Frühes Morgenlicht

©Hans Hartmut Karg
2012

Wenn Sonnenlicht sich leicht verfängt
Und spinnwebengenau
Im Tau am Nebel tanzend hängt,
Verliert die Welt ihr Morgengrau.

Kein Windchen lebt jetzt mehr im Wald,
Die lichten Strahlen finden Boden,
Und wo der Spechtschlag hämmernd hallt,
Liegt Waldsaum und Grassoden.

Ein Pilz durchbricht das grüne Moos,
Die Lerche schraubt sich höher.
Jetzt liegt das Licht in Waldes Schoß
Und das lockt frühe Geher.

Das Morgenlicht erfrischt den Tag,
Damit er ja nicht rastet.
Im Wiesengrund taut der Belag,
Auf dem ein Rehkitz hastet.

Kein Tag ist groß, der nicht im Licht
Des Morgens seine Freiheit findet.
Er ist das wahre Angesicht,
Das Angst und Elend bindet.

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