1. #1
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    Lightbulb Reklame kann ich absolut nicht leiden.

    Bei manchen Dingen kann ich nur noch lachen.
    Reklame kann ich überhaupt nicht leiden.
    Sie wolln uns nur zum blöden Affen machen.
    Ich sag es einfach so und ganz bescheiden.

    Reklame kann ich überhaupt nicht leiden.
    Da werd ich wild und lass es furchtbar krachen.
    Ich sag es einfach so und ganz bescheiden.
    Ich schreie dann und mach die schlimmsten Sachen.

    Da werd ich wild und lass es furchtbar krachen.
    Ich raste aus, kann so was nicht vermeiden.
    Ich schreie dann und mach die schlimmsten Sachen.
    Ich schäm mich richtig, möcht mich schnell verkleiden


    Ich raste aus, kann so was nicht vermeiden.
    Reklame stopf ich denen in den Rachen.
    Ich schäm mich richtig, möcht mich schnell verkleiden.
    Bei manchen Dingen kann ich nur noch lachen.

    hoyko
    Geändert von Nachteule (15.02.2012 um 14:22 Uhr) Grund: Glübirne

  2. #2
    Derolli Guest
    Lieber Hoyoko,

    Ich schreie dann und mach die schlimmsten Sachen.
    und dann sag nochmal einer Reklame würde uns garnicht so sehr beeinflussen. Ein stets aktuelles Thema hast du dir da ausgesucht und auch noch im Pantum verdeutlicht, dass sie immer wieder kehrt die Werbung. Es wird unterbrochen, wenn man eigentlich weiter Schauen wollte (gerade wenn es spannend wird, oder die Handlung entscheident weitergeht), dazu passt die dem Pantum eigene Wiederholung, das ständige im Kreis drehen hervoreragend. Ausgefeilte Idee.


    Ps: Als Stichwort würde gut Dauerwerbesendung passen!
    Geändert von Derolli (16.02.2012 um 08:24 Uhr)

  3. #3
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    Hallo hoyoko,

    Mit Glühbirne erkennt man es auch...

    Die "Pflichten" der Aufgabe hast du nicht ganz ausgereizt (Mittelreime und 9-silbig) bist aber dennoch innerhalb der Pantumregeln geblieben. Basst allso.
    Der dritte/drittletze Vers ist in meinen Augen dann aber doch etwas zu weit vom "original" weg.

    Die einzelnen Sätze lassen das Gedicht zwar einfach in ein Pantun/m verwandelnd, lassen es aber ebenso schnell auch zerbrechen. Man bekommt das Gefühl, nur einzelne Sätze zu lesen.

    Zur Einzelkritik:
    Sie wolln uns nur zum blöden Affen machen.
    Die Elision kannst du ganz einfach entfernen, indem du den Text leicht zu "Sie wollen uns zu blöden Affen machen" oder etwas stärker zu "Sie wollen uns auch nur zu Affen machen" änderst. Ersteres sollte deine Intention nicht verändern, das zweite nur leicht.

    Ich sag es einfach so und ganz bescheiden.
    Das würde ich etwas ändern. Ich würde aus dem Schatten der Bescheidenheit fliehen und in "Ich sag es einfach so, ganz unbescheiden" rennen.

    Ich schäm mich richtig, möcht mich schnell verkleiden
    Der Satz hier (fehlt ein Punkt am Ende) klingt für mich, zumindest am Schluss, sehr stark noch Reimzwang. Was mir spontan an passenden Reimen einfällt wäre "erleiden" (blöd, da leiden schon da ist) "ankreiden" (im Sinn von beschuldigen recht passend) "beiden" (geht immer... )...

    Du beginnst sehr viele Verse mit "ich", was durch das Pantun/m noch verstärkt wird. Das hat zwar etwas Wiederholendes, aber nervt dann auch irgendwann. Vielleicht findest du noch alternativen.

    Das wäre mal, was mir so auffällt. Die Themenwahl für ein Pantun/m gefällt mir auch gut, weil es die Wiederholung der Reklame wiederspiegelt und man mit den Versen, hier Sätzen, gut spielen kann.

    Für die Erste Gruppenaufgabe gut gelöst. (man muss sich ja erst einmal daran gewöhnen, dass man nicht "sein eigener Herr" ist.

    nächtlicher Gruß, gutes nächtle und carpe noctem
    Nachteule
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    Hier stehe ich! Ich kann nicht anders! Gott helfe mir! Amen!
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  4. #4
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    Guten Morgen Hoyoko .

    Deine Wut über Werbung teile ich! Sowas nennt sich, glaube ich "Marktforschung" und wird wissenschaftlich betrieben. Neulich las ich einen Bericht über Eierkartons: Jeder weiß, wie und wo Eier "produziert" werden, vergisst es aber schnell beim Anblick eines romantischen Bauernhofs auf der Packung. Ein Bild mit den tatsächlichen Zuständen würde die Käufer abschrecken.

    Hans hatte sich Binnenreime und kurze Verse gewünscht; also sind deine Verse zu lang und es fehlen die Binnenreime. Nach den gängigen Regeln ist dein Pantum natürlich gelungen. Auch die letzte Strophe ist "richtig" - sie irritiert nur ein wenig, weil sie S1 V3 sehr ähnelt.

    Du hast deinen Ärger sehr deutlich und flott formuliert. Das Thema eignet sich fürs Pantum ganz hervorragend und wird geradezu eingehämmert.

    Sehr gerne gelesen.
    Herzliche Grüße,
    Medusa.

  5. #5
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    Hallo Hojoko,
    ich hab da so auch meine Erfahrungen:

    Riesenmengen von Papieren
    liegt im Kasten von den Briefen
    wollen keine Zeit verlieren
    all die Läden die mich riefen.

    Liegt im Kasten von den Briefen,
    Aldi, Lidl, Norma, Spar,
    all die Läden, die mich riefen,
    krieg ich Zorn, das ist ganz klar.

    Klar welch eine Mordsverschwendung von Ressourcen und welch ein furchtbarer Müll.
    Fernsehsendungen, die laufend von Werbung unterbrochen wird, schau ich mir gar nicht mehr an. Das macht einfach keinen Spaß mehr.
    Du hast Deiner Wut hier im klassischen Pantum deutlich zum Ausdruck gebracht und ich kann Dich sehr gut verstehen, allerdings stören mich auch die vielen "Ichs".
    Liebe Grüße,
    Klatschmohn
    ©Klatschmohn
    Überall geht ein frühes Ahnen dem späteren Wissen voraus. Alexander v. Humboldt

  6. #6
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    Lieber hoyoko,

    Du benutzt hier das etwas altmodische, aus der Mode gekommene Wort "Reklame" als Synonym für Werbung. Reklame hatte vergleichsweise noch etwas Ehrliches: Ein Produkt wurde ausgerufen und angepriesen, also in erster Linie bekannt gemacht. Werbung hingegen zielt auf tiefere Schichten, will vor allem verführen!
    Was die Form und den Inhalt Deines schönen Pantums anbetrifft, schließe ich mich voll und ganz den Aussagen Medusas an!

    Liebe Grüße aus dem Westend von Carlino

  7. #7
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    Hallo, liebe Glühbirnen! Ich bedanke mich für Eure Stellungnahmen. Soviel bin ich eigentlich nicht gewohnt. Ja verdammt die Doppelreime und nur 8 bzw. 9 Silben , daran habe ich mich leider nicht gehalten. Mit den Dopelreimen konnte ich nichts richtig anfangen. Ich habe das Gedicht auch erst am 13. 2 geschrieben. Ich hatte nur noch im Gedächtnis – ein Pantum soll es sein, na dann man tau
    Dies bezüglich möchte ich noch sagen, wir sollten die Aufgabenstellung nicht durch persönliche Vorlieben eingrenzen..Man sollte jedem soviel Gestaltungsfreiheit lassen, wie nur möglich. Aber das sind wahrscheinlich die Anfangsschwierigkeiten. Ist nicht böse gemeint.
    Nachteule hat hier die ausführlichste und beste Stellungnahme geliefert.
    Der Hinweis von Carlino Werbung statt Reklame ist richtig. Nun ist er in der Überschrift und ich will es nicht mehr ändern. Zum anderen ist mir das Wort „Werbung“ selbst so zuwider, dass ich es nicht auch noch benutzen wollte. Ich persönlich weiß natürlich, dass Werbung unbedingt notwendig ist. Die Reaktion des lyrischen Ichs ist natürlich überspitzt dargestellt. Aber das lyr. Jch sieht sich ja täglich einer Flut von vielfach unseriöser Werbung ausgesetzt. Sehr oft ist es offensichtlich, dass die Produkte, für die geworben wird, nutzlos oder von geringer Qualität für den Verbraucher sind und man kennt dann schon die verlogenen Visagen. Das lyr. Ich war bestimmt des öfteren der Werbung erlegen und das Produkt hat sich von mieser Qualität erwiesen. Das kommt jetzt immer öfters vor, da in old Germany Konsumartikel immer weniger produziert werden.
    Ich schäm mich richtig, möcht mich schnell verkleiden
    Ja das Wort „ verkleiden“ habe ich noch gebraucht. Der Satz sollte aber auch aussagen, dass das lyr Ich kein Choleriker ist und ihm seine spontane und außergewöhnliche Reaktion hinterher peinlich ist und er sich am liebsten verkleiden möchte um nicht mehr gesehen zu werden. Im Gegensatz zu denjenigen, die für eine stattliche Summe Geld den Leuten schamlos ins Gesicht lügen.
    Das solls gewesen sein. Ich denke, wir haben alle etwas gelernt. Alles Gute und Schöne! hoyoko

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