Thema: ausgleich

  1. #1
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    ausgleich



    ausgleich


    das maß an mangel ist längst voll,
    auch das an überfluss –
    ich weiß nicht, wem es helfen soll
    auf allen seiten herrscht verdruss.

    der mangel mag sich gern verteilen,
    doch nicht der überfluss –
    er möchte unbedingt verweilen,
    bis ich den stöpsel ziehen muss.
    Geändert von Eremit (04.12.2011 um 19:08 Uhr) Grund: RS
    Hinweis: Lyrik im Foyer 2018 in Frankfurt (Oder)

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    Des Lichtes Himmelsfackel leih'n!
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  2. #2
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    ausgleich

    Hallo Eremit,

    die wachsende Spannung an jedem Unterschied führt meist sehr schnell zu Verdruss.

    auch das an überfluß – ---Vorschlag---auch das an jedem Überfluss

    doch nicht der überfluß –--Vorschl.--doch nicht der große Überfluss

    Den Stöpsel ziehen ist eine gute Idee. Der sollte des öfteren gezogen werden.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  3. #3
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    Guten Morgen Eremit .

    Nicht nur den Stöpsel ziehen - gleich eine Dose Rohrfrei hinterher !
    Es heißt ja, Geld alleine mache nicht glücklich, das mag sein, aber es verleiht Macht und Einfluss auf allen Gebieten. Egal, ob alle 6 Minuten ein Kind verhungert, Naturkatastrophen jede Infrastruktur auf den Kopf stellen oder nur ein Mensch auf den falschen Knopf drücken muss ....... .

    Was mich etwas stört, sind die vielen "ß", die nach neuer Rechtschreibordnung durch "ss" ersetzt werden sollen (Überfluss, Verdruss). Nach so vielen Jahren "Reform" wirken sie auf mich ziemlich fehl an Platze .
    Außerdem fehlt ein Beinchen bei "am Mangel" und "am Überfluss" (an dem).

    Genug gemeckert, ich mag dein Gedicht . Eine kurze, treffende und deutliche Aussage, die nachdenklich macht.
    Ich grüße dich herzlich,
    Medusa.
    Geändert von Medusa (03.12.2011 um 08:15 Uhr)

  4. #4
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    Hallo Eremit,

    ha ha nach so einer tollen Vorgabe muss ich mich gleich noch darunter setzen und schließe mich dem Rohrfrei an, spendiere sogar noch den guten alten Abflussstampfer dazu
    Du hast das Thema sehr fein ziseliert und gut pointiert herausgearbeitet, eben auf Eremit`sche Art -

    Es währe schön, wenn Probleme so leicht und unkompliziert zu lösen sind. Da könnten wir gleich weiter machen ...

    Gern gelesen - Gedicht und Kommentar

    lieben Gruß an dich
    Merlin

  5. #5
    Derolli Guest
    Lieber Eremit,

    wenn dir wirklich die Macht gegeben, den Stöpsel einfach so zu ziehen, was hält dich denn dann noch zurück?

    Deine Worte sind richtig gut gesetzt, was Fluss und Sprachgewandheit angeht, wirklich erine runde Sache. Lob, lob!
    Zudem eine präzise dachdenklich machende Beobachtung
    der mangel mag sich gern verteilen,
    doch nicht der überfluß
    Wie immer bin ich hellauf begeistert von deinen Gedanken.

    Liebe Grüße

  6. #6
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    Hallo Hans,
    Deine wachsende Spannung bringt mich auf eine Idee – mal sehen, ob ich es schaffe, sie umzusetzen.
    Die jeweils zweiten Zeilen habe ich bewußt in der Hebungsanzahl reduziert, da ich nicht wollte, dass Du die Zeilen wie ein mittelalterliches Volkslied durchträllerst. Versuche mal bitte beim Lesen, in der zweiten Zeile das Lesetempo herauszunehmen und die fehlende Hebung durch eine Pause zu ersetzen. Danach darfst Du wieder Gas geben.

    Liebe Medusa,
    Grammatik und Rechtschreibung kommt bei mir seit Kindheitstagen aus dem Bauch, die neue Rechtschreibung muß ich aus dem Kopf holen – und genau da liegt mein Problem, wenn ein Gedicht mal spontan in die Tastatur fließt . Natürlich werde ich sofort die Eszetts beseitigen, ich danke Dir für den Hinweis. Aber mir zwei fehlende Haken zu unterstellen, ist „ein gerüttelt Maß an Unverschämtheit“ . Nein Medusa, hier unterstützt der Duden meinen Bauch – es heißt ein Maß [an/von etwas].
    Es freut mich, dass Du das Gedicht magst.

    Hallo Merlin,
    es freut mich, dass es Dir gefällt. Allerdings muß ich Deine und auch Medusa Euphorie über Eremits heroische Stöpseltat relativieren. Ihr solltet vielleicht dass LI auch auf den personifizierten Titel beziehen. Damit möchte ich ausdrücken, dass bei einem zu großen Gefälle ein Ausgleich zwangsläufig einsetzt, ob wir wollen oder nicht. Der kann dann durchaus sehr drastisch erfolgen. Insofern hatte ich es nicht unbedingt als einen Aufruf zur ökologischen oder sozialen Revolte gedacht, sondern mehr als eine Mahnung vor einer solchen.

    Lieber Derolli,
    Dein Lob schmeichelt mich zwar sehr, aber ich muß auch einräumen, dass ich ohne Roberts Idee zu diesem Thema, sicher nie auf diese Zeilen gekommen wäre.

    Ich bin Euch sehr dankbar für Euer Feedback.

    LG Eremit
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  7. #7
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    Guten Morgen Eremit .

    Das mit den fehlenden Beinchen nehme ich nicht zurück!!!!! Nein, hier bleibe ich unverschämt .
    Ich habe dummer Weise ein "ß" nicht genannt, bei "muss" in der letzten Zeile . Weil du die anderen geändert hast, darüber freue ich mich sehr, könntest du bitte auch dieses noch korrigieren .

    Mit dem Bauch- und dem Kopfgefühl ist es so eine Sache. Was glaubst du, wie oft ich am Anfang beim Herrn Duden (besser noch: Herr Wahrig) nachschauen musste; die Umstellung war nicht leicht. Erst ganz allmählich kommt ein wenig Sicherheit. Viele Änderungen mag ich auch nicht und ich kann diejenigen "Schreiberlinge" sehr gut verstehen, die an der alten Ordnung festhalten. Sich daran zu klammern, ist leider nicht mehr zeitgemäß; meine Großmutter schrieb in Sütterlin noch Thür und Thor!

    Herzliche Grüße zum zweiten Advend,
    Medusa.

  8. #8
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    Hallo Eremit,

    Mit dem letzten Ich hast du in meinen Augen den Ausgleich personifiziert. Hier zu Recht, da die erste Strophe eine Erwartungshaltung schaft. Was mir aufgestossen ist, findet sich erstmal in der Gleichheit von Mangel und Überfluss , wenn man sie mißt. Dadurch erwartet man eigentlich, dass sie vergleichbar sind wie ein mathematischer Faktor. Die Lösung dessen allerdings wird als Stöpselziehen dargestellt, was unwissenschaftlicher nicht sein kann. Vielleicht ist es zu kurz und deshalb 2+ . Derolli ist ähnlich vorgegangen nur ohne die mathematische Metaebene, deswegen ist das auch besser bewertet worden. Hier weißt du mich aber meinungstechnisch auf deiner Seite

    LG RS
    Der Roman: "Verballistik"
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  9. #9
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    Hallo Medusa,
    auch beim Muss werde ich mich zähneknirschend der neuen Rechtschreibung beugen . Beim Maß liegst Du aber nach wie vor falsch. Da wird nicht an den Überfluss eine Maßskale geklebt, sondern ein Hohlmaß wird mir dem Überfluss gefüllt. Es ist eine alte gebräuchliche Redewendung "das Maß an". Du findest sie auch im Duden.

    Hallo emka,
    das empfinde ich aber mehr als Genuss, denn als Überfluss .

    Hallo gha,
    ich bin mir nicht sicher, ob ich Dich richtig verstanden habe. Was möchtest Du nicht mittun? Vergleichst Du das Gedicht mit einer Predigt? Oder meinst Du, ich sollte nicht versuchen, den eigenen Text zu erklären - da müßte ich Dir eigentlich Recht geben.

    Hallo Robert,
    Zitat Zitat von Robert Schulz
    Was mir aufgestossen ist, findet sich erstmal in der Gleichheit von Mangel und Überfluss , wenn man sie mißt. Dadurch erwartet man eigentlich, dass sie vergleichbar sind wie ein mathematischer Faktor. Die Lösung dessen allerdings wird als Stöpselziehen dargestellt, was unwissenschaftlicher nicht sein kann.
    Das Stöpselziehen war als Ultima Ratio des Ausgleiches vorgesehen. Mangel ist eigentlich die Negation des Überflusses. Wenn sich beides in gleichem Maße verteilt, könnte ein Ausgleich stattfinden. Bei der Fähigkeit des Verteilens sehe ich die Unterschiede, was aber ein Stöpselziehen am Maße des Mangels nicht zwangsläufig ausschließen muß.
    Prinzipiell hast Du natürlich recht: Mangel ist ja etwas nicht Vorhandenes, und das Nichtvorhandene kann sich genauso wenig verteilen wie die Kälte, die nur ein Mangel an Wärme ist. Die Empfindung, jaja - sie täuscht uns da etwas vor .

    Herzlichen Dank für Eure Kommentare

    LG Eremit
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  10. #10
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    schaue dir über die schulter, wir alle stöhnen doch aus diesem grund. nur, das mass bedeutet auch mässigung und das darf jeder doch für sich selbst bestimmen. verlangt viel an kraft, in diessem überfluss nicht ein gelockter wünschender, sondern ein satter, gesättigter, gemässigeter zu sein, zu werden.... ein schönes, warnendes gedicht. sollte an jedem einkaufscenter stehen... neben oh, du fröhliche... gute gemässigte zeit!

    ulrike

    aber warum hast du denn diese überschrift gewählt?

    ulrike
    Geändert von Nachteule (05.12.2011 um 00:47 Uhr)

  11. #11
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    Hallo Eremit,

    Ultima Ratio also? Mir ist manchmal auch der geringste aller Anlässe (dieses Gedicht) recht, aber wenn der Stöpsel zu fest sitzt und man das in der Wirtschaft geläufige Bild der Blasenbildung umkehren will, ist plötzlich die Stecknadel ultima ratio.Vielleicht hast du im Eifer des Gefechts etwas zu dick aufgetragen. Also ist deine conclusio nicht mehr und nicht weniger als einer von mehreren Erfüllungsgehilfen. Hattest du vielleicht Dagobert Duck und seine Badewanne voller Geld im Hinterkopf und wolltest das mit dem Stöpsel etwas robin-hood-mässiger in Szene setzen? Denn wenn man es weiterspinnt landet der Überfluss damit in der Kanalisation, wo er nicht mehr genutzt werden kann. Hier kommt die 3. ultima ratio ins Spiel: Prinzip Giesskanne(bekannt aus der Politik usw.)

    LG RS
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  12. #12
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    Hallo Eremit,
    eine Frage zur Form: Wieso magelt es an Großschreibung, hieltest du sie etwa für überflüssig? Bei mir stört es eher den Lesefluss und wird daher von mir bemängelt.
    Den Inhalt seh ich zweigeteilt.

    Zitat Zitat von Eremit Beitrag anzeigen
    ausgleich

    das maß an mangel ist längst voll,
    auch das an überfluss –
    ich weiß nicht, wem es helfen soll
    auf allen seiten herrscht verdruss.

    Die ersten beiden Zeilen gefallen mir sehr. Mangel heißt, dass etwas fehlt und Überfluss, dass von etwas zu viel da ist. Wie soll denn dann, wenn ich es mir vorstelle, beides jeweils das Maß füllen? Das Maß an Mangel müsste noch Platz haben und das Maß an Überfluss überlaufen. Dementsprechend logisch ist die Redewendung "Das Maß ist voll" gemeint, die Ärger ausdrückt oder, wie du es nennst, Verdruss. Es ist zu oft so, dass, egal was man macht, immer einer meckert. Als wär das nciht schon schlimm genug, meckert bei dir jede Seite. Irgendwie lässt mich diese Strophe schmunzeln.

    der mangel mag sich gern verteilen,
    doch nicht der überfluss –
    er möchte unbedingt verweilen,
    bis ich den stöpsel ziehen muß.

    Wie verteilt sich etwas, das fehlt und warum sammelt sich der Überfluss an einem Ort? Wäre es nciht besser den Überfluss zu verteilen, was den Mangel ausgleichen würde? Stattdessen ziehen wir den Stöpsel und der Überfluss fließt in den Abfluss. "Ich weiß nicht, wem es helfen soll", denn hier sehe ich keine Lösung des Problems. Diese Strophe gefällt mir demnach nicht.
    Die Lösung sorgt sicher nicht für einen guten Ausgleich. Denn dann lebt sehr leicht der Überfluss in Mangel. Das verstärkt nur das Problem und den Verdruss, den das lyrische Ich doch schon kritisiert. Sie bringt so diesen zum Kochen und das Maß endgültig zum überlaufen. So wird mir auch die erste Strophe schlechtgemacht. Tut mir leid, aber so gefällt mir das ganze Gedicht nicht mehr.
    Trotzdem liebe Grüße, BS

  13. #13
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    Hallo ulrike,
    Zitat Zitat von ulrike
    das mass bedeutet auch mässigung und das darf jeder doch für sich selbst bestimmen
    das darf jeder, nur tut es auch jeder in richtigem Maße?. Der Natur und auch der menschlichen Gesellschaft als Ganzes ist es egal. Bei Übermass, das der Entwicklung im Wege steht, wird der Stöpsel gezogen . In diesem Sinne ist auch die Überschrift zu verstehen. Sie soll das im folgenden Kommentar erwähnte robin-hood-mäßige relativieren und ihm eine vom Einzelnen unabhängige Gesetzmäßigkeit entgegensetzen.

    Hallo Robert,
    wenn wir mal bei der physikalischen Ebene bleiben, kommt es natürlich darauf an, ob das Maß offen oder rundum geschlossen ist. Im letzteren Fall führt die Überfüllung dazu, dass uns die Hülle um die Ohren fliegt. Das wäre in diesem Falle die Ultima Ratio . Ich hatte da mehr die drucklose Variante als Bild im Kopf.
    Zitat Zitat von Robert Schulz
    Hattest du vielleicht Dagobert Duck und seine Badewanne voller Geld im Hinterkopf und wolltest das mit dem Stöpsel etwas robin-hood-mässiger in Szene setzen?
    Dagobert weniger, ich bin mit den Digedags und Ritter Runkel groß geworden , aber das robin-hood-mäßige hatte ich schon im Hinterkopf, noch mehr den "Plopp" und das anschließende Geschlürfe des Strudels . Hatte deswegen auch den Titel, der ursprünglich anders lautete, auf "ausgleich" geändert.

    Zitat Zitat von Robert Schulz
    Denn wenn man es weiterspinnt landet der Überfluss damit in der Kanalisation, wo er nicht mehr genutzt werden kann.
    Diesen Gedanken hatte ich beim Schreiben noch nicht. Da dachte ich mehr an einen freien Auslauf. Das "Rohrfrei" in Medusas Kommentar stieß mich schon darauf. Das hatte ich nicht auf dem Radar und bin daher erst mal nicht darauf eingegangen. Mittlerweile kann ich mit dem Lapsus leben, da auch in der Kanalisation nichts verloren geht. Sie leitet doch alles nur mehr oder wenig geordnet in den allgemeinen (Wasser-)Kreislauf, oder?

    Das Gießkannenprinzip wäre nur eine andere Art oder eine andere Wertung der geordneten Verteilung.

    LG Eremit

    PS:
    Hallo Blobstar,
    unsere Kommentare haben sich überschnitten. Deine Kritik ist für mich nachvollziehbar. Z.T. bin ich in den Antworten an Robert schon darauf eingegangen. Mit dem Mangel ist es wie mit der Kälte. Man empfindet beide, aber sie sind letzendlich nur Synonyme für die Negation von Existentem, also Nichtexistierendem. Die Kälte kriecht in meinen Körper - nein, die Wärme verläßt ihn. Er ist reich an Mangel - ein verrückter Reichtum.

    Zitat Zitat von Blobstar
    Die Lösung sorgt sicher nicht für einen guten Ausgleich. Denn dann lebt sehr leicht der Überfluss in Mangel. Das verstärkt nur das Problem und den Verdruss, den das lyrische Ich doch schon kritisiert. Sie bringt so diesen zum Kochen und das Maß endgültig zum überlaufen.
    Das lyrische Ich ist der Ausgleich. Dieser stellt zwar Verdruss fest, zieht aber wenn es drauf ankommt leidenschaftslos den Stöpsel. Ich will damit sagen, es findet ein Ausgleich statt. Offen bleibt, ob alles abläuft und offen bleibt auch, wohin es läuft. Offen bleibt auch, ob an dem Maß von Mangel auch hin und wieder der Stöpsel gezogen wird. Spätestens an der Stelle müßten wir wohl die Relativität ins Boot holen, das wäre aber, so glaube ich, für diese acht Zeilen zuviel des Guten. Ansonsten, siehe meine Antworten an Robert. Auch wenn es Dir nicht gefallen hat, finde ich es sehr interessant, wie unterschiedlich mit diesem Bild umgegangen wird. Daher danke ich auch Dir sehr herzlich für Dein Feedback.

    LG Eremit
    Geändert von Eremit (04.12.2011 um 15:42 Uhr)
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  14. #14
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    Lieber Eremit .

    Jetzt hagelts aber Hiebe :
    WO habe ich geschrieben, das Maß mit "ss" geschrieben werden soll :
    Beim Maß liegst Du aber nach wie vor falsch.
    Ja, schlimmer gehts nimmer. Wer auch immer dich auf die falsche Fährte gelockt hat - ich wars nicht. .

    Ich grüße dich trotzdem ganz herzlich,
    Medusa.
    Geändert von Medusa (04.12.2011 um 15:33 Uhr)

  15. #15
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    Hallo Medusa,

    Zitat Zitat von Medusa
    Jetzt hagelts aber Hiebe :
    WO habe ich geschrieben, das Maß mit "ss" geschrieben werden soll :
    Beim Maß liegst Du aber nach wie vor falsch.
    Ja, schlimmer gehts nimmer. Wer auch immer dich auf die falsche Fährte gelockt hat - ich wars nicht.
    Ich habe nicht behauptet, Du hättest mich dazu verleitet, aus dem Maß eine Masse zu zelebrieren . Das bezog sich vielmehr hierauf:
    Zitat Zitat von Medusa
    Außerdem fehlt ein Beinchen bei "am Mangel" und "am Überfluss" (an dem).
    Zitat Zitat von Medusa
    Das mit den fehlenden Beinchen nehme ich nicht zurück!!!!! Nein, hier bleibe ich unverschämt
    Du versuchtest mich zu verleiten zu einem "Maß am Mangel" und zu einem "Maß am Überfluss". Das wäre nicht korrekt, da die Redewendung lautet "Maß an Mangel" und "Maß an Überfluss".

    LG Eremit
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