Hirschquelle

©Hans Hartmut Karg
2012

Dereinst schoss man den Hirsch so an,
Dass er noch flieh ‘n, dann sterben kann.
Er war gerannt in tiefen Wald,
Dort, wo es dunkel, nass und kalt.
An dieser, seiner liebsten Quelle,
Da legte sich der einstmals Schnelle
Zum Trunke – wo er dann verschied.
Es ist doch stets das alte Lied:
Die Jäger fanden seine Leiche
Am Quellfluss unter einer Eiche
Und hatten Fleisch und gutes Wasser –
Kein Jäger ist ein Menschenhasser!
So ward das Heilwasser erkoren,
Die Hirschquelle war jetzt geboren.
Dem Hirsch blies man sein Leben aus,
Der Mensch machte Profit daraus:
Er nimmt Gesundheit aus Natur,
Damit der Geldhahn sprudelt nur
Und überhöht mit einer Leiche,
Womit sich gute Absicht zeige.
Geschichten reichen somit aus,
Dass man Gewinne schlägt daraus.
Doch schlägt die Schöpfung mal zurück,
Wird sie gewürdigt ohne Blick.

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