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  1. #1
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    Straßen Europas

    Siehst du diesen Mann da drüben, mit den vielen großen Narben?
    Er ist für die Freiheit anderer am Hindukusch gewesen.
    An den letzten Tagen sah er, wie drei Kameraden starben.
    Seitdem ist auch seine Seele nicht mehr wieder ganz genesen.

    Siehst du diese Frau da drüben, mit dem Staub in ihren Haaren?
    Vor nur einem Monat war sie noch der Star auf allen Bühnen.
    Doch die Fans sind ausgeblieben - das Theater musste sparen.
    Für die arme Stadt, da musste jemand diesen Ausfall sühnen.

    Siehst du diesen Mann da drüben, mit zerrissener Krawatte?
    Früher war er Banker und verdiente gutes Geld, doch heute…
    Heute haust er unter einer Brücke, lebt wie eine Ratte.
    Fließend Wasser gibt ihm nun der Fluss, das Essen fremde Leute.

    Siehst du dieses Kind da drüben, mit dem Ranzen auf dem Rücken?
    Seit sein Vater keine Arbeit hat, da fehlen ihm die Ziele,
    Geht nicht in die Schule, weil ihn große Sorgen stets bedrücken.
    Wünscht sich zum Geburtstag, in drei Wochen, lieber Brot statt Spiele.

    Siehst du alle diese Leute? Ihnen geht es wirklich schlechter.
    Da stellt sich einem bloß die Frage, wie macht man die Welt gerechter?
    Du nimmst zuerst den Kopf nach oben und beginnst jetzt, dich zu wehren
    Denn jeder muss für Andre kämpfen, statt nur seinen Dreck zu kehren!
    Geändert von Nachteule (27.09.2012 um 17:55 Uhr)
    Meine Sydnatur:
    Greis und Greisin miss u <3
    Hier stehe ich! Ich kann nicht anders! Gott helfe mir! Amen!
    (Der Buchstabe)
    Du verstehst Nachteules Kommentar nicht? Lyrisches Lexikon der Nachteule; für Einsteiger: der Kommentarfaden; wenn dir ein Kommentar besonders gefällt, kannst du ihn zur Kritik des Monats nominieren
    Drama: Das Gericht; Prosa: Fernreise als Kurztrip, Krieg im Frieden, Die Tote

  2. #2
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    Hallo Nachteule!
    Da wird meine Jugend ja wieder lebendig in deinem Gedicht! "Streets of London" war mein absoluter Favourit in jedem Jugendzeltlager! Und irgendwie passt es auch zum Tagesgeschehen.....immer wieder, immer noch, vielleicht mehr denn je? Ich habe mich gefreut hier auf deine aktualisierte Gedichtversion zu treffen! Formal und metrisch sag' ich mal lieber nichts, das könnte peinlich werden. Inhaltlich finde ich's in der Anpassung an Europa's Probleme gelungen!

    Viele Grüße

    macin

  3. #3
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    Hi Nachteule
    Ich möchte ehrlich sein, Von der Nachteule hätte ich ein solches Gedicht nie erwartet!
    Bin regelrecht verwundert, dass auch "Eulen" imstande sind, derartiges zu schaffenl
    Jedenfalls waren diese Zeilen für mich ein außerordentlicher Beweis hoher Dichtkunst,
    ohne wenn und aber, die wohl jeden von uns anregen, sich darüber Gedanken zu machen.

    Ich verbeuge mich selten, aber hier "traue" ich mich!
    Gruß
    almebo
    Lieber ein eckiges Etwas,
    als ein rundes Nichts.

  4. #4
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    Spricht mich sehr an, dein Gedicht. Es ist maßgeschneidert auf heutige Zustände und morgige.
    Wir können leider nicht viel tun, außer wir alle Sonnenstrahlen gemeinsam würden eine wundervolle
    wärmende Sonne. Aber es erscheint alles ziemlich hoffnungslos, keiner macht den ersten Schritt
    zur Lösung der Probleme mit Diplomatie. Wozu Kriege und Zerstörung ganzer Länder? Jeder auf der
    Welt sollte seine Sonnenstrahlen bündeln für die Gemeinsamkeit, damit wir unseren schönen Planeten
    lebenswert machen für alle Nationen.
    Die Erde gehört nämlich allen gleich, nicht nur einzelnen.
    Danke für den schönen Text.
    E.Chatterfield

  5. #5
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    Liebe Eule,

    dein Gedicht hat mich von der ersten Zeile an mitgenommen.
    Es ist so traurig wie wahr und hervorragend geschrieben, Hut ab.

    Du schaffst es, tiefes Mitgefühl bei mir auszulösen, zu Personen, die hier zwar nur in Versen existieren, aber da draußen zu tausenden herumlaufen.

    Eine kleine Kritik, zu der mein subjektives Empfinden führt, die andere vielleicht nicht anbringen würden:
    Die letzte Strophe hätte ich weggelassen. Der Appell klingt... wie ein Appell. Hm. Anders: Die vorherigen Strophen wirken schon selbst insofern, dass der Leser auf den Trichter kommt: Verdammt, da muss man doch was machen können! (So ging es mir zumindest.) Der Hinweis darauf, dass sich etwas ändern muss wird hier überflüssig und wirkt auf mich irgendwie viel erzwungener als der Rest des Gedichtes.

    Fazit: Klasse Teil, aber in meinen Augen schöner mit nur vier Strophen.


    '[...] Ich entschied mich daraufhin für ein Buch von Sebastian Sick im Sonderangebot über den korrekten Umgang mit dem Plusquamperfekt, das mir von einem Freund empfohlen gewesen worden war.'
    Achim Leufker

    Noch ohne erhellenden Kommentar:
    Hafen, Solitude and Burning Faces, Erste Schritte, In zwei

  6. #6
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    Hallo Nachteule,

    man könnte auch sagen, aus dem Leben gegriffen.

    Dein Gedicht ist wirklich toll, sehr lebensnah und die Charaktere, die du hier widerspiegelst so real, dass man sich sofort etwas dadrunter vorstellen kannst und du Bilder entstehen lässt, von Personen, die einem beinahe täglich begegnen könnten.
    Auch die Botschaft am Ende, die du vermittelst, hat nicht dieses "ich stehe jetzt hier mit dem erhobenen Zeigefinger", sondern ergänzt dein Gedicht auf eine unaufdringliche, aber wirksame Art und Weise.

    Gerne gelesen, weil du dir hier sehr viele Gedanken gemacht hast und es absolut flüssig zu lesen ist.

    Lieber Gruß
    Minos
    Falschen Menschen kann man nichts Falsches sagen

  7. #7
    Dr. Üppig Guest
    Howdy Nachteule,

    Zunächst mal grob zusammengefasst.

    Was bei mir aneckt:
    - Hindukusch-Erwähnung in der ersten Strophe des Gedichts "Straßen Europas". -> Man könnte vielleicht die erste Strophe mit der anderen tauschen.
    - Das Gefühl, dass für die Silben- und Metrumsanpassung mehrere Füllwörter benutzt wurden. -> Über das Gefühl lässt sich streiten, klingen tuts ja jedenfalls flüssig und gleichmäßig.
    - Etwas zu wenig Bezug aufs Europa; die Protagonisten hätten rein theoretisch auch von einem Land stammen können (und evtl. auch aus den USA). -> Man kann den Titel als programmatisch betrachten: Die Personen könnten aus einem Land stammen, jedoch ist dies bezeichnend für die momentane Situation in Europa.
    Alternativ kann man den Titel ändern. "Beim Vorbeigehen" oder "In jeder Straße Europas" sind zwei spontane Vorschläge, die mir spontan eingefallen sind. Spontan. (Ich mag das Wort )

    Was mir gut bis sehr gut gefällt:
    - Langverse. -> Mal was Neues, liest sich positiv erfrischend und der Sinn bleibt auch nicht auf der Strecke.
    - Kreativer Anapher-Gebrauch + paralleler Satzbau der jeweils 1. Verse. -> Tragen zur Entstehung einer Art roten Fadens bei, durch die doch längeren Verse wirken die Wiederholungen nicht langweilig, sondern bindend.
    - Durchgehende weibliche Kadenz. -> Kombiniert mit den o.g. Wiederholungen und den Langversen hat das Gedicht dadurch etwas erzählend monotones (hier nicht negativ gemeint), was wunderbar zur Athmosphäre und zum Ton passt. Auch eine (an-)klagende Intention kommt m.E. dadurch zum Vorschein.

    Strophenweise.

    Siehst du diesen Mann da drüben, mit den vielen großen Narben?
    Er ist für die Freiheit anderer am Hindukusch gewesen.
    An den letzten Tagen sah er, wie drei Kameraden starben.
    Seitdem ist auch seine Seele niemals wieder ganz genesen.
    PTBS auf fachchinesisch; abgesehen davon wird hier ein doch langsam abgeklungenes Thema ins Spiel gebracht. Die Masse ist beruhigt von den Versprechen, die Truppen bald abzuziehen, das Interesse scheint langsam zu versiegen. Umso bitterer für Betroffene und die, die wissen, worums geht. In diesem Zusammenhang gefällt mir insbesondere die Passage "für die Freiheit anderer". Sagte nicht ein Politiker "Unsere Freiheit wird am Hindukusch verteidigt."?
    (Falls ich mich nicht furchtbar irre) wird hier die Absurdität dieser Vertretung hehrer Ziele far far away vorgeführt, für die man auch noch mit Blut zahlen muss. (Falls ich mich nicht furchtbar irre) stimme ich dem zu.
    Unsere Jungs raus aus Afghanistan! off-topic


    Siehst du diese Frau da drüben, mit dem Staub in ihren Haaren?
    Vor nur einem Monat war sie noch der Star, auf allen Bühnen.
    Doch die Fans sind ausgeblieben- das Theater musste sparen.
    Für die arme Stadt, da musste jemand diesen Ausfall sühnen.
    Vorschlag für den 3. Vers: "Doch die Auftritte stoppten - das Theater musste sparen."
    Sonst klingts so, als ob das Theater an den Fans gespart hat. Wobei sie ja für dein Eintritt zahlen.
    Beim 2. Vers finde ich das Komma nicht unbedingt notwendig.
    Den 4. Vers verstehe ich inhaltlich nicht ganz. Der Frau wurde gekündigt? Oder warum muste sie die Sparmaßnahmen sühnen?


    Siehst du diesen Mann da drüben, mit zerrissener Krawatte?
    Früher war er Banker und verdiente gutes Geld, doch heute…
    Heute haust er unter einer Brücke, lebt wie eine Ratte.
    Fließend Wasser gibt ihm nun der Fluss, das Essen fremde Leute.
    Ich persönlich würde statt nem Banker einen anderen Beruf nehmen, weil sich bei mir sonst irgendwie das Mitgefühl nicht einschalten lässt. Ich hab mit den Bankern Assoziationen an Manager, die sich während der Krise mit Prämien belohnen, für ihre tolle Mitarbeit an der Misere.
    Ansonsten, ja, ein Bild der Armut, gut umgesetzt, aktuell wie noch nie. Krawatte-Ratte werd ich mir merken.


    Siehst du diesen Bub da drüben, mit dem Ranzen auf dem Rücken?
    Seit sein Vater keine Arbeit hat, da fehlen ihm die Ziele,
    Geht nicht in die Schule, weil ihn große Sorgen stets bedrücken.
    Wünscht sich zum Geburtstag, in drei Wochen, lieber Brot statt Spiele.
    Mann-Frau-Mann-Bub. Statt Bub ginge auch "dieses Kind". Ist aber geschmacksbedingt. Im 4. Vers glaube ich wieder, dass die Kommata nicht unbedingt notwendig sind.
    Und natürlich das "Brot und Spiele"-Motiv, das mir gut auffällt: Frisch und real umgesetzt.

    Grad fällt mir noch auf, dass durch die Konstruktion des 2. und 3. Verses der Eindruck entsteht, als ob der Vater nicht mehr in die Schule ginge. Aber vielleicht gehts nur mir so. Also nur subjektive Einschätzung.


    Siehst du allen diesen vielen Leuten geht es wirklich schlechter.
    Darum nimm den Kopf nach oben und beginne mit dem kämpfen!
    Stellt sich bloß die bange Frage, wie nur wird die Welt gerechter?
    Klare Sache: Jeder muss das Leid vermindern, Nöte dämpfen!
    Hier müsste ein Komma hin, im 1. Vers nach dem "Siehst du". Der letzte Vers als Abschluss gefällt mir leider nicht, und dabei sollte er der Höhepunkt des epigrammatisch ähnlichen Aufbaus sein. Es liegt etwas an dem "Klare Sache" und an "Nöte dämpfen".
    Vorschlag:
    2. Vers - "Darum nimm den Kopf nach oben und beginne, dich zu wehren!"
    4. Vers - "Jeder muss für Ideale kämpfen, statt sich zu beschweren!"
    Ist aber eine andere Ausrichtung, das ist mir bewusst.

    Die Vorschläge und Verbesserungen erfolgen immer ohne Gewähr und ohne Anspruch auf Beachtung. Gehört zum Service.

    Schwere, aber notwendige Thematik.

    Sehr gerne gelesen und kommentiert

    mfG
    Geändert von Dr. Üppig (08.02.2012 um 17:31 Uhr)

  8. #8
    Derolli Guest
    Liebe Nachteule,

    auch mich hat der Text sofort an "Streets of London" erinnert und daher bin ich auch nicht überrascht von der Erkenntnis die deinen Worten entsprngt: "Siehst du allen diesen vielen Leuten geht es wirklich schlechter."
    Das muss man sich wirklixh immer wieder vor Augen halten, wenn man selbst nur mit "kleineren" nicht fatalen Problemen kämpft.
    Sehr milde gehst du in diesem Gedicht, aber mit den Bänkern um. Meist hört man kaum von Mitleid, sondern eher von Zorn gegenüber dieser Berufssaprte. Vorallem wenn das Risiko, welches eingegangen wurde Menschen in den Ruin treibt, denen das Risiko nicht transperent gemacht wurde. Das ist dann doch eine überraschende Wende.

    Liebe Grüße

  9. #9
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    Hallo zusammen,

    Ihr macht es einem ja richtig schwer euch zu antworten. Kaum will ich etwas schreiben, kommt ein neuer Kommentar und ich muss von vorne anfangen, bis mir wieder die Zeit fehlt. Aber jetzt!

    Erst einmal vielen Dank für eure Kommentare! 7 Antworten bei 63 Lesern sagt mir dann aber auch, dass es scheinbar wirklich gut sein muss.

    Zu euch einzelnen:

    @macin
    Dieses Gefühl wollte ich erreichen. Ich habe den Text bewusst an "Streets of London" angelehnt, da ich dachte, es braucht eine aktuelle Version, die zeigt, dass es nicht nur in London Elend gab, sondern überall und dann noch, dass es das heute, durch die Krise, wieder vermehrt gibt.
    Formal und metrisch sag' ich mal lieber nichts, das könnte peinlich werden.
    Eigentlich nur für mich...

    Es freut mich, dass dir das Gedicht gefallen hat und auch, dass ich dich an deine Jugend erinnern konnte. Gerade an Abende vor dem Lagerfeuer. Das muss schön gewesen sein... Nur das Lagerfeuer, eine Gitarre und dieses Lied. *Hach*

    @almebo
    Dank für das Lob! Wir Eulen haben so viele Federn, aus einer muss doch was gescheites rauskommen...
    Gesellschaftskritische Gedichte hatte ich ja schon viele... vielleicht nicht mit dieser Strahlkraft, zumindest wenn ich mir die Resonanz ansehe, aber immerhin...
    Jedenfalls waren diese Zeilen für mich ein außerordentlicher Beweis hoher Dichtkunst,
    ohne wenn und aber, die wohl jeden von uns anregen, sich darüber Gedanken zu machen.

    Ich verbeuge mich selten, aber hier "traue" ich mich!
    Vielen Dank dafür! Die Verbeugung und das Kompliment nehme ich gerne an!

    @LadyChatterfield
    Auch bei dir freut es mich, dass dir mein Gedicht gefällt!
    Die gebündelte Kraft aller ist das einzige, das helfen kann, da hast du recht. Da hilft es auch nichts, dass ich für die alten Menschen im Bus aufstehe, aber es ist der erste Schritt. Sonst können wir nur hoffen, dass wir nie in eine solche Lage kommen, in meinem Gedicht Erwähnung zu finden. Und wenn doch darauf hoffen, dass wir Unterstüzung bekommen.
    Vielen Dank für deine schönen Worte!

    @Sehnsucht
    Von der ersten Zeile an? Wow! Da habe ich bei dir ja mehr geschafft, als bei mir!
    Es ist so traurig wie wahr und hervorragend geschrieben, Hut ab.

    Du schaffst es, tiefes Mitgefühl bei mir auszulösen, zu Personen, die hier zwar nur in Versen existieren, aber da draußen zu tausenden herumlaufen.
    Danke schön! (So traurig es ist)

    Eine kleine Kritik, zu der mein subjektives Empfinden führt, die andere vielleicht nicht anbringen würden:
    Die vierte Strophe war wirklich etwas erzwungen. Ich wollte mich vielleicht zu sehr an "Streets of London" anlehnen. Dieses "So how can you tell me you're lonely,/ And say for you that the sun don't shine?/Let me take you by the hand and lead you through the streets of London/I'll show you something to make you change your mind " beeindruckt mich jedes mal wieder, wenn ich es höre. Daran wollte ich das anlehnen. Sieh, dir gehts doch ganz gut!
    Aber ich verstehe, was du meinst. Ich werde sie mal grau machen. Dann kann man sie lesen, wenn man möchte, kann sich aber auch mit vier Strophen zufrieden geben.

    Danke für dein Lob!

    @Minos
    Bei dir lass ich mal das Kopieren und bedanke mich einfach für die Komplimente!
    Auch für den krassen Kontrast bei der Schlussstrophe. Es freut mich, dass ich auch dir meine Bilder ganz sachte aufdrängen konnte.

    @Taras Bunga
    Endlich mal was zum wehren! Das kann ich viel besser, als nur bedanken.
    Hindukusch-Erwähnung in der ersten Strophe des Gedichts "Straßen Europas". -> Man könnte vielleicht die erste Strophe mit der anderen tauschen.
    Ist doch ne deutsche Exklave oder? Nein, im Ernst, es geht ja um die Menschen, die auf Europas Strassen leben/herumwandeln, da finde ich es Ok. Sonst wäre es der Kosovo geworden.
    Das Gefühl, dass für die Silben- und Metrumsanpassung mehrere Füllwörter benutzt wurden. -> Über das Gefühl lässt sich streiten, klingen tuts ja jedenfalls flüssig und gleichmäßig.
    Ich habe es mir noch einmal extra daraufhin durchgelesen und muss sagen, es gab ziemlich wenige (zwei). Aber du sagst ja selbst, dass es sich flüssig liest, das reicht ja auch, oder?
    Etwas zu wenig Bezug aufs Europa; die Protagonisten hätten rein theoretisch auch von einem Land stammen können (und evtl. auch aus den USA). -> Man kann den Titel als programmatisch betrachten: Die Personen könnten aus einem Land stammen, jedoch ist dies bezeichnend für die momentane Situation in Europa.
    Mir ging es um genau deinen letzten Punkt. Ich dachte an die Nöte Europas, die Menschen, die in Griechenland auf der Straße leben, weil sie kein Geld mehr vom Staat bekommen (können), die Kinder, deren Väter in Spanien in der Baubranche tätig waren und Hotels bauten, die Banker, die sich in Irland verzockten, die deutschen Soldaten, die aus Afghanistan nach Hause kommen und ihren besten Kumpel verloren haben, weil sie am Karfreitag 2009 zum falschen Zeitpunkt auf Streife waren. Darum fand ich passt der Titel schon, auch wenn ich hier ebenfalls weiß, was du meinst.
    Was mir gut bis sehr gut gefällt:
    Da gibts auch was? Cool!
    Langverse. -> Mal was Neues, liest sich positiv erfrischend und der Sinn bleibt auch nicht auf der Strecke.
    Langverse sind bei mir relativ häufig. Nicht immer sind es 16 Silben, aber ein paar länger habe ich schon. Als Profil habe ich mein Werkeverzeichnis verlinkt. Schau dich ruhig um. Ich selbst hatte beim Lesen das Gefühl, dass die Verse brechen, was die Stimmung verstärkte. Das lag aber zum Teil auch daran, dass ich es mit der Melodie von "Streets of London" las. Da ist der Vers halt nach 11 Silben vorbei...
    reativer Anapher-Gebrauch + paralleler Satzbau der jeweils 1. Verse. -> Tragen zur Entstehung einer Art roten Fadens bei, durch die doch längeren Verse wirken die Wiederholungen nicht langweilig, sondern bindend.
    Danke schön!

    Durchgehende weibliche Kadenz. -> Kombiniert mit den o.g. Wiederholungen und den Langversen hat das Gedicht dadurch etwas erzählend monotones (hier nicht negativ gemeint), was wunderbar zur Athmosphäre und zum Ton passt. Auch eine (an-)klagende Intention kommt m.E. dadurch zum Vorschein.
    Freut mich!

    Zitat Zitat von Struck
    Unsere Sicherheit wird nicht nur, aber auch am Hindukusch verteidigt
    ...um genau zu sein.
    Ich hoffe, du weißt, dass ich weiß, was PTBS ist! Dazu habe ich sogar eine Prosageschichte geschrieben und ein Gedicht...

    Sonst klingts so, als ob das Theater an den Fans gespart hat. Wobei sie ja für dein Eintritt zahlen.
    Wären auch nicht die ersten Jubelperser... Hilft ein Doppelpunkt?
    Beim 2. Vers finde ich das Komma nicht unbedingt notwendig.
    Kann ich wegmachen.
    Den 4. Vers verstehe ich inhaltlich nicht ganz. Der Frau wurde gekündigt? Oder warum muste sie die Sparmaßnahmen sühnen?
    Sie war der Star, sie musste gehen. Das Problem bei Künstlern ist doch, dass sie meist nur Einjahresverträge haben. Man wird sie schneller los als eine Grippe. Da sie der Star war, war sie die Teuerste und musste gehen...
    Ich persönlich würde statt nem Banker einen anderen Beruf nehmen, weil sich bei mir sonst irgendwie das Mitgefühl nicht einschalten lässt. Ich hab mit den Bankern Assoziationen an Manager, die sich während der Krise mit Prämien belohnen, für ihre tolle Mitarbeit an der Misere.
    Aber gerade den Banken geht ja das Geld aus. Und nicht jeder, der entlassen wird, hat auch Schuld an der Krise. Nur ihre Probleme vergisst ja jeder, weil sie die Schuldigen sind.
    Im 4. Vers glaube ich wieder, dass die Kommata nicht unbedingt notwendig sind.
    Ist in meinen Augen ein Einschub. Dann gibt es dem Gedicht noch eine kleine Pause.
    Und natürlich das "Brot und Spiele"-Motiv, das mir gut auffällt: Frisch und real umgesetzt.
    Danke!
    Grad fällt mir noch auf, dass durch die Konstruktion des 2. und 3. Verses der Eindruck entsteht, als ob der Vater nicht mehr in die Schule ginge. Aber vielleicht gehts nur mir so. Also nur subjektive Einschätzung.
    Ich verstehe, was du meinst. Mir selbst ist das zwar nicht aufgefallen... Aber ich glaube, dadurch, dass sich alles auf die Kopfzeile bezieht, kann man das so lassen. Sonst fällt mir nämlich keine Verbesserung ein... Außerdem geht der Vater ja nicht mehr in die Schule...
    Hier müsste ein Komma hin, im 1. Vers nach dem "Siehst du"
    Jup, hast recht.
    Vorschlag:
    2. Vers - "Darum nimm den Kopf nach oben und beginne, dich zu wehren!"
    4. Vers - "Jeder muss für Ideale kämpfen, statt sich zu beschweren!"
    Ist aber eine andere Ausrichtung, das ist mir bewusst.
    Hier überlege ich gerade, wie ich das "Ideale" loswerde. Das ist das einzige, das ich als "andere Ausrichtung" ansehe. Was hältst du von
    Jeder muss für Andre kämpfen, statt nur seinen Dreck zu kehren.
    Das wäre innovativer, hätte aber die Elision...
    Schwere, aber notwendige Thematik.

    Sehr gerne gelesen und kommentiert
    Danke schön!

    @Derolli
    Auch bei mir freut es mich, dass du an das nun schon häufig erwähnte Lied gedacht hast.
    Banker sind auch nur Menschen... Wie bereits erwähnt, sind sie ja auch Opfer, wenn auch ein paar Täter sind.
    Das ist dann doch eine überraschende Wende
    Wie bei Bach die Paukenschläge.

    Vielen Dank an alle noch einmal für die vielen Kommentare und das viele Lob! Dazu noch ein gesondertes Dank für die Kritik!

    nächtlicher Gruß, gutes nächtle und carpe noctem
    Nachteule
    Meine Sydnatur:
    Greis und Greisin miss u <3
    Hier stehe ich! Ich kann nicht anders! Gott helfe mir! Amen!
    (Der Buchstabe)
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    Drama: Das Gericht; Prosa: Fernreise als Kurztrip, Krieg im Frieden, Die Tote

  10. #10
    Dr. Üppig Guest
    Ach, was mir letzt im Laufe des Kommentars entfallen ist: Die ersten 4 Strophen kann man ja auch als eine Art Allegoriesammlung sehen. Zuerst der Soldat als das Bildnis sinnloser Kriege, dann der Niedergang der Kultur, dann das Erzeugen des eigenen Übels und dessen Folgen (oder auch der Banker als dunkle Macht des Geldes) und schließlich das Kind als Zukunft in Frage.

    Zu den weiteren Ausschweifungen: Für den letzten Vers habe ich noch eine Idee. "Jeder muss für etwas kämpfen, statt sich ständig zu beschweren!"

    Am Hindukusch sind auch Belgier, Dänen und Briten und ein paar US Ranger mal gewesen/immer noch. Aber egal. Es war mir beim Lesen nur etwas angeeckt, gleich in der ersten Strophe Hindukusch zu lesen. Wie gesagt, so ne Leseempfindung. Kann auch stehen bleiben, als erste Strophe, ich erlaubs halt.
    Ob der Kosovo nicht besser passte (is ja eigentlich in Europa)? Ich wage nicht, zu überlegen.

    Die Füllwörter fallen daher nicht so sehr auf, da sie recht gut in den gewählten Stil passen (klasse übrigens); daher war dies nur als Anmerkung gedacht, sonst hätte ich Verbesserungsvorschläge geliefert. Und ja, flüssig isses.

    Das mit der Theaterfrau wäre geklärt, hab auch im Nachhinein verstanden, wie das mit den Fans gemeint war. Star weg -> Fans weg -> Stadt traurig und arm. Die Formulierung ist hier allerdings etwas unsicher. Es springt hin und her, die Entlassung wird nur angedeutet. Das mit den Fans im 3. Vers könnte man zugunsten einer Klärung wegmachen, vlt dort dann sagen, dass sie gehen musste. Das tut der Strophe aus meiner Sicht keinen Abbruch und beschränkt sie dann auch auf den einen Aspekt der arbeitslosen traurigen Frau, und nimmt die Armut der Stadt weg (Armut wird ja in der nächsten Strophe thematisiert). Auch hier, nur ein bescheidener Vorschlag.

    Ja, das mit den Bänkern hab ich ja erklärt; Mitleid hab ich mit den irgendwie immer noch nicht. Klar, ich pauschalisiere, doch das Bild ist recht deutlich: Die haben die Suppe versalzen und beschweren sich nun über den Geschmack.

    Ach, und noch was zur ersten Strophe: Ich schwebe in Ungewissheit, irre ich mich nun furchtbar oder nicht bei meinem kleinen Interpretationsansatz bezüglich der Strophe?
    Was PTBS ist, weiß ich, weißt du, weiß der Normalbürger vlt nicht, daher wollt ich das Kürzel mal reinbringen.
    In der Kaserne, wo ich mal war, steht ein Gedenkstein für zwei Jungs. War beim Zeremoniell der Trauerfeier dabei.

    Und bevor ichs vergesse: Was ist mit dem Bub-Kind-Konflikt?

    mfG

    EDIT: Gedankenblitz! Wie würde wohl im allerersten Vers statt "diesen Mann" "den Soldat" aussehen? Nur rein hypothetisch.
    Geändert von Dr. Üppig (08.02.2012 um 23:56 Uhr)

  11. #11
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    Hey Taras,

    Ach, was mir letzt im Laufe des Kommentars entfallen ist: Die ersten 4 Strophen kann man ja auch als eine Art Allegoriesammlung sehen.
    Ja, kann man so sehen, war aber nicht so gedacht. Wahres Genie bricht einfach so durch... Ich habe es zwar überlegt sortiert, aber nicht so...

    Zu den weiteren Ausschweifungen: Für den letzten Vers habe ich noch eine Idee. "Jeder muss für etwas kämpfen, statt sich ständig zu beschweren!
    Ich überlege es mir.

    Am Hindukusch sind auch Belgier, Dänen und Briten...
    Schon klar, aber ich hatte eben den Gedanken an die Kameraden. Es gibt auch in Griechenland arme Banker.
    Der Kosovo ist zu lange zu ruhig, als dass man sich noch an ihn erinnert.

    ie Füllwörter fallen daher nicht so sehr auf, da sie recht gut in den gewählten Stil passen (klasse übrigens)
    Danke!

    Die haben die Suppe versalzen und beschweren sich nun über den Geschmack.
    Dein Verein steigt ab, du saßt aber nur auf der Bank (tolles Wortspiel, wa), warst du Schuld?

    Was PTBS ist, weiß ich, weißt du, weiß der Normalbürger vlt nicht, daher wollt ich das Kürzel mal reinbringen.
    Nein, du irrst mit deine Interpretation nicht. Es geht um einen leidenden Soldaten, der das Postraumatischebelasungssyndrom hat. Ich bin mir allerdings nicht sicher, ob ein sofortiger Abzug eine tragbare Alternative ist. Also raus ja, um jeden Preis Nein.

    In der Kaserne, wo ich mal war, steht ein Gedenkstein für zwei Jungs. War beim Zeremoniell der Trauerfeier dabei.
    Darum war ich nur in ABC-Kasernen. Da passiert nichts, außer jemand vertut sich beim Giftmischen...

    Und bevor ichs vergesse: Was ist mit dem Bub-Kind-Konflikt?
    Mist...
    Zwei Gründe:
    1. "Siehst du diesen Mann..." "Siehst du diese Frau" "Siehst du diesen Mann" "Siehst du diesen Bub" Siehst du, allen diesen Leuten" "Siehst du dieses Kind"
    Ich glaube es fällt auf, was ich meine.
    Der zweite Grund wäre, dass ein "sächliches Kind" nicht so gut vorstellbar ist, wie ein Bub. Man weiß nicht, ob Männlein oder Weiblein und muss warten, bis man sich irgendwie orientieren kann. So hat man gleich den kleinen braunhaarigen Jungen mit einem Scoutranzen vor dem inneren Auge.

    Gedankenblitz! Wie würde wohl im allerersten Vers statt "diesen Mann" "den Soldat" aussehen? Nur rein hypothetisch.
    Man soll es ihm ja nicht ansehen... man sieht ja auch nicht in sein innerstes... wir vermuten es ja nur...

    Danke fürs nochmal melden!

    nächtlicher Gruß, gutes nächtle und carpe noctem
    Nachteule
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    Hier stehe ich! Ich kann nicht anders! Gott helfe mir! Amen!
    (Der Buchstabe)
    Du verstehst Nachteules Kommentar nicht? Lyrisches Lexikon der Nachteule; für Einsteiger: der Kommentarfaden; wenn dir ein Kommentar besonders gefällt, kannst du ihn zur Kritik des Monats nominieren
    Drama: Das Gericht; Prosa: Fernreise als Kurztrip, Krieg im Frieden, Die Tote

  12. #12
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    Lieber Nachteule,
    dann schau ich also auch mal wieder bei dir rein Hier wurde schon so viel gesagt, da belass ich´s mal bei ´ner einfachen Meinung
    Ich finde es hier am besten gelungen, dass du solch langen Versen trotzdem noch an Lesefluss abknöpfst und finde auch deine Reime sehr schön gewählt
    Das Thema ist heikel, aber gut vertont
    Hut ab!
    LG Peggy


  13. #13
    Dr. Üppig Guest
    Yo, wazzup? Dachte, ich sag nochmal was, bevor ich zur Plage werde... (Äh, 'Tschuldigung fürs 'wazzup')

    Das Meiste wäre geklärt, Bub-Kind ist wohl Geschmackssache; klar erzeugt ein Bub ein deutliches Bild, aber mit den Beschreibungen wäre auch ein "Kind" m.E. deutlich zu sehen. Die Straßen wirken so maskulin, mit nur einer weiblichen Vertretung...

    Ja, meine Passage übers Theater wurde mal wieder übergangen. (!)
    Die Soldat-Idee war auch nur rein hypothetisch zu betrachten, sie würde, reel umgesetzt, die schöne parallele Sturktur stören.
    So viel, mal zusammenfassend zum Werk. (Die rege Kritik deutet übrigens auf ein Interesse hin, nicht etwa auf Nichtgefallen oder so )

    Zur Banker-Diskussion: Ich bin Vereinsmitglied, also würde mir an der Niederlage genauso die Schuld zugeschrieben. Ich sagte ja bereits, dass ich polarisiere, aber ich kann die Banker gar nicht anders sehen als die Verursacher und Schmarotzer der Wirtschaftskrise. Dass der kleine Mann ebenso leidet wie ein Auktionär, der alles verlor, oder wie ein Familienvater, der sein Haus plötzlich verkaufen muss, ist mir bewusst.

    mfG

  14. #14
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    Hallo allerseits,

    schön dass ihr hergefunden und mir eure Gedanken hiergelassen habt.

    @l_i

    Ich finde es hier am besten gelungen, dass du solch langen Versen trotzdem noch an Lesefluss abknöpfst und finde auch deine Reime sehr schön gewählt
    Danke schön! ja, bei langen Versen ist es schwer, sie zusammenhängen zu lassen. Viele brechen auseinander. Hier scheint es mir wirklich gelungen zu sein, sonst würden es nicht so viele sagen... Wie schon oben angedeutet mag ich Langverse. Trotzdem oder wegen dem weiß ich aber nicht...
    Der Reim ist mir eigentlich leicht gefallen. Man hat in Langversen ja Platz das Gedicht nach seinem Reim zu erzählen.

    Das Thema ist heikel, aber gut verton
    Auch hierfür Danke! Gerade die heiklen Themen mag ich. Das Adrenalin, wenn man sich einen Beitrag anschaut und nicht weiß, ob man sich die Finger verbrannt hat. Man weiß ja nie, ob ein Merkelverehrer (anderes Gedicht) es liest und einen angreift...

    Hut ab!
    Was soll ich mit den ganzen Hüten?

    @Taras
    Das Meiste wäre geklärt, Bub-Kind ist wohl Geschmackssache; klar erzeugt ein Bub ein deutliches Bild, aber mit den Beschreibungen wäre auch ein "Kind" m.E. deutlich zu sehen. Die Straßen wirken so maskulin, mit nur einer weiblichen Vertretung...
    Ich habe auch das subjektive Gefühl, dass dort eben mehr Männer als Frauen leben. Wie gesagt, wohl nur subjektiv, aber ich male dir ja mein Bild der Straße. Du schmückst es so aus, als sei es deines, aber eigentlich ist es so, wie ich die Straße erlebe(/n "will"). Außerdem neigen ja auch Jungs eher dazu, einen Schutzschild aus Verdrängen zu bauen. (auch vielleicht subjektiv...)

    Das mit den Fans im 3. Vers könnte man zugunsten einer Klärung wegmachen, vlt dort dann sagen, dass sie gehen musste. Das tut der Strophe aus meiner Sicht keinen Abbruch und beschränkt sie dann auch auf den einen Aspekt der arbeitslosen traurigen Frau, und nimmt die Armut der Stadt weg (Armut wird ja in der nächsten Strophe thematisiert). Auch hier, nur ein bescheidener Vorschlag.
    Ja, den Anfang gelesen und abgehakt... sorry, aber ich kann mit Badenzern nicht arbeiten...
    Nein, im Ernst, ich dachte, damit, dass sie ja dreckiges Haar hat und auf der Straße lebt, wäre alles erzählt. Es ist ja klar, dass es ihr nicht gut gehen kann/sie kein Zuhause als Ort mehr hat.
    Die arme Stadt ist dann wiederum als Andeutung der Schuldenkrise gedacht. Den Kommunen geht es größtenteils wirklich beschissen.

    Die Soldat-Idee war auch nur rein hypothetisch zu betrachten, sie würde, reel umgesetzt, die schöne parallele Sturktur stören.
    Jut.

    (Die rege Kritik deutet übrigens auf ein Interesse hin, nicht etwa auf Nichtgefallen oder so )
    Das ist mir schon klar. Ging auch aus dem ersten Post hervor. Und mit der Schlussstrophe überlege ich auch noch.

    Ich bin Vereinsmitglied, also würde mir an der Niederlage genauso die Schuld zugeschrieben. Ich sagte ja bereits, dass ich polarisiere, aber ich kann die Banker gar nicht anders sehen als die Verursacher und Schmarotzer der Wirtschaftskrise. Dass der kleine Mann ebenso leidet wie ein Auktionär, der alles verlor, oder wie ein Familienvater, der sein Haus plötzlich verkaufen muss, ist mir bewusst.
    Eben, es ist dir bewusst, aber du verdrängst es (unterbewusst), da du ihm ja die Schuld gibst. Aber am Schluss muss der Trainer gehen, weil die Spieler keinen Bock hatten und er am einfachsten abzusägen ist. Also der Sachbearbeiter Privatkunden, weil der keine Millionenabfindung bekommt. Er leidet wie du und ich, egal ob seine die Investmentsparte seiner Bank das verzockt hat oder der Lidl-Chef.

    Danke (nochmal) für die Kommentare!

    nächtlicher Gruß, gutes nächtle und carpe noctem
    LG Nachteule
    Meine Sydnatur:
    Greis und Greisin miss u <3
    Hier stehe ich! Ich kann nicht anders! Gott helfe mir! Amen!
    (Der Buchstabe)
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    Drama: Das Gericht; Prosa: Fernreise als Kurztrip, Krieg im Frieden, Die Tote

  15. #15
    Dr. Üppig Guest
    Alles cool alles easy.
    Meine Vorschläge haben keinerlei Gültigkeitsanspruch, ich bin schon froh, wenn Ihr Euren Blick auf meinen Beitrag richtet!
    Nein, ernte: Klar, dein Gedicht ist dein Gedicht, es wäre naiv von mir, zu glauben, dass ich da mitzumischen habe. Umso schmeichelhafter isses für mich, wenn meine Vorschläge für Überlegungen herangezogen werden. Ich als einzelner Leser kann und muss oft sehr weit an der Intention des Autors vorbeifliegen. Daher basst des scho. Ich denke, aus meinem Winkel hab ich allet gesagt, sag bescheid, falls noch Fragen offen sind, ich bin sehr anhänglich.

    greetz

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