Thema: dein Nein

  1. #1
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    dein Nein

    .



    Das will ich mir erlügen
    bis es im Glauben ruht:
    Ich könnte dir genügen, -
    dein Nein könnt' gar nicht sein, -

    Ich Liebespechliebkoser
    vernein' dein Nein aufs Blut.
    Mein kleiner, hoffnungsloser,
    doch gleichwohl Hoffnungsschein.

    Er ist in diesem Liede
    mir Amboss, Hammer, Glut.
    Doch was ich auch draus schmiede, -
    das Erz bleibt stets dein Nein.





    .
    .
    .
    "Vielleicht fing ich an zu dichten, weil ich arm war und einer Nebenbeschäftigung bedurfte, damit ich mich reicher fühlte." ROBERT WALSER

  2. #2
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    Ein gelungenes Gedicht, welches zum Ausdruck bringt, dass man sich nichts vormachen sollte, sondern lieber der Wahrheit in´s Auge blickt, anstatt alles Mögliche hinein zu interpretieren oder sich was einredet.
    "Nein", das ist natürlich ein Extrem-Beispiel. Aber in kleinen Sachen, neigen einige dazu.

    Tom:"Sie hat mir geschrieben, dass sie mit mir Ausgehen will. Sie findet mich interessant, oder?"
    Klaus:"Sie hat Dir geschrieben, dass sie mal schaut, ob sie in diesem Monat für ein Kaffeetrinken Zeit findet."

    Manchmal ist es besser, Objektivität zu bewahren.
    Hoffnungsloser Hoffnungsschein, das sagt sehr viel aus und mir gefällt diese Wortwahl.
    Das Versmaß und der Reim gefallen mir auch. Wobei ich in der letzte Strophe, als, für mich, besser klingendes Ende, vom Schema "sein-Schein-nein" wechseln würde, um eher dann noch ein weiteres mal auf Glut zu reimen, wenn Du da noch etwas findest, (aber das ist ja wie immer, die liebe Ansichtssache.) und es muss ja auch mit Erz stimmig sein. Das fand ich auch, ist ein guter Ausspruch.
    Ein schönes Gedicht, was in sich stimmig ist.


    lg
    star_nebula
    Meine Kumpel sind Johann Gottfried, Johann Wolfgang und Friedrich.

    Hier gelangst Du zu meinen Gedichten

  3. #3
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    Hi, leporello -

    ein sehr düsteres Gedicht.
    Vom Inhalt her erinnert es mich an J.Ch. Günther, vor allem die Hammer-Amboß-Sentenz.
    Formal ist es natürlich leporellischer Eigenbau,
    der mir hier sehr gefällt.

    LG
    Barbarossa

  4. #4
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    @barbarossa: j.ch. günther? da schau ich doch gleich mal in unser tolles archiv!!
    ich kenne den text nicht, und bin froh, wenn er trotzdem noch genug anderes eigenes zeugs enthält, falls ich da schon bestehende metaphern recyclet haben sollte...
    danke fürs leden und gefallen.

    @star_nebula:
    du sprichst das an, woran ich auch rumgehirnt habe: es hat so einfach weniger schlusseffekt, mit der reimerei. auch, weils nur 3 strophen hat. und vielleicht war ich etwas ungeduldig, dass ich keine 4.stophe mehr geschrieben habe.
    dann dachte ich aber: wenns diesen sperrigen eindruck macht, passts wieder zu dem sturen kerl, der nicht richtig hingehört hat, wie dein beispiel von tom und klaus in prosa bestens aufzeigt.
    danke auch dir für den wohlwollenden kommentar.

    gruass lepi
    .
    .
    "Vielleicht fing ich an zu dichten, weil ich arm war und einer Nebenbeschäftigung bedurfte, damit ich mich reicher fühlte." ROBERT WALSER

  5. #5
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    Das Leiden der unglücklichen Liebe und der falschen Hoffnung ist ein mächtiger Motor und ein feuriges Spannungsfeld, die unser Leben antreiben, aber letztendlich ist alles für die Katz (!?). Mir gefällt Dein Gedicht, ohne Herz und Schmerz in dieser Nüchternheit: offener, resignierter, wahrhaftiger. Das Erz hat es mir angetan. LG GM

  6. #6
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    hallo guy montag.
    danke auch dir für deinen zustimmenden kommentar.
    mir fällt dank deiner allgemeinen überlegung auch grad auf, dass, wenn der liebespechliebkoser nicht wäre, das gedicht auch ganz allgemein für stellenabsage, kreditverweigerung oder besuchsrecht und all sowas gelten könnte.

    dem herrn montag ein schönes wochende
    gruass lepi
    .
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