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    Jonas- Von der Krankheit

    Jonas- Von der Krankheit

    Geist und Körper

    Jonas ein schwächlich gebauter Mensch mit laschem und sanftem Gang verbringt sein Leben in grossen Nöten und ihn unheimlich bedrängenden Ängsten. Sein Gang ist der eines stillen Flusses, sein Lauf ein Ding der Not im Dasein menschlichen Lebens. Sein Geist ist geprägt von diesem Begehren nach Lebenserfüllung und sänftigenden Erlebnissen, die in ihm ständig dieses alltägliche Suchen nach Glückserlebnissen tragen. Eben dieser Jonas ist ein Mensch den wir selten anzutreffen wissen, denn er ist ein sonderbares Wesen welcher nicht ins Leben hineinlebt sondern das Leben in ihm hinlebt. Die Freiheit ist in ihm verschlungen, und Bedrängnisse sind seine innerlichen Begierden.

    Der eifernde Mensch in Ihm

    Jonas der kränkelnd nach Geltung suchende und im sozialen Miteifern ständig nachsehende ist ein ausgegrenzter, ein ausgebrochener aus seinem Leiden und ein kritischer Mensch. Er ist soweit kritisch, dass er sich innig in den täglichen Erfahrungen mit Mitmenschen stark sehnt nach einer Bedeutung, nach der die Welt der Menschen zu scheinen mag. Sein Gesicht trägt dieses durchzogene Leiden und diese Zeichen einer unheimlichen Begabung in sich, dass ihn weit vor sich in eine schwierige von Komplexen durchsonnene Welt der menschlichen Spezies hineinträgt. Es ist eine Welt der Hektik, der kurzen Abtastungen und ein Stück ständiges schnelles Wegschreiten von tatsächlich sich unbewusst hingebenden tiefen Erfahrungen. Die Ruhe sucht die Welt in Meditationen und automatisierenden Gelenkübungen, jedoch ist unser Protagonist ein Mann der schrittlosen, kraftlosen Versenkungen in die Tiefen der menschlichen Erlebnisse. Erlebnisse der Gefühle die sein Wesen ganz hinnehmen, ihn schwach und manchmal auch stark stimmen, sind seine verborgensten Geheimnisse, die sein menschliches Wesen ausmachen. Sein ganzes Dasein ist so durchdrungen von verschiedensten Eigentümlichkeiten, dass sein Wesen äusserlich denn Anschein tragen mag er könne wortlose Gespräche mit den Menschen führen. Denn sein Körper wallt, sein Denken wankt und alles in einem ist Jonas ein in sich ständig unterhaltender, weismachender Mensch. Den Menschen gibt er sich hin, damit er selber in sich hineinschauen kann, und liebt sie in ihrem Dasein, denn sie schenken ihm zugleich auch eine Anerkennung. Es ist nicht die Welt der Menschen die er so dringendst braucht, sondern das Gefühl dass er trotz seinem schwächelnden Leben noch unter ihnen weilt.
    So tief ist er eingetaucht in die Welt der menschlichen Annehmlichkeiten und ihren Forderungen, dass er stets eifernd versucht diesen Begierden gerecht zu werden. Sein Versuch ist die ständige sich synchron mit der Gesellschaft bewegenden Zeitlichkeit nicht aus den Augen zu verlieren. Darum weilt unser Jonas unter ständigem Druck sich bald hier bald dort geltend zu machen.

    Die Natur

    Trotz seinem tiefsten Erleben im Innern findet sich Jonas auch auf den grünen leuchtenden Flächen der Natur wieder. Die Natur, die er so schön in ihrem Wesen und ihrer frische beneidet. Die Gartenarbeit ist für ihn ein Stück eigene Welt der verschiedensten Arten exotischer wie auch idyllischer Pflanzen. Der Geruch der Blumen, das sich wiederholende Pflügen und das ständige Ackern sind ihm eine wohltuende Abwechslung und Ruhe der Innern Bedrängnisse. In der grünen Welt da kann er sich entspannen und seinem immerwährenden Denken trotzen. Wie ausgewechselt und neu erfunden findet er sich darin daraus. Seine Sehnsüchte und Begierden trägt er in diese kleine Welt hinaus und erst hier ist es ihm möglich über sein Leben zu reflektieren. Dann legt er sich allemal schnell auf das kleine Bänkchen am Gartentisch und denkt sich die sinnigsten Sachen über sein Ich, seine Umwelt und sein Dasein aus. Sein Leben ist ihm zu kurz gekommen, sein Denken ihm nicht ausgereift. Was er will, ist sich frei der Welt hinzugeben.

    Das gute Leben

    Am liebsten würde er Berge erklimmen, sich hineintragen in diese Welt der Stimmen. Sonderbar ist sein Wesen ausgeliefert seinen Gefühlen und Empfindungen. Aber Freiheit und Erfolg will er sich kaufen. Sein immerwährendes Dasein jächzt nach Leben und Macht. Solch ein teures und sauberes Leben würde er sich gerne erkaufen mit seinen grössten Schmerzen und so weilt er ständig in seinem Denken und seinen trostlosen Schritten. Das Leben so denkt er, ist Erfüllung, Auftreten, sich Vergnügen und ein wenig Geld, von alledem er allzu wenig mit sich trägt.

    Die Frucht der Arbeit

    Was wir nicht wissen ist, dass Jonas sein Wissen und seine Art in seinem Wesen und in seiner Natur verbirgt. Denn alles was er sich denkt ist sein Geist und alles was er ist, ist seine körperliche Statur. Sinnvolles fleissiges Arbeiten nennt er sich selber Erfüllen und sich selber Forttragen. Körperlich die Reinheit und den Schwung bewahren ist für ihn kaum zum Besagen. Denn all dies ist es was er als Frucht seiner Arbeit betrachtet und sein Leben prägt.
    Scham, Mitleid und Wonne
    Ist es nicht das was wir verspüren die Grundlage all dessen was wir denken und später sein werden. So denkt auch unser Jonas ganz freilich und einfach. Was er gut zu denken vermag, dass macht ihn guter Dinge und was ihn schlechten Gefühlen aussetzt, dass mag er am liebsten wegdenken. Aber alles ist eine Not und spricht aus sich selber hinaus der Zwang. Ist es nicht so das hungerndes am Menschen heute, seinen Geistesblitz morgen aufleben lässt? Ist es nicht so das starke Kälte und schweissende Wärme ihn zu einem Aussätzling in der bunte Welt des Grünen und der Städte machen? Wo er sitz ist er am falschen Platz und gross ist seine Art des Miterlebens und Mitfühlens. Er vergisst nimmer dieses Leiden in aller Welt doch schöpft er schön aus ihr bunte Freude.
    Von der Freude
    Lustig ist seine Welt manchmal und aufgehellt. Dann springt er wie ein kleiner Welpe auf und jagt seinen Freuden nach. Einen Ball wirft er sich selber zu und fängt ihn kaum. Denn nichts was er will ist gesetzt sondern vom Zufall ist sein Schicksal besetzt. Nennen wir es Freuden oder innere Spielereien, all das ist sein Schatz den er sich für den morgigen und übermorgigen Tag bereit hält. Erst so kann er seinen Mitmenschen ein Teil von sich mitgeben, in einer Gesellschaft wo das Unbehagen eine Sünde zu sein scheint. Sind es nicht diese Freuden die Ihn lauter ins Leben wieder zurückwerfen und dem lebendigen Leid trotzen.
    Von der Morgenluft und den Träumen
    Des Morgens aufgewacht so steif und in den Trümmern der Träume eingetaucht wacht Jonas auf. Beim Tagesanbruch versucht er die Pläne für seinen Tag zu schmieden, doch kann er kein grosses Lied hierauf singen, denn sein Alltag ist öde und monoton wie auch immer. Die Träume in ihm sind verwoben und geritzt wie ein Baum seine Rinden besitzt. Er träumt von ungeheuerlichen fernen Dingen, die wehklagen und ihm warmes schenken. Den Träumen tief entflohen steigt er dennoch davon stark betroffen in den Tag hinein und versucht die Höhen und Tiefen zu meistern. Der Krankheit sein ganzes Wesen ganz ausgesetzt so träumt er auch des Tages von der Erlösung und findet sie gar nimmer in seinen Tritten. Denn die Weltenseele spricht von der Harmonie des Innern und Äussern so dass sich schmiegt der ganze Prozess der Wahrheitsfindung.

    Der neue Tag

    Wenn ein befreiender neuer Tag beginnt, so hofft er innig auf ein Wunderwerk das nach Glück sinnt. Des Lebens Müde und dem Lauf der Dinge entronnen, so wünscht er sich in Allem was besonnen. Was ist es wenn nicht die Menschenfreundschaft und die Arbeit welche den Tag verbringt und das Schlafen genügsam macht, durch Gespräche und körperlicher Hinwendung gezeichnet. Der Menschheit leben gelassen, die Welt der Seele gänzlich verlassen, so geht Jonas unter die Leute um sich der Vergnügung der Gespräche hinzugeben. Hier manchmal ganz locker besessen und manchmal ganz schön versessen, da spricht er mit seinen Guten über das Leid und die Freude des Lebens in der Welt.

    Von der Trauer

    Da spricht Jonas, sieh her der Mensch der trauert um seine verlorenen Zeiten und Fähigkeiten, um die fortgegangen lieben Menschen und die niedergerichteten Stätten. Heutzutag ist alles so eng verbunden, da fliessen Tränen wie durch Rillen als obs uns wird Herrscharen zur Freiheit gelingen. Der Mutterliebe stark verfangen, da geleitet sein Weg hin zum ewigen Bangen, wenns um das Leben von Menschen geschehen, da kann die Welt zerbrechen in Stückchen. Wer weiss um die verlorenen Seelen, der kann kaum verkraften die ganzen Lebenswellen. Auch wenn das Leben vor den Füssen von einem stehen mag, da kanns schnell mal das Herz befangen wenn die Seele mal dalag. Was wissen wir um die Wahrheit wenn sie sich nicht in Worten schmücken lässt.

    Vom menschlichen Schmucke

    Niederträchtig treibt der eine da und dort sein Wesen um Gemeinschaften zu schöpfen und aus ihr dann Menschen zu lösen. Vom eigenen Verstande wohl gefallen, da denkt sich der Mensch allzu viel Schlaues und rühmt sich seinen kleinen Wahrheiten, die wie Bruchstücke in sich zusammenfallen. Der Mensch verfängt sich in Hass und Ekel als müsse er alles zuschliessen mit einem Deckel. Der in Streitsucht verfallene Jonas sucht nach Ruhe in ganzer Seele, damits ihm aufleuchtet wie in der ganzen Helle. All diese feinen Ressentiments tragen in sich den harten Kern von Jonas.

    Von der Normalität

    Es gibt Tage da sehnt sich Jonas nach den normalsten Sachen und Dingen der Welt, damit es über ihm schirmt wie in einem Zelt. Damit er darin Geborgenheit und Seelenruhe findet. Jedoch sind die Wege belastet und er ganz von der Norm abgekommen. Diese Seelenlast ist es die ihm Unruhe und Bedrängnis stiftet. Es ist ein Wurm in einem Baume, eine Krankheit mitten in seinem Dasein. Das was ihn zu dem hilflosen Einsamen macht.

    Der Sternenduft

    Es ist eine eisige Nacht, überall eine schöne Sternenpracht. Sie ist der liebe Schwung, der Jonas in neue Sphären winkt und ihm durch die Mondeskraft in neue Felder eintaucht. Die Zeiten, auch sie treiben ihre Kräfte, wie die Schwere und die Laune, alles in allem in dieses kleine Raunen. Es ist eine laute Musik das Wesen des Menschen im Dasein dieser dunklen schattigen Nacht. Düster und langsam klingt alles sich in eine schöne Wonne der Betrunkenheit.

    Von der Einsamkeit

    Einsam richtet sich der holde Weg vor Jonas und er begeht unerreichbare Pfade in alle Richtungen des einsamen Denkens. Einsamkeit ist das was den Menschen in ungeheure gedankliche Selbstgespräche führt, was unseren Denkenden zu einem selbstlosen verlorenen hinwenden zwingt. Hingezogen und weggefegt ist alles in dieser unendlich einsetzenden unerhörten Sprache, sodass sie sich selber wendet zu einer innerlichen Rache.
    Einsam nun geht unser Jonas seinen schmerzvollen Weg. Trauer umringt, Gedanken umsponnen, auf Wellen geglitten, so ists um ihn geschehen. So sucht er seine eigene Welt wieder zu verlassen, neues hinzunehmen auf freiem Gelände gelassen .
    Im Zittern und körperlichen Wallungen gefangen ziehts ihn hin zur anderen Krankheit, der Sehnsucht nach neuen einsamen Pfaden.
    Allerlei Erkenntnisse hat Jonas in sich geschlossen und aus diesem Wirrwarr an Gedanken beschlossen, dass sich wiederholende Beugen wieder zu beginnen.



    Ich wollte etwas essayistisch und zugleich aphoristisches darbringen, worin ich mich auch mit zeitgenössischer Kritik befasse. Der Inhalt sollte Themen aufgreifen wie Krankheit, Psychosen, Egozentrismus, gesellschaftlicher Verfall usw.

    Danke euch im Voraus für jegliche Kritiken!
    Geändert von genma (23.01.2012 um 17:36 Uhr)

  2. #2
    Dr. Üppig Guest
    Der Text baut meiner Meinung nach nach unten ab.

    Zu Beginn finde ich die geistige Breite der Darstellung gelungen, den Protagonisten stellt man sich sehr lebendig vor, er ist plastisch und macht nicht den Eindruck einer bloßen Rolle, einer Puppe. Das ist nicht schlecht.
    Die Reime, ob bewusst oder unfreiwillig, die dann einsetzen, nehmen dem Text diese Plastizität, die Formulierungen verkrampfen sich sofort, ich verliere das Tragen, das ich oben spürte.

    Ein paar Kommavergehen und einige grammatische Wehwehchen, nichts, was mich jetzt empören würde.

    Insgesamt: Steigt gut ein, lass die Reime sein.

    gerne gelesen

    mfG
    Geändert von Dr. Üppig (18.07.2012 um 20:05 Uhr)

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