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Thema: Die Hexen

  1. #1
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    Die Hexen



    Nie mehr betrete ich den Wald
    Die Hexen tanzen dort im Kreis
    Zerstampfen edles Edelweiß
    Geschrei ertönt Gesang verhallt

    Gewiß schon hundert Jahre alt
    Doch denk ich eher Tausend sei’s
    Nie mehr betrete ich den Wald
    Die Hexen tanzen dort im Kreis

    Am Brockengipfel oben schallt
    Noch immer laut von weitem leis
    Ein bitterkaltes Rauschen heiß
    Ersehnter Zauberkraft doch halt
    Nie mehr betrete ich den Wald


    *
    _______________________________________________________________________________
    Geändert von Farbkreis (11.12.2011 um 13:22 Uhr) Grund: size

  2. #2
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    Hallo Kalinka,

    dein Gedicht scheint metrisch zu stimmen. Es klingt auch sprachlich gut. Ich habe nur zwei kleine Anmerkungen. Das "edle Edelweiß" klingt durch das gedoppelte "edel" nicht sonderlich. Ich wurde schönes/zartes vorschlagen, wobei ich zartes vorziehe.
    Das sei's würde ich in "sein's" umwandeln, da ich es auf die Jahre und nicht das Geschrei beziehen würde. Endlich darf ich mal ein Gedicht lesen, bei dem die (oder in deinem Fall natürlich der Singular) Apostrophe richtig sind.

    Ich hoffe, du kannst mit meinem Kommentar etwas anfangen.

    nächtlicher Gruß, gutes nächtle und carpe noctem
    Nachteule
    Meine Sydnatur:
    Greis und Greisin miss u <3
    Hier stehe ich! Ich kann nicht anders! Gott helfe mir! Amen!
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    Du verstehst Nachteules Kommentar nicht? Lyrisches Lexikon der Nachteule; für Einsteiger: der Kommentarfaden; wenn dir ein Kommentar besonders gefällt, kannst du ihn zur Kritik des Monats nominieren
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  3. #3
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    Liebe Kalinka .

    Der Apostroph sitzt, das freut nicht nur die Nachteule!
    Ich habe zwei Fragen:
    1. Ganz offensichtlich hast du hier neben dem Inhalt auch auf die Metrik geachtet. Darum wundert mich dieser Vers:
    Nie mehr betrete ich den Wald Durch den betonten Auftakt und die darauf folgenden zwei unbetonten Silben tanzt er ein wenig aus der Reihe, Absicht? Oder betonst du anders?
    2. Wächst Edelweiß auf dem Brocken im Wald? Ich glaube, dieses Blümchen wächst kurz unter der Vegetationsgrenze auf Felsen, also viel höher.

    Von Brockenhexen weiß ich nur sehr wenig. Mit diesem Gedicht hat du mir etwas Gänsehaut über den Rücken gejagt und Unbehagen vermittelt; gut gelungen!

    Sehr gerne gelesen.
    Herzliche Grüße,
    Medusa.
    Geändert von Medusa (12.10.2011 um 20:43 Uhr)

  4. #4
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    Hallo Medusa,

    zu meinem "Schutz"

    Das Edelweiß habe ich nicht kritisiert, weil ich dachte es seien ja Hexen. Die können es sich herzaubern (auch wenn ich glaube, dass es in den Alpen wächst)
    Den "Betonungsfehler" habe ich nicht "beachtet", da der Vers der Schluss ist und damit das Fazit, das in meinen Augen durch einen Betonungswechsel gewinnt, indem es besonders betont wird.

    nächtlicher Gruß, gutes nächtle und carpe noctem
    LG Nachteule
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  5. #5
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    Liebe Kalinka ,
    liebe Nachteule .

    So kann der Vers natürlich auch gelesen werden. Mir fiel er beim Lesen auf, weil er nicht passen will. Mal sehen, was Kalinka dazu sagt .
    Ganz sicher können sich die Brockenhexen ihren Edelweiß auch in den Wald zaubern; wie konnte ich nur daran zweifeln? Hoffentlich liest keine Besenreiterin diesen Frevel .

    Herzliche Abendgrüße,
    Medusa.

  6. #6
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    Guten Morgen

    Hallo Nachteule,

    sicher kann ich mit deinem Kommentar etwas anfangen, vielen Dank, daß du dich mit dem Gedicht

    8/8/8/8; Versfuß: Jambus ; Reimschema : Rondell
    xXxXxXxX
    xXxXxXxX
    xXxXxXxX
    xXxXxXxX


    beschäftigt hast, freut mich, daß es dir gefällt.

    Das "edle Edelweiß" klingt durch das gedoppelte "edel" nicht sonderlich. Ich wurde schönes/zartes vorschlagen, wobei ich zartes vorziehe.
    Deine Verbesserungsvorschläge habe ich mehrere Male hineingelesen. Ich war mir auch nicht
    sicher, aber "edel" liest sich hebend und paßt zum Rhythmus, gemeint ist auch eher eine
    geschützte Besonderheit, die einfach "be- über- zertreten" wird.

    Das sei's würde ich in "sein's" umwandeln, da ich es auf die Jahre und nicht das Geschrei beziehen würde.
    Darüber muß ich noch nachdenken, es ist eine Art Ausspruch des LI, wird entsprechend betont,
    ich komme eventuell noch einmal darauf zurück.

    Liebe Grüße
    Kalinka
    ***

    Liebe Medusa,

    auch dir vielen Dank für deine Beiträge. Die Metrik habe ich, s.o., dargestellt. Auch hier habe ich
    eine Leseprobe vorgenommen, aber selbst wenn ich "nie" schreien würde, "mehr" läßt sich nicht
    unbetont herunterdrücken.

    2. Wächst Edelweiß auf dem Brocken im Wald?
    Leider hatte ich noch keine Zeit, mich mit deinen interessanten Bemerkungen zu beschäftigen,
    denn

    Von Brockenhexen weiß ich nur sehr wenig.
    mir geht es genauso. Sobald ich mehr darüber erfahre, füge ich es gerne bei.

    Liebe Grüße
    Kalinka

  7. #7
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    @Kalinka

    Hallo, ich muss Nachteule Recht geben.
    Zitat:
    „Das "edle Edelweiß" klingt durch das gedoppelte "edel" nicht sonderlich. Ich wurde schönes/zartes vorschlagen, wobei ich zartes vorziehe.“

    Wobei ich es anders ändern würde.

    Zerstampfen wild das Edelweiß
    Ansonsten prima Arbeit.
    der Gedankenspringer

  8. #8
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    Ich finde "edles Edelweiß" ganz treffend, es ist etwas Ausgefallenes und passt wunderbar zu Kalinkas lyrischer Poesie.
    Das Gedicht liest sich so super, es ist kein einziger Stolperstein drinnen bei diesem Hexentanz.
    LG E.Chatterfield

  9. #9
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    Die Hexen

    ***
    @horstgrosse,

    danke für deinen Vorschlag, das Wort "wild" läßt natürlich so manche Interpretationen zu,
    allerdings wäre es hier eine Beschreibung des "Zerstampfens", im Gedicht bezieht sich das
    Adjektiv auf "Edelweiß". Könnte man es mit dem Wild vergleichen, mit den Gejagten?

    Zitat Zitat von horstgrosse2 Beitrag anzeigen
    Zerstampfen wild das Edelweiß
    "Zerstampfen wildes Edelweiß"?

    Interessante Überlegung und vielen Dank für

    Zitat Zitat von horstgrosse2 Beitrag anzeigen
    Ansonsten prima Arbeit.
    Ja, das Schreiben ist eine Arbeit, die weiterführenden Gedanken dazu können immens sein,
    was ist "edel"? Vielleicht besonders? Es gibt sogar den Ausdruck Edelwild.

    Liebe Grüße
    Kalinka
    ***

    @LadyChatterfield,

    freut mich, daß es dir gefällt. Ich habe im Lexikon den Ausdruck: "Der Blocksberg der
    Walpurgisnacht" unter "Brocken" gefunden, höchster Berg des Harzes (1142m). Das
    Edelweiß (Leontopodium); weißfilzige Blütensterne, Alpenpflanze in Europa und Asien.

    Liebe Grüße
    Kalinka

  10. #10
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    Es gibt auf dem Brocken tatsächlich Edelweiß.

    Zitat NDR.de:

    "Während der deutsch-deutschen Teilung lag der Berg im Grenzgebiet der DDR und war als militärsche Sperrzone bis 1989 nicht zugänglich. Nach der Wiedervereinigung wurde das Plateau renaturiert. Es entstanden unter anderem der Brockengarten mit Hochgebirgspflanzen wie Enzian und Edelweiß. "


    Da das Edelweiß wegen seiner Reinheit und der Unerreichbarkeit - und deshalb nur unter Einsatz des eigenen Lebens für die Geliebte zu pflücken - früher in den Bereich der Mythen gehoben wurde, bietet sich statt "edel" vielleicht ein entsprechendes Adjektiv an. Aber auch "holdes" oder "keusches" halte ich für passend.

    LG Ragnar

  11. #11
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    Die Hexen

    ***
    Hallo Ragnar,

    deinen Beitrag finde ich sehr interessant, man könnte das Gedicht also geographisch wie
    geschichtlich in die Gegenwart setzen, es wäre m.M.n. dadurch nicht weniger mystisch.

    Zitat Zitat von Ragnar Beitrag anzeigen
    Da das Edelweiß wegen seiner Reinheit und der Unerreichbarkeit - und deshalb nur unter Einsatz des eigenen Lebens für die Geliebte zu pflücken - früher in den Bereich der Mythen gehoben wurde, bietet sich statt "edel" vielleicht ein entsprechendes Adjektiv an. Aber auch "holdes" oder "keusches" halte ich für passend.
    Im Augenblick halte ich an "edel" fest, "keusch" hat etwas mit Enthaltsamkeit zu tun?, das
    sind vermehrungsfreudige Pflanzen meiner Ansicht nach nicht, sie wachsen wild, sind durch
    den Naturschutz auch vor unnatürlichen Züchtungen sicher, der Mensch kommt ja auf die
    eigenartigsten Ideen, z.B. kubische Gemüsepflanzen hervorzuzaubern, damit man sie besser
    stapeln kann, oder sich an tintenblauen Rosen zu erfreuen. "Hold" erinnert mich an Englisch,
    ans "hold me…" Lied? Assoziiert auch wieder die blumenrupfende Hand. Wer kennt nicht den
    Löwenzahn? "Edelweiß" (eine Gebirgspflanze) wäre der botanische Löwenfuß (pied-de-lion),
    steht im Duden direkt über Eden (Garten).

    Zitat Zitat von Ragnar Beitrag anzeigen
    Zitat NDR.de:

    "Während der deutsch-deutschen Teilung lag der Berg im Grenzgebiet der DDR und war als militärsche Sperrzone bis 1989 nicht zugänglich. Nach der Wiedervereinigung wurde das Plateau renaturiert. Es entstanden unter anderem der Brockengarten mit Hochgebirgspflanzen wie Enzian und Edelweiß. "
    "Leontopodium"... nobles Weiß, könnte man auch schreiben: Nobles weiß?... Podium ist in
    der ersten Bedeutung eine dicke Mauer um die Arena des Amphitheaters herum, Leon (leo
    -onis, Löwe) erinnert auch an geschichtliche Namen (z..B Leo[n] der Große, Leon König
    der? (leider finde ich das deutsche Wort für Philasiens nicht), aus der Zeit Pythagoras und
    eine Burg "Leon" (ontis) nahe bei Syrakus, die man heute "Magnisi" nennt – Walpurga oder
    Walpurgis oder Walburg – Hexen = Heckengeist (Duden) – was aufs Verstecken hinweist?

    Liebe Grüße
    Kalinka

  12. #12
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    Hallo Kalinka,

    es müsste ein Wort geben, dass das Mythische am Edelweiß treffend beschreibt. Ich könnte mir gut vorstellen, dass die Hexen es deshalb zerstampfen, weil ein Mensch sein Leben aufs Spiel setzt, nur um eines für einen anderen Menschen zu pflücken. Das können Hexen nicht verstehen, es hat mit Liebe zu tun und die hassen sie.

    Liebe Grüße
    Ragnar

  13. #13
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    Die Hexen

    Hallo Ragnar,

    Zitat Zitat von Ragnar Beitrag anzeigen
    es müsste ein Wort geben, dass das Mythische am Edelweiß treffend beschreibt. Ich könnte mir gut vorstellen, dass die Hexen es deshalb zerstampfen, weil ein Mensch sein Leben aufs Spiel setzt, nur um eines für einen anderen Menschen zu pflücken. Das können Hexen nicht verstehen, es hat mit Liebe zu tun und die hassen sie.
    vielleicht ist das Wort "edel" treffend? Ich habe in das Gedicht keine bewertenden Gedanken
    hineingelegt, das LI setzt sein Leben nicht aus Spiel, es macht nur nicht mehr mit, geht dort
    nicht mehr hinein.

    Liebe Grüße
    Kalinka

  14. #14
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    Wo ist den[n] der Wald der drei?

    1000 Jahre! 100 Hexen! sei's -> sein's -> sein sie's ;
    Geändert von ceraladia (27.10.2011 um 18:46 Uhr)

  15. #15
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    Hallo ceraladia,

    Zitat Zitat von ceraladia Beitrag anzeigen
    Wo ist den[n] der Wald der drei?

    1000 Jahre! 100 Hexen! sei's -> sein's -> sein sie's ;
    Hausbacken: Wie man hineinruft, so schallt es hinaus; "der drei" fehlt das Substantiv, sonst
    würde man sie groß schreiben. III oder 3 oder Drei, meint die Dreifaltigkeit?

    Tausend oder 1000 oder M ist eine enigmatische Zahl, der Buchstabe kürzt sich mit A (5000)
    zum Mittelalter (MA) ab, (klein: französisch mein [ma; weibliche Form Singular]); 100 oder C
    hat viele Bedeutungen; interessant, daß C auch Gaius und Zentrum abkürzt, also für andere
    Buchstaben, in der Chemie z..B. für K (Kohlenstoff) steht. Sei’s

    Liebe Grüße
    Kalinka

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