Thema: 88

  1. #1
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    Ich dämmerte lautlos im Wasser der Blase,
    daneben mein Platzräuber-Zwilling, Zwergnase.
    wir suhlten dahin durch der Monate Länge,
    im Futterneid nahm ich den Zwerg in die Fänge.

    Dann fraß ich ihn auf, mit Haut, Fleisch, kein Haar,
    mit Muttchen alleine und nicht mehr ein Paar.
    So fühlt‘ ich mich besser, bereit frei zu werden.
    Begrüßt mich! Als neuestes Monster auf Erden.

    Die Hebamme hüllt‘ mich in weiches Gewand,
    ich lächelte strahlend, biss wild ihre Hand.
    Sie brüllte erstaunt im Schmerz, dann in Frust,
    gab sie mich zurück an des Mütterchens Brust.

    Kaum älter, voll Klarheit durchschaut‘ ich derweilen,
    das Wesen der Dinge und konnte durcheilen,
    Erkenntnis und Wissen zum letzten Gebot,
    des Kosmos Unendlich, und was nach dem Tod.

    Sie flennen zu Gott der nicht ist, just nur Lug,
    das Böse ist Reinstes und niemals Betrug.
    Ist’s das zu erkennen - nicht als Satans Netz,
    im einfachsten Sinne: Der Welten Gesetz.

    Ihr braucht keine Bibel, kein strenges Gebot,
    ich bin allverständlich in Fülle und Not.
    Vergesst Galaxien, Zeitende, Zeitnah:
    schaut euch um auf Erden, ich bin immer da.

    Geändert von Goldart (18.02.2012 um 13:24 Uhr)

  2. #2
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    Hallo Goldart,

    Da haust Du uns ja was vor die Füße.
    Also schauen wir uns mal um in der Welt und sehen hoffentlich auch das Gute als Gegengesetz

    Der 1. Vers klingt witzig
    Der 2. klingt schaurig
    Der 3. klingt wie Leben halt ist
    Der 4. klingt fast wie vernünftig werden
    Der 5. klingt hochnäsig
    Der 6. klingt nach einem Messias

    Hut ab, da ist viel dabei und der Leser geht mit. So fühl ich mich auch hinterher; wie hochgehoben und fallen gelassen.
    Eine Anmerkung: Ich finde die Herleitung des Bösen aus der Zwillingsgeschichte heraus ziemlich krass. Will mir nicht ganz schmecken.

    Auf jeden Fall beeindruckt Dein Gedicht.
    Liebe Grüße Irene
    Wenn Du ein Schiff bauen willst, so trommele nicht Männer zusammen, um Holz zu beschaffen, Aufgaben zu vergeben und die Arbeit einzuteilen,
    sondern lehre den Männern die Sehnsucht nach dem weiten, endlosen Meer
    von Antoine de Saint-Exupéry

  3. #3
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    Oha!

    Goldart hat sich bemüht, fehlerlos zu schreiben!
    Mit weißer Kreide in den Kamin.
    Trotzdem: Wenn schon Apostrophe, dann konsequent und am richtigen Platz!
    Der doppeltendlosmonstrige Goldart wird sich nicht umsonst angestrengt haben -
    da sieht man einmal mehr, wie Bos zur Parodie inspiriert!

    Barbarossa

  4. #4
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    hallo,

    wieder so einer.

    ich finde ja, man sollte so gewisse, die existentiellen dinge nur streifenden angelegenheiten endlich zur banalität erklären.
    was soll der mist?
    h h hatschie.

    man webt ein bisschen fleisch in ein bisschen geschichte, rührt ein bisschen das dünkel um, in bisschen darwin und nietzsche.
    es langweilt mich zu tode. das ist rosamunde pilcher beim angeln.
    man wartet darauf, dass sie den fisch fängt und ihn auf den stein schlägt, auf dem man sich sitzend also

    langweilt.
    sie haben da was am mund.

  5. #5
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    liebes barbarossa-schazzi: bitte um korrekturen, denn du weißt: das ralfi ist legathenischer autist.

    danke für die wunderbare kritik holunder. die hat mir gut getan. und schön, dass du mit klarer projektion des gelesenen an deine spinnen-netzhaut gehirnig erkanntest was ich sagen wollte.




    ps.: wer ist bos - ein vorortiger user? nie was gesehen oder gelesen.
    Geändert von Goldart (17.02.2012 um 22:04 Uhr)

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