1. #1
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    Grausamstes Getier

    Grausamstes Getier


    Alt geworden und zuwider
    Reichst die Hände Deinem Heer
    Wo die Unschuld - lässt Dich nieder
    Sähst Dein wüstes Trauermeer

    Hässlich bist Du - trägst ein Kleid
    Wohl gesponnen aus den Stoffen
    Des Zerfalls der Menschlichkeit
    Frisst Dich ein - in jedes Hoffen

    Feierst Scheidung - nimmst den Segen
    Fühlst Dich noch als edler Richter
    Von den Mächten auserkoren
    Legst Du Tod auf die Gesichter

    Doch - Du Biest lebst ständig weiter
    Deine Mutter ist die Gier
    Bist - durch Hass gezeugt - am Leben
    Oh Du grausamstes Getier
    Oh Du grausamstes Getier

    Krieg - wann wirst Du Stillstand geben
    Meine Kumpel sind Johann Gottfried, Johann Wolfgang und Friedrich.

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  2. #2
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    Hallo star_nebula,

    Du benutzt starke Worte. Es entstehen aber kaum Bilder beim Lesen.
    Was mir wirklich gefällt ist "Legst Du Tod auf die Gesichter".
    Ist die Mutter wirklich die Gier? Es klingt alles sehr überzeugt, aber nicht unbedingt überzeugend.
    Der Krieg bleibt mir zu unpersönlich, obwohl er persönlich angesprochen wird.

    Das ist so mein Eindruck. Verbesserungsvorschläge habe ich leider keine vorzuweisen.
    Aber vielleicht lesen es andere auch ganz anders.
    Liebe Grüße Irene
    Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommele nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen,
    sondern lehre den Männern die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer
    von Antoine de Saint-Exupéry

  3. #3
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    Ja, Gier
    Weiblich (Mutter): Die Gier:
    Macht, Kolonien, Wirtschaftsnutzen, Eroberungen...

    der Hass / gezeugt:
    Männlich (Vater), der Hass:
    Auch Grund für Krieg: Anstachelung, Hetze, etc...

    Ich fand schon, dass Bilder entstehen, die den Krieg in seiner unfassbaren Schrecklichkeit in Erscheinung treten lassen. Und den Ekel vor Ihm und den Wunsch nach Frieden verstärken.
    Was für Bilder gesehen werden, das kommt aber wirklich auf den Leser drauf an, denke ich.
    Und vieles beruht auf einer Personifizierung des Krieges,

    Den Teil wieder entfernt, weil ich doch möchte, dass das Gedicht für sich steht und alleine alles aussagt.

    Vielleicht werde ich das Gedicht noch um ein bis zwei Strophen ausbauen, muss ich sehen.

    Danke für Deine Antwort


    lg
    star_nebula



    PS.: Warum siehst Du das mit der Gier und der Mutter nicht so?
    Kann das auch verändern, wenn Du mir einen guten Grund gibst, warum Dich das gestört hat.
    Geändert von star_nebula (17.02.2012 um 23:55 Uhr)
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  4. #4
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    Hallo star_nebula,

    Nein verändere nix für mich. Es ist glaube ich einfach nicht mein Ding. Das ist alles.
    Nix für ungut.

    LG Irene
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  5. #5
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    Ne, ist schon in Ordnung.
    Ist auch ein sehr schwieriges Thema, blos verschwindet eben nicht
    Deswegen habe ich versucht, das aufzugreifen.
    Ob das Thema etwas für meine Dichtung ist, so sicher bin ich mir selber noch nicht.
    Aber ich wollte es erstmal irgendwie versuchen.
    Eigentlich bin ich auch mehr der "Flur und Fauna"-Dichter.
    Aber solch Anti-Kriegs-Lyrik find ich auch wichtig.
    Weil das einfach ein furchtbares und aktuelles Thema bleibt.
    Naja mal sehen, ob ich noch was verändere.
    Mein Ziel war es einfach, das unmenschliche von Krieg rüberzubringen.
    Das man soetwas nie vergisst.
    In der stillen Hoffnung, dass es mal irgendwann aufhört.
    Deswegen mein Schlussvers.

    Danke für Deine Antwort


    lg
    star_nebula
    Geändert von star_nebula (17.02.2012 um 23:39 Uhr)
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  6. #6
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    Hallo nebulöser Stern,

    durchaus ein schwieriges Thema, das du hier anpackst.
    Da ich kein Formfanatiker bin, bleibe ich beim Inhalt.

    Aus meiner Sicht ein Mangel ist die Parteiergreifung schon im ersten Satz, damit machst du es dir wahrlich selbst schwer, einigermaßen gerecht zu beschreiben.
    Ich persönlich stehe der Thematik eher objektiv gegenüber.
    Aber gut, du hast dich damit nun einmal festgelegt. Konflikte sind ja vieles, aber alt werden sie nicht wirklich, da sie sich ständig neu erfinden und definieren.
    Auch mit den ausweglosen, fast schon resigniert zu nennenden, Beschreibungen, verfestigst du deinen subjektiven Standpunkt, was m. M. nach, ein unausgewogenes Bild auf das Szenario wirft.
    Fest steht doch eins, und ich bin weder Pazifist, noch Kriegsfanatiker, Krieg gibt es, seit es die Menschheit gibt.
    Weil der Mensch unvollkommen und damit dem Paradies unwürdig ist, oder weil er es einfach nicht anders will. Immer nur Friede, Freude, Eierkuchen ist dem Fortschritt nicht gerade dienlich. Die großen Forschungssprünge gab es in der Geschwindigkeit nur, weil es militätisch von Nutzen war. Demzufolge ist der Krieg notwendig, um die Gesellschaft immer wieder nach vorn zu bringen und nicht in "spätrömischer Dekadenz" zu verharren.
    Für mich nur bedingt wünschenswert, aber zu verschmerzender Fortschrittsmotor, auch wenn ständig ein Kollateralschaden entsteht. Vielfach treffen die Folgen doch die Profiteure, Verursacher und freiwilligen Teilnehmer (Spionage ist schließlich das älteste Gewerbe der Welt und dient, auch heute noch, nicht wenigen als Broterwerb).
    Meine Meinung zu diesem Thema ist also etwas entspannter als deine, wobei ich es nicht gutheiße, aber auch nicht verteufeln möchte, sondern mir einen differenzierten Umgang damit wünsche.
    Auf das wir weiterhin und immer besser lernen, mit den Fehlern der Menscheit umzugehen.


    Rebellische Grüße.
    Geändert von Rebell (20.02.2012 um 20:07 Uhr)
    An allem Unfug, der passiert, sind nicht etwa nur die schuld, die ihn tun, sondern auch die, die ihn nicht verhindern. Erich Kästner
    Wenn du kritisiert wirst, dann musst du irgend etwas richtig machen. Denn man greift nur denjenigen an, der den Ball hat. Bruce Lee
    Der Reichtum besteht nicht in Besitz von Schätzen, sondern in der Anwendung, die man von ihnen zu machen pflegt. Napoleon I. Bonaparte

  7. #7
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    Hallo nebula,
    dein Gedicht hat mich tief betroffen, zunächst weiß man nicht, dass es um den Krieg geht, aber dann zum Schluss trifft es einen mit einem Schlag, man liest sich das Gedicht ein 2. Mal durch und stellt fest, dass all die scheußlichen Dinge, die hier stehen, auch noch wahr sind. Im Gegensatz zu Irene finde ich schon, dass du damit Bilder erzeugst und schreckliche obendrein, aber die Welt wahr noch nie ein Ponyhof...
    Am besten gefällt mir
    Bist - durch Hass gezeugt - am Leben
    Das stimmt leider und ist auch traurig...
    Du klagst den Krieg hier an, das habe ich doch richtig verstanden oder?
    Gern gelesen!
    LG P.
    Bitte beachtet die Grundregeln!

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