Thema: Nachts

  1. #1
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    Nachts

    Fluch und Elend der Dichtkunst- Ein Handbuch für Lyriker.

    Ich schreibe in der späten Nacht,
    Wie‘s jeder gute Dichter macht.
    Will ich mit Worten, wieder mal,
    Zerstreuen meine Seelenqual.

    So schrieb ich alles eilig nieder,
    Und was mich plagte gab ich wieder.
    Noch während ich die Silben zählte,
    Vergaß ich freudig, was mich quälte.
    Geändert von Nachteule (07.02.2012 um 19:06 Uhr)
    Meine Sydnatur:
    Greis und Greisin miss u <3
    Hier stehe ich! Ich kann nicht anders! Gott helfe mir! Amen!
    (Der Buchstabe)
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    Drama: Das Gericht; Prosa: Fernreise als Kurztrip, Krieg im Frieden, Die Tote

  2. #2
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    Guten Morgen Nachteule .

    Bist du dir sicher, dass "gute" Dichter nur nächtens kreativ sind? Ich weiß nicht so recht ....... .
    Ein hübsches Gedicht, das leichtfüßig daher kommt und jede Menge Wirklichkeit transportiert.
    DENN: Wer sich der Sprache bzw. der Lyrik hingibt weiß, dass die Suche nach Reimen, die Zählerei der Silben und die Formulierung von Problemen oder Erfreulichem ganz leicht eine andere Sichtweise oder Erkenntnis mit sich bringt.
    Deine Aussage klingt nach einem "Handbuch für Lyriker. Fluch und Elend der Dichtkunst" .

    Und nun muss ich noch ein wenig Textarbeit leisten, damit mein Kommentar nicht als Spam geortet und vernichtet wird. Das ist übrigens keine Kritik an den Regeln, im Gegenteil!
    Ich schreibe in der späten Nacht Wenn interpunktion, dann auch überall: Hier gehört ein Komma hin.
    Wie‘s jeder gute Dichter macht, Nicht besser einen Punkt setzen?
    Will ich mit Worten, wieder mal,
    Zerstreuen meine Seelenqual. Obwohl das Enjambement durchaus gelungen ist, halte ich den Satzbau für ziemlich knirsch.

    So schrieb ich alles eilig nieder
    Und sang schon freudig meine Lieder.
    Vergaß dabei auch was mich quälte, Komma hinter "auch".
    Noch während ich die Silben zählte.
    Insgesamt ein sehr gelungenes Gedicht, das beim Frühstückskaffee ein Aha-Erlebnis und ein Lächeln zauberte.

    Herzliche Grüße,
    Medusa.

  3. #3
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    Hallo Medusa,

    vielen Dank für deinen Kommentar. Ich hatte schon angst, das Gedicht reiht sich in die laaange Reihe unkommentierter Nachteule-Gedichte ein. (Ok, sind nur noch zwei, bei denen ich sowieso mit keinen Kommentaren gerechnet habe... )
    Bist du dir sicher, dass "gute" Dichter nur nächtens kreativ sind? Ich weiß nicht so recht ....... .
    Vielleicht habe ich da von mir auf andere geschlossen... Aber nachts ist alles ruhig, kein Stress, kein Lärm, keine anderen Menschen, die etwas von einem wollen. Nur der Dichter, sein Schreibmaterial und die Dunkelheit, die einen in seinen Gedanken schwelgen lässt. Und dann habe ich noch von anderen gehört, denen das auch so geht. Schiller konnte auch nur mit dem Geruch fauliger Äpfel schreiben, wie man hört...

    Ein hübsches Gedicht, das leichtfüßig daher kommt und jede Menge Wirklichkeit transportiert.
    Siehste, siehste!
    Freut mich, dass du es leichtfüßig findest. Ich hatte angst, der Wechsel zu der weiblichen Kadenz könnte den Versen die Leichtigkeit nehmen. Nicht immer sind Wechsel einfach wegzustecken.

    Deine Aussage klingt nach einem "Handbuch für Lyriker. Fluch und Elend der Dichtkunst"
    Das mache ich gleich als Untertitel!

    Deine Interpunktionskritik werde ich so übernehmen. Ich weiß auch nicht, was in letzter Zeit mit meiner Zeichensetzung los ist... Nur bei Vers 2,3 weiß ich warum. Ich habe da kurz vor Schluss noch etwas umgeschrieben...

    V4 ist eine Inversion, das weiß ich. Das ist das erste Mal seit Ewigkeiten, dass ich bewusst eine verwendet habe. Das Elend der Dichtkunst.

    Insgesamt ein sehr gelungenes Gedicht, das beim Frühstückskaffee ein Aha-Erlebnis und ein Lächeln zauberte
    Freut mich, dass es dir gefällt! Ein Lächeln ist mir Lohn genug. (Auch tagsüber!)

    nächtlicher Gruß, gutes nächtle und carpe noctem
    Nachteule
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  4. #4
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    Hallo nachteule,

    ich kann die Nachtschreiberei gut verstehen, geht mir auch so....
    Irgendwie kann ich mich mit der 2. S. nicht so ganz anfreunden, obwohl es mir oft inhaltlich durchaus ähnlich geht.
    Ich hab diese S. mal so umgestellt, wie es für mich pers. besser passen würde, da ich nicht so recht erklären kann was ich meine...Ich hoffe, es wird dir verständlich.(wenn nicht, sag Bescheid und werde ich versuchen es zu erklären)

    So schrieb ich alles eilig nieder
    das was mich plagte gab ich wieder.
    Noch während ich die Silben zählte,
    Vergaß ich lächelnd, was mich quälte.

    Liebe Grüße Susi
    Susi`s Sammlung

    Wie das Wetter ist mein Leben
    viel Regen, wenig Sonnenschein.
    Und all die ungelebten Träume,
    müssen Regenbogen sein.

  5. #5
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    Hallo Susi,

    Noch einmal Offiziell: Entschuldigung, dass es so lange dauerte, bis ich dir antworten konnte! Jetzt habe ich bald die Prüfungen rum, da kann ich mich mal mit deinem Kommentar beschäftigen.

    Schön Leute zu "treffen", denen es ähnlich geht.
    Dein Vorschlage gefällt mir. Ich werde ihn größtenteils übernehmen. Ich glaube nach "nieder" fehlt ein Komma und dann werde ich "lächelnd" durch "freudig" ersetzten. Aber sonst übernehme ich deine zweite Strophe sehr gerne!

    Vielen Dank für deinen Kommentar und dein Verständnis!

    nächtlicher Gruß, gutes nächtle und carpe noctem
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  6. #6
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    will nicht gross meckern, aber der zeitwechsel wurmt mich. nur mal fix meine idee zu diesem doch sehr schönen werk ( welches fast von mir sein könnte von der art her, weil ich so leicht direkt und doch schön sehr gern mag )
    schade dass es nicht von mir ist


    Ich schrieb es in der späten Nacht,
    Wie‘s jeder gute Dichter macht.
    denn wollt mit Worten, wieder mal,
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    So schrieb ich alles eilig nieder,
    und was mich plagte gab ich wieder.
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    Vergaß ich freudig, was mich quälte.

    lieben gruss und danke für diesen schönen beitrag! hat mich gefreut ihn gefunden zu haben und bitte nicht böse sein wegen dem lieb gemeinten gemecker. interpunktion und gross-kleinschreibung lass ich mal weg hier. hat mich noch nie gestört mir gehts bei gedichten ausschliesslich um die wirkung. natürlich sollte man verben klein abdrucken, aber wenns nur zum lesen in einem forum ist... ich schreib ja grad auch alle substantive klein *hihi*
    Geändert von heimlicheFeder (06.02.2012 um 21:31 Uhr)
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  7. #7
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    Hallo heimliche Feder,

    ich hätte deinen Beitrag fast übersehen, da er mir nicht als neuer Beitrag angezeigt wurde...

    Erst einmal Danke für das Allgemeinlob zu diesem Gedicht. Das du dir wünscht, es selbst geschrieben zu haben ehrt mich. Aber manchmal fängt halt der frühe Vogel die Maus.

    Der Zeitwechsel ist beabsichtigt. In der ersten Strophe ist ja alles Allgemein. Ich schreibe so gut wie nur nachts. Die zweite Strophe ist dann nicht mehr nur Allgemein, sondern bezieht sich auf die quälenden Texte. Speziell das Gedicht, an dem ich schrieb, als mir der Gedanke kam. Da löste sich dann meine Seelenqual.

    Das "und" übernehme ich gerne. Das war so ziemlich das einzige, das mich bei Susis Vorschlag störtet, das "das was".
    Dein "doch" statt dem "noch" würde die Intention etwas eine andere Richtung lenken. Ich meinte damit dass es in dem Zeitpunkt, indem ich schreibe/lese schon alles wieder besser wird.

    Das "gemecker" ist kein Problem, ich mache es ja auch nicht anders.

    Vielen Dank nochmal!

    nächtlicher Gruß, gutes nächtle und carpe noctem
    Nachteule
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