1. #1
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    Schmutzig klein

    Schmutzig klein sind wir Menschen


    Schmutzig klein sind wir Menschen,
    schmutzig klein unsere Wünsche,
    schmutzig klein unsere Gedanken,
    schmutzig klein ist unsere Vergangenheit
    schmutzig klein und abwaschbar,
    schmutzig klein tragen wir unsere Sünden stolz vor uns her,
    schmutzig klein waren wir am Anfang,
    schmutzig klein gehen wir zu Grunde,
    schmutzig klein zu sein versuchen wir das ganze Leben lang,
    schmutzig klein und abwaschbar....
    Geändert von Sokrates (12.02.2012 um 22:23 Uhr)

  2. #2
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    Ne, ne nichts an uns ist schmutzig. So mancher zog seine Macht zwar daraus uns das einzureden, doch ist nichts Wahres daran. Der Aufbau des Gedichtes ist mir ein bisschen zu langweilig. Trotzdem: Herzlich Willkommen!

  3. #3
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    Sokrates dankt

    Verzeih aber kannst du deine beiden ersten Sätze erklären?
    Geändert von Nachteule (13.02.2012 um 00:36 Uhr) Grund: Doppelposting

  4. #4
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    klar: nichts was wir denken oder tun ist schmutzig. menschen und organisationen benutzen uns seit langer zeit, indem sie uns einreden, dass bestimmte gedanken und verhaltensweisen schmutzig seien. mit so erzeugten schuldgefühlen lässt sich das selbstbewusstsein der menschen ganz trefflich niedrig halten und prächtig unterdrücken und herrschen. der schmutzige mensch strebt danach sich zu reinigen, koste es was es wolle. möglicherweise fühlt er sich so schmutzig, dass er beginnt sich und das leben zu hassen. in dem zusammenhang gefällt mir auch dein vorletzte zeile am besten, die lässt mich ahnen, dass du ähnliches schon gedacht hast.

  5. #5
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    Ah..dann hast du mein Gedicht anders interpretiert als es meine Intention war. Mein 'schmutzig klein' bezieht sich nicht Sexualität oder Schamhaftigkeit sondern es geht um die menschliche Größe oder eben Kleinheit. Ich glaube das Menschen Egoisten sind und in extremen Situationen auch schmutzige Entscheidung treffen und es trotzdem mit sich vereinbaren können, schmutzig weil sie über Leichen gehen wenn es um die Wahl geht: ich oder die Anderen, klein weil unsere Gedanken oft klein sind, egoistisch und abwaschbar weil wir sterben werden und all unsere egoistischen Gedanken, alles wird vergessen. Obwohl wir über Leichen gehen sind unsere Leben so unbedeutend das sie einfach so von der Zeit 'weg gewaschen' wird.

  6. #6
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    Hey Sokrates,

    Du scheinst menschliche Größe mit Altruismus und menschliche Kleinheit mit Egoismus gleichzusetzen.Tut mir leid, aber das halte ich für eine sehr einseitige Sichtweise.
    Zur menschlichen Größe gehört eben auch: Nein sagen können, in kritischen Situationen ganz bewusst mit sich vereinbaren zu können, Entscheidungen zu treffen, die von der allgemeinen Herdenmoral als schmutzig wahrgenommen werden.Nur so kommt auch mal ein Mensch zustande, dessen Leben nicht so unbedeutend ist, dass es einfach "weg gewaschen" wird.

    Grüße,

    Tristessa
    ...Säufer des schweren Saftes, versiegelt im durchsichtigen Bernstein ihrer Träume...
    William S. Burroughs

  7. #7
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    Danke für deinen Beitrag Tristessa,

    in meiner Gedankewelt ist es so und wahrschienlich bin ich auch keine großer Menschenfreund. Ich sage sicher nicht das ein Großer Mensch nicht mal harte egoistische Entscheidungen treffen kann ohne seine Größe zu verlieren. Ich meine die Menschen an sich und soweit ich geschichtlich gebildet bin; und wenn ich mein soziales Umfeld kenne, finde ich, dass die meisten Menschen einfach so sind: unmoralisch sind wenn es Ihnen oder ihren 'lieben' nutzt und dies finde ich naja ekelkaft und eine Seuche unsere Zeit, keine Prinzipien kein moralisches Postulat zu haben. Kann aber auch nicht verneinen das ich ein schrecklich extremer Mensch bin, der vielleicht zuviel Nietsche gelesen hat, aber wir sprechen über ein Gedicht das vielleicht provuzieren will
    Geändert von Sokrates (13.02.2012 um 19:39 Uhr)

  8. #8
    Jazemel Guest
    Hallo Sokrates,

    ich muss auch sagen, dass mir die Sichweite da zu eindimensional ist.
    Bei 7 Milliarden Menschen erlebt man selbst nur einen geringen Bruchteil von ihnen. Auch ist Moral kein Begriff für einen feststehenden Wert an dem man die Moral, oder Unmoral des Menschen messen kann. Moral ist wandelbar, je nach Kultur, Gesellschaft, Zeitalter.
    Wie der Mensch ist und wird, hängt von zu vielen unterschiedlichen Faktoren ab, als dass man auch nur ansatzweise sagen könnte, so und so ist der Mensch.
    Und ich stimme Tristessa zu - wenn man einmal überlegt, was für herausstechende Menschen einem in Gedächtnis sind, sind es oft solche, die gegen allgemeingültige Moralvorstellungen gehandelt haben (im Guten wie im Schlechten), die nicht mit dem Strom geschwommen sind und sich gestattet haben, sie selbst zu sein (auch wieder im Guten wie im Schlechten).
    Ich denke aber auch, dass es viele Menschen gibt, die Größe haben, ohne dass unsereins jemals davon erfährt. Die selbstlos handeln (solche kenne ich zudem auch) mutig sind, es aber nicht an die große Glocke hängen.

    Es ist wie mit allen pauschalen Ausagen, es wird nur der Rand gestreift und daran kranken viele Gesellschaftsgedichte.


    Gruß,

    Jazemel

  9. #9
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    Danke für deinen Beitrag Jazemel,

    sicher hast du recht mit deiner Einschränkung der Moral in einen Gesellschaftlichen Kontext, es ging mir sicher nicht darum hier den Imperativ herbei zu rufen. Es geht mir eher um dich und mich, um unsere Abgründe, um die letzte Entscheidung. Es geht nicht um die letzte Betrachtung von Außen sondern um unser Innenleben. Will keine Statistik aufstellen welche besagt dass alle Menschen schlecht sind aber ich meiner Welt ist es einfach so, im letzten Detail der menschlichen Seele sind wir (vielleicht auch nur ich) kleinlich und auf unser Wohl fokussiert, dafür bereit über sonst undenkbare Hürden zu gehen (siehe drittes Reich). Letztlich mag ich zwar unrecht haben aber ich schmunzele über diese Diskussion, denn selbst Stolz ist Egoismus. Belassen wir es dabei was es ist; ein Gedicht, ohne Anspruch auf universelle Richtigkeit. Einfach nur die Materialisierung meiner Gedanken, meines Empfindens. Für mich ist Poesie eine Kunstform und wie könnte ein Ton oder Bild falsch sein? Es kann unharmonisch sein oder unästhetisch...

  10. #10
    Jazemel Guest
    Nochmal Hallo,

    auf die schnelle: dann wäre es doch vielleicht besser, das gedicht als reine selbstbetrachtung zu scheiben, oder an einen gegenüber. die sache ist, so pauschal gehalten fällt es schwer, etwas anzunehmen und als leser versucht man sich immer mit einem text/gedicht irgendwie und irgendwo zu identifizieren. ob man nun seiten an sich entdeckt, wiedererkennt, oder an anderen. sowas fällt aber leichter, wenn da jemand von sich selbst spricht. ich fühle, ich denke, dass ich....oder eben die du-version, wobei das schnell als anklage ankommen kann.

    mir gehts zumindest so. wenn da jemand selbstreflektiert, mag ich gerne mitmachen und schauen, wie das bei mir ist, bekomme aber schon von beginn an, wenn gedichte und texte mit der mensch ist.... liebe ist.... glück ist...beginnen und danach kein 'für mich' folgt, eine art inneres kopfschütteln ala neneneeeee.
    ich empfinde das dann mehr oder weniger bewusst als aufdringlich und gehe auf distanz. ein text, der mich auf distanz gehen lässt, erreicht mich nicht.

    das nur noch am rande, ist weniger als kritik gemeint, sonder als erklärung.

    schönen abend noch und gruß,

    jazemel

  11. #11
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    Danke Jazemel, verstehe ich sehr gut und nehme es an, aber es ist keiner Selbstbetrachtung sondern meine Sicht auf die Menschen, so unverständlich es sein mag und statistisch weder wiederlegbar noch zu beweisen. Einfach meine Stück Realität, mein Geschenk an die Welt, ob ein gutes oder schlechtes...

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