Thema: VIsion

  1. #1
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    VIsion

    Vision


    Alles gegeben um nichts zu bekommen
    Studiert, gescheitert, die Zukunft verschwommen
    Verkommen, gebrochen, die Seele zerrüttet
    Einst ausgezogen in die Welt
    Nun Heimgekommen aus Mangel an Geld
    Vom stinkenden Dreck der Sanduhr verschüttet.

    Wer weist ihm den Weg, wohin geht die reise
    Das pochen im Kopf war früher so leise
    Jetzt weckt es ihn in den dunkelsten Stunden
    Gleich seinem Wecker, der ihn oft störte
    Sodass er ihn damals bewusst überhörte
    Ach hätt er sich einst für heute geschunden.

    Im Aushilfsjob geht er neue Wege
    Stapelt Kartons anstatt Geldbeträge
    Der Geiste verkümmert er zieht sich zurück
    redet nur selten, vergisst was er las
    Slelbsttherapie er sucht Zuflucht im Glas
    Als Zugpferd gen Morgen vom heute erdrückt.

    Die Freundin: Das Licht seines Lebens muss raus
    Bläst überfordert die Kerzen aus
    Nach Wochen des Mitleids abgewogen
    Zwischen Zukunft, Liebe und Gefühl
    Finale Entscheidung fürs Lebensziel
    Letztendlich den Schlussstrich doch gezogen.

    Die Jahre verstreichen, die Schmerzen versoffen
    Verlässt selten die Wohnung, ertränkt auch das pochen
    Kranke Gedanken im einsamen Raum
    Die Waffe am Kopf gen Himmel geschaut
    Doch kaum will er schießen erschreckt ihn ein Laut
    Der Wecker! Um sieben! Es war nur ein Traum.


  2. #2
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    Hallo S. Illgen,

    zuerst einmal, da wir noch nicht die Ehre hatte: Herzlich Willkommen bei Gedichte.com!

    Erst mal was negatives: Du hast nen Tippfehler im Titel. Zumindest, wenn du nicht die römische 6 darstellen möchtest. Das kannst du grundsätzlich hier verbessern lassen. Aber, ich biete dir hier mal den Service, dass du es einfach sagen kannst.
    Ich wollte dir schon vor einer Weile schreiben, konnte es aber nicht in meinen Zeitplan integrieren.

    Zum Gedicht:

    Die ersten Zwei Verse sind so geschrieben, als hättest du Ahnung von Metrik und würdest uns hier ein daktylisches Metrum präsentieren. Doch dann fängt es an zu wackeln. Aber es ist dein zweites Gedicht hier, da will ich dir das noch nicht verübeln. Darum lasse ich auch alles, das mit Metrik und einem Metrum zu tun hat Links liegen. Wenn du mir sagst, du hast Ahnung davon, dann werde ich das nochmal aufnehmen.

    Du schreibst dein Gedicht im Schweifreim. Das Gefällt mir. Nicht immer dieses Paarreimgeblubber vieler Neulinge. Mein Erstes war auch in einem ähnlichen Reimschema... Egal... Auf jeden Fall gefällt mir das Reimschema. Ich würde dir nur raten dabei zu beachten, dass du die C-Verse (AABCCB) kürzer, also mit weniger Silben, schreibst. Sonst geht der B-Reim unter Umständen unter. Aber für das zweite Gedicht noch nicht wichtig. Das kommt noch alles.
    Ein paar deiner Reime sind unrein geworden. Das mag ich nicht unbedingt. Sie zerstören die Harmonie, die der Reim eigentlich aufbauen oder, bei wirklich guten Dichtern, unterstützen soll. (Gefühl/Ziel und Wege/Beträge wären zwei der Beispiele) Am besten vermeidest du sie.

    Einzelkritik:
    Alles gegeben um nichts zu bekommen
    Studiert, gescheitert, die Zukunft verschwommen
    Hier würde ich eher statt "verschwommen" "genommen" schreiben. Verschwommen ist für mich gleichbedeutend mit "unklar" was du aber durch das Folgende "verkommen" andeutest eher ein "zerstört", "kaputt". Und wenn die Zukunft genommen wurde ist sie ja kaputt. Nur so als nächtlicher Gedanke eines Eule.
    Nun Heimgekommen aus Mangel an Geld
    Heimgekommen müsste m.E. klein geschrieben werden. "Aus Mangel an Geld" klingt für mich nicht wirklich schön. Eher, verzeih mir das Wort, Arbeiterslang.
    Vom stinkenden Dreck der Sanduhr verschüttet.
    "Unter dem" klänge vielleicht schöner.

    Wer weist ihm den Weg, wohin geht die reise
    Die Reise groß.
    Das pochen im Kopf war früher so leise
    Das Pochen dito.
    Slelbsttherapie er sucht Zuflucht im Glas
    *Hüstel*

    Die Freundin: Das Licht seines Lebens muss raus
    Bläst überfordert die Kerzen aus
    Nach Wochen des Mitleids abgewogen
    Zwischen Zukunft, Liebe und Gefühl
    Finale Entscheidung fürs Lebensziel
    Letztendlich den Schlussstrich doch gezogen.
    Das klingt alles so wie zusammengeschusterte Gedankengänge. Jeder für sich, ohne Pronomen und Konjunktionen. Dafür ein mehr störender Doppelpunkt. Mir fehlen hier auch ein paar Satzeichen. Ich zeige dir mal, wie ich das regeln würde: (ohne Beachtung eines Metrum natürlich)
    Die Freundin, das Licht seines Lebens, muss raus,
    Bläst überfordert die Kerzen aus.
    Nach Wochen des Mitleids hat sie abgewogen
    Zwischen Zukunft, Liebe und Gefühl:
    Die finale Entscheidung fiel für sein/das Lebensziel
    Letztendlich hat er den Schlussstrich (dann) doch gezogen.

    So liest sich das doch viel flüssiger und zusammenhängender, oder?

    Verlässt selten die Wohnung, ertränkt auch das pochen
    Wieder das Pochen...

    Allgemein fehlen mir bei dem Gedicht einige Kommas und Punkte. Sie sollten den Leser normal durch ein Gedicht leiten, ihm sagen, welche Gedanken zusammengehören und welche getrennt betrachtet werden müssen. Wer die Interpunktion ganz oder teilweise aus den Augen verliert, der vergibt die Chance, seinen Leser zu leiten.

    Allgemein sollte man versuchen, die Verse gleich lang zu machen, ihnen also gleich viele Silben zu geben. Das erleichtert den Lesefluss und ist der erste Schritt zu einem guten Metrum. Am besten alle, in manchen Fällen ist es auch Ok, nur den Reimversen die gleiche Länge zu geben, das hängt aber vom Gedicht ab.

    Ein Gedicht gewinnt an Glaubwürdigkeit, wenn du es in der Ich-Form schreibst. Dann füllt man mehr mit.

    Alles in allem ist es ein gutes Anfängergedicht geworden. Die relativ vielen Verbesserungen meinerseits waren größtenteils nur kosmetische Eingriffe.

    Ich hoffe, ich konnte dir helfen und wünsche dir weiterhin viel Spaß auf Gedichte.com!

    nächtlicher Gruß, gutes nächtle und carpe noctem
    Nachteule
    Meine Sydnatur:
    Greis und Greisin miss u <3
    Hier stehe ich! Ich kann nicht anders! Gott helfe mir! Amen!
    (Der Buchstabe)
    Du verstehst Nachteules Kommentar nicht? Lyrisches Lexikon der Nachteule; für Einsteiger: der Kommentarfaden; wenn dir ein Kommentar besonders gefällt, kannst du ihn zur Kritik des Monats nominieren
    Drama: Das Gericht; Prosa: Fernreise als Kurztrip, Krieg im Frieden, Die Tote

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