Thema: Lebensträume

  1. #1
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    Lightbulb Lebensträume

    Mein Pferd hat Flügel, es fliegt mit mir,
    durch bunte Weiten, in hellem Glanz,
    weit über Hügel zur Himmelstür.
    Viel Bilder gleiten, bei frohem Tanz.

    Durch bunte Weiten, in hellem Glanz,
    hoch fliegend drüber, mit weitem Schwung.
    Viel Bilder gleiten, bei frohem Tanz,
    er wird zu trüber Erinnerung.

    Hoch fliegend drüber, mit weitem Schwung,
    schweb ich durch Zeiten, im großen Raum.
    Er wird zu trüber Erinnerung,
    dies wird bereiten, den Lebenstraum.

    Schweb ich durch Zeiten, im großen Raum,
    zum Traum im Trüben, beladen schwer.
    Dies wird bereiten den Lebenstraum.
    Nur ohne Lieben, sind Träume leer.

    Zum Traum im Trüben, beladen schwer,
    liegt Zukunft offen, für jeden Flug.
    Nur ohne Lieben, sind Träume leer
    das lässt uns hoffen, abseits von Trug.

    Liegt Zukunft offen, für jeden Flug?
    Mein Pferd hat Flügel, es fliegt mit mir
    das lässt uns hoffen, abseits von Trug,
    weit über Hügel, zur Himmelstür.
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  2. #2
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    Lieber Hans,

    die selbst auferlegte Form des Pantum hast Du perfekt eingehalten und zu einem runden Ganzen abgedichtet. Was mir aufstößt ist, wie schon an anderer Stelle geäußert, das hölzerne, trockene, wie eingefroren wirkende Schema des Pantums. So kommt der Schwung Deines Pegasus nicht wirklich heraus, d.h. vom Schwung ist zwar die Rede, aber die Form bewirkt das Gegenteil. Trotzdem beachtens- und lesenswert!

    Liebe Grüße aus dem Westend
    Carlino

  3. #3
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    Guten Morgen Hans .

    Es ist in der Tat erstaunlich, dass wir ein ähnliches Thema gewählt haben.

    Ich bewundere deine Binnenreime, sie sind dir ganz hervorragend gelungen, und auch die Wiederholungen "sitzen" perfekt! Deine Träume rund um unser "Dichterross" hast du sehr anschaulich, mit flüssiger Sprache und schönen Bildern in Szene gesetzt.

    Ein Härchen schwimmt, glaube ich, in der Suppe: Muss nicht der erste Vers auch der Schlussvers sein?

    Sehr gerne gelesen und mitgeträumt.
    Herzliche Grüße,
    Medusa.

  4. #4
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    Lebensträume

    Liebe carolino,

    das hölzerne (abgehackte) ergibt sich hier aus der Kürze der Reimzeilen, sowie auch aus dem Betonungsrhythmus. Ich hatte die Betonung xXxXx.xXxX für alle Zeilen vorgesehen. Nach einer Metrikprüfung (Metrix bei die Lyriker) habe ich festgestellt, dass es auch mit der Betonung XxxXxxXxx gelesen werden kann.
    Danke für Anerkennung und Lob.

    LG Hans

    Liebe Medusa,

    es war ein großer Arbeitsaufwand.über mehrere Gedichte, die ich mehrfach mit Änderungen und Ergänzungen zu neuen umgewandelt habe, bis ich die gewünschte Form und Länge erreicht hatte.
    Bei der letzten Strophe habe ich wie zuvor die zweite und vierte Zeile als erste und dritte genommen und habe die erste und dritte Zeile der ersten Strophe die noch nicht wiederholt wurden als zweite und vierte Zeile genommen. Wenn jetzt die zweite und vierte Zeile wieder zur ersten und dritten wird, dann bin ich wieder bei der ersten Strophe. Ich habe den Kreislauf so verstanden. Bei einem anderen Wechsel zur ersten Strophe hätte die letzte Strophe wie folgt gelautet.

    Liegt Zukunft offen, für jeden Flug?
    durch bunte Weiten, in hellem Glanz
    das lässt uns hoffen, abseits von Trug,
    Viel Bilder gleiten, bei frohem Tanz

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  5. #5
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    Hallo Hans,

    auch ich habe das "System Pantum/Pantun" so verstanden, dass man den Anfangsvers als Schlussvers setzt und den dritten von S1 auf die V2 der letzten Strophe.

    Schweb ich durch Zeiten, im großen Raum,
    XxxXxxXxX

    Liegt Zukunft offen, für jeden Flug?
    XXxXxxXxX

    das lässt uns hoffen, abseits von Trug,
    xXxXxXxxX

    Größtenteils passt das Metrum, aber nicht immer. Als Daktylus kann ich es nicht lesen. Das fängt schon bei dem "mir" der ersten Strophe an. Das muss betont gelesen werden, da alle einsilbigen Versenden betont gelesen werden müssen. Das ist ein Grund, weshalb ich auf Metrixe nicht viel gebe. Die sind bei mir nach einer kleinen Testphase aus dem Sortiment gefallen.

    Deine Reime sind teilweise recht unrein. Gerade mit dem mir/Tür Reim hast du meinen Reimgeschmack nicht getroffen. Dann noch der Trüben/Lieben Reim. Unreine Reime sollten eigentlich schon recht sparsam verwendet werden. Gerade bei einem so reimlastigen Gedicht.

    Mir fehlt irgendwie der rote Faden in deinem Gedicht. Ich musste es wirklich mehrfach lesen, um den Gedanken folgen zu können.

    Inhaltlich sehe ich in den Versen keine groben Abweichler, das scheint zu passen. Die müssen ja nicht perfekt gleich sein, sondern nur so gut wie. Wenn einem da nichts auffällt, dann passt das.

    nächtlicher Gruß, gutes nächtle und carpe noctem
    Nachteule
    Meine Sydnatur:
    Greis und Greisin miss u <3
    Hier stehe ich! Ich kann nicht anders! Gott helfe mir! Amen!
    (Der Buchstabe)
    Du verstehst Nachteules Kommentar nicht? Lyrisches Lexikon der Nachteule; für Einsteiger: der Kommentarfaden; wenn dir ein Kommentar besonders gefällt, kannst du ihn zur Kritik des Monats nominieren
    Drama: Das Gericht; Prosa: Fernreise als Kurztrip, Krieg im Frieden, Die Tote

  6. #6
    Derolli Guest
    Geehrter Hans Plonka,

    wie soll ich das jetzt sagen, außer die Worte von Nachteule zu wiederholen? An manchen Stellen holpert das Metrum und das ist wohl dem selbstauferlegten Mittelreim geschuldet. Manchmal ist es besser auf einen klaren Sinn, ein geordnetes Lesen und Verstehen himzuarbeiten, als die Latte der Anforderungen (an das eigene Können, den Leser, neue Stilmittel usw.) zu hoch anzusetzen. Ich will nicht darüber mekern, mir ist die Aufgabe auch definitiv über den Kopf gewachsen und dadurch ist mein Beitrag dazu wesentlich schlechter ausgefallen als dieses Pantum.

    Eine schnelle Abfolge und leicht zuordbare Reime sind hier aber ganz offensichtlich leicht von der Hand gegangen und diese Art des Dichtens hat seinen Reiz, wenn man zum Beispiel einfach auf den Klang der Worte, oder leichte Zerstreuung aus ist. Es gibt dagegen nichts einzuwenden, wieso sollte man auch immer im irdischen Jammertal verweilen? Schließlich ist das Pantum ja auch unter Hoffnung und Fröhliches eingestellt und genau da passt es hin.

    Mit feundlichen Grüßen

  7. #7
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    Lebensträume

    Hallo Nachteule,

    leider bin ich mir auch nicht sicher wie der Kreislauf von der letzten zur ersten Strophe erfolgen soll. Mir hat es so gefallen, dass sich alle Zeilen in einem Kreislauf einmal wiederholen. Eine andere Möglichkeit für die letzte Strophe wäre:

    Liegt Zukunft offen, für jeden Flug,
    weit über Hügel zur Himmelstür.
    Das lässt uns hoffen, abseits von Trug.
    Mein Pferd hat Flügel, es fliegt mit mir

    Natürlich gebe ich auch sauberen Reimen den Vorrang. Vorrang hatte hier aber die Lösung der Aufgabe. Die unreinen Reime haben mich im Klang und Lesefluss nicht gestört. Auch wenn das Metrum nicht stimmt, so ist es doch von mir so war es mir doch möglich es so zu lesen, das ich die Verse gleichbetont hörte. Die Betonung mache ich so wie ich es kann. Falls einer eine Verbesserung kennt, werde ich es gerne akzeptieren.

    LG Hans

    Hallo Derolli,

    bei einer gestellten Aufgabe hat diese (die Lösung) natürlich Vorrang. Es geht darum diese zu lösen. Es mit Fehlern zu schaffen ist allemal besser als gar nicht. Wenn Fehler der Aufgabenlösung geschuldet werden so ist dies zwar Schade doch besser als ein Verzicht auf Lösung. Die Aufgabe war nicht zu schwierig sie war nur Arbeitaufwendig. Ich habe mir die Zeit genommen und viele Gedichte geschrieben, aus denen ich durch Änderungen Umstellungen usw. die Lösung Zusammenstellen konnte.

    Zitat
    Eine schnelle Abfolge und leicht zuordbare Reime sind hier aber ganz offensichtlich leicht von der Hand gegangen
    Leider geht mir kein Gedicht (auch nicht die einfachen) leicht von der Hand. Es ist alles Arbeit, die ich versuche möglichst mit System zu machen.

    LG Hans
    Geändert von Hans Plonka (15.02.2012 um 17:54 Uhr) Grund: Ergänzung
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  8. #8
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    Hallo Hans,
    in der Tat, unsere Pantume haben beide einen fliegenden Traum als Thema, Du auf Deinem fliegenden Pferd, ich auf dem ( zur Zeit leider abwesendem Sonnenstrahl).
    Du reitetes auch durch die Düsternis, Erinnerungen und Schwernis, überwindestest die aber in dem Gedicht und und fliegst darüber hinweg zur Himmelstür.
    Fast hatte ich schon gedacht, dass es einem Menschen im Übergang in die andere Welt so gehen könnte. Dein Gedicht scheint mir sehr vielschichtig.
    Zum Pantum kann ich nur sagen: sehr gut gemacht.
    Grüß den Pegasus von mir, liebe Grüße,
    Klatschmohn
    ©Klatschmohn
    Überall geht ein frühes Ahnen dem späteren Wissen voraus. Alexander v. Humboldt

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