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  1. #46
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    HEy, nur eine kurze ANmerkung meinerseits an dieser Stelle:
    Ich finde es toll, dass ihr euch so reinkniet und dem ganzen wirklich auf den Grund gehen wollt.
    Aber könnt ihr das in einem separaten Thread machen?
    Dieser Thread hier soll immer noch vor allem ein Theoriethread sein, in dem man das findet was man sucht und nicht noch erst seitenlange Diskussionen durchforsten muss
    Das hier ist meine Signatur und ich bin stolz darauf.

  2. #47
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    Hallo ihr lieben Thoerieprofessoren,

    also auch auf die Gefahr hin, dass ich mich jetzt lächerlich mache, aber ich hab wirklich Probleme mit Betonungen und Metrik.
    Ich hab diesen ganzen langen Thread gelesen, aber daraus werd ich nicht schlau.. ich glaub ich brauch ganz präzise Beispiele..
    also:

    Bis jetzt hab ich nur Gedichte gelesen, wo meine Übungs - X´chen entweder

    so:
    x X x X x X x usw.

    oder

    so:
    X x X x X x X usw.

    ausgesehen haben.

    Jetzt häng ich mal wieder in einem meiner Gedichte und da würde nach meiner Betonung die erste Strophe so anfangen:

    x x X x X x x X x X

    So, aus dem anderen Thread lern ich also, dass am Anfang x x X ein Anapäst ist.. tolle Erkenntnis.

    Aber das sieht innerhalb der Zeile so merkwürdig aus.
    bei mir wiederholt sich das aber innerhalb der Zeile..Kanns sowas geben?
    Oder betone ich irgendwie fremdsprachig?

    Falls ihr mich nicht seht, ich sitze lernwillig in der ersten Reihe

    LG
    Phoebe
    Geändert von Phoebe (10.07.2006 um 11:35 Uhr)

  3. #48
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    Nein, möglich wäre solch ein Misch-Metrum aus dreizeitigen und zweizeitigen Füßen. Beginnt ein Metrum mit zwei Auftakten, so nennt man es nach der klassischen Bezeichnung Anapäst, anschließen würde sich dann ein Iambus. Um aber zu wissen, ob du korrekt betont hast oder zumindest deine Kreuzchen richtig zugeordnet hast, müßtest du die Textpassage mal preisgeben. Dann könnte man einen Abgleich machen.
    --LeV

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  4. #49
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    *sichzuWortmeldet*

    ich hab die meisten Probleme, wenn ich 2 Worte habe, wo das eine unbetont endet und das andere unbetont anfängt..
    find ich ganz schön schwer, da ne ganze Strophe zu bauen, die durch die Betonung nicht das Bild eines hüpfenden Schafs verursacht beim Lesen..

    Keine Ahnung, zum Beispiel

    "So verreisen wir heute nach Afrika"..... meinetwegen..

    Das wäre ja dann:

    x x X /x x X /x x X /x x usw..

    oder?
    Was ist das denn dann?
    N 3-hebiger Anapäst mit weiblicher Kadenz?
    Oder ist das erste kleine x dann als Auftakt zu werten und es heißt ganz anders? *grübel*

    Phoebe
    Geändert von Phoebe (10.07.2006 um 12:03 Uhr)

  5. #50
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    Hallo,

    was mich schon länger beschäftigt, ist eine Frage der Kategorisierung:

    XxXxXxX: Ist das ein vierhebiger Trochäus mit männlicher Kadenz oder nennt man das Trumm hier irgendwie anders? Etwa ein Jambus mit betontem Auftakt?

    Umgekehrt hier:

    xXxXxXxXx: Jambus mit weiblicher Kadenz? Trochäus mit Auftakt?

    Danke einmal gleich vorab für die Info.

    Viele Grüße

    Thomas
    "Man schreibt nicht, was man schreiben möchte, sondern was man zu schreiben fähig ist."
    Jorge Luis Borges


    Mein Wiedereinstiegsgedicht nach all der Zeit: So ist mein Herz ein dunkler Teich

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  6. #51
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    Zitat Zitat von Roderich
    XxXxXxX: Ist das ein vierhebiger Trochäus mit männlicher Kadenz oder nennt man das Trumm hier irgendwie anders? Etwa ein Jambus mit betontem Auftakt?

    Umgekehrt hier:

    xXxXxXxXx: Jambus mit weiblicher Kadenz? Trochäus mit Auftakt?
    1. Trochäus, männl. Kadenz
    2. Jambus, weibl. Kadenz

    Ausnahmen bestätigen die Regel
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  7. #52
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  8. #53
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    Hallo,

    vielen Dank euch beiden. Das hilft mir schon weiter.

    Viele Grüße

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  9. #54
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    Metrik war für mich bisher ein Buch mit sieben Siegeln
    jetzt weiß ich (wenigstens in der Theorie) wie man die Rhytmen bezeichnet...

    Man lernt nie aus!
    Vielen Dank für die Mühe!
    ^ © Jahn S. (nur mit besonderer Erlaubnis von mir zu verbreiten/veröffentlichen)

    Alle meine Werke auf einen Blick ( Werkeverzeichnis dotcom Stand [08.02.09])


  10. #55
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    So, und um das Ganze mal ein wenig übersichtlicher zu machen habe ich die einzelnen Beiträge mal nach Themen geordnet verlinkt, so muss man nicht mehr alle Seiten durchsuchen, wenn man mal schnell ein paar Informationen sucht. Wenn was fehlt, dann schickt mir ne PN, ich werds nachtragend dazu editieren. Sonst zerfleddert der Thread noch weiter.

    Alexandriner
    Ballade
    Hexameter
    Metrik, das Versmaß
    Ode
    Pentameter
    Quantitätsregeln
    Sonett
    Syllabisches Prinzip und Syllabotonisches Prinzip
    Zäsur
    Neustes Werk aus meiner Feder:
    Liebe und Romantik - Schlaflied (für L.), Ein Leiserwerden, ohne Titel
    Verzweiflung schreit nicht, Verzweiflung schweigt.

    Die Melancholie des Seins - Fortsetzungsgeschichte
    Die Melancholie des Seins - Gesammelte Werke

  11. #56
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    Satchmo, das ist unglaublich, vielen, vielen Dank für diesen großartigen Faden!
    Ensi, vielen Dank fürs Verlinken! (:
    Liebe Grüße,
    Tiffany

  12. #57
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    haihai,

    eine frage (für die ich keinen eigenen faden öffnen, sondern lieber dieses tolle sammelsurium wieder hochpuschen wollte):

    wie nennt man das kurz sprechen, das "verschlucken" des kurzen "i" vor einem "g" (also das verkürzen der zusätzlichen silbe) in v.a. älteren gedichten mit strenger metrik:
    ein paar dumme beispiele:
    ich hätte gerne einen ruhigen nachbarn (xXxXxXxXxxXx)
    die ewige ruhe leuchte ihnen (xXxxXxXxXx)
    ähnlich bei stetig, blutig usf.

    vielleicht steht es in diesem thread schon irgendwo versteckt?

    im voraus danke,
    wortsport.
    ach, aber mit versen ist so wenig getan, wenn man sie früh schreibt. man sollte warten damit und sinn und süßigkeit sammeln ein ganzes leben lang und ein langes womöglich, und dann, ganz zum schluss, vielleicht könnte man dann zehn zeilen schreiben, die gut sind. denn verse sind nicht, wie die leute meinen, gefühle (die hat man früh genug) - es sind erfahrungen. (rilke)

  13. #58
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    Hallo, wortsport,

    ich bin zwar keine Expertin, aber ich vermute stark, dass dieses "Verschlucken" seinen Ursprung in der Elision hat. "ew'ger" z. B.. Das hatte mich auch mal interessiert, nur konnte ich keinen eigentlichen Namen dafür finden.

    Daher denke ich (und ich lasse mich gerne eines Besseren belehren, falls ich mich irre), dass das unter "dichterische Freiheiten" zu verbuchen ist. Damals waren die Regeln der Rechtschreibung nicht so einheitlich festgelegt wie heute, daher konnten sich die Dichter größere Freiheiten herausnehmen. Wenn die Metrik nicht passte, wurde sie "passend gemacht", schätze ich.

    So wie heutzutage viele Zitate dieser Dichter in den allgemeinen Spachgebrauch (in Form von Redewendungen und Sprichwörtern) eingegangen sind, wird wohl auch diese sprachliche "Verkürzung" sich schlicht und einfach "eingebürgert" haben. Nach dem Motto: Schau mal, wie "gebildet" ich bin, ich kann reden, wie Goethe schreibt ...

    Etwas anderes konnte ich trotz längerer Suche nicht finden. Wenn ich also falsch liegen sollte, nicht überbewerten. Das jedenfalls ist mein momentaner "Stand" des Wissens.

    Liebe Grüße

    Stimme der Zeit
    Geändert von Stimme der Zeit (04.03.2011 um 05:31 Uhr) Grund: Tippfehler korrigiert.

  14. #59
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    Krek-krek,

    Elision ist schon richtig. Experten würden evtll. noch von einer Synkope unterscheiden. Wobei ich jenes "Verschlucken" bei stetig und blutig eher meiden würde. Kann aber ein regionaler Unterschied sein.
    wer deutsche versbrecher findet, darf sie behalten
    oder: warum mein rechtschreibprogramm dem genitiv sein toast iszt...

    "Ein Lyriker, der glaubt, unabhängige Kunst zu schaffen, ist ein Narr, aber ein Mensch, der nicht fähig ist, seine Erfahrungen auf ein anderes Niveau zu abstrahieren, ist kein Künstler."

  15. #60
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    vielen dank euch beiden,
    wieder was gelernt.

    die elision stand hier im faden ja schon drin, nur hatte ich mich gefragt, obs für dieses "gentlemen´s agreement" (dass formal eben nicht elidiert wird, sondern man das "i" vielmehr stehen lässt und von des autors seite soviel metrikverständnis beim leser vorausgesetzt wird, dass dieser über die vermeintl. zusätzliche silbe nicht allzusehr stolpert) nicht einen eigenen namen gibt.

    danke nochmals und gruß,
    wortsport.
    ach, aber mit versen ist so wenig getan, wenn man sie früh schreibt. man sollte warten damit und sinn und süßigkeit sammeln ein ganzes leben lang und ein langes womöglich, und dann, ganz zum schluss, vielleicht könnte man dann zehn zeilen schreiben, die gut sind. denn verse sind nicht, wie die leute meinen, gefühle (die hat man früh genug) - es sind erfahrungen. (rilke)

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