Thema: Gedankengang

  1. #1
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    Gedankengang

    Und andächtig wie ein Gebet
    Geht der Gedanke seinen Weg
    Still und leis in seiner Entstehung,
    ambitioniert im Werdegang
    gescheiterte Blitze, geprägt von Werwesung
    kommt ausgereift am Ziele an

    Abgerundet und bereit, die Zeit
    Ist reif. Vorbei das Leid der Kleinigkeit
    Du steigst empor ans Tageslicht
    Inhaltsschwerer Revolutionär
    Die ganze Welt verändert sich
    Macht- und Kraftvoll wie ein Heer

    Geboren, gesprochen und angenommen
    Klar gemeint, doch nun verschwommen
    Dein Aufstieg verfolgt von Leiden und Tod
    Einst Bote des Friedens nun Pate der Macht
    Du solltest sie schützen, doch bringst sie in Not
    Dein Vater ruft: „Hätt ich die nie erdacht!“

  2. #2
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    Hallo S. Illgen,

    mir gefällt dein Werk formal und Inhaltlich sehr gut.

    Erstmal zur Form:

    XxXxXxxX a
    XxxXxXxX (a) Assonanz
    XxXxXxxXx b
    XxXxxXxX c
    xXxxXxxXxxXx b
    xXxXxXxX (c) Assonanz

    XxXxxxXxX d
    xXxXxXxXxX d
    xXxXxXxX e
    XxXxXxXxX f
    xXxXxXxX (e) Assonanz
    XxXxXxX f

    xXxxXxxXxXx g
    XxXxXxXx g
    xXxxXxXxxX h
    xXxxXxxXxxX i
    xXxxXxxXxxX h
    xXxX XxXxxX i

    Ein durchgängiges metrisches Schema kann ich (vllt aus Ignoranz?) zwar nicht erkennen, der Text liest sich trotzdem flüssig und holpert nicht.Man könnte es wohl unter "freie Rythmen" einordnen.
    Das durchgängig eingehaltene Reimschema besteht aus einem Paarreim am Anfang jeder Strophe gefolgt von 4 Versen im Kreuzreim.In Strophe 1 und 2 sind einige Assonanzen statt reiner Reime zu finden, zB Gebet-Weg oder Werdegang-an, die aber nicht stören, sondern sich angenehm ins Klangbild einfügen.

    Zum Inhalt:

    Frei nach dem Motto "die Revolution frisst ihre Kinder" wird der Werdegang eines Gedanken geschildert, der unaufhaltsam an Macht gewinnt, bis er sich, einmal verwirklicht, in deas genaue Gegenteil seiner ursprünglichen Intention verwandelt und sein geistiger Vater sich klagend von ihm abwendet.
    Hier muss ich sofort an gescheiterte Utopien wie den Sozialismus denken, der, aus edlen Motiven erdacht, einmal verwirklicht, Millionen Menschen das Leben gekostet hat.

    Kleine Frage: Heisst es im letzten Vers wirklich "die" oder ist damit "dich" gemeint?
    Und das Wortspiel(?) Werwesung erschliesst sich mir auch nicht ganz.

    Ingesamt ein sprachlich und inhaltlich gelungenes Werk, finde ich.

  3. #3
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    Hey,
    danke für deine erbauliche Kritik
    Letzter Vers ist ein Tippfehler...soll "Dich" heißen...
    Inhaltlich sehr gut unterpretiert
    Das Reimschema nennt sich "Schweifreim"

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