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  1. #1
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    Glücksballade

    *************
    Höre nur die stummen Lieder
    Ihren Tanz durch alle Zeiten
    Glied für Glied und alle Glieder
    Lautlos deine Zeit durchschreiten
    Siehst du weiter nah die Weiten
    Deines Schweigens Lobgesang
    Ihren Zeitentanz begleiten
    Hin zu dir in einem Klang

    Schau mich an mein Leib im Mieder
    Bloß geschmückt mit Köstlichkeiten
    Wiegt sich leise luftig bieder
    Läßt sich wollelustig gleiten
    Schwingend leicht nach allen Seiten
    Kommt er näher wagt den Gang
    Schicksalhafter Eigenheiten
    Hin zu dir in einem Klang

    Rosenduft getönt wie Flieder
    Strömt herbei aus fremden Breiten
    Flüstert lockend schließ die Lider
    Meine Lichter solln dich leiten
    Ungeahnte Lust bereiten
    Reich gefüllt mit Überschwang
    Leichten Schrittes will ich reiten
    Hin zu dir in einem Klang
    Höre doch den lang befreiten
    Heiß ersehnten Hochgesang
    Zieh ihn aus Vergangenheiten
    Hin zu dir in einem Klang


    *

    Ballade



    _________________________________________________________________________
    Geändert von Farbkreis (24.09.2011 um 06:16 Uhr) Grund: Satzzeichen gelöscht

  2. #2
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    Glücksballade

    Liebe Kalinka,

    es ist ein Gedicht im Kreuzreim. Metrik und Reime stimmen. Den betonten Zeilenanfang hast Du auch gut durchgehalten. Es ist ein klare Sprache und doch für mich nicht verständlich. Mein Nichtverstehen beginnt schon in der dritten Zeile
    Glied für Glied und alle Glieder -----wieso Glied für Glied und dazu noch alle?
    Lautlos deine Zeit durchschreiten---warum durchschreiten sie lautlos die Zeit?
    Jetzt will ich nicht alles anführen, denn es ist fast jede Zeile die ich in ähnlicher Weise nicht verstehe. Dies ist auch ein Grund warum bei mir hier keine erotischen Gefühle bei diesem Gedicht aufkommen.
    Vielleicht kannst Du mit einer Erklärung helfen worum es bei dem Gedicht geht.
    Entschuldige bitte meinen Unverstand.

    LG Hans
    Geändert von Hans Plonka (13.09.2011 um 20:59 Uhr)
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  3. #3
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    Hei Kalinka,

    ich bin begeistert, das liest sich so schön leicht und luftig und macht so viele kleine und versteckte Andeutungen, dass man einfach nur genießen sollte, ohne wenn und aber.
    Bravo!

    Liebe Grüße
    Ragnar

  4. #4
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    Glücksballade

    ***
    Lieber Hans Plonka

    Kreuzreim und Unverstand gehören zu meinem Gedicht Villanelle (Romantik). Glücksballade
    enthält Paar- und Kreuzreime mit einem Refrain, einem einfachen Balladenreimschema folgend.
    Der Refrain "Hin zu dir, in einem Klang"= Einklang, weist eigentlich schon auf den Inhalt hin.
    Glied kann man verschieden verstehen, zuerst als Element ergeben alle Glieder ein Ganzes.
    Vereinigung. Zusammenhörigkeit von Raum, Zeit, Körper, Seele etc., wobei das Immaterielle,
    das für uns Spürbare, doch oft nicht Faßbare, wie die Aura, erotisches "Knistern", Anziehung,
    Verbundenheit, Erinnerung, alles, was nicht von der Entfernung in Zeit und Raum und einem
    Erscheinungsbild abhängt, eben lautlos, doch in der Stille mit welchen Sinnen?, wahrnehmbar
    ist. In der Liebe sagt man hausbacken: Mit Haut und Haar. Mit Leib und Seele, ganz und gar.
    Die Erotik, zur alles umfassenden Liebe gehörend, hat m.M.n. keine Normdarstellungen, weder
    in Schrift noch Bild, deshalb kann ich auch nicht erwarten, daß die eigene Verssprache jeden
    verständlich erreicht. Es ist meine erste Ballade, da bin ich mir doch noch ein wenig unsicher.

    Danke für dein Interesse.
    LG Kalinka
    ***

    Hi Ragnar

    So, wie du es gelesen hast, habe ich es auch geschrieben. Vielen Dank für deinen Kommentar.
    Ich wollte übrigens keine Ballade schreiben, nur die Gedichtsform betrachten, als mich jemand
    darum bat, einen Satz von Franz. in Lat. zu übersetzen: « La danse est une poésie muette »
    (Der Tanz ist eine stumme Poesie.) Dies war der Auslöser von "Hin zu dir, in einem Klang", die
    Rubrik wählte ich erst nach Fertigstellung des Gedichtes, meinem Empfinden nach.

    Liebe Grüße
    Kalinka

  5. #5
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    Glücksballade

    Liebe Kalinka,

    so wie Ragnar habe ich es auch gesehen.

    Zitat
    das liest sich so schön leicht und luftig und macht so viele kleine und versteckte Andeutungen.

    doch genießen kann ich es nicht, weil ich es auch nach Deiner Erklärung nicht verstehe. Gerade weil ich denke dass es an mir liegt und ich damit eine Ausnahme sein könnte, ärgert es mich.
    Hoffe aber auf weitere schöne für mich verständliche Gedichte von Dir.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  6. #6
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    Hallo Kalinka,

    beim ersten Lesen hatte ich einen ähnlichen Eindruck wie Hans. Erst nach zeilenweisem Zerpflücken Deines Textes habe ich die Zusammenhänge erkannt. Du hast recht lange Sätze gewählt, die auch Nebensätze mit aufzählendem Charakter einschließen. Die gefallen mir ausgesprochen gut, nur ist es durch das inkonsequente Weglassen von Satzzeichen nicht ganz einfach, die Satzstrukturen zu erkennen. Ich hoffe, ich liege nicht daneben, wenn ich feststelle, dass es keine Ambivalenzen in den Zuordnungen der Verszeilen untereinander gibt, die durch Satzzeichen zerstört werden könnten. Daher empfehle ich, nicht auf sie zu verzichten (in diesen Fragen bin ich kein kein Dogmatiker ). Die auch mir gefallende Leichtigkeit und Luftigkeit des Gedichtes würde durch die Interpunktion m.E. nicht beeinflußt werden. Dafür könnte sich aber das Verständnis verbessern.

    Ansonsten hätte ich, außer dem „wollelustig“, an Deinem Text nichts auszusetzen. Ob die Einordnung unter Erotik oder unter Liebe und Romatik passender wäre, ist sicher Geschmackssache. Die Grenzen dort sind wohl fließend.

    ...
    entfernt auf Wunsch Kalinkas
    So würde ich die von Dir gedachten Sätze lesen oder gibt es da noch andere Konstellationen, die ich übersehen habe.

    LG Eremit
    Geändert von Eremit (14.09.2011 um 23:47 Uhr)
    Werkeverzeichnis: Die Gedichte eines Eremiten
    Neu: F..., Auf dem Olymp, ein bisschen völkisch, wellenlied

    -------------------------------------------
    Weh denen, die dem Ewigblinden
    Des Lichtes Himmelsfackel leih'n!
    Sie strahlt ihm nicht, sie kann nur zünden
    Und äschert Städt' und Länder ein. (F. Schiller)

  7. #7
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    Glücksballade

    ***
    Lieber Hans Plonka

    Leicht und luftig, damit bin ich einverstanden, doch es ist nicht mein Verdienst, sondern das
    Balladenreimschema, das den Ton angibt.

    "Verständliches" möchte ich in der Prosa schreiben, in der Poesie lasse ich mich nur von der
    Liebe leiten. Vielleicht habe ich deine Fragen nicht verstanden?

    Liebe Grüße
    Kalinka
    ***

    Hallo Eremit

    Vielen Dank für dein aufmerksames Lesen und deine Verbesserungsvorschläge. Um das Gedicht
    näher zu betrachten, kann man es natürlich zerpflücken.

    Den Vers kennzeichnet ein mehr oder weniger strenges Metrum sowie eine im Schriftbild durch das Zeilenende repräsentierte Endpause.
    (einladung/vorlesungen/lyrik)
    Es handelt sich um Verse. Der Refrain hätte in der Prosa einen Punkt. Natürlich kannst du ihn
    fragend oder ausrufend lesen, das steht dir frei, aber schreiben darf man es nicht, denn es ist
    mein Gedicht.

    Siehst du weiter nah den Weiten
    Siegst du (wen oder was? Akkusativ) die Weiten,

    Liebe Grüße
    Kalinka

  8. #8
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    Ich fühlte auch so wie Hans Plonka, es erschien mir total unverständlich - erst als Eremit die Zeichen setzte und einiges verbesserte,
    kann man es viel besser verstehen.
    LG E Chatterfielkd

    15.9.11 11.54
    Unter "es" meinte ich den Gedichtsinhalt. Mit "Zeichen" meinte ich keine ausserirdischen, sondern Beistriche, Gedankenstriche, Punkte, etc.
    Höre nur - die stummen Lieder z.B. wie kann man stumme Lieder hören? In Erinnerung vielleicht meintest du?
    Glied für Glied und alle Glieder lautlos deine Zeit durchschreiten - was kann man sich darunter vorstellen?
    Ja, aber ich lese auch deine Erklärungen dazu und wie du sagst, es kann nicht jeden erreichen.
    Es ist abstrakte Poesie - so kann man es nennen. Das kann ich schon akzeptieren. Da bist du hier nicht die Einzige, die solche Texte bringt.
    Man muss halt seine eigene Fantasie einsetzen, um sich was vorstellen zu können. Aber wenn es gut klingt, so wie dein Gedicht, warum nicht?
    LG E.Chatterfield

    wollelustig ist lustig, aber ein gutes neues Wort, gefällt mir .... kommt es von Wohllust? ..... läßt sich in Wohllust gleiten ....
    Rosenduft getönt wie Flieder ....das ist ja auch ein Highlight ...... eine neue Blumenkreation vielleicht kann man sich vorstellen? Denn der Duft ist getönt,
    nicht die Rose.
    Ja, ich sehe schon, es ist ein erotisches Gedicht, ein Liebesakt beschrieben in abstrakter Poesie.
    Danke Kalinka
    E.Chatterfield


    24.9.2011 7.32
    Liebe Kalinka -
    deine schöne Wortmelodie ist abstrakte Erotikpoesie. Das ist okay, jeder Leser kann sich selbst zusammenreimen, um was es geht.
    Mir gefallen oft besonders deine französischen Wortspielereien, die klingen in meinen Ohren
    so schön, leider kann ich dabei auch nicht alles verstehen, da ich im Französischem nicht so bewandert bin.
    Schönen Herbsttag E.Chatterfield
    Geändert von LadyChatterfield (24.09.2011 um 07:32 Uhr)

  9. #9
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    .
    Den Vers kennzeichnet ein mehr oder weniger strenges Metrum sowie eine im Schriftbild durch das Zeilenende repräsentierte Endpause.
    (einladung/vorlesungen/lyrik)
    Es handelt sich um Verse. Der Refrain hätte in der Prosa einen Punkt. Natürlich kannst du ihn fragend oder ausrufend lesen, das steht dir frei, aber schreiben darf man es nicht, denn es ist mein Gedicht.
    Vielen Dank für Deinen Tip, dass es sich um Verse handelt. Die wollte ich Dir auch nicht nehmen . Meine Intention für eine Interpunktion konnte ich Dir leider nur auf schriftlichem Wege mitteilen, mein Gebrabbel in die Tastatur wäre sicherlich nicht bei Dir angekommen. Aber ich respektiere gern Deinen Wunsch und entferne sie wieder.

    Siehst du weiter nah den Weiten
    Siegst du (wen oder was? Akkusativ) die Weiten,
    Ich sah den Lobgesang nah den Weiten, Du sahst die Weiten – offenbar ein Missverständnis.

    LG Eremit
    Werkeverzeichnis: Die Gedichte eines Eremiten
    Neu: F..., Auf dem Olymp, ein bisschen völkisch, wellenlied

    -------------------------------------------
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  10. #10
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    Glücksballade

    ***
    @LadyChatterfield

    Gemeinsame Gefühle anderer sind meist unverständlich, warum dir deine gemeinsamen mit dem genannten User unverständlich erschienen, kann ich nicht erraten. Freut mich, daß du Zeichen, welche es auch immer gewesen sein mögen, erkanntest, doch als Außenstehende verstehe ich leider nicht, was du mit es meinst.

    Danke für deinen enigmatischen (erotischen?) Beitrag.

    ***
    Zu deinem Erweiterungskommentar:
    Am einfachsten wäre es, um deine Frage: "die stummen Lieder z.B. wie kann man stumme
    Lieder hören?
    " zu beantworten, dich mit Mozart zu beschäftigen, der sie angeblich erst hörte,
    bevor er sie aufschrieb. Der Refrain hat seinen Ursprung in den Psalmen. Die Ballade ist eine
    Gedichtsform, in der der Autor oft sein Empfinden ausdrückt. Für mich gilt: Leben = Liebe. Das
    Gehör spielt dabei vom Beginn der Menschheitsgeschichte an eine wichtige Rolle, selbst in der
    heutigen medienüberfluteten Zeit kann ich mir nicht vorstellen, Menschen hätten die Kapazität
    zu hören verloren, sonst gäbe es, m.M.n., keine Poesie mehr. Ich meine somit genau das, was
    ich geschrieben habe, die Erinnerung gehört dazu. Andererseits bleibt die Schrift stumm, wenn
    man sie nicht laut liest, wie man auch Noten erst abspielen muß. Einen Hit schreiben wollte ich
    allerdings nicht, sondern die erotische Liebe, mein reelles Erleben, in einem Balladenreimschema
    ausdrücken; malen würde ich sie nicht, schon gar nicht abstrakt.

    LG Kalinka
    ***

    @Eremit

    Höre nur – die stummen Lieder – ihren Tanz durch alle Zeiten – Glied für Glied und alle Glieder
    – lautlos deine Zeit durchschreiten.

    Höre nur die stummen Lieder lautlos deine Zeit durchschreiten.
    Höre nur ihren Tanz.
    Höre nur Glied für Glied und alle Glieder.

    Siehst du weiter nah die Weiten – deines Schweigens Lobgesang – ihren Zeitentanz begleiten.

    Siehst du weiter nah die Weiten? ( den Lobgesang / von deinem Schweigen)
    Siehst du wie sie ihren Tanz begleiten?

    Wer oder was (Nominativ) begleitet hier den Tanz der stummen Lieder? – Die Weiten.
    Wen oder was siehst du? (Akkusativ) – Ich sehe die Weiten. Ich sehe weiter. Aus der
    Nähe (nah) in meinem Schweigen... heißt nicht, ich sehe mal nach oder nach der Weite,
    Plural den Weiten (Dativ)

    Hin zu dir, in einem Klang. = Refrain.
    ***

    Setzt man am Versende Komma, schreibt man klein weiter. Innerhalb des Verses kann man
    auch andere Zeichen setzen z.B. /, ich lasse die Satzzeichen an den Versenden weg (s.o.).

    Ansonsten hätte ich, außer dem „wollelustig“, an Deinem Text nichts auszusetzen.
    Über wollelustig habe ich nachgedacht. Das Wort ist, falls es nicht im Duden steht, eine
    Wortschöpfung, die Wolle/wollen, Lust oder lustig assoziieren kann. Mir kam das Wort beim
    Schreiben in den Sinn, wenn es jetzt beim Lesen wirklich unschön klingt, werde ich gern ein
    anderes Adjektiv finden.

    Liebe Grüße
    Kalinka
    ***

    Ps:
    Siegst du (wen oder was? Akkusativ) die Weiten,
    Siehst du
    Geändert von Farbkreis (17.09.2011 um 23:52 Uhr) Grund: Erweiterungskommentar ***

  11. #11
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    Hallo Kalinka,

    gut, jetzt weiß ich, was Du meinst, wo in Gedanken die Kommas zu setzen sind, was aufgezählt ist und was bezugnehmend ist. Ich hatte nahe den Weiten den Lobgesang gesucht .

    Zitat Zitat von Kalinka
    Setzt man am Versende Komma, schreibt man klein weiter. Innerhalb des Verses kann man
    auch andere Zeichen setzen z.B. /, ich lasse die Satzzeichen an den Versenden weg (s.o.).
    Die Interpunktion wird durch die Versdefinition weder ausgeschlossen noch eingefordert. Sie aus Prinzip wegzulassen, kann im Einzelfall genauso unglücklich sein, wie im anderen Fall sie gnadenlos nach den Regeln der Grammatik durchzupeitschen. Die Frage, ob oder ob nicht, ist m.E. eine Frage der Zweckmäßigkeit, die Du hier natürlich selbst entscheiden musst, auch wenn ich versucht habe, Dich dabei ein wenig zu beeinflussen .

    Wollust leitet sich nach Wikipedia von voluptas ab. Das Recht der Eigenschöpfung von Worten möchte ich Dir natürlich nicht verwehren. Nur das aus nachvollziehbaren metrischen Gründen eingeschobene "e" distanziert das Wort m.E. sehr stark von seiner ursprünglichen Bedeutung. Es lässt bei mir den Eindruck entstehen, man bewerfe sich mit viel Spaß mit Wolleknäuel. Meine Alternativvorschläge waren nichts weiter als ein Versuch, die Assoziation wieder in Richtung Begierde zu ziehen. Ob dieser Versuch tauglich ist, vermag ich nicht so recht zu beurteilen.

    LG Eremit
    Werkeverzeichnis: Die Gedichte eines Eremiten
    Neu: F..., Auf dem Olymp, ein bisschen völkisch, wellenlied

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  12. #12
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    Glücksballade

    ***
    Hallo Eremit

    Plötzlich stört mich das Fragezeichen in der ersten Strophe Z.7: Ihren Zeitentanz begleiten ?
    Mir kommt es dabei nur auf die Ästhetik des Schriftbildes an. Am liebsten würde ich es dem
    Leser überlassen, wo er Pausen einlegen, Fragen lesen, etc., möchte.

    Mea voluptas – mein Frohsinn, meine Wonne (meine höchste Freude – mes joies, mes délices)
    Mutus – ohne Parole, stumm; Mutare – verändern; Poesis – Creation;
    Lana – Wolle (laine):

    « Elle s’enveloppe dans son manteau de laine de son pays » (Hébert)

    Lustig – loustic, gai, gotique gâheis – Gegenteil von traurig;
    Gothicus (von den Got[h]en) – gotisch (gotique de gothique) – Sprache einer Bibelübersetzung
    des IV. Jahrhunderts durch Ulfilas.

    Ich behalte das Wort wollelustig, es hat nichts mit Wikipédia zu tun.

    Ich denke nicht, daß die Interpunktion eine Lesehilfe ist, jedenfalls nicht in der Poesie. Die Groß-
    und Kleinschreibung finde ich hingegen sehr wichtig. In einem Gedicht habe ich z.B. der Stille Hall geschrieben, wenn ich der stille hall schreibe, erkennt man den Genitiv nicht mehr und der stille
    Hall
    ist nicht der Stille Hall.

    Vielen Dank für deine Korrespondenz, ich habe dadurch bei mir irgendwo einen Grammatikfehler
    entdeckt, leider weiß ich nicht mehr wo ich ihn geschrieben haben könnte.

    Liebe Grüße
    Kalinka

  13. #13
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    Liebe Kalinka,

    mir ging es wie Hans Plonka und Lady Chatterfield. Dabei sind nicht die Bilder selbst so „enigmatisch“, sondern deren übergrammatische Zusammenfügung. Leider hast Du Eremits Bitten und Vorschläge, es dem Leser einfacher zu machen, nicht angenommen, und so folge ich wie Ragnar Deinen reich mit Überschwang gefüllten Versen wie einer Rhapsodie. Das Gedicht gehört gesungen statt analysiert.

    Michael

  14. #14
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    Glücksballade

    ***
    Lieber Michael Domas

    Es steht jedem frei, das Gedicht zu singen, das entspricht eventuell sogar der Gedichtsform.
    Poesie empfinde ich immer als melodisch, nicht jedes Gedicht ist Poesie, jedenfalls lese oder
    schreibe ich z.B. beim Haiku oder beim Ritornell eher einen bildhaften Inhalt, dann kommt es
    vielleicht auch auf das Thema an, gesellschaftliches kann m.M.n. auch mal eine rein gereimte
    oder ungereimte Mitteilung sein, mein Gedicht "Dicke" zähle ich dazu.

    Für mich, und ich wiederhole mich, gehört die Erotik zur Liebe, die ich tanzend und singend
    spüre, im Innern. Wie es anderen dabei geht, weiß ich nicht, wünsche aber allen alles Gute.

    mir ging es wie Hans Plonka und Lady Chatterfield. Dabei sind nicht die Bilder selbst so „enigmatisch“, sondern deren übergrammatische Zusammenfügung.
    Für mich hat die Liebe, hier die sinnliche Liebe (Definition der Erotik) keine Bilder, enigmatisch
    möge sie für denjenigen sein, dem sie nicht widerfahren ist. Klischees wiederzukauen lehne
    ich nicht nur in der Rubrik Erotik ab.

    Leider hast Du Eremits Bitten und Vorschläge, es dem Leser einfacher zu machen, nicht angenommen, und so folge ich wie Ragnar Deinen reich mit Überschwang gefüllten Versen wie einer Rhapsodie.
    Was meinst du mit übergrammatischer Zusammenfügung? Welche Bitten und Vorschläge habe
    ich nicht angenommen? Vielleicht kannst du dies durch Textzitate verdeutlichen, so kann ich
    dir leider nicht folgen. Wodurch würde dir das Lesen vereinfacht werden? Den typischen Leser
    kenne ich nicht, jeder liest und versteht m.M.n. auf seine Art. Es gibt sicher auch Leser, die
    sich von mir an dem Kopf gestoßen fühlen könnten, würde ich ihnen beim Lesen helfen wollen.

    Das Gedicht gehört gesungen statt analysiert.
    Vielen Dank für deine Kritik.

    Liebe Grüße
    Kalinka

  15. #15
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    Liebe Kalinka,

    möge die sinnliche Liebe für Dich keine Bilder haben, aber Dein Gedicht arbeitet mit welchen. Wie die hier in- und übereinandergleiten, finde ich ja nicht schlecht.

    Auf die Gefahr hin zu langweilen: Was ich mit „übergrammatischer Zusammenfügung“ meine, hast Du in Beitrag # 10 vom 15.9. in Deiner Antwort an Eremit aufgedröselt. Eremit schlug Kommas vor.

    Der Ablehnung von Klischees stimme ich aus vollem Herzen zu und widerspreche nicht Deinem Bekenntnis, dass die Erotik zur Liebe gehört, Du kennst meine Gedichte.

    Michael

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