1. #1
    Registriert seit
    May 2011
    Ort
    graz
    Beiträge
    220

    Hälfte des Lebens

    Mit gelben Birnen hänget
    Und voll mit wilden Rosen
    Das Land in den See,
    Ihr holden Schwäne,
    Und trunken von Küssen
    Tunkt ihr das Haupt
    Ins heilignüchterne Wasser.

    Weh mir, wo nehm ich, wenn
    Es Winter ist, die Blumen, und wo
    Den Sonnenschein,
    Und Schatten der Erde?
    Die Mauern stehn
    Sprachlos und kalt, im Winde
    Klirren die Fahnen.

    Hölderlin

    Als wie der Tag die Menschen hell umscheinet
    Und mit dem Lichte, das den Höhn entspringet,
    Die dämmernden Erscheinungen vereinet,
    Ist Wissen, welches tief der Geistigkeit gelinget.


    Scardanelli
    Der wanderer ist nun angekommen
    Der geist hat ihm die sprache nicht genommen
    Ganz brav im jugendlichen schein
    Fühlt er beim reime sich daheim

    Nicht alle wege waren ihm erschlossen
    Wenig worte nur in seine verse flossen
    Diotima wohl blieb unerreicht
    Obwohl ihr sanfter atem um ihn streicht

    Nicht klarheit ist der rhythmen lohn
    Auch sinnlos zierde gereichte ihm zum hohn
    Im sanften winde weht der geist
    Der purpurn unterthänigkeit verheisst

    Als wie der tag die menschen hell umscheint
    Die dämmernd ahnungen vereint
    Und mit dem lichte ,dass der höh entspringt
    Ist wissen welches tief der geistigkeit gelingt

    hyperion




    Abendphantasie

    Vor seiner Hütte ruhig im Schatten sitzt
    Der Pflüger, dem Genügsamen raucht sein Herd.
    Gastfreundlich tönt dem Wanderer im
    Friedlichen Dorfe die Abendglocke.

    Wohl kehren itzt die Schiffer zum Hafen auch,
    In fernen Städten, fröhlich verrauscht des Markts
    Geschäftger Lärm; in stiller Laube
    Glänzt das gesellige Mahl den Freunden.

    Wohin denn ich? Es leben die Sterblichen
    Von Lohn und Arbeit; wechselnd in Müh' und Ruh
    Ist alles freudig; warum schläft denn
    Nimmer nur mir in der Brust der Stachel?

    Am Abendhimmel blühet ein Frühling auf;
    Unzählig blühn die Rosen und ruhig scheint
    Die goldne Welt; o dorthin nimmt mich,
    Purpurne Wolken! und möge droben

    In Licht und Luft zerrinnen mir Lieb' und Leid! -
    Doch, wie verscheucht von töriger Bitte, flieht
    Der Zauber; dunkel wirds und einsam
    Unter dem Himmel, wie immer, bin ich -

    Komm du nun, sanfter Schlummer! zu viel begehrt
    Das Herz; doch endlich, Jugend! verglühst du ja,
    Du ruhelose, träumerische!
    Friedlich und heiter ist dann das Alter.
    .
    Geändert von hyperion01 (17.02.2012 um 08:51 Uhr)

  2. #2
    Registriert seit
    Sep 2008
    Beiträge
    477
    Hallo hyperion01,

    Deinen Beitrag, das Gedicht Hälfte des Lebens von Friedrich Hölderlin hier einzustellen, habe ich gern zur Kenntnis genommen, ist es doch eins meiner Lieblingsgedichte. Andererseits wirft Dein Beitrag einige Fragen auf.

    Die erste hiervon ist: Worum geht es hier eigentlich? Geht es darum, Dein Verständnis des Gedichts den Lesern nahezubringen oder um etwas anderes, denn Hälfte des Lebens ist ja nicht das einzige Gedicht, das Du hier zitierst?

    Der erste Absatz unter dem Gedicht - betitelt (?) mit Hölderlin ist intelligent, doch im Grunde nur beschreibend. Neugierig machen den Leser die Zeilen:

    Das Gedicht scheint eine naive Naturschilderung zu sein. (...) Das Gedicht ist das Ergebnis einer genauen und tiefgreifenden philosophischen Reflektion.
    Inwieweit es das ist, bleibt ungeklärt. Wer sich dafür jedoch interessiert, erfährt es unter dem Link:
    -entfernt, keine Fremdverlinkung bitte. Taras Bulba, Mod-.
    Ich nehme nicht an, daß Du den Artikel verfaßt hast, doch warum gibst Du dann die Quelle nicht an?

    Ähnlich ist es mit dem zweiten Absatz unter dem Gedicht, den Du, ohne die Quelle zu nennen, von Wikipedia entnommen hast. Besonders hilfreich ist das Zitat jedoch nicht, den es bezieht sich auf die Zeit von 1794, wohingegen Hälfte des Lebens 1805 entstanden ist, also 11 Jahre später.

    Nach den zwei "Zitaten" folgt ein weiteres Gedicht, von dem man allerdings weder weiß, wie es heißt, noch von wem es ist. Es handelt sich um Hölderlins Gedicht ÜBERZEUGUNG aus dem Jahre 1841.

    Daraufhin folgt ein Gedicht, das wohl aus Deiner Feder stammt. Und am Schluß kommt noch ohne Begründung das berühmte Hölderlingedicht Abendphantasie aus dem Jahre 1803.

    Wenn User sich wegen eines besseren Verstehens von Hälfte des Lebens hier einklicken, dann kommen sie kaum auf ihre Kosten. Darüber hinaus kommt es einem Plagiat gleich, wenn Du hier Sachen zitierst, ohne die Quellen zu nennen. Warum hast Du nicht Dein eigenes (?) Gedicht ohne weiteres hier eingestellt?

    Für die Leute, die sich für Hälfte des Lebens interessieren, hier noch ein klärendes Zitat, das ich in dem Faden Nr 8 zu meiner Geschichte Hölderlin am Krankenbett eingestellt habe.

    Wir haben für die erste Strophe eine Abfolge der Bilder von den reifen Birnen als Zeichen der Grundbedürfnisse (Nahrungsmittel) hin zum Bild der natürlichen Gefühle (wilde Rosen) gefunden, die mit dem Land ins Wasser ragen. Dieses Wasser ist das Element des Schwans. Es ist das 'heilignüchterne' Wasser, in das der Schwan sein Haupt 'tunkt'. Wenn der Schwan aber das Bild des Dichters ist, dann ist der See, das Wasser, das Element, aus dem die Dichtung entsteht.

    Jürgen Matoni; Interpretation: Friedrich Hölderlin "Hälfte des Lebens."
    Lieben Gruß

    Friedrich
    Geändert von Dr. Üppig (16.02.2012 um 23:35 Uhr)

  3. #3
    Dr. Üppig Guest
    Hallo hyperion01,

    Ich habe die wohl eindeutig zitierten Passagen entfernt.
    wikipedia-Zitate sind im Sprechzimmer zulässig, müssen aber als solche gekennzeichnet werden. Du kannst das Zitat mit einem entsprechenden Vermerk gerne wieder einstellen. Was die andere Passage betrifft: Da ich nicht sicher gehen kann, ob du der Autor des Beitrags von der von Friedrich aufgeführten Homepage bist, habe ich auch diesen Abschnitt entfernt. Bitte beachte hierzu diesen Faden.

    Hallo Friedrich,

    Da deine Verlinkung gehofen hat, das Zitat als solches zu identifizieren, danke ich dir hierfür. Ich möchte dich bitten, bei weiteren Vorfällen solcher Art mich oder einen anderen Mod per PN zu informieren, um nicht unnötig Links zu externen Websites zu veröffentlichen.

    mfG Mod
    Geändert von Dr. Üppig (16.02.2012 um 23:44 Uhr)

  4. #4
    Registriert seit
    May 2011
    Ort
    graz
    Beiträge
    220
    hallo friedrich

    ich danke dir für deine erläuterungen,du bist ein profunder kenner der materie.
    es liegt mir fern plagiate hineinzukopieren,ich bin kein selbsternannter dichter(versklempner)
    ich sehe die sprache als göttliche gabe neben dem geist,wenn du meine beiträge betrachtest
    wirst du erkennen,dass alles von nietzsche seinen ausgangspunkt nimmt,so gab auch nietzsche
    schon in frühen jahren eine "leseempfehlung" für hölderlin.mein nick ist natürlich auf hölderlins
    briefroman bezogen,auch stefan zweig hat eine wunderbare biographie im zuge seiner"baumeister
    der welt" verfasst,in seinem kampf mit dem dämon, in dem auch nietzsche betrachtet wird,meist
    als gegensatz zu goethe.auch die personen ,lou salome ,rilke ,rudolf steiner,der nietzsche als einen
    "kämpfer gegen seine zeit" betrachtete,könnten den einen oder anderen interessierten zu weiterer
    beschäftigung ermuntern.
    vielleicht darf man die hälfte des lebens auch in hinsicht auf meinen nahenden fünfzigsten geburtstag
    betrachten,wobei man mit 50 wahrscheinlich die hälfte des lebens überschritten haben dürfte.

    Friedrich Hölderlin
    Der zürnende Dichter
    Fürchtet den Dichter nicht, wenn er edel zürnet, sein Buchstab
    Tötet, aber es macht Geister lebendig der Geist

    lieben gruß

    hyper1
    Geändert von hyperion01 (17.02.2012 um 08:48 Uhr)

Was dich vielleicht auch interessieren könnte:

  1. Ich brauche meine zweite Hälfte
    Von proletmaultritt im Forum Humor, Satire und Rätselhaftes
    Antworten: 1
    Letzter Beitrag: 28.09.2014, 10:09
  2. Die Hälfte der Gedichte...
    Von Terrorist im Forum allgemeine Diskussionen
    Antworten: 31
    Letzter Beitrag: 30.01.2013, 12:42
  3. Bessere Hälfte
    Von nimmilonely im Forum Humor, Satire und Rätselhaftes
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 09.11.2010, 15:10
  4. Für die bessere Hälfte...
    Von rawon im Forum Liebe und Romantik
    Antworten: 0
    Letzter Beitrag: 28.02.2007, 03:42
  5. Meine bessere Hälfte
    Von MrChilene im Forum Liebe und Romantik
    Antworten: 2
    Letzter Beitrag: 25.10.2005, 10:04

Berechtigungen

  • Neue Themen erstellen: Nein
  • Themen beantworten: Nein
  • Anhänge hochladen: Nein
  • Beiträge bearbeiten: Nein
  •  

Anmelden

Anmelden