möchte, dass du nun auch meine Stärke (noch) nimmst (...).
    Zugegeben, das ist "Minifukelei" , hoffe ich habe es richtig verstanden.


    Ich bin so müde. Ich sehe keinen Frieden. Vielleicht wirst du ihn finden. Ich fühle mich wie eine
    Welle, eine Welle des Meeres, vom Sturm bewegt. Du liebst das ruhige Meer. Wenn das Meer
    ruhig ist, ertrinke ich. Ich möchte, daß es keinen Sturm je geben wird, der dich von mir trägt.
    Gibt es aber einen Sturm in dir, so werde ich zur Welle, die bis zur Bergspitze schlägt, auch
    wenn sie danach ins Meer zurückschlägt. Ich will nur geben. Ich habe eine Frage, die ich nicht
    stellen kann.


    Das Jahr geht zu Ende. Wie könnte ich durch den Schnee laufen, wie zum wolkenbedeckten
    Himmel schauen, waren meine ersten Gefühle, als mich das Flugzeug in diese tote Landschaft
    brachte.

    -> Es sind in diesem Falle eher Gedanken, als Gefühle. Die Gefühle müsste man aus diesen Gedanken ermitteln, sprich: Verzeiflung o.ä.

    War alles gestorben während meiner Abwesenheit? Es ist eher das Gefühl der Wärme,
    das mich so lebendig macht, daß um mir (mich)herum alles wie tot erscheint. In der Luft erschien
    alles klein für die Augen und dann, über Wolken fliegend, verschwand die Erde einfach. Allein
    mit deinen Gedanken im blauen Himmel, frei und losgelöst. Nun, der Schnee ist inzwischen
    getaut, die Sonne scheint, und ich konnte es, durch vereiste Straßen laufen, an kahlen Bäumen
    vorbei, unter Wolken und in mir starb nichts. Der Winter kann mich nicht töten, aber es ist wahr,
    es ist vieles gestorben während ich fort war. Ich fühle mich wie neugeboren, jetzt, wo hier alles
    zu sterben scheint und es ist nicht nur der Winter, nicht nur das Jahresende.

    Wie gut ist es doch, fortzugehen, ins Unbekannte, Unmögliches zu tun um Mögliches zu ent-
    decken
    , zuerst, daß im Winter die Natur stirbt, nicht aber der Mensch, der wirklich lebt.
    -> ! Oft saß
    ich am Meer und lauschte dem Rauschen der Wellen. Unermüdlich bewegt sich das Wasser. Ich
    liebe seine Wellen und fürchte mich gleichzeitig davor, und ich dachte: Seemann willst du sein
    und fürchtest die Wellen. Die Wahrheit ist, daß ich nie gesegelt bin und nie Seemann sein werde,
    weil ich Angst habe vor den Wellen. Doch ist es mir, als segle dort ein Schiff auf dem Meer mit
    meiner Ladung und ohne mich, die ich an Land ging. Am Abend waren die Sterne so nah und
    ich dachte: wie schön sie doch sind, weil so fern. Ist es nicht gerade so schön seine Wünsche
    dorthin zu senden, weil sie dort oben bleiben?

    ->
    Und plötzlich war es mir, als hätte ich die Antwort
    auf meine Fragen. Hier, wo du nicht mehr weiter kannst, am Meer, an der Grenze.

    Als die Sonne ins Meer versank, da war es mir, als schiene sie aus dem Meer hervor, da war
    es mir, als ginge sie nie unter. Ich denke nicht an den Winter und ich warte nicht auf den
    Frühling.

    Da glaubt man nun man liefe vorwärts, eine gerade Straße entlang, eine Straße so lang wie
    die Jahre, die man gelebt hat, und plötzlich fragt man sich, ob man sich nicht doch im Kreis
    bewegte. Gibt es für jeden einen Kreis, den man immer wieder abläuft, jedes Mal im Glauben
    man habe eine neue Strecke erwischt, und die Schnellen laufen öfter drum herum, und die
    Langsamen vielleicht nur einmal, und haben vielleicht recht, denn jede andere Umkreisung
    wäre vielleicht gleich gewesen.


    -> finde ich gut formuliert, fließt einfach

    Und doch gibt es eine offene Stelle, und wenn man dort an-
    kommt hat man die Möglichkeit abzuspringen, runter von dieser verdammten Peripherie, nur
    nicht auf ihr weiterlaufen und hoffen, es sei doch kein Kreis.

    Wo aber soll man hinspringen, wenn man Jahre einer vorgezeichneten Linie folgte? Wonach jetzt
    die Schritte richten? Was macht man nicht alles in diesem Moment der Zaghaftigkeit? Da steht
    man nun, und um einen herum drehen die Kreisläufer ihre Runden und man schaut auf die
    abgelaufene Linie des eigenen. So einfach wäre es, wieder draufzuhüpfen und loszulaufen. Beim
    nächsten Mal kann man ja immer noch abspringen, aber vielleicht gibt es gar kein nächstes Mal,
    vielleicht bleibt man am anderen Ende auf der Strecke, oder jemand schließt den Kreis mit einem
    energischen Strich. Nur nicht draufschauen, nur nicht umdrehen. Da man im ersten Moment
    nicht weiß wohin, wackelt man unsicheren Schrittes, als wanke der Boden. Ärgerlich zu laufen
    wie am Anfang des Lebens. Man fällt, steht auf, man fällt und je größer die Wut um so besser,
    denn endlich faßt man einen verbissenen Entschluss:
    Laufen lernen
    ->
    (...)

    Wieso sitze ich hier in dieser Stille? Bin ich schon wieder hingefallen, oder ist es einer der
    ersten festen Schritte? Schade, tut es nicht sofort weh, das Hinfallen, so könnte man schreien
    und auf zum nächsten Versuch. So aber muß ich jetzt aufstehen und einen anderen Schritt
    versuchen, oder steh ich noch auf den Beinen und geh den nächsten Schritt?

    -> (entweder) müsste "tut" in den Konjunktiv ("täte") oder das "könnte" zu einem "kann" werden.

    Wir schämen uns zu schreien, wenn wir fallen. Vielleicht täte es ganz gut auch zu jauchzen,
    vor Freude über einen ersten Schritt, statt zu denken: Hat’s auch niemand gesehen?
    (...)
    Raus aus dieser Ecke, ans Licht damit!
    Das war es, was dich auf einen(m) Kreis herumjagte, dich am Abspringen hinderte, du selbst,
    versteckt in einer Ecke. Dunkelkammer.
    Jetzt stimmt aber eines: Laufen mußt du jetzt wirklich erst lernen, die Wut ist schon da, und
    nach dem ersten Fall wird’s schon besser gehen. Nichts wie los!
    Der Personalpronomenwechsel (von Ich zu Du) hier am Ende ist sehr gut gewählt
    Mit der Einsicht kommt die Distanz zu einem selbst ( was sich dadurch hier gut widerspiegelt), sich selbst kritisch betrachten und der Leser fühlt sich hier u.U. direkt angesprochen; erst wird in die Figur getaucht - dann wird nun übertragen auf sich selbst ,Aufruf ,Appell - fand ich jut.
    Wie gesagt, mich hat dein Textchen beschäftigt
    ( und ich hab ja auch nur Kleinkram angemerkt - denn an sich hat das ganze schon ein solches Niveau, dass man nur noch kleinkriteln kann - meine Meinung.)

    Danke fürs Lesen-lassen
    Lg
    Lena
    " Wer Sonne im Herzen hat,
    ist nicht vom Wetter abhängig "

  3. #3
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    Hallo comical crow

    Dein ausführlicher Kommentar freut mich sehr, und ich möchte darauf so gut wie möglich eingehen.

    Zitat Zitat von comical crow Beitrag anzeigen
    -> im Prinzip steht dort: "die Zeit läßt viel Zeit zum träumen" ... kann man sich dran stören , muss man natürlich auch nicht
    Besser wäre vielleicht: (...), läßt viel Raum/Platz/Möglichkeit/Freiheiten zu(m) Träumen.
    Es drückt eher die Komik des Wortes aus. Ständig hört man den Satz: "Ich habe keine Zeit", was mir eigentlich bestätigt, daß die Zeit nicht existiert. Ich werde aber noch einmal über deine Vorschläge nachdenken... vielleicht einfach: ..., läßt das Träumen zu.?

    -> Das erscheint mir etwas widersprüchlich: Der Herbst habe keine Eile, doch der Sturm >reißt< die Blätter von den Bäumen. "Reißen" hat für mich etwas "Heftiges, Ruppiges" - Wenn der Herbst keine Eile hat, dann braucht er die Blätter nicht durch Stürme abzureißen, vielleicht dann eher "zupfen" (eine etwas zarte Weise)?
    Es klingt widersprüchlich, da gebe ich dir recht, das bemerkte ich auch beim Schreiben (Tippen), doch dann erschien es mir klar, ohne gedankliche Erklärung. Die Blätter fallen nicht, weil sie herbstbedingt welken, sondern werden vom Sturm abgerissen, mit Gewalt, da sie noch fest an den Zweigen hängen. "Zupfen" täte man sie eher mit der Hand, oder abrupfen? Jetzt hebt sich die Kürze des Satzes, noch dazu bezüglich auf den vorherigen kurzen Satz, vielleicht zu sehr vom gesamten Text ab, das ist ungewollt und erscheint mir im nachhinein ungeschickt ausgedrückt, da ein Sturm oft den ganzen Baum aushebt. Es handelt sich um einen starken Wind, der nicht saisonbedingt ist. Wie heute die ungewöhnliche Kühle, erinnern dann die am Boden treibenden Blätter an den Herbst; aber es ist möglich, daß ich hier irgendeinen Gedanken nicht zu Papier gebracht habe, werde noch einmal darüber nachdenken. Vielleicht sind die beiden Sätze sogar überflüssig. Ich brauche immer ziemlich großen zeitlichen Abstand, um mich wieder in einen Text einzulesen, um ihn zugleich von "draußen" zu betrachten.

    -> Wahre Aussage rein biologisch gesehen; ließe sich natürlich darum streiten, ob es "seelische Wurzeln" gibt oder nicht - vielleicht für den Einen ja und für den anderen nicht. Ich vermute ich verstehe den Zusammenhang hier bloß nicht ganz. Die Wurzeln einfach nur als Grund dafür, dass der Baum jedes Jahr aufs Neue erblüht? Worin liegt der Vergleich mit dem Menschen hier genau? Dass der Mensch keine Wurzeln hat und demnach nich "von Neuem erblüht nach einem langen Winter", sonder stattdessen nur einen "endlichen Winter" - den Tod erlebt? Hmm, oder lauf ich total in die falsche Richtung?
    Der Zusammenhang ist im Text "Soma" zu suchen, aber wahrscheinlich nicht zu finden. Ich habe dort eine Passage "Was ist Heimat?" ausgelassen, da sie mir nicht durchdacht genug erschien, und hatte das Bedürfnis, mich mit diesem Text hier ein wenig vom Drama zu distanzieren. Es hat nicht viel genützt, beide Texte sind füllig, obwohl etwas fehlt. Es gibt auch Baumstümpfe, die noch "blühen" solange sie verwurzelt sind, weil Parasitenpflanzen auf ihnen leben, bis die Wurzel stirbt. Das hat einen bestimmten Namen, an den ich mich nicht erinnere. Ob man jetzt die Wurzeln als Grund fürs Blühen bezeichnen kann, und der Mensch > nur einen "endlichen Winter" - den Tod erlebt? < ? Der Mensch kann laufen, sich entfalten, meist bekommt er trotzdem Falten... ich habe im Augenblick keine Antwort darauf, jedenfalls keine allgemeingültige.

    -> gefällt mir sehr diese Stelle
    Nur einmal wiederholst du dich: "(...) keine Verantwortung zu haben, an Fäden zu tanzen, nicht verantwortlich zu sein."
    Hier handelt es sich eigentlich nicht um eine Wiederholung, da es sich um die Folgerung "schuldlos zu sein" handelt. Wiederholung ist im Thema enthalten, aber ich wiederhole mich oft, meist unbewußt, und es fällt mir beim Nachlesen nicht auf, oder es fällt mir später auf und kein anderes Wort dazu ein; manchmal ist es auch, wie hier, eine Betonung. Es ist jedoch kein Stilmittel, sondern etwas, worauf ich in Zukunft achten muß, d.h. "zufällige" Wiederholungen zu vermeiden und gut, daß du dies zur Sprache bringst.

    ->" alles was ich bisher geworden bin, habe ich gegeben"; sprich "hergegeben?"; und wenn jetzt im folgenden dazu aufgerufen wird, dem LI auch noch seine Stärke zu nehmen, dann hat es ja >noch< nicht alles hergegeben - müsste verdeutlicht werden evt. durch eben dieses kleine Wörtchen "auch" ...) und ich möchte, dass du nun auch meine Stärke (noch) nimmst (...).
    Das stimmt, es ist ziemlich unverständlich, allerdings muß ich den Satz ganz umschreiben, weil "auch" bedeuten würde, daß das LD bisher alles bekam, das wollte ich damit nicht ausdrücken, ich werde mich noch einmal in den ganzen Text vertiefen, wenn möglich nichts hinzufügen, sondern ihn "klären", wenn man das so sagen kann. (éclairer)

    -> Es sind in diesem Falle eher Gedanken, als Gefühle. Die Gefühle müsste man aus diesen Gedanken ermitteln, sprich: Verzeiflung o.ä.
    Mit den Gefühlen ist das so eine Sache, sie stehen hier für das Denken, das nicht stattfindet, es sind keine Emotionen. Eventuell vergleichbar mit den Gelenkschmerzen, die manche Wetterfühlige spüren, bevor das Wetter umschlägt, oder mit dem Wetterfrosch, der automatisch auf die Leiter klettert, ohne sich darüber Gedanken zu machen. Zu Schreiben: meine Körperzellen dachten, vermittelten mir, ertasteten... geht nicht. Für mich sind Gefühle körperbedingt, ich fühle nichts im Innern, aber Gespür finde ich auch nicht gut, d.h., noch eine Passage, die ich umschreiben werde.

    Herzlichen Dank für die netten Bemerkungen, auch für die Verbesserung sonstiger Fehler, ich werde alles zusammen in Angriff nehmen.

    Lieben Gruß
    Farbkreis

    ***

    Hallo Niwlam

    Zitat Zitat von Niwlam Beitrag anzeigen
    Die schiere Länge deines Textes hat mich abgeschreckt,
    Es ist eigentlich schon sehr egoistisch, vom Leser zu erwarten, sich in so langatmige Gedankengängen zu vertiefen. Sich kurz zu fassen ist eine Kunst, die ich im Augenblick nicht beherrsche und nur bestaunen kann.

    Wieso zittert der Mond? Ich verstehe, dass das gut mit Zerbrechlichkeit und Ähnlichem konform
    geht, aber anders als bei der Zerbrechlichkeit kann ich es nicht nachvollziehen, da ich den Mond nie
    "zitternd" wahrgenommen habe. Nunja.
    Gute Frage. Es könnte eine Sinnestäuschung sein. Wenn man sagen darf, die Luft vibriert, oder die Bewegungen von vorbeiziehenden Nebelschwaden lassen ihn "zitternd" erscheinen? "Zittern" ist auch nicht unbedingt das treffende Wort, und die Zerbrechlichkeit, die aus der Ferne beobachtet wird, wahrscheinlich nicht reell. Es ist hier nur ein momentanes Bild, ich habe schon eine schwarze Wolke mitten durch den Mond ziehen sehen und bezweifle seitdem sogar, daß der Mensch je den Mond betreten hat, weil er eventuell nur ein Gasgebilde ist.

    Zu
    viele -vor allem- junge Menschen scheinen zu glauben, dass sie sich komplett über sich selbst
    definieren können und nicht auf die Meinungen etc. Anderer angewiesen sind, obwohl das
    Gegenteil der Fall ist. Und ich finde es sehr schön, wenn Menschen das auch genau so wahrhaben,
    auch nicht existente Menschen, wie das lyrische Ich.
    Das ist ein sehr wichtiger Punkt, diese Bemerkung freut mich besonders. Auch ist ein Text auf den Leser angewiesen, wie die Wissenschaft auf den Glauben nicht nur junger Menschen , das unexistente lyrische Ich wird nur gedanklich in verschiedenen Bildern "belebt", gehört sozusagen dem Lesenden.

    Ein bisschen stutzig machte mich die Aussage, dass man um Laufen zu lernen Wut braucht. Ich bin
    mir nicht sicher ob das der einzige Motivator ist, der stark genug ist. Irgendwie bezweifel ich es.
    Vllt. reicht Platzangst, Paranoia oder der pure Wunsch nach Freiheit und/oder Veränderung auch
    aus.
    "Wut" ist demnach nicht der richtige Ausdruck. Es hat nichts mit Zorn zu tun, mit Angst schon gar nicht, im Gegenteil. Es ist auch kein Wünschen, sondern eine unwiderstehliche antreibende Kraft, die gewaltsam zum Handeln antreibt, aber nicht gewalttätig ist. Das Wort werde ich ändern, sobald mir ein anderes einfällt.

    Vielen Dank für den Hinweis, für dein aufmerksames Lesen und Kommentieren.

    Lieben Gruß
    Farbkreis

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