1. #1
    Registriert seit
    Feb 2012
    Beiträge
    2

    Suche Freund Eichendorffs

    Hallo,
    ich suche einen Freund Eichendorffs, der ein dreistrophiges Gedicht geschrieben hat.
    Bitte um Namen des Freundes und des Gedichtes.
    Besten Dank im Voraus.

    hanss

  2. #2
    Registriert seit
    Aug 2011
    Ort
    Mauerspalt im Abendland
    Beiträge
    375
    Hallo hanss,

    da fiele mir beispielsweise Karl von Holtei ein, vorrangig Theatermann --- hier mal eines seiner dreistrophigen Liedel zum Singen, aus Schlesischer Musenalmanach, 1826:

    Huxt

    Der Hirte hot geblosen,
    De Kihe tapern aus;
    De Schweene, de Franzosen *),
    Gi'hn aus er'm Stallchen 'raus.
    Und alles Vieh vull Freede
    Zieht uf de griene Weede
    Bei klarem Sunnenschein —
    Der Brämmel hingen d'rein.

    A giht ei hochem Stulze
    Su wie a' Grußverzier
    Mit seinem Hörner-Hulze,
    Beschnuppert jede Thir'! —
    De Schaffern leit ei Wuchen,
    Ihr Mensch kimmt mit a'm Kuchen,
    Der Brämmel sitt's und juxt:
    Huxt? Huxt? Huxt?

    De Magd verstiht sei' Brummen
    Und gibt em annen Stuß
    Und sa't: do kannst de kummen,
    Kindtofe ihs's ock blus!
    A schwänzelt mit se'm Zuppe,
    A schittelt mit se'm Kuppe
    Und sa't ei' guder Ruh:
    Nu, nu, nu, nu, nu, nu!


    *) Anmerkung Holtei: Für den nicht schlesischen Leser stehe hier als Rechtfertigung die Notiz, daß man auf dem Lande bisweilen das Schwarzvieh so benennt, weil sein grunzender Ton mit dem französischen «Oui» einige Ähnlichleit hat.


    Und noch ein unvertonter Dreistropher aus derselben Sammlung:

    Alleene

    Jedweder Mensch hot seine Ohrte
    Wu a im Stillen flennen kan;
    Do macht ma weiter keene Wohrte
    Und thutt's och keenem Andern sa'n;
    Ma giht alleene aus em Haus
    Und weent sich ganz alleene aus.

    Ihch ha an'n Ohrt, wo hoche Buchen
    Beisammen ei an'm Kessel stihn.
    Kee Mensch kimmt durte nei gekruchen,
    Ma sitt och keene Blimel blihn;
    's ihs nischte durt als Einsamkeet
    Und ihch mit meinem Harzeleed.

    Und giht dernoch de Sunne unter,
    Do stellt sich noch a Drittes ein;
    's kimmt vun a grinen Buchen runter
    Und fra't: thar' ihch derbeine seyn?
    Mit Einsamkeet und Harzeleed
    Vermengt sich de Glickseeligkeet.


    Herzliche Grüße

    Thisbe
    dich singen scheuer augenblick
    in deinen obertönen werde ich

  3. #3
    Registriert seit
    Feb 2012
    Beiträge
    2
    Danke Thisbe,
    allerdings denke ich ist das nicht ganz das ist, wonach ich suche,
    wir schreiben nämlich übermorgen eine Gedichtinterpretation in Deutsch als Arbeit,
    mir ist jedoch bekannt dass der Dichter des Gedichtes ein Freund Eichendorffs war und das das Gedicht ein dreistrophiges ist,
    wir haben auch schon einige Eichendorff Gedichte wie "Frische Fahrt" und andere romatische Gedichte interpretiert,
    vielleicht fällt dir ja noch ein anderer Dichter ein.

    Herzliche Grüße

    hanss

  4. #4
    Registriert seit
    Aug 2011
    Ort
    Mauerspalt im Abendland
    Beiträge
    375
    Zitat Zitat von hanss Beitrag anzeigen
    allerdings denke ich ist das nicht ganz das ist, wonach ich suche,
    wir schreiben nämlich übermorgen eine Gedichtinterpretation in Deutsch als Arbeit,
    mir ist jedoch bekannt dass der Dichter des Gedichtes ein Freund Eichendorffs war und das das Gedicht ein dreistrophiges ist
    Jasoooo --- lieber hanss! --- Suchmaschin kapott?

    Na, vielleicht könnte es aus aktuellem Anlaß gar Winterlied von Otto Heinrich Graf von Loeben sein ...


    Winterlied

    Hoch läßt die Sonne fliegen
    Ihr goldenes Panier,
    Und hilft mit Macht besiegen
    Die trüben Blicke dir!
    Thu’ auf das düstre Gitter,
    Sei hin aufs Feld gekehrt,
    Die Sonne schlägt zum Ritter
    Dich mit dem goldnen Schwert.

    Sie reiht dir goldne Schienen,
    Leiht dir ein Stralenroß,
    Beut Schild und Helm dir, dienen
    Will dir ihr Goldgeschoß,
    Und goldne Schaaren fliegen
    Herab dir zum Geleit:
    Damit geh’ zu besiegen
    All’ deine Traurigkeit.

    Dann auf dem Roß von Stralen
    Zieh’ frisch und fröhlich hin,
    Gieb Gruß den Winterthalen
    Mit deinem Frühlingssinn,
    Laß dich den Frost nicht kümmern,
    Die Tanne weiß umreiht,
    Laß du nur freudig schimmern
    Dein goldnes Ritterkleid.


    Viel Glück

    Thisbe
    dich singen scheuer augenblick
    in deinen obertönen werde ich

Was dich vielleicht auch interessieren könnte:

  1. Glossengedicht zu Eichendorffs Wünschelrute als Themagedicht
    Von 13aem im Forum Arbeitszimmer - Die Gedichte-Werkstatt
    Antworten: 19
    Letzter Beitrag: 05.01.2010, 21:34
  2. Gedichtinterpretation / Mondnacht - Eichendorffs HILFEEE
    Von Athar im Forum Arbeitszimmer - Die Gedichte-Werkstatt
    Antworten: 4
    Letzter Beitrag: 12.05.2008, 23:00
  3. Suche nach Definition von "Bester Freund!"
    Von JuliaCapulet im Forum allgemeine Diskussionen
    Antworten: 32
    Letzter Beitrag: 21.04.2008, 19:10
  4. Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 12.10.2006, 21:22
  5. EIn Freund, ein guter Freund...
    Von monster im Forum Nachdenkliches und Philosophisches
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 02.01.2005, 01:34

Stichworte

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

Anmelden

Anmelden