1. #1
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    Deutschland heute

    Deutschland heute

    ©Hans Hartmut Karg
    2012

    Die Gründerzeitvillen siechen dahin,
    Geschäfte sind längst schon geschlossen.
    Das flache Land verliert seinen Sinn,
    Auf Kinder darf niemand mehr hoffen.

    Die Großstädte quellen und wuchern,
    Die Hässlichkeit heißt nur noch Masse.
    Dazu Tausende von Besuchern
    Verbreiten Dampf, Lärm auf der Straße.

    Auf dem Lande wird Germania so richtig arm,
    Viele Fachwerkbauten veröden.
    Die Gärten verlieren ihren Charme,
    Die Infrastruktur geht flöten.

    Schulen sind zuerst immer weg,
    Geschäfte folgen, dann Firmen.
    Sich nichts mehr am Ende dort wirklich regt,
    Mit dem man sich könnte beschirmen.

    Das flache Land hat jetzt viel Ruhe, viel Luft,
    Wenig Schmutz verschandelt Lungen.
    Aber aufs Land hat doch niemand wirkliche Lust,
    Wenn fortgehen alle Jungen.

    *

  2. #2
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    Hallo Dr. Karg,

    Du beschreibst einen bedrückenden Zustand, in einer etwas frustrierten Art.
    So lese ich das Gedicht. Es eröffnet mir aber auch keine neue Sichtweise.
    Ein Gedicht über Visonen zum Thema, in die man sich gerne mit hineindenkt. Das wäre toll.

    Liebe Grüße
    Irene

  3. #3
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    Lieber Dr. Karg,
    hier muss ich widersprechen.
    Es ist zwar bedrückend, traurig und ein bisschen düster geschrieben, aber trotzdem finde ich das gut. Man muss ja nicht immer eine Vision einbringen oder? Die Wahrheit allein reicht auch schon, um die Menschen zum Träumen anzuregen. Sehr schöne Darstellung trotz alledem
    LG Peggy
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    Hilfreiche Themen: Lyrisches Lexikon der Nachteule, Gedicht- und Strophenformen (Unterforum), Metrikfragen (Unterforum)

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    (wahrscheinlich unvollständiges) Werkeverzeichnis: Auf den Spuren der Krimikatze

  4. #4
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    Liebe Irene, liebe Peggy,
    natürlich bin ich in meinem Alter nicht mehr frustriert - das habe ich inzwischen ablegen können. Aber die Entwicklung ist wirklich bedrückend, denn Visionen allein helfen ja nicht weiter. Ein Glas Wasser in der Wüste mag eine schöne Vision sein, aber als Vision bleibt sie eine Fata morgana. So ist es auch mit unserer Gesellschaft. Wenn wir nur Visionen von Kindern haben, jedoch keinen Nachwuchs, werden es selbst unsere schönsten Ort- und Landschaften schwer haben, überhaupt zu überleben.
    Herzliche Grüße H. H. Karg

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