1. #1
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    Kommentarfaden zu:

    Geändert von Farbkreis (23.10.2011 um 19:08 Uhr) Grund: image

  2. #2
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    Liebe Kalinka,

    ich halte diesen Text, oder vielmehr dieses Fortsetzungs-Sammelsurium von Texten für schlicht unlesbar. Zwar zeugt das alles von unbändiger Kreativität, aber leider hast Du nicht die Disziplin aufgebracht, daran zu arbeiten, sondern kippst es uns einfach vor die Füße.

    Um nur eine der Methoden herauszugreifen, mit denen Du Kreativität generierst: Du hangelst Dich an zufälligen (phonetischen oder typografischen) Wortähnlichkeiten entlang. In #1 kommst Du von „Innen“ auf „AutorInnen“ und von da auf „Auto“. „Au! Tor!“, schreibst Du. Ich sage dazu: Au Backe. In den Wortkaskaden in #5 geht das z.B. so: „... Dschingis-Khan – Kahn – Navigator – gate – Ouragan – Ural – Ur all ...

    Wenn ich Texte für misslungen halte, kann mein Missfallen so weit gehen,dass ich mich ärgere, aber das betrifft doch nur meinen Sinn für Ästhetik. Über manche Autoren jedoch ärgere ich mich sozusagen moralisch: Ich halte es für unanständig, wenn dem Leser eine Dechiffrierarbeit überlassen wird, an der der Autor sich in keiner Weise beteiligt. Wenn Schreiben zu 1 % aus Inspiration und zu 99 % aus Transpiration besteht (so Thomas Mann und andere), zeugt es von einiger Chuzpe, das Verhältnis zu Ungunsten des Lesers umzukehren. Vielleicht bewundere ich solche Unverfrorenheit ja insgeheim, aber Umgang haben möchte ich mit solchen Egozentrikern lieber nicht. Mich enttäuscht das Missverhältnis von Kreativität und Empathiefähigkeit.

    Manche Leser nehmen freilich die absonderlichsten Exerzitien auf sich, weil sie den Autor für ein Genie halten, Arno Schmidt mit seinem „Zettels Traum“ ist so ein Beispiel. Ich habe das nie verstanden.
    Einem Genie ist alles erlaubt? Ja dann.

    Michael

  3. #3
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    Was mache ich jetzt damit?

    Lieber Michael Domas,

    nun hat dich der Text scheint’s genauso geärgert, wie mich dein Kommentar gefreut hat,
    das ist natürlich ziemlich ungerecht, zumal ich nicht wüßte, wie ich dich umstimmen könnte.

    Ich habe den Text seit Fertigstellung nicht mehr gelesen und ihn, das ist eine Marotte
    von mir, rückwärts gelesen, vom letzten # zum ersten. Dabei ist mir aufgefallen, daß
    im 5., den du hier als unleserliches Beispiel anführst, eventuell ein Satz unklar ist :

    Sie sehen beide,
    von hinten nackt, stecken sie vorne im Himmel, ihre Füße im Horizont.
    ***

    Sie sehen (die) beide(n) Sonnen. Man könnte aber verstehen, daß beide sehen? Vielleicht
    kann ich das Mißverständnis durch einen Punkt beseitigen? Nach "Paar" einfach mit "Sie"
    weiterzuschreiben, klingt auch ungeschickt, wenn nicht gar verwirrend, oder sogar falsch.

    Sie sehen beide. Von hinten nackt, [...]

    Sonst muß der ganze Satz verändert werden. Der Text kann für den Leser noch weitere
    Unklarheiten beinhalten, selbst sehe ich klar was ich geschrieben habe, ohne zu wissen,
    welche Bilder Außenstehenden durch die Wörter vermittelt werden. Ich habe die Sätze
    so klar wie möglich, die einzelnen Passagen so dicht und kurz wie möglich, formuliert;
    aber jede, oder sogar jedes Wort, hat eine eigene verpackte Geschichte, die ich jedoch
    niemandem aufdrängen möchte.

    Zitat Zitat von Michael Domas Beitrag anzeigen
    ich halte diesen Text, oder vielmehr dieses Fortsetzungs-Sammelsurium von Texten für schlicht unlesbar. Zwar zeugt das alles von unbändiger Kreativität, aber leider hast Du nicht die Disziplin aufgebracht, daran zu arbeiten, sondern kippst es uns einfach vor die Füße.
    Fast alles ist nicht aus "Inspiration" s.u., "Kreativität generiert", sondern aus Beobachtung
    der Realität, die ich in ein modernes Märchen gelegt habe, denn die reine Realität würde
    wahrscheinlich als totale Spinnerei rüberkommen.

    Zitat Zitat von Michael Domas Beitrag anzeigen
    Um nur eine der Methoden herauszugreifen, mit denen Du Kreativität generierst: Du hangelst Dich an zufälligen (phonetischen oder typografischen) Wortähnlichkeiten entlang. In #1 kommst Du von „Innen“ auf „AutorInnen“ und von da auf „Auto“. „Au! Tor!“, schreibst Du. Ich sage dazu: Au Backe. In den Wortkaskaden in #5 geht das z.B. so: „... Dschingis-Khan – Kahn – Navigator – gate – Ouragan – Ural – Ur all ...
    Es handelt sich um einfache Wörter, die nicht verändert wurden, um deren Silben, um deren
    Buchstaben. Zufällig? Um Autor und Autorin geht es im Text, und als ich diesen Teil schrieb,
    trieb gerade ein Ouragan (hurricane) sein Unwesen, Ort und Namen der Katastrophe fallen
    mir gerade nicht ein. Es sind hier Wort- Tages- Weltgeschehen-Assoziationen, die, mal ganz
    naiv gesagt, Abgedroschenes, wie Hokuspokuswidibus, Simsalabim (lautlich dargestellt, ich
    weiß nicht, wie man es schreibt), Sesam öffne dich, etc, ersetzen. Was sollen diese Wörter,
    die allgemein bekannt nicht kritisiert werden, bedeuten? Imitieren ist nicht mein Ding.

    Zitat Zitat von Michael Domas Beitrag anzeigen
    Wenn ich Texte für misslungen halte, kann mein Missfallen so weit gehen,dass ich mich ärgere, aber das betrifft doch nur meinen Sinn für Ästhetik.
    Es ist gut möglich, daß die anderen Leser den Text ebenso verärgert weggeklickt haben,
    allerdings reicht es mir nicht, das Ganze nach # 5 beurteilt zu sehen, das ist ein ziemlich
    dürftiges Argument. Hier erscheint keinem "Aladin" das "Genie" aus der "Wunderlampe",
    kein "Hans, der das Fürchten lernte" geistert durch die Zeilen, sondern das LI begibt sich
    aus der Gegenwart durch die Geschichte und wieder aus ihr hinaus, und aus ihr entstand
    das "Rondell die Hexen", als Resümee von einer anderen Seite betrachtet.(Die Hexe z.B.
    ist eines meiner Kindergedichte). Überdacht von ebenfalls einem sehr alten Text von mir,

    Die Antwort
    zu der es keine Frage gibt
    lautlos unsichtbar weit spricht sie in dir
    und du willst brüllen und kennst sie nicht die Frage
    und du hast die Antwort

    der sich zur Gegenwart gesellt, und, wie die beschrittenen Wege zu einem Märchen, zum
    eigenen Lebensweg gehört. Ich denke auch diese Zeilen kann man nicht interpretieren, wenn
    man es nicht selbst erfahren hat, kann man es nicht nachahmen.

    Den Rest der Kritik s.u. überlasse ich der Allgemeinheit, hätte eventuell besser in "Fiktion"
    gepaßt, da läuft gerade eine interessante Diskussion über Fantasie – Biographie, oder so
    ähnlich. Meist muß ein Autor oder Künstler erst unter den Brettern liegen, damit man schön
    drüber fachsimpeln kann. Na ja, in der Branche kamen bis jetzt noch alle Frauen entweder
    in die Irrenanstalt oder unter die Haube, ausgenommen einige mit männlichem Pseudo- oder
    auch Existenzialautorinnen, die einer nützlichen Sache dienten (z.B. Emanzipation).

    Hat mich gefreut, auch wenn du nicht näher auf den Text eingehen möchtest.

    Liebe Grüße
    Kalinka

    ***

    Ps.: Inzwischen verbessere ich den Satz folgendermaßen:

    Es sieht beide.
    Hinten nackt, steckt es vorne im Himmel, mit den Füßen im Horizont.


    Vielen Dank für den Hinweis.

    ***

    ***

    Zitat Zitat von Michael Domas Beitrag anzeigen
    Über manche Autoren jedoch ärgere ich mich sozusagen moralisch: Ich halte es für unanständig, wenn dem Leser eine Dechiffrierarbeit überlassen wird, an der der Autor sich in keiner Weise beteiligt. Wenn Schreiben zu 1 % aus Inspiration und zu 99 % aus Transpiration besteht (so Thomas Mann und andere), zeugt es von einiger Chuzpe, das Verhältnis zu Ungunsten des Lesers umzukehren. Vielleicht bewundere ich solche Unverfrorenheit ja insgeheim, aber Umgang haben möchte ich mit solchen Egozentrikern lieber nicht. Mich enttäuscht das Missverhältnis von Kreativität und Empathiefähigkeit.

    Manche Leser nehmen freilich die absonderlichsten Exerzitien auf sich, weil sie den Autor für ein Genie halten, Arno Schmidt mit seinem „Zettels Traum“ ist so ein Beispiel. Ich habe das nie verstanden.
    Einem Genie ist alles erlaubt? Ja dann.
    Geändert von Farbkreis (29.10.2011 um 21:03 Uhr) Grund: *** Ps.

  4. #4
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    Liebe Kalinka,

    1. Leseversuch (der meiner Verärgerung)

    Die Irritation in Absatz 1, ob denn „der alte Mann“ mit dem „alten Professor identisch ist, gehört vielleicht zum Spiel. Aber nach dem gravitätischem Anfang in die ebenso komplexen wie albernen Reflektionen zum Binnen-I(nnen) verstrickt zu werden, macht es mir schwer, überhaupt weiterzulesen.

    Abs. 4 „Auto“. Wieso „Auto“? Ah ja, „Au! Tor!“ Und schon das war unmotiviert.

    In Abs. 5 fühl ich mich noch ver“kohlt“. Ab da aber lese ich einen „Unendlichen Spaß“ von geradezu Wallacescher Bedrängnis. Und es fällt im 2. Beitrag das Wort, das ich zu meiden suche: „Psychiatrie“.

    So verschreckt bleibe ich erst in #5 wieder hängen und finde die Stelle unter „Be aware“ schon wieder genial, irgendwie Arno-Schmidt-mäßig.

    Aber das ist so anstrengend zu lesen, fast ein Gedicht für sich, da packe ich es nicht mehr bis zum Ende. Glaube auch nicht, dass es eins geben kann, von dem aus sich das Knäuel ausrollen ließe. Die Geschichte (ist es eine Geschichte?) springt zu wild hin und her.

    So, wie die Wortkaskade in den 10 Zeilen in #5. Aber nachdem ich mich aus dem kokainbefeuertem Tanz von Dschingis-Khan und Pechmarie gelöst habe , werde ich durch die Sonnenpasagen in #6 belohnt, die Zwischenüberschrift „Deine Geliebte?“ diente als Haltezeichen. Hier verdichten sich die latenten erotischen Untertöne zu einiger, geradezu pornografischer Deutlichkeit und wird die alte Metapher Geschlecht = Wunde, die z.B. auch Kafka in „Ein „Landarzt“ für seine Rosa benutzt, in planetare Dimensionen vergrößert – um sich alsbald zum „Pusterohr“ verkleinert zu finden.

    Aber mich aus dem „Sodomedom“ zu erheben um einem Ende entgegenzulesen, an das ich nicht glaube, gelingt mir nun nicht mehr.

    2. Leseversuch

    „Jetzt, was mache ich jetzt, damit [...] ?“

    jedenfalls den Text nicht lesen, wie ich sonst Texte lese, also ihn zu verstehen suchen oder ihn mir auch nur so weit auseinandernehmen, dass ich etwas nacherzählen könnte. Sondern ihn hinnehmen wie einen Traum, ein Kindermärchen (aber aus der Sicht des Kindes), eine Phantasmagorie, einen Tripp.
    Sicher gibt es auch Erzählstränge. Es geht um einen kleinen durchgeknallten Roboter, um eine Virenepidemie und Verschwörung gegen die Welt (und den Weltraum), um sprechende Tiere, um „sodomedomischen“ Sex und solares Gefetze um … es geht oft in einzelnen Sätzen um drei entlegene Dinge zugleich. Und um die Verwirrung des Erzählers. Gespickt mit den wunderlichsten Vokabeln ( Oder wer weiß, dass eine (eine? Ein, oder?) Cobaye ein Meerschwein ist.)
    Aber fragt man das Kind, das einzig hier Leser sein kann, worum es geht, würde es nur weiter konfabulieren. Manchmal ist das Märchen heimeilig und innig und kommen puztige Leute drin vor, dann wieder bedrohlich und erzählt von der unendlichen Welt. Es ist unverständlich und rätselhaft, das muss für Kinder kein Nachteil sein. Andersens „Schneekönigin“ habe ich als Kind keine drei Sätze lang verstanden, gerade deshalb fand ich es prächtig.

    Alles, was ich jetzt gesagt habe, steht in Deinem Text. z.B.:

    Oder zwei Lichter laufen wie
    Laternen, die niemand hält.

    Aber momentan diagnostizieren
    wir einen fortschreitenden Verfall aller Gedankenströme des Kosmoslabyrinths

    Wo geht er nur hin, ohne ein Wort, ohne Wiederkehr, immer schneller weiter fort; schaurig
    leer stehst du, drapiert, aus dem Herzen expulsiert, rennt er dir traurig aus dem Sinn, und
    auch der wird vergehen, wenn’s im Sonnenbauch brennt. Ach, wie gut, daß man hier nicht
    die Wahrheit kennt.

    Auch die Wörter.
    Die Welt hört sie nicht mehr, der Schlüssel ging verloren.

    Na klar könnt ihr nicht verstehen, was ich meine,
    es gibt keine Bilder dazu, auch keine Wörter.


    Michael

  5. #5
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    Was mache ich jetzt damit?

    ***
    Lieber Michael Domas,

    Zitat Zitat von Michael Domas Beitrag anzeigen
    Alles, was ich jetzt gesagt habe, steht in Deinem Text. z.B.:
    danke fürs Kommentieren und Zitieren, dein Gesagtes limitiert sich ganz sicher nicht in meinem
    Text, es sprüht vor Energie, das gefällt mir. Ich gehe hier nur auf einige Stellen ein, habe aber
    alles sehr gern gelesen.

    Zitat Zitat von Michael Domas Beitrag anzeigen
    Die Irritation in Absatz 1, ob denn „der alte Mann“ mit dem „alten Professor identisch ist, gehört vielleicht zum Spiel.
    Ich sehe keine Irritation; wenn ich z.B. schreibe: "Der Apfel lag auf dem Tisch", ... ein Stück
    weiter: "..., dann biß ich in die reife Frucht", ist doch klar, daß es sich um den Apfel handelt?
    Aber es ist nicht verboten, oder sogar erwünscht, eigene Bilder zu assoziieren.

    Zitat Zitat von Michael Domas Beitrag anzeigen
    Abs. 4 „Auto“. Wieso „Auto“? Ah ja, „Au! Tor!“ Und schon das war unmotiviert.
    Auch hier kann man verstehen, was man möchte. Diese und ähnliche Passagen sind nicht
    überlegt, sondern spontane Monologe, Auto (grch autos, in Autismus) = selbst; Au = Gold;
    Tor = Narr; oder etc., ebenso sind Ereignisse, wie "die weiße Wand" reelle Wahrnehmungen, [...]
    Wie schon gesagt, würde wahrscheinlich eine Realitätsbeschreibung als totales Hirngespinst
    angesehen werden, und mit Realität meine ich das Erfassen der Dinge mit allen Sinnen, von
    draußen und von drinnen.

    Zitat Zitat von Michael Domas Beitrag anzeigen
    So verschreckt bleibe ich erst in #5 wieder hängen und finde die Stelle unter „Be aware“ schon wieder genial, irgendwie Arno-Schmidt-mäßig.
    Auch Be aware hat eine reale Geschichte mit existierenden Personen, die nichts mit irgendeinem
    Schreiber zu tun haben, ich kenne keinen Arno-Schmidt und möchte doch stark bezweifeln, daß
    er die gleichen Erfahrungen wie das LI, das hier, wie ich selbst, weiblich ist, gemacht hat und die
    hinter dem "Be aware" stehen.

    Zitat Zitat von Michael Domas Beitrag anzeigen
    Hier verdichten sich die latenten erotischen Untertöne zu einiger, geradezu pornografischer Deutlichkeit und wird die alte Metapher Geschlecht = Wunde, die z.B. auch Kafka in „Ein „Landarzt“ für seine Rosa benutzt, in planetare Dimensionen vergrößert – um sich alsbald zum „Pusterohr“ verkleinert zu finden.
    Idem. Das Geschlecht ist immer neu, kann also keine alte Metapher sein, da es zum lebendigen
    Menschen gehört. Leider habe ich „Ein „Landarzt“ nicht gelesen, aber da Kafka ein Mann war,
    kann er unmöglich das gleiche gemeint haben. Eine einmal benutzte Metapher, und verstehen wir
    die heute überhaupt noch?, ist auf keinen Fall, auch wenn sie von Kafka stammt, als patentierter
    Fachbegriff gültig, der nie mehr ohne ein Zitat des Autors geschrieben werden kann, allerdings
    kann es durchaus sein, daß Kafka hier Ähnliches gemeint hat, jedoch von außen, nicht von
    innen, denn er war keine Frau, eventuell aber sehr intim mit einer, um darüber zu schreiben.
    Danke für die Referenz, es interessiert mich das Stück zu lesen, vielleicht nächsten Sommer.

    Zitat Zitat von Michael Domas Beitrag anzeigen
    Sicher gibt es auch Erzählstränge. Es geht um einen kleinen durchgeknallten Roboter, um eine Virenepidemie und Verschwörung gegen die Welt (und den Weltraum), um sprechende Tiere, um „sodomedomischen“ Sex und solares Gefetze um … es geht oft in einzelnen Sätzen um drei entlegene Dinge zugleich. Und um die Verwirrung des Erzählers. Gespickt mit den wunderlichsten Vokabeln ( Oder wer weiß, dass eine (eine? Ein, oder?) Cobaye ein Meerschwein ist.)
    In alten Märchen gehen die Figuren durch eine alte Welt, die Ihrige, sehen ihre Realität in einer
    anderen Dimension, beschreiten die Wege der Prüfungen hin zur Erlösung. Das LI beschreitet
    die Wege der heutigen Welt. Sind wir nicht eher geboren, diese zu erkennen, als Vorgekautes
    zu konsumieren?

    Robo steht für eine untergegangene Welt, des Wissens, das nach meinen Beobachtungen vor
    einigen Jahren noch vorhanden war und nicht mehr im Net ist, vielleicht wie auch die Maya
    mysteriöser Weise verschwanden?
    Es ist doch immer die gleiche Geschichte, aber sie läuft anders, zeitgemäß ab. Das LI geht,
    ohne Absicht, die Sonne töten. Die Sonne ging nach der Zerstörung Sodoms auf. Aber es ist
    nur ein Märchen, aus einer geschehenen nahen Vergangenheit erzählt, heute ist die Zukunft,
    jeder kann sie sehen.

    Das Märchen-LI hat am Ende seine Frage beantwortet, oder sie wurde entzaubert und die
    Antwort steht nach der Reise durch eine Wörterwirrwarrwelt klar leserlich da.

    Cobaye (amerikanisches Eingeborenenwort durch portugiesische Vermittlung) heißt hier Versuchskaninchen, LI-Meerschweinchen ist natürlich putzig,...

    « Les cobayes remuent dans leur cage et me considèrent de leur petit œil vif et intelligent »
    (Duhamel)

    das Wort hat noch eine andere Bedeutung, die nicht im Diktionär steht, aber durch mehrere
    Passagen, vor allem mit dem Ausdruck "Be aware!", das LI verdeutlicht.
    ***

    Im Resümee:

    LI ist Eine Cobaye – und solange bis und auf daß der Tod sie vereint...

    Was steht
    denn da? Ach ja, das Gute, und Frieden, damit [...]

    ***

    Liebe Grüße
    Kalinka
    ***

    PS.: Es steht wirklich da. Alles andere ist von Kindern fernzuhalten!

    Zitat Zitat von Michael Domas Beitrag anzeigen
    „Jetzt, was mache ich jetzt, damit [...] ?“
    jedenfalls den Text nicht lesen, wie ich sonst Texte lese, also ihn zu verstehen suchen oder ihn mir auch nur so weit auseinandernehmen, dass ich etwas nacherzählen könnte. Sondern ihn hinnehmen wie einen Traum, ein Kindermärchen (aber aus der Sicht des Kindes), eine Phantasmagorie, einen Tripp.
    Ist "Kindermärchen" nicht ein Hüllwort für Lüge?

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