1. #1
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  2. #2
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    Emmy

    Hallo Kalinka,

    ein Schicksal wird von der Familie mitgetragen, obwohl man sich nach außen ein wenig schämt. Gut wenn Betroffene nicht allein gelassen werden. Du hast es hier gut beschrieben.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  3. #3
    Anjuleanga Guest
    Liebe Kalinka,

    Die Strickjacke verstrickt mich in die Geschichte, und zieht mich rein. Eine Familiengeschichte, staubig, eng, fast pathologisch, mit ihren eigenen Regeln, in welcher bei Emmys Anwesenheit nicht geweint werden darf, und die Kinder ruhig zu sein hatten. Emmy wird verleugnet. Und trotzdem versteht das Li retroperspektiv die Liebe, die dahinter steckt. Die Liebe der Mutter zu Emmy, Fehldiagnose, Fehlbehandlung, und aus dem noch kindlich Unverständlichen wächst der Blick für das Wesentliche. Sehr zart angedeutet. Eine Strickjacke bleibt wie ein essenzieller Erinnerungsfetzen, wie ein Erinnerungsfoto. Die Vergangenheit wird neu geschrieben, weil sie verstanden wird. Das Pathologische verschwindet . Gerne ein zweites Mal gelesen. L.G.A.

  4. #4
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    Emmy

    ***
    Hallo Hans Plonka, hallo Anjuleanga,

    vielen Dank für euer Leseinteresse und für die inhaltlichen Betrachtungen. Anscheinend ist euch kein stilistisches Geholpere aufgefallen?

    Ich war mir beim Schreiben gar nicht sicher, ob "nach" das richtige Wort ist...
    Ich bewunderte meine Mutter deshalb, sie konnte nämlich gar nicht stricken, kaufte Wollknäuel nach Wollknäuel in einem Geschäft, in dem die Verkäuferin jedes Mal weiterhalf.
    oder ob man eher "für" sagt.

    Liebe Grüße
    Kalinka

    ***
    ****
    Hallo Anjuleanga,

    durch deinen Kommentar ist es mir sofort wieder eingefallen: Immer langsam. Eins nach dem
    anderen, Stück für Stück.

    Ich hatte überlegt, ob ich den Text "Emmy" nicht weiterschreiben sollte, und mehrere Male das
    Bild der Jacke geändert.

    Die Jacke ist, ordentlich gefaltet, gebügelt, sauber verpackt. Steril. Denn sie wurde einer Leiche
    ausgezogen. Das Personal war nicht geschult, hatte keine Erfahrung mit Hinterbliebenen der
    Alten, Verrückten, die gab es eigentlich nicht. Die Jacke bekam eine andere, eine, die nie Besuch
    hatte und keine Jacke, eine, ohne Gesicht, ohne Geschichte.

    War Tante Emmy eine Mörderin? Als ihr "Bruder" aus dem Krieg zurückkam, sagte man, er hätte
    seinen Personalausweis so ungeschickt unterschrieben, weil die lateinische Schrift jetzt
    obligatorisch war. Aber er starb an zwei verschiedenen Orten, zur gleichen Zeit. Tante Emmy
    hatte ihm einen Kaffee serviert, als er mit dem Ausweis bei ihr klingelte. Dann fiel er tot um.

    LG
    Geändert von Farbkreis (26.10.2011 um 19:25 Uhr) Grund: Zusammenfassung ***

  5. #5
    Anjuleanga Guest
    einen Wollknäuel nach dem anderen,
    oder
    Wollknäuel für Wollknäuel

    Übrig bleibt eine wollgeknäulte gelbe Jacke, und auf die kam es ja auch schließlich in der Geschichte an. L.G.A.

  6. #6
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    Emmy

    Hallo Kalinka,

    ein Geschichte aus einer Familie, wie sie ähnlich in vielen Familien geschieht. Gut dergleichen zur Erinnerung für die Nachkommen aufzuschreiben, da sonst manches schnell in Vergessenheit gerät.
    Habe es gern gelesen.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  7. #7
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    Kommentar aus Emmy

    Hallo Hans Plonka,

    möchtest du das Weiterschreiben boykottieren? Was stört dich am Geschriebenen?

    Zitat Zitat von Hans Plonka Beitrag anzeigen
    Hallo Kalinka,

    ein Geschichte aus einer Familie, wie sie ähnlich in vielen Familien geschieht. Gut dergleichen zur Erinnerung für die Nachkommen aufzuschreiben, da sonst manches schnell in Vergessenheit gerät.
    Habe es gern gelesen.

    LG Hans
    "Geschichte" ist richtig, inwieweit die "Familie" eine Rolle spielen wird, weiß ich noch nicht,
    die Nachkommen sind im Augenblick noch wir, doch mit welcher Erinnerung?

    Ich möchte hier langsam in die Vergangenheit gehen, parallel zum Einzelschicksal, Endziel ist
    dann wieder die Gegenwart, mich dabei so gut wie möglich an reelle Geschehnisse halten,
    denke da z.B. an die Familientrennungen durch den Mauerbau, selbst da müßte ich schon das
    Datum nachschlagen, es ist deshalb vor allem eine Herausforderung an mich selbst. Die Frage
    Verbrechen oder nicht? Habe ich schon im Kommentarfaden aufgeworfen, dadurch bin ich
    überhaupt erst auf die Idee des Weiterschreibens gekommen. Auch in der Kriminologie bin
    ich so gut wie ahnungslos, werde das einfach aus der Sicht eines naiven LI behandeln, welche
    Personen, oder allgemein: Wer? Wann? Wo? Was? Steht noch dahin, doch grad viel mir der
    Anfang für die dritte Fortsetzung ein.

    Vielen Dank für deine Gedankenanregung. Ich weise hier noch einmal darauf hin, daß es einen
    Kommentarfaden gibt, der Link dazu steht unter jedem #:

    Liebe Grüße
    Kalinka

    Und so geht es in etwa weiter, muß natürlich noch durchdacht und schön geschrieben werden, auch verrate ich noch nicht, wer Manfred ist:


    Ich bin ein Berliner !

    Manfred trug auch an diesem Tag die lange Halskette. Er war ein Schlüsselkind, doch einen Vater hatte er sich nie gewünscht. Der kleine Dicke von Klemens döste in der Sofaecke vor sich hin, während seine hagere Frau auf die Kinder einprügelte. Zu dieser Zeit hoppelten noch Wildkaninchen über Berlins Rasen. Es gab wenige Autos, doch schwere Unfälle, Zebrastreifen fehlten auch auf stark befahrenen Hauptstraßen, wie die Ampeln an Kreuzungen, und die Kinderfeindlichkeit kam zumeist von den älteren Leuten, jedenfalls dort, wo Manfred lebte. Emmy...

    ***

    Danke


    __________________________________________________________________________

    Kommentarfaden zu: Emmy

    __________________________________________________________________________
    Geändert von Farbkreis (26.10.2011 um 23:00 Uhr)

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