1. #1
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    Was ist der Tod?

    .



    Was ist der Tod?

    Der Tod ist eine Frau mit dunklem Haar
    und bleicher Haut und einem roten Mund,
    dahinter ist ein tiefer, schwarzer Schlund
    in eine Weite, weiß und wunderbar.

    Der Tod ist eine Hand mit tausend Krallen,
    die sanft uns streichelt, zart und fleischesweich,
    der Tod ist ein verloren-graues Reich
    aus golden-schön geschmückten Knochenhallen.

    Der Tod ist eine Pflanze, wuchernd-wild,
    die stolz und grün die Erde überzieht
    und gegen Abend scheint und phosphorn glüht
    zu einem sonderbar erhabnen Bild.

    Der Tod ist ein Geheimnis, unbekannt,
    die letzte Antwort auf die erste Frage,
    das Zünglein an der aufgehäuften Waage
    und eine Tür in ein verborgnes Land.



    .

  2. #2
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    Hallo Wegesanfang,

    Für mich ist dieses Gedicht das Beste, was ich von Dir je gelesen habe

    Du zeichnest ein wunderbar düster atmosphärisches Bild einer sehr bizarren Welt und ich kann sie deutlich sehen, die Bilder, die Dir vor Augen standen beim Schreiben.
    Einzig mit S3 habe ich ein wenig meine Probleme mit dem Verstehen.
    und gegen Abend scheint und phosphorn glüht
    eine Pflanze, die scheint, dass ist mir etwas zu weit hergeholt oder verschwommen. In meinen Gedankengängen ersetzte ich Dein scheint durch blüht, was sich mir gedanklich gleichsetzt mit Fieberphantasien, die am Abend ihren Höhepunkt erreichen.
    Aber das ist, wie gesagt, nur meine Denke. Vielleicht magst Du mir Deine Gedankengänge hierzu aufschreiben.

    Als ich Dein Gedicht las, war ich innerlich sehr angespannt und ergriffen, weil ich das unbestimmte Gefühl hatte, Du beschreibst hier eine Welt, die auch so ist -

    Danke ...
    Merlin

  3. #3
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    Hallo Wegesanfang,
    wunderschön...
    Ich sehe schon die riesige Knochenhalle und das tödliche grüne Gestripp vor mir.
    die letzte Antwort auf die erste Frage,
    Aber was war eigentlich die erste Frage?
    Ich habe selten ein so schönes Gedicht gelesen.

    MfG Stanley M.
    Nimm Gegenwart und Vergangenheit, so erhälst du die Zukunft.

  4. #4
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    Ja, was soll cih denn nur noch sagen xD ich glaube ich sollte aufhören Eine Kurze Rast zu machen, ich überfordere mich gerade xD

    Wie du es immer wieder schaffst, Düsteres heiter und leicht zu sagen ... tatsächlich habe ich mich einmal an solchem Thema versucht und mich in der Paradoxie dieser (anti)Gegensätze verworren und verloren ...
    Es ist dir perfekt gelungen die ernste Güte und Schönheit, die Leichtigkeit des lebendigen Kreislaufs und auch das Ungewiss des Themas in Worten einzufangen! wow ...

    mahatma ... große seele ...

    jun'ai
    In der Tiefe ruht die Kraft
    In der Kraft ruht Bewegung
    In Bewegung ruht die Form
    In der Form ruht der Raum
    In dem Raum ruht die Tiefe

  5. #5
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    Hallo Wegesanfang,
    ich kann mich auch dem Lob nur anschliessen. Sehr düster und ein klein wenig mysteriös, aber es scheint einiges darin zu stecken.
    Einiges gut Erkanntes und klasse zum Ausdruck gebrachtes. Gefällt mir sehr gut. Zu meckern wüsste ich hier bei Weitem nichts

    viele Grüsse
    Das Stärchen

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