1. #1
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    SCHUTZHAFT, Frühjahr 1933.

    BÜCHERVERBRENNUNG.
    Aus meinem Zyklus. - Der Vogelzug. - 017

    III. REICH.
    Berlin und Bayern.
    Dachau den 20. März 1933.

    Am Brandenburgertor hatten sich die gelbschrillen
    Sieges- und Fackellohen gerade mal soeben verzogen.
    Die Nachhut im Tiefflug das Reichs-Adler Fenster defilierte.
    Schon werden im neuen Luftraum bereits zusätzliche, Reichs-
    Schutz, Muster- und Zwangsvolieren eiligst errichtet. Am
    Draht, für elektrisch geladener Käfige wird eifrig gebogen.

    Auf den Leim gegangen sind sie, zuallererst die traditionellen Linken.
    Die oppositionellen Spatzen, die Uneinsichtigen und die Flügellahmen.
    Die kreativ orientierungslosen Gleiter, dann die heimatlosen Finken,
    Zur Übung, da ward auch schon mal auf die Tontauben geschossen.
    Zur Einheit im Reiche, viele Unterarten haben's erhofft und genossen.

    III. REICH.
    Berlin, Opernplatz-Mai 1933.

    Gleichwohl auch hier, zu hoch schlugen vor hier Ort
    die übermächtigen, diese gelb-roten hitzigen Lohen.
    Falken und Greife, nicht mehr ganz so flugtüchtig,
    inszenierten den Aderlaß, zu den gierigen Lohen.

    Sach- und Fachbücher, von fremdartiger Autoren,
    alte Flieger- Legenden aus allzu fernern Kulturen.
    Unterlagen undeutscher Vogelzugs Motive,
    technische Zeichnungen, Tabellen und Listen,
    die grazilen Aeroplane der begabten Freigeister.
    Vergingen in den Flammen, zu sprühenden Lohen.
    Aufgehetzte Alt- und Jungvögel gröhlten Parolen,
    sie kannten, und sie sangen keine schönen Lieder.

    Ich als neutraler Beobachter bin entsetzt,
    wie sich diese Entwicklung beständig,
    und unaufhörlich, immer weiter hetzt.
    Ich frage mich besorgt, und frage die vielen Anderen,
    sollen sich die grellen Flammen, durch diese Zeitgeschichte,
    sich ewig, und immer weiter fressen, bis hin zu den Anderen.

    emka.
    div. 2010/11
    16.02.2012.
    Geändert von emka (06.10.2012 um 13:18 Uhr) Grund: Unterarten, hetzt, defilierte, gelbroten, Parolen
    Lieber einen Öltupfer unter dem Getriebe meines uralten - MG's
    als eine mittelschwere Ölpest in des lieben Nachbar's - Garten.

    Der Vogelzug. - alle meine Texte: ab 001 - EDEN: sind willkürlich angelegt,
    und aus der Vogelperspektive zu betrachten, zur Zeit pflegt die Vogelwelt
    alle Unarten der "vergangenden Menschheit"

  2. #2
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    Hi, emka -

    Grausen, Grauen, erinnerungsgetränkte Gänsehaut.
    Mehr kann und darf man dazu nicht äußern.

    Hast mir eine schlaflose Nacht bereitet.
    Wo ich doch alles verdrängt und vergessen glaubte.

    Aber ein gut gestaltetes
    "Principiis obsta!"


    Barbarossa

  3. #3
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    Hei Barbarossa, Danke für Deine Mitarbeit,
    Du schreibst von Grausen, Verdrängen und Vergessen.
    Du glaubst das alles ins Vergessen abgeschoben zu haben,
    dann schlafe doch weiter im Kyffhäuser, deinen Elfenbeinturm.
    Du kommentierst bisweilen ultraleichte Lyrik überschwänglich,
    mein Text ist ausgelegt, aufzurütteln und aufzuwecken.
    Sicherlich ist meine Aussage und Gestalltung gewöhnungs bedürftig.
    Aber dafür gilt es: wiederstehe den Anfängen.
    Danke, mfg 16.02.2012 - emka
    Lieber einen Öltupfer unter dem Getriebe meines uralten - MG's
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  4. #4
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    Ich h o f f t e , Vieles vergessen und verdrängt zu haben.
    Wurde wieder einmal von Deinem Text aufgeschreckt.
    Ich selbst habe das in meinen Gedichten weitaus simpler dargestellt.

    "Ultraleicht" kann zum Medikament werden.
    Warum beklagst Du das?


    Barbarossa

  5. #5
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    Hei Barbarossa,
    Bitte zeige mir deine simpleren Darstellungen/Gedichte
    zu diesen Themen auf.
    mfg - emka
    Lieber einen Öltupfer unter dem Getriebe meines uralten - MG's
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  6. #6
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    Ich getraue mich nicht.
    Sie müßten neben Deinen s e h r abfallen!

    LG
    Barbarossa


    habe aber für Dich einen nicht sehr gelungenen Mehrzeiler eingestellt. Spontan.

  7. #7
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    Hei Barbarossa,
    habe mir soeben Deinen spontanen Mehrzeiler "Principiis obsta" angesehen.
    Du schreibst eben brutaler, "Juda, verrecke!", ok. das ist Deine Sache, aber Deine
    Einstellungen zu diesen komplexen Themen sind weiterhin latent. Du sitzt weiterhin
    in Deinen Kyffhäuser und läßt die Raben beobachten. Komm runter vom Elfenbeinturm,
    laß mal erkennen wer Du bist, wie ich schon bemerkte, leichte Kost, überschwänglich
    kommentiert, und dieser hier kurze Mehrzeiler von Dir "Principiis obsta", bleibt
    unausgegoren und wird abrupt beendet. Du läßt den User hängen.
    Du hast es doch wirklich drauf, eine echte Linie zu ziehen.
    (huch, nicht schnupfen).

    Ich bin kein Literat, ich bin ein simpler Techniker und schreibe mir hier seit langen,
    einen dicken Batzen von der Seele. Mehr wollte ich auch nicht erreichen,
    das alles in meinen Möglichkeiten und in meinen Ansichten, ohne Gottlieb W.
    Na gut, so ist es, so es gilt hier: auch für die vielen, und allen Anderen, auch mir!
    Bleibe allen gewogen.
    Hei Barbarossa, Danke und mfg - emka 16.02.2012.
    Geändert von emka (19.02.2012 um 09:45 Uhr) Grund: spontanen
    Lieber einen Öltupfer unter dem Getriebe meines uralten - MG's
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