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  1. #1
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    Wettbewerbsbeiträge 2011 - Lyrik

    Hallo!

    Hier werde ich die Beiträge der Teilnehmer einstellen. Die vollständigen Texte finden sich nur dort, wo ich den Autor auch schon kenne. Näheres dazu findet sich hier.

    Die Ergebnisse lauten:

    Platzierung Gedichtnr. Titel Autor Punktedurchschnitt (von 100)
    1 Gedicht 10 in der sonderbar wortsport 69
    2 Gedicht 12 Ein unbekannter Bohèmien Eremit 61
    3 Gedicht 11 Geblendet von der Sonne BeyondtheEyelid 60,6
    4 Gedicht 3 Das Herz anamolie 58,2
    5 Gedicht 7 Der Morgen nach der Nacht Sydney 56,8
    6 Gedicht 5 elixier horstgrosse 52,2
    7 Gedicht 13 Revolutionen Wegesanfang 50
    8 Gedicht 6 Fingerspitzengefühl Jun'ai Kamiko 49,8
    9 Gedicht 2 Manna Tag Traum 49
    10 Gedicht 4 Komm YoungBlood 47,2
    11 Gedicht 8 Gegenseitiger Vertrauensbeweis Die Hellwache 46,8
    12 Gedicht 1 Brückenvisionen Dr Karg 46
    13 Gedicht 9 Für Lea Externe Teilnahme: Konstantin Heiss 37,8


    Wir möchten uns nochmals entschuldigen für die Unannehmlichkeiten.

    Wir danken allen Teilnehmern für ihre Texte. Schließlich wollen wir noch den Gewinnern wortsport (1. Platz), Eremit (2. Platz) und BeyondtheEyelid (3. Platz) gratulieren.

    Lg,
    maXces
    (verübergehender Verwalter von Lyrik)
    Geändert von Nachteule (25.12.2012 um 01:04 Uhr)

  2. #2
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    1. Platz:
    Titel: in der sonderbar
    Thema: bohème
    Autor: wortsport


    in der sonderbar

    vorm tresen döst ein braungescheckter pinscher
    und lässt uns arglos rein in sein revier -
    wir setzen uns. zwei kurze und zwei bier
    vom astra urtyp führen uns zu fincher

    und in den club von mr. tyler durden.
    da spielt der indianer an der bar
    die pixies - war das nicht? doch ja, das war
    der song, zu dem die banken und behörden

    im film zerbarsten! darauf trinken wir
    und landen so beim dänen lars von trier:
    auch seine streifen haben wir gesehen

    und halten sie (und ihn) für genial,
    nur reizen sie uns nicht zum zweiten mal.
    ein letzter schluck, dann zahlen wir, und gehen.

  3. #3
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    2. Platz:
    Titel: Ein unbekannter Bohèmien
    Thema: Bohème
    Autor: Eremit


    Ein unbekannter Bohèmien

    Ich glaube fest, dass mein Gemälde
    im Louvre hängen wird in bälde.
    Dort baumelt noch an jener Stelle
    so eine alte Ölkamelle.

    Genial-modern ist meine Oper;
    sag ich zum kulturellen Opa
    im hochdotierten Haus am Rheine,
    der kennt zwar viele, doch nicht meine.

    Ich weiß, ich hätte, wenn ich wolle
    am Broadway eine große Rolle?
    Was nützt mir aber mein Talent,
    wenn’s Publikum dort immer pennt.

    Ihr kennt nicht meine Art Gedichte,
    im libre vers mit viel Gewichte?
    Verlegen sage ich da schlapp,
    Papier ist wohl mal eben knapp.

    Ich bin im Land noch unbekannt,
    mitunter leider auch verbannt.
    Ach ihr Banausen findet nie,
    mich armen Künstler mit Genie.

  4. #4
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    3. Platz:
    Titel: Geblendet von der Sonne
    Thema: Bohème
    Autor: BeyondtheEyelid


    Geblendet von der Sonne


    Im Stelzenglas seh ich die einen,
    andern
    unter meinem Rücken fremdeln,
    lallen, ach, wie Eiswein
    meine Lippen frösteln lässt.

    Wir stehn doch alle auf den Beinen,
    nicht? Bloß meine Zunge,
    die ist blau.
    Und grau seid ihr!


    Begabung ist das Schweben,
    das Fliegen.
    Drum bin ich im Zenit, und ihr,
    ihr seht mich nicht.
    Geblendet von der Sonne.

  5. #5
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    4. Platz:
    Titel: Das Herz
    Thema: Umbruch, Vision
    Autor: anamolie


    Das Herz

    Heute muss es mir gelingen!
    Was mir gestern nicht gelang,
    das soll mir heute, Sturm und Drang,
    mein Herz bezwingen!

    Was ich gestern nicht bezwang,
    heute will ichs ganz erringen!
    Mach mich stürmen! Mach mich dringen,
    tief hinein in diesen Sang!

    Und lass mich stürmend singen!
    Du gnadenreiches Sein!
    Lass mich heute das vollbringen,

    das mir Schicksal ist und Sonnenschein!
    Die Welt, sie folge mir, wie Schwertes scharfe Klingen!
    Doch im Herz, ein Tod, ein kaltes totes Nein.

  6. #6
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    5. Platz
    Titel: Der Morgen nach der Nacht
    Thema: Umbruch
    Autor: Sydney


    Seit ihrem zehnten Lebensjahr kennt dieses Mädchen nur die Qual.
    Vier Wände. Weiß getünchtes Schwarz. Ihr Schädel ist schon lange kahl.
    Ihr langer Zopf, der musste gehen, doch wär sie einen Zauberfee,
    dann schenkte sie sich neues Haar und spielte heiter dort im Schnee.

    Der jungen Frau, dort vorn am Fluss, sind Mann und Kind gestorben.
    Sie fühlte sich vor kurzer Zeit noch froh und wohlgeborgen.
    Von einem auf den anderen Tag lag ihre Welt in Scherben
    und gäbe es den Hauch Magie, so müsste niemand sterben.

    Auch meine Narben scheinen groß und fangen an zu bluten,
    wenn Wellen der Erinnerung die Seelendeiche fluten.
    Und wäre ich ein Hexenkind, die Tochter der drei Nornen,
    könnt ich mein Leben ausradieren und mir ein Neues formen.

    Doch ohne diesen Hauch Magie, da bleibt uns nur die Fantasie,
    die uns in ferne Höhen hebt und weiter als die Sterne schwebt,
    die uns den Blick durch Mauern schenkt, zur Weihnacht an die Armen denkt
    und uns mit ihrem Mut verwebt und dann beschreibt, wofür man lebt.
    Geändert von Nachteule (25.12.2012 um 00:41 Uhr)

  7. #7
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    6. Platz
    Titel: elixier

    Thema: Vision
    Autor: horstgrosse

    zehn tage hungere ich schon

    jetzt trinke ich die vision

    ich nehme mir das bild von dir

    und tauche es ins elixier

    so komm du nebel fantasie

    schenk mir verbot ´ne harmonie

    das herz randvoll besessen

    so fliege traum den alltag fressen





    dann steig ich ein ins nebelboot

    und lass sie fallen all die not.

    ich steige ein und lass mich ziehn

    vorbei an üppig wiesengrün

    hindurch durch blühend felder

    hindurch durch stille wälder

    und hoch hinauf ins sternenreich

    dort sterben lügen, fallen bleich





    nun schenk ich dir die freiheit

    der unvergessnen zärtlichkeit

    hier brennen feuer lebenslang

    hier schmieden wir den liebesbann

    jetzt küss ich sehnsucht tief ins herz

    und schicke wünsche himmelwärts

    ach traum unter millionen

    schenk mir noch tausend visionen
    Geändert von MisterNightFury (16.08.2011 um 13:15 Uhr)

  8. #8
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    7. Platz
    Titel: Revolutionen
    Thema: Umbruch
    Autor: Wegesanfang



    In seinem Kerker
    sitzt der Verbrecher,
    ein redlicher, guter Mann.

    Die Wände umschweigen
    die haltende Zelle,
    da sieht er auf einmal auf:

    Ein wortloses Rufen,
    laut und beschwörend,
    leitet ihn sicher hin
    zur schwärzesten Ecke
    und singt
    von einem wahren Versprechen.

    Er folgt dieser Stille
    und sucht
    zweifelnd und innerlich lachend,
    dass er so eilig gehorchte
    dem Nebelbefehl.

    Doch da!
    Er findet am Boden,
    halb tastend im Dunkel,
    ein Wunder:

    Ein leuchtender Brief,
    den keiner geschrieben
    und keiner gesendet,
    liegt dort – ein singender Glanz
    umgibt seine Ränder
    und lockt.

    Er blickt ihn kurz an,
    den schweigenden Umschlag, staunend,
    hebt ihn dann auf, ihn wendend,
    und öffnet ihn neugiererfasst.

    Und in seiner engen Zelle
    oben im Dunkel weit
    warten die planenden Schreiber
    und flüstern,
    alleine hörbar
    dem eigenen Ohr:

    „Er sitzt dort – gefangen.“

    „Er hat ihn genommen.
    Er liest ihn gleich.“

    „Nun wird sich weisen, ob er versteht,
    dass man den Kreislauf bricht,
    indem man den Reigen verlässt -
    Sollen sich andere sinnlos
    drehen im greifenden Kreis.“

    „Was denkt er?
    Was denkst Du,
    Mensch?“
    „Mag er unsrer Stimme auch taub sein,
    so hören wir seiner doch zu,
    der inneren, wahren -
    vom Munde noch unverfälscht.“

    „Und tuen es gerne
    und flüstern
    und sprechen
    es nach, was geschieht -
    und geben ein Urteil.“

    „Stille! Dort unten ist Stille - “

    „Wir lauschen …“

    „Lies unser lautes Gebot
    und lerne die Wahrheit darin!“


    Er will es schon näher betrachten,
    sein wartendes, unerwartet
    erhaltnes Geschenk -
    da horcht er noch auf:

    Er dachte, ein Summen zu hören,
    ein Zischen, ein Rauschen, ein Sausen
    hinter dem Schwarz –
    doch er beherrscht sich, denn nichts
    war dort zwischen der Stille -
    Verlassen ist er, alleine,
    in seiner Zelle und hat
    nur noch den eignen Verstand,
    um sich durch eigene Hand
    aus jener Steine Umarmung
    selbst zu befrei‘n.

    Er blickt auf die Zeilen hinab
    und kann sie gerade entziffern:

    Weit und geschmückt und geschwungen
    ziehn sie sich vor ihm hin –
    und formen in ihrer Gänze
    ein strophengefasstes Gedicht.

    Kurz sieht er auf - und endlich
    beginnt er zu lesen:

    „Revolutionen

    Es sitzt im Dunkel eines engen Raumes
    ein Mann - und misst das Licht mit Blicken aus.
    Der Schatten eines unerreichten Baumes
    umwürgt wie eine Schlange still sein Haus.“


    „Lies es: Kühle Beherrschung
    führt Dich.“

    „Die Äste wollen durch das Fenster greifen
    und schleichen sich schon langsam zu ihm hin.
    Er weiß, wenn sie die Wange lieblich streifen,
    verlässt Dich sanft der flammend wilde Sinn.“


    „Du bist das Dogma. Es wird
    aus Dir.“

    „Ein Gift ist in den Blättern, in den Zweigen,
    für Jeden steigt ein Anderes empor:
    Die Schläger kann man leicht mit Schlägen beugen,
    und den Gelehrten macht man Angst davor.“


    „Verhör und Erkenntnis
    halten Dich nicht.“

    „Du bist Gnade.“

    „Und bist Du vor der Peitsche erst gewichen,
    dann weichst Du zuckend immer mehr zurück
    und leichter auch – und bist bald ausgestrichen:
    Mit jedem Zucken stirbt ein neues Stück.“

    „Angst –
    Saugendes Auge,
    wert bist Du, dass man Dich fürchtet
    um Deiner selbst - “

    „Doch – nicht jeder blickt zitternd
    In ihren Spiegel –
    Manche sind blind: “

    „Der Blätter Gift kann unsern Mann nicht schrecken:
    Man hat ihm alle Künste schon getan - “


    „und nichts bewirkt –
    Du bist Stärke.“

    „Mit edlen Blättern will er selbst sich schmücken
    und ihn umschirmt sein selbstbesessner Wahn.“


    „Träume – Führen die Träume
    Dich immer zur rechten Tat?“

    „Gemächlich, wie im Netz die Spinne, hält er
    sich ruhig und lässt die Äste nah heran -
    Zu nahe schon - Da wird es um ihn kälter
    und ihn umspricht ein kühlgehauchter Bann.“


    „Der Wind dreht sich
    zu Dir.“

    „Er greift sie alle fest, mit bloßen Händen,
    und bricht sie durch, mit Macht und mühelos.
    Ein Nebel wird er, Länder zu umwinden,
    und zieht hinaus zum Baume, alt und groß.

    Er reißt ihn, mit der Wurzel weitem Weben,
    heraus aus tiefer Erde und verbrennt
    mit Phosphorfeuer alles alte Leben,
    damit man Baum und Schatten nicht mehr nennt.“


    „Brennende Flaschen, schreiende Massen,
    Leichen
    drängen die Allmacht zurück.“

    „Tanzt Du, Bruder?“

    „Noch steht er vor der Stätte, brandbenommen -
    Schon schleicht um ihn ein herrlich-wahres Bild
    und spricht ihm zu, ein Stück doch mitzukommen:
    'Das höchste Werk: Von Dir allein erfüllt!

    ,Das höchste Werk – Von Deiner Hand getan!
    Das höchste Werk – seit Erdes alte Bahn
    begann und seit in jenen frühen Stunden
    sich Menschen in Gemeinschaft eingefunden!‘

    ‚Das höchste Werk ist Deins – Wer will Dich halten?
    Wer soll statt Deiner Herr und Herrscher sein?
    Du bist das Maß der künftigen Gewalten!'
    Da strömt die Zukunft maßlos in ihn ein.“


    „Zu schnell.“

    „Sein Lachen ruft zum Himmel voller Freude
    und Blut schwingt mit in seinem Königsruf.
    Die Asche jener starkgewachsnen Weide
    verteilt er in dem Sturme, den er schuf.“


    „Du nimmst die Krone zu schnell.“

    „Und aus dem Holz, das blieb nach allen Flammen,
    erbaut er stolz ein neues, helles Haus
    für alle seine Kinder - und zusammen
    genießt man dort den schmeichelnden Applaus.

    Doch wo ein Licht sich zeigt, da ist auch Schatten,
    der von dem Haus auf kleine Hütten fällt
    und dunkelkalt umgreift, was jene hatten
    am Fuße ihres Baumes: Eine Welt.

    Drum sei Dir nicht zu sicher, Mann der Funken,
    dass dieses junge Feuer ewig brennt.
    Vom Neuen hat man nicht genug getrunken,
    dass keiner mehr die alten Namen kennt.“


    „Du bist die Freiheit
    des Denkens. Für alle. Und alle
    ehren Dich gerne.“

    „Zurück - Wie hieß noch die Warnung?
    Man hat nicht genug - vom Neuen -
    dass keiner - die Namen – kennt …“

    „So sitzt im Dunkel seiner engen Hütte
    ein anderer und misst die Schatten aus.
    Aus seines Kreises wartend-leiser Mitte
    tritt er auch einst vor seine Tür hinaus.
    Er reißt den Gottpalast zur Erde nieder
    und baut, mit seines Feuers gleicher Bitte,
    an jener Statt ein unverdorbnes Haus
    und singt in Deinen Hallen seine Lieder.“


    „In Deinen Hallen
    stehst Du noch feiernd alleine -
    und ahnst von dem Kommenden nichts.“

    „Aus Deiner Erde wächst der nächste Baum
    und streckt die Äste stolz in Deine Welt,
    bis dann auf einen unscheinbaren Raum
    dereinst der ein langer Schatten wieder fällt …“


    „Ahnst Du sie jetzt,
    die plötzlich umwirbelnde Drehung?“

    „Fühlst Du den langsamen, schnellen
    und reißenden Tanz?“

    „Willst Du ihn meiden? Erfasse,
    was Dir das Folgende rät: “

    „So lern aus diesen kurzen, leeren Zeilen,
    dass Deine Ankunft nur ein Flackern ist,
    ein Augenschlag, ein atmendes Verweilen
    mit einer engumgrenzt bemessnen Frist.“


    „Lerne …“

    „Im Kreis der alten Tänzer bist Du wenig:
    Ein Drehen auf der Zehenspitze nur.
    Du bist nur bis zum Tode Herr und König,
    danach - gehörst Du wieder der Natur.

    Wie sich die Wellen wälzen in den Meeren,
    so wälzt sich auch die Menschheit immer um
    und ohne Weisheit sind die alten Lehren.“


    „Nur unsere Lehre ist wahr,
    Schwestern.“

    „Des Umbruchs schnelle Freuden sind vergänglich,
    von Dauer ist allein des Wandels Tanz.“


    „Worte der Menschen –
    - Wandels Tanz.“

    „Und taumelnd ist der Mensch – darin gefangen.“


    So endet der Brief.


    „Wahrheit, gleiche, sich ändernde:
    taumelnd – gefangen –
    im Tanz.“

    „ Im Tanze taumelnd gefangen.“
    „Taumelnd gefangen und tot.“
    „Sterbend
    lebendig
    im Umbruch …“


    Er sieht so lang
    auf diese wahren Zeilen
    und kann den Inhalt lange nicht verstehn.

    Da blickt er auf und die Gedanken eilen:
    Er wird die hohe Sonne wiedersehn!

    Und ja, er lernt
    aus diesen wahren Zeilen,
    er flieht und schlägt den Baum des Alten um –
    und gründet drauf ein Neues, voller Würde:

    Er herrscht nicht selbst, die Unterdrückten herrschen
    mit ihrer eignen Hand – und sind gerecht.
    Er sieht nur zu und freut sich, dass das Volk
    den eignen Weg zur hohe Sonne geht
    und schließt sich stolz ihm an und weint und lacht.

    „Der Kreis ist nun gebrochen,
    kluge Schwestern.“

    „Wir haben hier ein gutes Werk getan.“

    „Und einen guten Mann dafür gefunden
    im Schatten – wo man endlos zagt und wägt.“

    „Der Kreis ist nun gebrochen,
    junge Schwestern.

    Doch will sich jetzt in mir ein neuer Kreis
    bewegen und mich mit sich weiter ziehn:
    Kommt, Schwestern, lasst uns tanzen
    in der Nacht!“

    „Nun denn, so lasst uns tanzen
    wild im Kreis.
    Nehmt meine Hand und dreht Euch,
    schöne Schwestern,
    zu einem weiten Reigen in der Nacht!“


    Ein Lachen - und Stille.


    In leiser Drehung
    ändert sich alles
    zum Bessern.
    Geändert von MisterNightFury (04.08.2011 um 12:10 Uhr)

  9. #9
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    8. Platz
    Titel: Fingerspitzengefühl
    Thema:
    (nicht angegeben)
    Autor: Jun'ai Kamiko

    Die Hand in seidnem Wortgewand
    sich tastet durch den Regen
    Ist trocken beinah ganz verbrannt
    und hofft auf neues Leben
    Sie sucht den Arm aus dem sie wuchs
    sucht Einheit, sucht ergriffen
    und alles was sie je erschuf
    scheint ohne ihn verschlissen
    Die Finger fühlend ausgestreckt
    verhofft, verträumt, verloren
    Stur folgt dem Pfad im Traumgefecht
    erst dort sich will erholen

    Und schließlich nach so langer Zeit
    inmitten der Sterne, inmitten der Stille
    am Horizont ein Licht sich zeigt
    das zu greifen ist ihr Wille
    Doch lang und hart war stets der Weg
    gestählt sind Fingerspitzen
    obwohl sie's ahnt ist's schnell verfehlt
    getraut sich kaum es zu erwischen

    So ruht sie kurz und schluchzend
    verharrt verwirrt, verwunschen
    Und da vor Angst kein Mucks sie tut
    ist's grad wieder verschwunden
    Geändert von Nachteule (25.12.2012 um 00:42 Uhr)

  10. #10
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    Titel: Manna
    Thema:
    (nicht angegeben)
    Autor: Tag Traum

    Stein auf Stein erbaute Träume
    nähern sich dem Himmelszelt,
    geschützt durch makellose Zäune
    für den Wohlstand dieser Welt,

    Türme, so groß und prächtig
    ragen über Mensch und Tier,
    Drache, oh wie bist du mächtig
    stillst des großen Mannes gier,

    und so bebt die Erde wieder
    zitternd Manna rühr dich nicht,
    Menschen knien vor dir nieder
    vor des sicheren Todes Angesicht.

    Für ein Leben ohne Atomkraft!!!!
    Geändert von Nachteule (25.12.2012 um 00:44 Uhr)

  11. #11
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    10. Platz:
    Titel: Komm
    Thema: Umbruch
    Autor: YoungBlood


    Komm her
    zu lang allein
    will mit dir zusammen
    sein
    close your eyes
    shut your mouth
    help me
    will hinunter
    will hier raus
    bin gebunden an das Haus.
    reiß mich los mit
    meinem Willen
    hab keine Lust
    auf ein Leben im Stillen.
    Geändert von Nachteule (25.12.2012 um 00:51 Uhr)

  12. #12
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    11. Platz
    Titel: Gegenseitiger Vertrauensbeweis
    Thema: Umbruch
    Autor: Die Hellwache


    Gegenseitiger Vertrauensbeweis



    Zitternd ließ ich mich, nach hinten fallen;
    ohne Netz, doppelten Boden oder Haltegriff!
    Glaubte schon fast, auf den harten Boden zu prallen;
    doch du stopptest den Fall, standfester als jedes Riff.


    Du hieltest deine Arme, noch um mich geschlungen;
    da hörte ich, mit einem tiefen Seufzer von dir:
    "Jetzt weisst du es, deine Rettung ist mir gelungen!"
    Ich drehte mich um, der Kuss kam von mir.
    Geändert von MisterNightFury (05.08.2011 um 10:05 Uhr)

  13. #13
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    12. Platz:
    Titel: Brückenvisionen

    Thema: (nicht angegeben)
    Autor: Dr. Karg

    So stehe ich mit meiner Tasche
    An der kalten, eisernen Brücke
    Und weiß nicht, wo sie mich hinführt.
    Ich habe jetzt Lampedusa verlassen
    Und mein Afrika liegt weit hinter mir.
    Wie wird mich mein Europa empfangen,
    Mich, den flüchtenden Mann aus Afrika?
    Ich stehe zögernd mit meinen Habseligkeiten.
    Nichts habe ich zu verlieren als meine Würde.
    Kann mein Europa sie mir wiedergeben,
    Mein Europa, meine Verheißung?
    Wird diese Brücke mich hinführen,
    Wo meine Hoffnungen erfüllt werden,
    Meine Visionen auf ein Überleben
    Und auf ein gutes, erfülltes Leben?
    Wird sie mich in Würde dort hin geleiten,
    Wo meine tiefen Erwartungen leben,
    Mein Glück auf mich wartet?
    Geändert von Nachteule (25.12.2012 um 00:48 Uhr)

  14. #14
    Registriert seit
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    13. Platz
    Titel: Für Lea
    Thema:
    (nicht angegeben)
    Autor: Externe Teilnahme: Konstantin Heiss


    Heller und schöner als der Sonne Licht,
    irdisch fühlt sich diese Wärme nicht,
    Du bist so nah, so ist der Schein,
    doch wirst du stets nicht 'reichbar sein.

    Bezauberndes Lächeln, die schönsten Augen,
    Das macht dich aus; doch was wohnt dir inne?
    Ein Engel! - Und nimmst gefangen all' meine Sinne.
    Ein Antlitz, das allen Atem lässt rauben.

    Ich bin kein Mann der großen Worte, kein guter Sprecher.
    Weder besonders, Frauenheld oder gar Stecher.
    Eher lustig, die Leute zu erheitern,
    Doch gelingts mir oft auch hier zu scheitern.

    Die Hoffnung ist gleich Null, das sind die schlimmsten Schmerzen.
    Du wirst nie Mein sein, doch bin ich stets Dein.
    An deine Seite gehört ein Mann mit Charme, Stil, ein Schönling - bloß nicht zu klein.
    Was ich dir nur geben kann ist Liebe von ganzem Herzen.
    Geändert von Nachteule (25.12.2012 um 00:49 Uhr)

  15. #15
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    Meinen Glückwunsch den Gewinnern

    wortsport

    Eremit

    BeyondtheEyelid

    Eure Gedichte gefallen mir alle sehr und ich hätte nicht gewusst, wen ich auf Platz 1 setze

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