1. #1
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    Ich bräuchte da eine Hexameterberatung

    Ich habe vor langer Zeit gedacht einen Hexameter geschrieben zu haben.( In Anlehnung an die Grundkenntnisse durch endlosen Lateinuntericht) Nach dem Lesen in diesem Forum wurde mir klar, dass es allenfalls ein Anfang war. Nun habe ich getüftelt und gebastelt und bin einigermaßen überzeugt, aber nicht sicher??? Ich glaube das Ende stimmt nicht? Hier der Versuch mit Bitte um Kritik:

    Borderlinehexameter

    Wanderer zwischen den Welten mit flammender Sehnsucht nach Licht,
    Urteil, das andere fällten und Abgründe schrecken dich nicht,
    gehst auf unwegsamen Pfaden zwischen dem Hier und dem Dort
    und an deinem Lebensgrundfaden ist nirgends ein sicherer Hort.
    Ausgesetzt kämpfst du mit Stürmen und kannst dir nie sicher dort sein:
    der Liebende kann sich beschirmen, du bist nur immer allein.

    2.Versuch

    Wanderer zwischen Welten mit flammender Sehnsucht nach Dasein
    Andere Menschen berühren nur selten dein Herz und dein Urteil
    gehst auf unwegsamen Pfaden nur zwischen dem Hier und dem Dorthin
    findest im Suchen und Jagen nur selten einmal eine Zuflucht
    klingende Schwerter aus Wut und Verzweiflung durchbohren dein Träumen
    verlassen versuchst du im Schmerz neue Würde zu finden -und Gnade
    Geändert von macin (14.02.2012 um 22:52 Uhr)

  2. #2
    ferdi Guest
    Hallo Macin,

    du müsstest vor allem zwei Dinge beachten:

    - der Vers muss mit einer unbetonten Silbe schließen

    - ein Hexameter ist kein Reimvers (die aus dem Lateinunterricht, von Ovid oder Vergil oder wem immer, hatten auch keine Reime )

    Vom Aufbau her etwa so (nur die ersten drei Verse, den vierten verstehe ich nicht):


    Borderlinehexameter

    Wanderer zwischen den Welten, der flammende Sehnsucht nach Licht voll!
    Nicht der anderen Urteil, kein Abgrund vermag dich zu schrecken -
    Zwischen dem Hier und dem Dort bewegst du auf steinigem Pfad dich
    ...


    Auch noch nicht ideal, aber so grob in die Richtung sollte es gehen. Sicher fällt dir da etwas ein!

    Gruß,

    Ferdi

  3. #3
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    Danke Ferdi,

    Wieder was dazugelernt. Aber darf es beim Hexameter wirklich gar keine Reime geben? Dann hat man mich in der Schule damals schlicht falsch unterrichtet, was durchaus möglich ist.

    LG macin

  4. #4
    ferdi Guest
    Hallo Macin,

    "dürfen", hm ... "Dürfen" darf man in der Dichtung alles.

    Nun weiß ich natürlich nicht, was du im Lateinunterricht behandelt hast, aber eigentlich werden da ja fast ausschließlich "klassische" Verfasser gelesen, und deren Hexameter reimen nicht. Später, im Mittellatein, gab es dann eine Zeitlang binnengereimte Hexameter, vor allem im 10. und 11. Jahrhundert.

    Im Deutschen gab es vor 1748 vereinzelt gereimte Hexameter, aber da war man sich halt noch sehr unsicher, wie der antike, also der ungereimte Vers nachzubilden wäre. Mit Klopstocks "Messias" war die Frage dann weitestgehend geklärt, und von der sechsstelligen Anzahl an deutschen Hexametern, die ich aus der Zeit danach gelesen habe, waren (in "richtigen" Texten, nicht in Forumsversuchen) bestenfalls ein Paar Dutzend gereimt; und das waren meist noch Scherze oder Parodien.

    Es ist halt so: Wenn du einen Vers reimst, dann verlagert sich sein Schwerpunkt auf den Gleichklang am Schluss, auf den das Ohr zu achten beginnt; ein Hexameter ist aber ein "Bewegungsvers", das heißt, er wird durch die ständig wechselnde Abfolge von zwei- und dreisilbigen Versfüßen bestimmt; das Ohr folgt vor allem dieser Bewegungslinie. Das sind zwei grundverschiedene Ansätze, die gleichzeitig in einem Vers zu verwirklichen eigentlich nicht geht.

    Aber wie gesagt: Du bist ein freier Mensch und Dichter

    Gruß,

    Ferdi

  5. #5
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    Smile Guten Tag

    hierzu:

    Zitat Zitat von ferdi Beitrag anzeigen
    Hallo Macin,

    "dürfen", hm ... "Dürfen" darf man in der Dichtung alles.

    Nun weiß ich natürlich nicht, was du im Lateinunterricht behandelt hast, aber eigentlich werden da ja fast ausschließlich "klassische" Verfasser gelesen, und deren Hexameter reimen nicht. Später, im Mittellatein, gab es dann eine Zeitlang binnengereimte Hexameter, vor allem im 10. und 11. Jahrhundert.
    ich interessiere mich sehr für die deutsche Literaturgeschichte, da ich im Unterricht nur die Französische kennengelernt habe. Der erste bekannte Text hat mit der heutigen Sprache kaum mehr etwas gemein, ist aber, m.M.n., auch sehr viel älter als der erste deutsche Text, der wäre?

    Meines Wissens nach, gibt es weder lateinische Poesie noch Philosophie, die wurden aus dem Griechischen mehr oder weniger, wie auch die Götter, gut übersetzt oder interpretiert. Zur Poesie fehlten der lateinischen Sprache die Wörter, die mitunter "erfunden" wurden. Das Wort "Herz" z.B. in unserer poetischen Bedeutung, die alten Römer sahen da keinen Unterschied zwischen Mensch und Tier.

    Unterrichtet hat der Klerus, in Latein, deutsche Schulen für das einfache Volk gibt es wohl noch nicht lang? Bücherverbrennungen und die Vernichtung des Wissens allgemein, durch die Vernichtung alter Schriften und deren Vermittler, Gelehrter etc. hat wohl die Erinnerung so gut wie ausgelöscht?

    Ich habe gelernt: Latein ist eine tote Sprache.

    Warum bedient man sich dann ihrer Schrift? Warum belebt man den Totenkult mit seinen eigenen Gedanken? Weil die Römer nicht reimen konnten, soll man das nachahmen?

    Das sind nur mal spontane Gedanken, die Bedeutung des Hexameters hat sich mir noch nicht erschlossen, es gibt aber, m.M.n., Konfusionen in der Interpretation, die die freie Expression behindern?

    LG Kalinka

    Aber wie gesagt: Du bist ein freier Mensch und Dichter
    Das ist wohl auch nur ein Glaube?
    Geändert von Farbkreis (13.02.2012 um 10:35 Uhr) Grund: Tippfehler

  6. #6
    ferdi Guest
    Hallo Kalinka,

    ich denke, du schaust dich einfach mal im Netz um bezüglich all der "spontanen Gedanken", die du hier ausgebreitet hast; solltest du irgendeinen davon bestätigt finden (was ich nicht für sehr wahrscheinlich halte), kannst du dich ja nochmal melden, und wir unterhalten uns dann darüber. Bis dahin sollte der Faden Macins Versen und seinen Fragen dazu vorbehalten bleiben, meine ich.

    Gruß,

    Ferdi

  7. #7
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    Zitat Zitat von ferdi Beitrag anzeigen
    Hallo Kalinka,

    ich denke, du schaust dich einfach mal im Netz um bezüglich all der "spontanen Gedanken", die du hier ausgebreitet hast; solltest du irgendeinen davon bestätigt finden (was ich nicht für sehr wahrscheinlich halte), kannst du dich ja nochmal melden, und wir unterhalten uns dann darüber. Bis dahin sollte der Faden Macins Versen und seinen Fragen dazu vorbehalten bleiben, meine ich.

    Gruß,

    Ferdi
    Da gehen unsere Meinungen auseinander, vielleicht hast du meinen Kommentar nicht verstanden? Du gingst auf das Geschichtliche ein und auf die Klassik, ich möchte bezweifeln, dass man hierzu Glaubhaftes im Net finden kann, da, wenn du ein wenig den Antiquitätenmarkt kennst, so gut wie alle wertvollen Schriften, die es noch gab, aufgekauft wurden (z.b. Krankenhaus Skandal, Millionen wurden benutzt, um..) etc.

    Das MA, auf das du hier angespielt hast, spiegelt sich leider auch in so einigen Hexametern wieder, die neulich veröffentlicht wurden. Das ist ziemlich unliterarisch.

    Es ging hier um Reim oder nicht Reim. Kannst du Altgriechisch, um bestätigen zu können, Hexameter enthalten keine Reime?

    Mir geht es um folgendes: Bevor ich eine Gedichtform für eigene Gedanken benutze, ist es mir wichtig zu wissen, welche Bedeutung diese Form in ihrem Ursprung hatte, auch um den Klang der Vergangenheit mit meiner Zeit in Verbindung zu bringen. Du brauchst ja nicht antworten, wenn du nicht antworten kannst.

    Das hier diskutierte Gedicht, zu dem ich nicht Stellung genommen habe, da mir s.o. erfragten Kenntnisse fehlen, ist gereimt. Wir sind hier auf einem Lyrikforum, nicht in einem Auskunftsbüro, das auf andere Stellen (Net) verweist.

    LG Kalinka

    ***

    Zitat Zitat von ferdi Beitrag anzeigen
    Hallo Kalinka,

    ich fürchte, dann muss ich etwas deutlicher ausdrücken, was ich in meinem letzten Beitrag höflich zu sagen versucht habe:

    Dein erster Beitrag strotzt nur so von dem hanebüchsten Unsinn. Bitte mach dich erstmal schlau, bevor du sowas auf die Allgemeinheit loslässt. Wenn du das nicht im Netz tun willst, nimm ein Buch zur Hand. Bis du das erledigt hast, würde ich hier gerne mit Macin über seine Verse reden. Danke.

    Gruß,

    Ferdi
    Thema: Ich bräuchte da eine Hexameterberatung

    Dem schliesse ich mich an.

    @ferdi, um höflich zu bleiben, übersetze ich deinen Kommentar nicht.

    Rubrik: Arbeitszimmer

    Ich lese leider nicht: Privatunterricht, ferdi beratet?

    Eine Hexameterberatung ist nicht auf deinen Horizont begrenzt, meine ich, und Meinungsfreiheit, solang sie sich auf das Thema bezieht, wird in den Forenregeln garantiert, Spekulationen über die Person des Users sind verboten.

    So unterlasse es bitte, meine Bildung in Frage zu stellen, wenn sich niemand für die tiefere Bedeutung des Hexameter interessiert, dann eben nicht. Die eigene Unkenntnis damit zu entschuldigen, der andere rede "Unsinn", ist eine Einladung zum Striet, auf die ich nicht eingehen möchte. Ich interessiere mich nur für den Hexameter.

    Das Gedicht, das hier zur Diskussion steht, finde ich auf jeden Fall poetischer als die anderen, die ich bis jetzt gelesen habe, aber nicht die Meinung ist hier gefragt, sondern Beratung.

    LG

    @maXces

    ich hatte auch Latein, stimme da eher macin zu.
    Geändert von Farbkreis (13.02.2012 um 12:42 Uhr) Grund: Zusammenfassung ***

  8. #8
    ferdi Guest
    Hallo Kalinka,

    ich fürchte, dann muss ich etwas deutlicher ausdrücken, was ich in meinem letzten Beitrag höflich zu sagen versucht habe:

    Dein erster Beitrag strotzt nur so von dem hanebüchsten Unsinn. Bitte mach dich erstmal schlau, bevor du sowas auf die Allgemeinheit loslässt. Wenn du das nicht im Netz tun willst, nimm ein Buch zur Hand. Bis du das erledigt hast, würde ich hier gerne mit Macin über seine Verse reden. Danke.

    Gruß,

    Ferdi

  9. #9
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    Zitat Zitat von Kalinka
    Rubrik: Arbeitszimmer

    Ich lese leider nicht: Privatunterricht, ferdi beratet?
    Ich weiß gerade ehrlich gesagt nicht, was dein Problem ist.

    Der Autor hat ein paar Hexameter geschreiben und fragt, ob die was taugen. Ferdi hat die erbetene Kritik geschrieben. Aus Ferdis Beitrag hat sich dann eine Diskussion entwickelt, die ich als durchaus lehrreich erachte. Dass Ferdi derjenige aus dem Forum ist, der sich vermutlich am besten mit dem Hexameter auskennt, steht außer Frage.

    Was stört dich also an der Diskussion, Kalinka?

    Übrigens, um deine Frage wegen des Reims zu beantworten: Ich selbst hab im Lateinunterricht klassische Hexameter (und Pentameter) übersetzt und skandiert. Wir haben die Verse dann auch entsprechend vorgelesen (wie man so etwas liest, welche Silben betont und unbetont sind, das kannst du gern suchen, und du wirst auch schon hier im Forum finden, was du suchst). Gereimt haben sich die aber nicht, das kann ich dir aus meiner Erfahrung sagen.

  10. #10
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    Hallo alle!
    Danke für eure Kommentare, teilweise konnte ich nicht ganz folgen und ich wollte hier ganz sicher keine Diskussion über Sinn und Unsinn der lateinischen Sprache anzetteln. Ich werde das Ganze einfach überarbeiten ohne Reime oder aber auf die Form des Hexameters bei diesem Thema verzichten.
    Vielen Dank und liebe Grüße
    macin

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