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Thema: Sei bei mir

  1. #1
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    Sei bei mir

    Ich will für immer bei dir sein
    Und Seit an Seit verliebt vertun.
    Ich will auch nimmer ganz allein
    Und unter Leid verendet ruhn.

    Und Seit an Seit verliebt vertun -
    ist‘s besser als der ganze Rest?
    Und unter Leid verendet ruhn -
    ist‘s schlimm? Fast Balzers schwarze Pest?

    Ist’s besser als der ganze Rest,
    Wenn du doch nicht hier bei mir bist?
    Ist‘s schlimm, fast Balzers schwarze Pest?
    So schaffe Licht, mir wird’s sonst trist.

    Wenn du doch nicht hier bei mir bist
    - Ich bin auch nimmer ganz allein -
    So schaffe Licht - mir wird’s sonst trist!
    Ich will für immer bei dir sein!
    Geändert von Nachteule (13.01.2013 um 22:03 Uhr)
    Meine Sydnatur:
    Greis und Greisin miss u <3
    Hier stehe ich! Ich kann nicht anders! Gott helfe mir! Amen!
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    Du verstehst Nachteules Kommentar nicht? Lyrisches Lexikon der Nachteule; für Einsteiger: der Kommentarfaden; wenn dir ein Kommentar besonders gefällt, kannst du ihn zur Kritik des Monats nominieren
    Drama: Das Gericht; Prosa: Fernreise als Kurztrip, Krieg im Frieden, Die Tote

  2. #2
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    Hallo Nachteule,

    das Pantun ist momentan hier sehr momentan. Wie Due es umgesetzt hast gefällt mir.
    Und unter Leid verendend ruhn
    ist das nicht ein wenig dick aufgetragen?
    Ich würde trist jedoch klein schreiben oder meinst Du etwas anderes damit?

    Gern gelesen
    Günter
    Gedanken eines Gedichts verraten noch nichts. Doch hat man alle gelesen, erkennt man Dichters Wesen.

    (c) auf alle Werke

  3. #3
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    hallo Nachteule und G.Heimer.

    nachdem der fachbegriff gefallen ist, getrau ich mich auch.
    das musste ja so ne komische form sein, ich wollte nur nicht als erster kritiker nicht zugeben, dass ich sie nicht kenne. tu ichs eben als zweiter

    das thema passt gut zu den wiederholenden versen. immerhin gehts um eine (unglückliche?) liebe, wo es bekanntlich immer was zu flehen und wimmern gibt. und das am besten repetitiv

    die stelle, die auch herr g.heimer schon hervorhob hat mich auch zumindest gebremst.
    müsste es nicht heissen: "ich will nimmer [...] unter Leid verendet ruhn"? wobei dann das "unter" überflüssig ist:
    "ich will nimmerLeid verendet ruhn"

    gruass lepi
    .
    .
    "Vielleicht fing ich an zu dichten, weil ich arm war und einer Nebenbeschäftigung bedurfte, damit ich mich reicher fühlte." ROBERT WALSER

  4. #4
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    Hallo G.Heimer,

    ja, das Pantun ist zur Zeit in. Hinter wahrscheinlich jeder Glühbirne kannst du eines finden.

    Es freut mich, dass dir meines gefällt!
    ist das nicht ein wenig dick aufgetragen?
    Das wird ja negativiert, ist also nicht aktuell. Sonst verstehe ich, was du mir damit sagen möchtest, das ist schon recht schnulzig, aber eben vom LI nicht mehr "erwünscht". Darum geht es, glaube ich, schon.
    Ich würde trist jedoch klein schreiben oder meinst Du etwas anderes damit?
    Da hast du natürlich recht... Scheiß adjektive... Und Jetzt Adjektive noch klein geschrieben... neineinei...

    Danke für deine Kommentar!

    @Lepi
    das musste ja so ne komische form sein, ich wollte nur nicht als erster kritiker nicht zugeben, dass ich sie nicht kenne. tu ichs eben als zweiter
    Beim Pantun/Pantum geht es darum, dass V2 und V4 jeder Strophe sich in der nächsten als V1 und V3 wiederholen. Somit entsteht ein Kreuzreim. Im letzen Vers wird dann V3 der S1 zu V2 von Sn und V1 der S1 zu V4 von Sn. Vom System her recht einfach, aber in der Umsetzung dann umso schwere, da der Vers ja in der nächsten Strophe einen Sinn machen muss.

    das thema passt gut zu den wiederholenden versen.
    Danke schön! Ich bin ehrlich: Ich suchte ein Thema, bei dem man möglichst allgemein gültige Aussagen machen kann. Da kam mir die Liebe unter...
    Du hast heute mit Fremdwörtern, kann das sein?

    müsste es nicht heissen: "ich will nimmer [...] unter Leid verendet ruhn"? wobei dann das "unter" überflüssig ist:
    Verendet ist zumindest eine interessante Alternative. Ich dachte daran, dass das LI immer weiter verendet, als
    Tätigkeit. Aber es als schon völlig verendet darzustellen (Zustand) klingt auch recht interessant. Ich überlege es mir! Das unter braucht eich für das Metrum...

    Auch dir danke für deinen Beitrag!

    nächtlicher Gruß, gutes nächtle und carpe noctem
    Nachteule
    Geändert von Nachteule (15.02.2012 um 16:30 Uhr)
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  5. #5
    Derolli Guest
    Liebe Nachteule,

    du hast dich der ganzen Schwere der Aufgabe gewidmet, Pantum, Mittelreim und kurze Verse (auf 8 Silben beschränkt). Darauf habe ich natürlich gehofft um zu sehen wie man es richtig macht. Was mich dann noch zusätzlich (im Übrigen sehr positiv) überrascht hat ist die Rubrik Liebe und Romantik.
    Die erste Strophe ist auch gleich Romantik in Reinkultur, doch dann hast du mich zum Nachforschen gebracht. Balzers schwarze Pest, zunächst dachte ich an Belzebub, nach einer Googlesuche war ich dann in Lichtenstein, aber so wirklich gelöst habe ich dieses von dir verwendete Bild noch nicht - bin mir aber sicher, dass es sich um etwas sehr Schlimmes hadeln wird.
    Licht als Gegensatz zu trist zu verwenden ist sehr gelungen und stellt die Schattenseiten heraus, wenn man auf die Liebe wartet oder diese unerfüllt bleibt.
    Den Mittelreim hast du ohne Ecken in die Sprache eingebettet, was mir selbst eine unlösbare Aufgabe geblieben ist. Das Einzige was mir (aber das ist ganz klar wegen der Limitierung auf acht Silben so passiert) ungewöhnlich vorkommt, zumindst wenn man wie ich deinen sonst elegant ausformulierten Stil mag, sind die Verkürzungen (V6 und V8 und dann auch noch zweimal das gleiche Wort) welche du verwendest.
    Um so zu schreiben, muss ich noch eine Menge lernen. Danke
    Geändert von Derolli (15.02.2012 um 17:06 Uhr)

  6. #6
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    Hallo Derolli,

    du hast dich der ganzen Schwere der Aufgabe gewidmet, Pantum, Mittelreim und kurze Verse (auf 8 Silben beschränkt).
    Klar, ganz oder gar nicht.
    Du kannst dich sicherlich auch schon auf ein paar Distichons freuen. Jetzt muss ich mir nur noch ein Thema ausdenken.
    darauf habe ich natürlich gehofft um zu sehen wie man es richtig macht. Was mich dann noch zusätzlich (im nachhinein sehr positiv) überrascht hat ist die Rubrik Liebe und Romantisches.
    Das nehme ich jetzt mal als zwei Komplimente! Danke!

    Balzers schwarze Pest, zunächst dachte ich an Belzebub, nach einer Googlesuche war ich dann in Lichtenstein, aber so wirklich gelöst habe ich dieses von dir verwendete Bild noch nicht - bin mir aber sicher, dass es sich um etwas sehr Schlimmes hadeln wird.
    Lichtenstein? Komm lieber nach Schwaben, da ist es schöner und gibt weniger Fürsten... Balzer ist ein lt. Duden ein Neologismus (er kennt das Wort nicht), das den balzenden bezeichnen soll. Das die Balz das Liebesspiel ist, weiß man ja. Die schwarze Pest ist dann folglich die größte Angst des Balzenden/Balzers.

    Licht als Gegensatz zu trist zu verwenden ist sehr gelungen und stellt die Schattenseiten heraus, wenn man auf die Liebe wartet oder diese unerfüllt bleibt.
    Den Mittelreim hast du ohne Ecken in die Sprache eingebettet, was mir selbst eine unlösbare Aufgabe geblieben ist.
    Für beides: Danke schön! Wie es bei dir war, werde ich mir dann auch noch ansehen.

    ungewohnlich vorkommt, zumindst wenn man wie ich deinen sonst elegant ausformulierten Stil mag, sind die Verkürzungen (stark verkürzt... )
    Ja, das kam zum einen durch die Limitierung und zum anderen dadurch, dass ich effektiv daran eine halbe Stunde saß, da ich, nach einem Blick in den Kalender, feststellen musste, dass der Abgabetermin direkt nach meine Prüfungen und kurz nach einem Wochenendtrip an den Bodensee fällt. Dass dann noch Moderationsarbeiten und eine Erkältung reinfällt war Zufall... Da konnte ich es nur schreiben und ein paar Kleinigkeiten ausbügeln. Dass es dir dennoch gefällt freut mich darum umso mehr.
    Das Doppelte Ist's war eigentlich Zufall.
    Um so zu schreiben, muss ich noch eine Menge lernen. Danke
    Hast noch 850 Beiträge Zeit. (Der Rest ist Modkram)

    Vielen Dank für deinen positiven Kommentar!

    nächtlicher Gruß, gutes nächtle und carpe noctem
    Nachteule
    PS: Was ich lustig fand: zwei Minuten später geändert und dennoch vier Tippfehler oder so dringelassen...
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  7. #7
    Derolli Guest
    Liebe Nachteule,

    danke für die Aufklärung des verwendeten Neologismus. Was könnte die größte Angst des Werbenden sein? Zurückweisung, die falsche Wahl zu treffen, an zweiter Stelle zu kommen, verspottet zu werden ... ja das kann die Seuche sein.

    Habe diesmal nur sieben Rechtschreibfehler eingebaut, da der Kommentar nicht so lange ist. Danke für dein Verständnis im Voraus

  8. #8
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    Hey,

    Was könnte die größte Angst des Werbenden sein? Zurückweisung, die falsche Wahl zu treffen, an zweiter Stelle zu kommen, verspottet zu werden ... ja das kann die Seuche sein.
    so in etwas... gibt ja viele Möglichkeiten. Von Werbendem zu Werbendem unterschiedlich.

    Habe diesmal nur sieben Rechtschreibfehler eingebaut, da der Kommentar nicht so lange ist. Danke für dein Verständnis im Voraus
    Ist ja kein Problem, ich sah nur, dass du den Beitrag noch änderst, und wartete mit der Antwort. Als ich dann sah, dass du einen von fünf Tippfehler korrigiert hattest, musst ich halt grinsen.

    nächtlicher Gruß, gutes nächtle und carpe noctem
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  9. #9
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    Sei bei mir

    Hallo Nachteule,

    danke dafür, dass Du die Aufgabe in vollem Umfang akzeptiert und auch gut gelöst hast. Hier hast Du mich in der Qualität (reine Reime und Metrik) übertroffen. Es lohnt sich ein mehrfaches Lesen, da dann das Gefühlvolle der Themendarstellung erst voll erfasst wird. Ansonsten schließe ich mich meinen Vorrednern an.

    LG Hans
    Mein erster Gedichtband Einmal durchs Leben mit Hans Plonka ist nun beim Daniel Gockel Verlag erhältlich. Bei Interesse schaut in mein Profil unter Homepage.

  10. #10
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    Hallo Hans,

    danke dafür, dass Du die Aufgabe in vollem Umfang akzeptiert und auch gut gelöst hast.
    Wenn ich etwas mache, dann auch ganz. Danke für das "gut gelöst".

    Hier hast Du mich in der Qualität (reine Reime und Metrik) übertroffen.
    Danke schön!

    Es lohnt sich ein mehrfaches Lesen, da dann das Gefühlvolle der Themendarstellung erst voll erfasst wird.
    Ich glaube, die Gefühle eines Gedichts erschließen sich meist erst beim zweiten Mal lesen, da man dann schon den Lesefluss kennt und sich nicht mehr darauf konzentrieren muss. Erst dann kann man sich vollens dem Inhalt widmen.

    Danke für deinen Kommentar!

    nächtlicher Gruß, gutes nächtle und carpe noctem
    Nachteule
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    Hier stehe ich! Ich kann nicht anders! Gott helfe mir! Amen!
    (Der Buchstabe)
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  11. #11
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    Hallo Nachteule,

    also als Liebesgedicht empfinde ich Dein Pantum nicht, denn das "verliebt tun" widerspricht der Liebe ja eigentlich. Überhaupt scheint sich ja niemand in der Beziehung sicher zu fühlen, eher scheint die Angst vor der Einsamkeit die vorherrschende Gefühlslage zu sein.
    Ich denke, dass Du mit Deinem Gedicht Beziehungsstrukturen aufgezeigt hast, die gar nicht so selten sind. Abhängigkeiten, Verlassenheitsängste, Lügen, Verdrängungen. Aber vielleicht gibt es solche Momente in jeder Beziehung mal. Du hast das gut in Deinem Pantum herausoperiert, aber ich muss gestehn: ich hab Gänsehaut bekommen.

    Liebe Grüße,
    Klatschmohn
    ©Klatschmohn
    Überall geht ein frühes Ahnen dem späteren Wissen voraus. Alexander v. Humboldt

  12. #12
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    Guten Morgen Nachteule

    Hier habe ich dein Pantum nicht erwartet, das Thema passt jedoch sehr gut.

    Du hast dich also für Majuskeln am Versanfang entschieden? Ich mags nicht, aber das ist Geschmackssache.

    In S1 und S4 sind dir die Binnenreime ganz hervorragend gelungen, in S2 und S3 weniger (ich hab sie überhaupt nicht hingekriegt!); die kurzen Verse sind sehr aussagekräftig.

    Mich stören etwas die vielen Einsilber, ganz besonders in S3 V2/S4 V1: „Wenn du doch nicht hier bei mir bist?“ (hier stimmt auch die Betonung nicht ganz). Auch die Füllsel (auch, und, fast, sonst) mag ich nicht sehr. Ich denke, sie sind leicht zu ersetzen.

    Ein wenig hadere ich mit deiner Zeichensetzung. Besonders die Bindestriche halte ich für entbehrlich; vor und hinter ihnen müsste ein „Leer“ stehen.

    Dies sind nur Kleinigkeiten, die deinem Pantum nicht sonderlich schaden. Sämtliche Regeln und die Wünsche vom Hans hast du perfekt eingehalten. Sprache und Gefühle fließen leicht lesbar dahin und die Wiederholungen wirken keineswegs langweilig. Ein Pantum, das den Zusatz „Lied“ durchaus verdient; ich habe es sehr gern gelesen.

    Herzliche Grüße,
    Medusa.

  13. #13
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    Liebe Nachteule,

    anstelle Deines etwas weit hergeholten Neologismus "Balzer" würde ich für die entsprechenden Zeilen vorschlagen: ist‘s schlimm? Des Balzhahns schwarze Pest?
    Ansonsten schließe ich mich den Ausführungen Klatschmohns an!

    Liebe Grüße aus dem Frankfurter Westend von Carlino

  14. #14
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    Hallo zusammen,

    @Klatschmohn
    also als Liebesgedicht empfinde ich Dein Pantum nicht, denn das "verliebt tun" widerspricht der Liebe ja eigentlich.
    Das wundert mich jetzt... da steht "Verliebt vertun". Das heißt in etwas "Verliebt vergeuden" und meint die Zeit. Es geht nicht darum so zu tun, als sei man verliebt, sondern die Zeit mit verliebtsein zu "verdummbeuteln".
    Überhaupt scheint sich ja niemand in der Beziehung sicher zu fühlen, eher scheint die Angst vor der Einsamkeit die vorherrschende Gefühlslage zu sein.
    Ja, die Einsamkeit ist hier das "Leitmotiv". Ob Vorherige oder Befürchtete. Die Angst, der Partner geht und man ist alleine oder die Gewissheit, bevor das LD da war, war ich allein. Das will ich nicht mehr. Lieber die Zeit mit verliebtsein verummbeuteln, als sie intensiv alleine zu erleben.
    Du hast das gut in Deinem Pantum herausoperiert, aber ich muss gestehn: ich hab Gänsehaut bekommen.
    Danke schön! (Die Gänsehaut sehe ich auch als Kompliement. )

    @Medusa
    Hier habe ich dein Pantum nicht erwartet, das Thema passt jedoch sehr gut.
    Hehe, weißt doch, ich verstecke mich jedesmal. Freut mich, dass du das Thema passend findest.

    Du hast dich also für Majuskeln am Versanfang entschieden? Ich mags nicht, aber das ist Geschmackssache.
    Mache ich immer. Das gehört für mich irgendwie dazu. Um Enjambements zu unterstützen ist es wohl störend, aber das muss man ja nicht unbedingt...

    n S1 und S4 sind dir die Binnenreime ganz hervorragend gelungen, in S2 und S3 weniger (ich hab sie überhaupt nicht hingekriegt!); die kurzen Verse sind sehr aussagekräftig.
    Ich gehe davon aus, dass du jeweils die "neuen" Verse meinst.
    Jetzt, wo ich es mir auf deinen Hinweis hin noch einmal angesehen habe, muss ich dir zustimmen. "als der"/"Balzer" wusste ich schon vorher, dass er nicht perfekt ist, aber ja, was solls. Ich lerne dadurch ja auch. Danke fürs ansprechen!

    Mich stören etwas die vielen Einsilber, ganz besonders in S3 V2/S4 V1: „Wenn du doch nicht hier bei mir bist?“ (hier stimmt auch die Betonung nicht ganz). Auch die Füllsel (auch, und, fast, sonst) mag ich nicht sehr. Ich denke, sie sind leicht zu ersetzen.
    Die Einsilbigkeit ist mir in dem Ausmaß gar nicht aufgefallen. Ich hatte die Silben nach "Wichtigkeit" betont "Du/nicht" dann das Schlusswort (bist) dann ergab sich das "bei" noch. Optimal ist das aber so wirklich nicht.
    Fast/sonst sind für mich Aussage sichernd. Das "auch" etwas, wobei das "und" in den meisten Fällen wirklich nur Füllwort ist.
    Ein wenig hadere ich mit deiner Zeichensetzung. Besonders die Bindestriche halte ich für entbehrlich; vor und hinter ihnen müsste ein „Leer“ stehen.
    Ich wollte mir ihnen den Leser etwas leiten. Dass du die Interpunktion auf ein "Mindestmaß" beschränkst weiß ich ja...
    Die Leerzeichen stimmen, bzw. müssen wirklich noch hin. Danke für den Hinweis!

    Dies sind nur Kleinigkeiten, die deinem Pantum nicht sonderlich schaden. Sämtliche Regeln und die Wünsche vom Hans hast du perfekt eingehalten. Sprache und Gefühle fließen leicht lesbar dahin und die Wiederholungen wirken keineswegs langweilig. Ein Pantum, das den Zusatz „Lied“ durchaus verdient; ich habe es sehr gern gelesen.
    Danke schön!

    @Carlino
    anstelle Deines etwas weit hergeholten Neologismus "Balzer" würde ich für die entsprechenden Zeilen vorschlagen: ist‘s schlimm? Des Balzhahns schwarze Pest?
    An sich klingt das als Vorschlag gut und ist dem Leser auch sicherlich verständlicher, aber "Balzer" reimt sich ja (mehr oder weniger). Darum werde ich bei meiner Version bleiben.

    Danke euch allen für eure Kommentare und Anmerkungen, was euch aufgefallen ist und gefallen hat!

    nächtlicher Gruß, gutes nächtle und carpe noctem
    Nachteule
    PS:
    Liebe Grüße aus dem Frankfurter Westend von Carlino
    Und ich dachte bis jetzt, ihr wärt im selben Westend...
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  15. #15
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    Hallo Nachteule,
    da habe ich mich doch tatsächlich verlesen ich habe das "ver" tun nur als "tun" gelesen. Da hast Du natürlich recht gemeinsame Zeit kann und soll man miteinander "vertun". Sorry, das tut mir leid, dass ich Dich falsch interpretiert habe.
    Liebe Grüße,
    Klatschmohn
    ©Klatschmohn
    Überall geht ein frühes Ahnen dem späteren Wissen voraus. Alexander v. Humboldt

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